Anzeige

Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Franz-Benno Delonge
Kennerspieler
Beiträge: 277

Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 25. Juli 2004, 22:49

Hallo an die Fachleute,
ich fange an, mich für Memoir 44 zu interessieren, nachdem ich immer mehr Lobeshymnen drüber gelesen habe (vor allem bei BoardgameGeek).
Dieses extrem positive Echo in Verbindung mit dem Autorennamen Richard Borg läßt mich argwöhnen, daß hier vielleicht all das fehlt, was mich normalerweise einen extrem weiten Bogen um Kriegssimulationsspiele amerikanischen Ursprungs machen läßt. Nämlich: Regelbuch nicht unter 20 Seiten, Spieldauer nicht unter 3 Stunden, mehrere hundert häßliche Kartonscheibchen als Spielmaterial, und ein Spielablauf, der sich im Wesentlichen in endlosen Würfelorgien erschöpft (pro Einheit ein Würfel, aber plus eins für Artillerieunterstützung, aber andererseits minus eins für Beschädigungen aus vorangegangenen Gefechten, jedoch wiederum plus eins, wenn man im Zug davor neue Rekruten integriert hat, es sei denn, daß die Rekruten blaue Mützen tragen).
Also Frage an die Kenner, und zwar insbesondere an die, die meine oben skizzierten Vorurteile teilen: Ist Memoir 44 wirklich anders und besser?
Und wenn ja: Inwiefern und warum?
Gespannte Grüße
Benno

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Attila » 26. Juli 2004, 06:47

Hiho,

Nunja, Memoir '44 ist keine CoSim, wenn du das meinst - es ist im grunde einn WW2K Version von BattleCry.
Ein Spiel läuft ungefähr so ab: Es Wird ein Szenario aufgebaut. Das passiert auf einer Hex-Karte mit ca 5 cm grossen Hexfeldern - ohne es nachgezählt zu haben, besteht das gesammte Spielfeld also aus ca. 10 x 15 Hexfeldern. Die entsprechenden Landschaften für das Szenario wird auf das entsprechende Hexfeld gelegt (Wald, Hecken, Fluss, Stadt, Hügel).
Dann werden die SPielfiguren (nix Pappcounter) aufgebaut und zwar kommt es nicht nur auf die Figurentyp an, sondern auch auf die Anzahl: Infanterie 4 Stück, Panzer 3 Stück und Artillerie 2 Stück. Manche Spezieleinheiten haben dann mehr oder weniger Stücke (z.B. haben die Einheiten des Frz. Widerstand 3, anstatt 4 Infanterie).
Dann bekommt jede Seite eine anzahl von Karten, wie auf dem Szenario vermerkt und dann geht es los. Wer drann ist muss eine Karte ausspiele und entsprechend der Karte seinen Zug machen. Entweder ist die Karte was Spezielles (dann macht man was drauf steht) oder es ist eine normale "Orderkarte" - dort darf man dann in den 3 Sektionen (Linke Flanke, Mitte, Rechte Flanke) Einheiten bewegen. Welche und wieviele steht auf der Karte drauf. z.B. "3 auf der Linken" flanke oder "alle in der Mitte" oder "1 in jeder Sektion". Einheiten die eine Order bekommen haben dürfen dann auch noch schiessen. Manche Einheiten dürfen sich Bewegen UND schiessen, manche dürfen sich bewegen ODER schiessen.
Inf und Panzer müssen zum schiessen die Sichtlinie haben, Artillerie nicht. Man würfelt mit der entsprechenden Anzahl an würfeln (normal 1-3) und jedes der Zieleinheit entsprechende Symbol ist ein Treffer.
Wenn man damit fertig ist, zioeht man eine Karte nach und der andere Spieler ist dran.
Ein Szenario dauert ca. 15-30 Minuten und das komplette Spiel lässt sich in ca. 5-10 Minuten erklären (sogar nicht-spielern! :-) ) ...

Atti

Benutzeravatar
Christian Koppmeyer

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Christian Koppmeyer » 26. Juli 2004, 09:02

Alle deine obigen Vorurteile treffen auf Memoir 44 wirklich nicht zu. Die einzige Ausnahme ist das Würfeln. Das findet halt auch bei diesem Spiel statt und ist in meinen Augen der einzige Schwachpunkt in dem Spiel.

CK

Benutzeravatar
Marcus Segler
Kennerspieler
Beiträge: 209

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Marcus Segler » 26. Juli 2004, 09:09

Franz-Benno Delonge schrieb:

> Nämlich: Regelbuch nicht unter 20 Seiten

8 Seiten Regeln, viele erklärende Bilder oder um es anders zu sagen: es wäre alles auf einer eng bedruckten DIN A4 Seite unterzubringen..
Der Rest des Regelheftes sind Erläuterungen und Szenarien.

>Spieldauer nicht unter 3 Stunden

<= 30 Minuten (ohne Aufbauen)

>mehrere hundert häßliche Kartonscheibchen als Spielmaterial

viele viele Plastikfiguren
Ich empfinde die ganzen Plastikfiguren, wie auch bei Battle Cry und A&A, eher als nervig. Ein Holzklotz mit Stärkemarkierungen an der Seite, wie bei Columbia nur eben beidseitig bedruckt, würde die Sache beschleunigen.

> und ein> Spielablauf, der sich im Wesentlichen in endlosen
> Würfelorgien erschöpft

Würfelorgien: ja
Allerdings ohne viele Modifikatoren. Das geht alles sehr fix. Allerdings werden die Würfel wirklich nie kalt, M '44 ist eben ein Würfelspiel.

> Ist Memoir 44 wirklich anders und besser?

M '44 ist ein kurzweiliges Würfelspiel mit Kriegsthematik. Es hat keinerlei Tiefgang und man kann es mit 2,0 Promille vermutlich genauso gut spielen wie nüchtern.

Niemals würde ich auf die Idee kommen mehr als zwei Partien zu spielen, aber wenn ich mal wieder nach vielen Stunden "For the People" Washington an die Sklavenhalter verloren habe, dann mache ich gerne noch ein oder zwei Partien M '44 oder Battle Cry zu Abschluss und um wieder klar zu sehen: eigentlich hängt doch alles vom Würfel ab ;-)

Gruß Marcus

Benutzeravatar
Bernd Schlüter

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Bernd Schlüter » 26. Juli 2004, 14:40

Hallo Franz-Benno,

ich teile Deine Vorbehalte gegen Cosims, und auch an A&A kann ich überhaupt nichts finden.

Memoir44 gefällt mir aber sehr gut! Ich habe bisher zwar nur zwei Szenarien gespielt (mit jemandem, der sich zwar für den 2. WK interessiert, aber mit Spielen nix am Hut hat), die haben aber richtig Spaß gemacht. Man braucht zwar Glück (die richtigen Karten und ein glückliches Händchen beim Würfeln), kann aber auch schön taktieren. Darüber hinaus fand ich das Spiel auch äußerst spannend! Z.B. die eigenen Truppen auf einer Flanke quasi schutzlos in Stellung zu bringen und dabei zu hoffen, dass der Gegner nicht die Karten hat, um sie wegzuputzen, trieb mir schon den Schweiß auf die Stirn...

Positiv ist noch zu bemerken, dass keine Regelfragen auftauchten! Ich hatte die FAQs vorher runtergeladen, brauche sie aber aufgrund der klaren Regel nicht.

Negativ ist mir folgendes aufgefallen:
- Die Figuren sind aus sehr weichem Kunsstoff. Die Kanonenrohre der Panzer und Artillerie sind häufig völlig verbogen und die Infanterie steht teilweise völlig schief auf ihren Sockeln.
- Um die Overlord-Szenarien spielen zu können, benötigt man zwei Spiele - was ich nicht schlimm finde. Allerdings muss man die Overlord Regeln extra runterladen und es gibt bisher lediglich 1 Szenario!

Bernd

Benutzeravatar
Christian Hildenbrand

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks

Beitragvon Christian Hildenbrand » 26. Juli 2004, 15:22

Bernd Schlüter schrieb:

> Man braucht zwar Glück (die
> richtigen Karten und ein glückliches Händchen beim Würfeln),
> kann aber auch schön taktieren.

Es ist in meinen Augen eine schöne Mischung aus Taktik und Glück. Die einzelnen Szenarien sind zum Teil etwas unausgeglichen, so daß es für eine Partei bedeutend schwerer ist zu gewinnen als für die andere, jedoch gleicht sich das über mehrere Szenarien auch wieder aus. Ich hab inzwischen die ersten 7 aus dem Regelheft gespielt. ;-)

> Positiv ist noch zu bemerken, dass keine Regelfragen
> auftauchten! Ich hatte die FAQs vorher runtergeladen, brauche
> sie aber aufgrund der klaren Regel nicht.

Hm, da muß ich leider etwas gegenhalten. Leider widersprechen sich die Übersichtskarten und das Regelheft an 1-2 Stellen etwas (hab aber selbst kein eigenes Exemplar, von dem her kan ich Dir nicht genau angeben, was es war - es fiel uns nur beim Spielen auf, als eine entsprechende Frage aufkam).

> Negativ ist mir folgendes aufgefallen:
> - Die Figuren sind aus sehr weichem Kunsstoff. Die
> Kanonenrohre der Panzer und Artillerie sind häufig völlig
> verbogen und die Infanterie steht teilweise völlig schief auf
> ihren Sockeln.

Ach, das ist nicht so wild. Das macht jede Truppe zu einem Einzelstück. :-)

> - Um die Overlord-Szenarien spielen zu können, benötigt man
> zwei Spiele - was ich nicht schlimm finde. Allerdings muss
> man die Overlord Regeln extra runterladen und es gibt bisher
> lediglich 1 Szenario!

Meines Wissens gibt es bereits deren 3 Szenarien.

Abschließend:
Mit gefällt das Spiel sehr gut. Natürlich ist es ein durchaus sehr ernster Hintergrund mit WK2, jedoch denke ich mal, sollten wir inzwischen geistig so weit sein in unserer Gesellschaft, daß ein "Kriegs"-Spiel nicht mehr ganz so sehr mit feuerfesten Handschuhen angefasst werden muß. Der Aufbau zu Beginn eines Szenarios macht mir immer wieder Spaß, wenn ich da schon sehe, wie unglaublich benachteiligt ich doch bin gegenüber meinem Gegner ... :lol:

Verteidigende Grüße !

Christian (... führte die Deutschen zu einigen Siegen, von denen sie selbst nix wussten ... ;-) )

Benutzeravatar
Christoph

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Christoph » 26. Juli 2004, 20:03

Hallo Benno,
Memoir44 habe ich noch nicht gespielt, aber seit 3 Jahren bin ich von "Battle Cry" infiziert. Es sieht gut aus (klar wären Klötzchen a la Columbia schneller in der Handhabung, aber die Figuren machen mehr her), spielt sich flockig, lässt sich schnell erklären und ebenso schnell spielen.
Wenn das Glück in Form von Karten und Würfeln absolut gegen einen ist, dann ist die Partie auch schnell vorbei und man spielt einfach nochmal. Viel öfter aber ergeben sich spannende Kopf-an-Kopf Rennen.
M44 ist gegenüber BC auch etwas ausgefeilter, was man an kleinen Regeländerungen merkt, die auch sehr gut nach BC passen (hab's ausprobiert). Ansonsten sind die Regeln gleich und alles was ich geschrieben habe, würde ich mit ziemlicher Sicherheit auch über M44 schreiben.
Wie M44 hat auch BC 15 Szenarien im Regelheft und ich bin mir sicher, dass im Verlauf des Jahres weitere ins Netz gestellt werden (Für BC habe ich etwa 35 zusätzliche Szenarien, davon 20 ohne zusätzliches Material spielbar. Einige neue Szenarien vom Autor sind auch dabei.)

Für mich, der ich auch gerne mal ein Kosim (oder komplexes Kriegsspiel) spiele, ist M44 ein Musskauf.

nice dice, Christoph

Benutzeravatar
Marc W.

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Marc W. » 27. Juli 2004, 09:17

Hi,
Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks sollte kein Problem sein. Ich habe zwar nur das Anfänger-Szenario gespielt, aber es geht flüssig. Das Spielprinzip hat natürlich so seine nervigen Elemente, wenn eine Einheit am rechten Flügel zerlegt wird und sich aufgrund der Kartenhand nicht wehren kann. Das bei Kämpfen gewürfelt wird ist ok, nur diese Aktionskarten... Die haben aber auch den Vorteil, dass man seine Niederlage locker dem Schlachtenglück in die Schuhe schieben kann.

Marc

----------------------

http://www.spielekreis-darmstadt.de
http://www.curious-creatures.de

http://www-w-akten.de

Benutzeravatar
Bernd

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Bernd » 28. Juli 2004, 19:11

Hallo Franz,

also gleich vorweg: M44 gefällt uns ganz gut, lässt sich flüssig spielen, die
Spielzeit mit unter 1 Stunde für 1 Szenario mit Revanche (Seiten werden getauscht; inkl. Aufbau) ist angenehm kurz, das Spielmaterial ist OK (von der Artillerie mal
abgesehen mit ihren krummen Kanonenrohren). Letztendlich ein gelungenes Spiel (sofern man(n) mit dem problematischen Hintergrund klar kommt).

Allerdings sollte eines nicht unberücksichtigt beleiben, wenn sich jemand M44
zulegen will:

1.) M44 ist keine exakte Simulation (schon gar kein Cosim). Dazu ist das Spiel viel zu abstrakt, die Einheiten zu beschränkt und die Regeln begrenzen sich auf das ABSOLUT Nötigste für ein Wargame (Kampf, Fähigkeiten...)

2.) M44 hält einige Regeldetails parat, über die man am Besten nicht nachdenkt, sondern sie einfach akzeptiert (siehe weiter oben im Forum, Rückzug). Ähnlich auch die sonderbare Regel, daß geschwächte Einheiten mit gleicher Kampf/Feuerkraft angreifen/zuschlagen, wie ungeschwächte Einheiten. Da diese Regel aber beide Spieler betrifft, gleicht sich das aus (man kann ja taktieren).

3.) M44 ist stark glücksabhängig. Wir haben jetzt insgesamt 12 Partien gespielt und sehr, sehr viele Spiele hat der Spieler gewonnen, der die besseren Karten gezogen oder die glücklichere Hand beim Würfeln hatte. Beispiel? Wenn Du nur Command-Karten auf der Hand hast, die Deine rechte Flanke betreffen und du dort allerdings nur eine oder zwei Einheiten hast. Und das kommt wirklich nicht selten vor (OK, ein anderes Mal können es die Karten für die Mitte oder für die linke Flanke sein!!!). Über das Würfelglück brauch ich dann wohl nichts zu sagen. Jeder Kampf wird ausgewürfelt. Spezielle Fähigkeiten von Einheiten gibt es nicht, die die Würfelsituation beeinflussen können; es wird einfach nur gewürfelt.

4.) M44 ist ein komplexes 'Mensch-ärgere-dich-nicht' (auch wenn mancher jetzt laut protestieren mag). Statt 4 Kegelchen hat man bei M44 halt x mal 4 Kegelchen, die ziehen (Hexfelder) und dann den Gegner schlagen (durch Würfeln). Und ärgern kann man sich wie unter 3.) beschrieben, wenn sich der Spielegott völlig gegen einen verschrieben hat.

Wie in den ersten Zeilen bereits gesagt, uns gefällt es trotz obiger Punkte sehr gut, man darf von dem Spiel aber nicht zu viel erwarten. Es ist wie es ist. Doch was will der Spieler mehr, als dass ein Spiel Spass macht.
Wir würden uns M44 jedenfalls wieder zulegen (sofern man es uns abnehmen würde...).

Viel Spaß noch beim Spielen.
Bernd

Benutzeravatar
Benjamin Spicher

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Benjamin Spicher » 29. Juli 2004, 11:38

Na na na .. da muss ich jetzt doch etwas wiedersprechen (das hast Du wohl insgeheim auch erhofft, oder?)

> 3.) M44 ist stark glücksabhängig. Wir haben jetzt insgesamt
> 12 Partien gespielt und sehr, sehr viele Spiele hat der
> Spieler gewonnen, der die besseren Karten gezogen oder die
> glücklichere Hand beim Würfeln hatte. Beispiel? Wenn Du nur
> Command-Karten auf der Hand hast, die Deine rechte Flanke
> betreffen und du dort allerdings nur eine oder zwei Einheiten
> hast. Und das kommt wirklich nicht selten vor (OK, ein
> anderes Mal können es die Karten für die Mitte oder für die
> linke Flanke sein!!!). Über das Würfelglück brauch ich dann
> wohl nichts zu sagen. Jeder Kampf wird ausgewürfelt.
> Spezielle Fähigkeiten von Einheiten gibt es nicht, die die
> Würfelsituation beeinflussen können; es wird einfach nur
> gewürfelt.

Glücksabhängig ja, aber doch nicht "nur".
Die Sache mit den Einheiten und den speziellen Fähigkeiten stimmt so nicht. Infanterie ist grundsätzlich am leichtesten zu treffen und auch offensiv am schwächsten. Panzer haben in offenem Gelände ganz schön offensive Power mit 3/3/3, sehen aber durch den Modifikator alt aus, so bald's in schwieriges Gelände geht (Dörfer, Hecken, Wälder). Da ist dann die Infanterie schnell im Vorteil. Artillerie räuchert feindliche Stellungen aus (keine Geländemodifikatoren) und wird stark verteidigt (ist schwer zu treffen), ist aber statisch.

> 4.) M44 ist ein komplexes 'Mensch-ärgere-dich-nicht' (auch
> wenn mancher jetzt laut protestieren mag). Statt 4 Kegelchen
> hat man bei M44 halt x mal 4 Kegelchen, die ziehen
> (Hexfelder) und dann den Gegner schlagen (durch Würfeln). Und
> ärgern kann man sich wie unter 3.) beschrieben, wenn sich der
> Spielegott völlig gegen einen verschrieben hat.

Das nun definitiv nicht. Es geht halt drum, dass man seine Kartenhand optimal einsetzt. Der von Dir geschilderte Fall, dass "nichts" passt, kann eintreten und nerven, aber damit müssen beide Seiten klar kommen. Planen kann man allerdings schon, und wenn mal ein koordinierter Angriff (z.,B. indem man Karten über eine oder zwei Abschnitte aufgespart hat anstatt sie gleich auszuspielen) funktioniert, ist die Freude gross. Klar wird am Ende gewürfelt, aber mit den oben beschriebenen truppenabhängigen Modifikatoren kann man das Glück schon beeinflussen.

Weiterhin viel Spass!

Benjamin

Benutzeravatar
Bernd

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Bernd » 29. Juli 2004, 14:43

Hallo Benjamin,

klaro gibt es Truppenunterschiede: Infantrie - Panzer - Kanonen. Doch welche Unterschiede gibt es zwischen Infantrie A und Infantrie B....eben keine. Da ich ASL noch nicht kenne nehme ich hier mal den Vergleich zu Warhammer 40k (was ja bekanntlich ein tabletop ist). Nicht nur dass es hier verschiedene Infantrieeinheiten gibt (Sturmtruppen, schwere Infantrie, Elitetruppen), mit verschiedenen Waffen(systemen) und Ausrüstugen (die soooo unterschiedlich sind), wird das Würfeln (das auch bei W40k nötig ist) und somit der Glücksfaktor nicht so dominant. Es ist nunmal ein Unterschied ob du gegen eine Truppe mit Widerstand 3 würfelst oder mit Widerstand 5. Und natürlich mit welchem Waffensystem du angreifst (was willst du mit einem Waffensystem ausrichten, das
das gegnerische Modell so gut wie nicht trifft). Nochmal zu M44: Da ist die Infantrie nunmal gleich. Und auch die sog. 'special forces' unterscheiden sich nur dadurch, dass sie auch bei der Bewegung von 2 Feldern schiessen dürfen.

Aber bitte nicht vergessen: Das ist eben so, man soll es so wie es ist akzeptieren. Nur verschweigen solls auch keiner. Denn wenn sich jemand für M44 interessiert soll er schon wissen was ihn erwartet.

Benutzeravatar
Benjamin Spicher

Re: Memoir 44 für Nicht-Cosim-Freaks?

Beitragvon Benjamin Spicher » 29. Juli 2004, 15:50

Bernd schrieb:
>
> Hallo Benjamin,
>
> klaro gibt es Truppenunterschiede: Infantrie - Panzer -
> Kanonen. Doch welche Unterschiede gibt es zwischen Infantrie
> A und Infantrie B....eben keine. Da ich ASL noch nicht kenne
> nehme ich hier mal den Vergleich zu Warhammer 40k (was ja
> bekanntlich ein tabletop ist). Nicht nur dass es hier
> verschiedene Infantrieeinheiten gibt (Sturmtruppen, schwere
> Infantrie, Elitetruppen), mit verschiedenen Waffen(systemen)
> und Ausrüstugen (die soooo unterschiedlich sind), wird das
> Würfeln (das auch bei W40k nötig ist) und somit der
> Glücksfaktor nicht so dominant. Es ist nunmal ein Unterschied
> ob du gegen eine Truppe mit Widerstand 3 würfelst oder mit
> Widerstand 5. Und natürlich mit welchem Waffensystem du
> angreifst (was willst du mit einem Waffensystem ausrichten, das
> das gegnerische Modell so gut wie nicht trifft). Nochmal zu
> M44: Da ist die Infantrie nunmal gleich. Und auch die sog.
> 'special forces' unterscheiden sich nur dadurch, dass sie
> auch bei der Bewegung von 2 Feldern schiessen dürfen.

Ok, jetzt hab ich's verstanden - und gebe Dir recht. ABER: In den von Dir zitierten Spielen gibts zwar all die Unterschiede, aber TROTZDEM läufts am Ende (nach 20 Seiten Regel-Spezialfällen) auch da auf einen Würfelwurf raus.

> Aber bitte nicht vergessen: Das ist eben so, man soll es so
> wie es ist akzeptieren. Nur verschweigen solls auch keiner.
> Denn wenn sich jemand für M44 interessiert soll er schon
> wissen was ihn erwartet.

Richtig. Muss auch niemand verschweigen. M44 ist "easy, fast, fun" - oder das was von einem Cosim übrigbleibt, wenn man gründlich entrümpelt. Oder was aus einem Würfelspiel wird, wenn man militärische Taktik und das Kriegsthema reinbringt. Oder irgendwas dazwischen.. ;)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 14 Gäste