Beitragvon Michael Heißing » 16. August 2004, 13:50
In der Tat ist bei SanJuan ein gewisses Gruppenverhalten zu beobachten.
Auch in der BSW.
Da ist in manchen Kreisen derzeit "pure purple" der absolute Hit.
Aber auch das legt sich wieder ;)
Bei festgefahrenen Gruppen-Schemata ist der, der was neues zu bieten hat, eine gewisse zeitlang wie ein Wolf unter Schafen.
Ohne, bzw. mit zuwenig Produktionsgebäuden zu spielen ist im Fortgeschrittenen-Spiel meist tödlich. Man macht sich selbst die beiden Rollen Aufseher und Händler unattraktiv. Und was für die "Zunfthallenstrategie" gilt, gilt auch für "pure purple" - mit dieser Strategie kann nur einer gewinnen.... Im zweiten Fall spekuliert man halt auf das Rathaus, manchmal tut es auch der Triumphbogen.
Wenn ich merke, dass bei "pure purple" oder "Zunfthalle" oder "was auch immer" meine Gegenüber die Nase vorne haben, ist es meist zu spät für mich zu wechseln. Deshalb ist es unbedingt notwendig, rechtzeitig Optionen aufzubauen. Ausserdem gibt man den anderen Spielern so die Möglichkeit, ebenfalls einen gerade abfahrenden Zug zu verlassen und auf einen neuen aufzuspringen.
In abgewandelter Form gilt das grundsätzlich für 2, 3 und 4 Mitspieler. Wer im Zweierspiel einmal von der "Doppelsilber"-Lok niedergewalzt wurde, weiss, das er sich auch zu "pure purple" eine Alternative aufbauen muss.... da werden auf einmal Gebäude wie der Turm zum Matchwinner!
In der Regel sind 3-5 Produktionsgebäude eine gute Wahl, je nachdem, wie es sich ergibt. Ab 4 Produktionsgebäuden ist oftmals der schöne Doppelschlag - zweimal produziern/zweimal handeln - möglich, der den/die Gegner ganz alt aussehen lassen kann.
Sehr schöne und durchdachte Überlegungen zur Strategie finden sich auf boardgamegeek.com, u.a. von Alexfrog und jimc.
SanJuan lebt vom Experimentieren mit Strategien!
Gruß
miXa