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Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Richard van Vugt | GAMEPACK.nl

Re: ohne Kriegsspiel ist ja alles so sinnlos?

Beitragvon Richard van Vugt | GAMEPACK.nl » 27. August 2004, 21:54

Ich habe soeben ein sehr freundliches 'Battle Cry' mit meiner Freundin gespielt. Die Atmosphäre am Tisch war gut, wir haben uns beidseitig geschlachtet. Ich sehe, es geht hier mittlerweile auch richtig los... ;-)

Schönen Gruß,
Richard van Vugt
Amsterdam

www.gamepack.nl

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Günter Cornett

Re: ohne Kriegsspiel ist ja alles so sinnlos?

Beitragvon Günter Cornett » 27. August 2004, 22:31

Richard van Vugt schrieb:
>
> Ich habe soeben ein sehr freundliches 'Battle Cry' mit meiner
> Freundin gespielt. Die Atmosphäre am Tisch war gut, wir haben
> uns beidseitig geschlachtet. Ich sehe, es geht hier
> mittlerweile auch richtig los... ;-)

jo, jedem sein Kriegsspiel. :)


Ich sagte ja nicht, ich sei Pazifist oder generell gegen Kriegsspiele.
Bei den Äußerungen mancher Wargamer (Marke 'Gentlemen Bernd') frag ich mich jedoch: Muß man blöde sein, um sich für Cosims zu begeistern oder wird man es erst dabei?

Aber vermutlich ist der Zusammenhang mehr oder weniger zufällig und somit für mich auch mal wieder eine Gelegenheit, mich mit meinen eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen.

Gruß, Günter

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Richard van Vugt | GAMEPACK.nl

Re: ohne Kriegsspiel ist ja alles so sinnlos?

Beitragvon Richard van Vugt | GAMEPACK.nl » 27. August 2004, 22:58

>Ich sagte ja nicht, ich sei Pazifist oder generell gegen Kriegsspiele.

Weiß ich doch ;-))

Gruß,
Richard

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peer

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon peer » 28. August 2004, 08:37

Hi,
Bernd schrieb:
> möchte nur noch anmerken, dass die Spieleindustrie sowieso
> macht, was sie will und in erster Linie ist das Geld
> verdienen.

Im Gegensatz zu was? Ich glaub auch GMT verdient Geld. Hab ich geruechteweise gehoert (Ist GMT eigentlich ein Kleinverlag? Haben ja mehr Mitarbeiter als Hans im Glueck)

> Oder: Wer zieht welche Fäden (und die werden gezogen!!!) bei
> der Vergabe des SdJ-Preises (man denke nur an Mississippi
> Queen oder das schon erwähnte Zug um Zug als Aufguss.

Zu um Zug ist ein Aufguss welches Spieles?

> Und dann noch der Beitrag in der Spielbox, dass Ravensburger
> (über eine Agentur) Geld für das Beurteilen von eingesandten
> Spielideen verlangen will. Bei aller Liebe zum Detail, hier
> ist Schluss mit lustig. An dieser Arroganz sieht man wo's bei
> den Großen lang geht (ähnliche Erfahrungen habe ich mit
> Kosmos gemacht).

Was fuer Erfahrungen? (Ich weiss, ich stelle Fragen uber Fraen, aber dein Beitrag ist etwas unklar fuer so viel Polemik ;-) ) Kosmos verlangte auch Geld fue eine Spieleeinsendung? Oder was?

> Desweiteren kritisiere ich die Weigerung der deutschen
> Spieleverlage, keine echten Cosims oder Kriegsspiele
> herauszubringen. Wird durch diese nihilistische Haltung die
> Welt besser? Oder verhindert man einen neuen Weltkrieg? Oder
> was? Dort, wo der Amerikaner, der Engländer oder Italiener
> unbefangen zu Werke geht (beim Spiel versteht sich), wird bei
> deutschen Verlagen das Cosim totgeschwiegen.

Welches echte Cosim meinst du? Phallanx bringt Kriegsspiele raus, Eurogames auch und nicht zuletzt Wallenstein von Queen hat ebenfalls Krieg als Thema. Alles keine "echten"Cosims, ich weiss - aber Cosims sind kein Massenmarkt - weder hier noch in den USA. Oder welches Co-Sim hat Hasbro im Progranmm? (Wenn du jetzt A&A antwortest lache ich ;-) )

Die Frage die es sich hier zu diskutieren lohnen wuerde ist: Waehre ein Kriegsspiel (ausser Riskiko) massentauglich?

> Aber mit Monopoly zum 100sten, mit Risiko zum 200sten, mit
> Catan zum 300sten den Markt abzocken, das ist elegant.

Ich dachte immer das Risiko und Monopoly bei Hasbro erschienen sind und Hasbro eine amerikanische Marke ist...

> Deshalb mein Urteil: Ich meide die grossen Verlage (wo's
> geht) und bediene mich der kleinen, wo's richtig guten
> Spielspass gibt. Dass das dann auch vermehrt ausländische
> Verlage sind, ist halt so!

Ob die Gleichung Kleinverlag = Gut, Grossverlag = Schlecht immer gilt, wage ich fuer mich mal zu bezweifeln... Aber in diesem Threads gehts eh um was anderes ;-)

ciao
peer (haette Nihilismus nie mit Pazifismus gleichgesetzt ;-) )

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Michael Weber

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Michael Weber » 28. August 2004, 10:08

Bernd schrieb:
> möchte nur noch anmerken, dass die Spieleindustrie sowieso
> macht, was sie will und in erster Linie ist das Geld
> verdienen. Was nicht ins Raster passt fliegt durch!

Ja bitte schön, was soll denn ein Wirtschaftsunternehmen sonst machen? Freiwillig Verluste? Denk mal nach! Wenn z. B. Ravensburger ein Spiel produzieren soll, dass sich nur geschätzte 500 Mal verkauft, wäre das vermutlich für den Verlag gar nicht wirtschaftlich zu realisieren. Da ist der Stab zu groß. Und der ist wichtig, um die anderen Spiele zu bearbeiten.

Eher würde es sich lohnen, darüber nachzudenken, ob das Marketing der verschiedenen Verlag mit ihren verschiedenen Produkten nicht anders ausgerichtet werden könnte. Und ob der Makt nicht Spiele aufnehmen würde, die kein Verlag veröffentlichen mag (jedenfalls nicht mit unverändertem Thema). Ich glaube, viel hängt vom richtigen Marketing ab.

> Und man feiert sich selbst (oder lässt sich feiern).
> Beispiel? Siehe Beitrag in der Spielbox über den
> Innovationspreis für Blue Moon. Was in aller Welt ist an Blue
> Moon innovativ? Da hätte man den Preis auch dem 'Herr der
> Ringe-Risiko' geben können.

Das musst du nicht Kosmos in die Schuhe schieben, sondern der Jury. Vielleicht lag es ja daran, dass es kaum Bewerbungen gab.

> Oder: Wer zieht welche Fäden (und die werden gezogen!!!) bei
> der Vergabe des SdJ-Preises (man denke nur an Mississippi
> Queen oder das schon erwähnte Zug um Zug als Aufguss. Ich
> persönlich sehe auch Alhambra nicht als Spiel des Jahres und
> dann noch die Misere mit Puerto Rico was eben NICHT SdJ
> wurde). Da ist zuviel Politik im Spiel.

Genau, die Politik, dass Puerto Rico für ungeübte Spieler und Spielanleitungsleser vielelicht ein bisschen schwerer zugänglich ist, als Alhambra. Warum Zug um Zug ein Auguss sein soll und Alhambra kein Spiel des Jahres verstehe ich nicht so richtig, aber bitte. Vielleicht solltest du dir prinzipiell noch einmal den Anspruch der Jury SdJ vor Augen führen.
Das sicher der eine oder andere Verlag allein aus persönlichen Beziehungen heraus bessere Chancen hat, als andere, bleibt wohl eine subjektive Tatsache, der die Jury versucht, objektiv entgegen zu wirken. Ob es immer klappt, bleibt abzuwarten.

> Und dann noch der Beitrag in der Spielbox, dass Ravensburger
> (über eine Agentur) Geld für das Beurteilen von eingesandten
> Spielideen verlangen will. Bei aller Liebe zum Detail, hier
> ist Schluss mit lustig. An dieser Arroganz sieht man wo's bei
> den Großen lang geht (ähnliche Erfahrungen habe ich mit
> Kosmos gemacht).

Arroganz? Darüber wurde nun bereits lang und breit diskutiert, aber wenn ein verlag so viele Einsendungen bekommt, die Memory- oder Pachisi-Klone sind, kann man ja mal über Gegenmaßnahmen nachdenken. Wenn nicht, könnte vielleicht nicht mehr jede Einsendung bearbeitet werden. Dann wäre das Gejammer auch wieder groß.

> Desweiteren kritisiere ich die Weigerung der deutschen
> Spieleverlage, keine echten Cosims oder Kriegsspiele
> herauszubringen. Wird durch diese nihilistische Haltung die
> Welt besser? Oder verhindert man einen neuen Weltkrieg? Oder
> was? Dort, wo der Amerikaner, der Engländer oder Italiener
> unbefangen zu Werke geht (beim Spiel versteht sich), wird bei
> deutschen Verlagen das Cosim totgeschwiegen.

Vielelicht weil es sich dann eben doch nicht verkauft und eine echte Co-Sim dann doch aus der deutschen Geschichte heraus nur schwer am Marktz zu rechtfertigen wäre?

> Aber mit Monopoly zum 100sten, mit Risiko zum 200sten, mit
> Catan zum 300sten den Markt abzocken, das ist elegant.
> Es reicht halt nicht mehr LANGSAM reich zu werden, man muss
> es heute SCHNELL werden.

Ich bin mir nicht sicher, ob du verstehst, um was es bei Neuauflagen eigentlich geht und wie die wirtschaftliche Situation der Spielebranche ist.

> Deshalb mein Urteil: Ich meide die grossen Verlage (wo's
> geht) und bediene mich der kleinen, wo's richtig guten
> Spielspass gibt. Dass das dann auch vermehrt ausländische
> Verlage sind, ist halt so!

Dagegen hat ja keiner was (außer vielelicht Günter).

Michael

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Attila
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Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Attila » 28. August 2004, 10:50

peer schrieb:

> Zu um Zug ist ein Aufguss welches Spieles?

Ist zwar nicht mein Betrag gewesen, aber besonders innovativ ist ZuZ ja wirklich nicht - nicht das ich falsch verstanden werde, ich finde das Spiel hervorragend und spiele es wirklich gerne! - Ich hatte schon bei der ersten Parti das Gefühl , dass ich das Spiel schonmal in einer sehr ähnlichen Form gespielt hab. Mag vieleicht auch daran liegen das die Spielmechanismen die dort genutzt werden einfach und sehr bewährt sind - was nicht negativ gemeint ist!

> Welches echte Cosim meinst du? Phallanx bringt Kriegsspiele
> raus, Eurogames auch und nicht zuletzt Wallenstein von Queen
> hat ebenfalls Krieg als Thema.

Wobei Phalanx Grenzfälle sind - ist "A house divided" kein CoSim? - Wenn ja, wieso ist Norden & Süden dann kein CoSim? (Es handelt sich um identische Spiele) "Zeitalte des Napoleon" ist ebenso kein CoSim? - Würde ich jetzt weniger so sehen ...

> Die Frage die es sich hier zu diskutieren lohnen wuerde ist:
> Waehre ein Kriegsspiel (ausser Riskiko) massentauglich?

Wallenstein, A&A (in inzwischen 4 Ausgaben bei Hasbro), Targui, Shogun ... alles Freakspiele? (A&A ist eines der meisterverkaufen Spiele die es überhaupt gibt, Risiko ebenso).
Und nicht zu vergessen - *das* Kriegsspiel überhaupt - Diplomacy ist nicht totzukriegen!

> > Aber mit Monopoly zum 100sten, mit Risiko zum 200sten, mit
> > Catan zum 300sten den Markt abzocken, das ist elegant.

Auch hier gibt es zwei Seiten - abzocken und abzocken lassen ... wenn ich den 300ten Siedler-Clone kaufe und damit Spass habe, würde ich nicht sagen das man mich "abgezockt" hat ...
Schliesslich werden die Massen an Monopolys (StarWars-, Startrek-, Städteausgaben) und Risikos (Mit alleine 4 aktuellen Varianten: Godstorm, 2210AD, Risk Classic, HdR) nicht produiziert weil sie keiner haben will!
Oder fällt Hdr-Risiko nicht mehr in die Kategorie "Kriegsspiele", sondern in die Kategorie "Merchandise"?

> Ob die Gleichung Kleinverlag = Gut, Grossverlag = Schlecht
> immer gilt, wage ich fuer mich mal zu bezweifeln... Aber in
> diesem Threads gehts eh um was anderes ;-)

Das Kleinverlag==Gut nicht pauschal stimmen kann, das kann ich dir an BeiSPIELEN demonstrieren .. :-) ... selbiges natürlich auch für Grossverlag==Schlecht ... zumindest bei mir spielt das Auge mit - bei den meisten Kleinverlagsspielen hat das Auge bei mir allerdings keinen Spielspass ... :lol: ...

Atti

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Attila
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Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Attila » 28. August 2004, 11:10

Michael Weber schrieb:

> > was? Dort, wo der Amerikaner, der Engländer oder Italiener
> > unbefangen zu Werke geht (beim Spiel versteht sich), wird bei
> > deutschen Verlagen das Cosim totgeschwiegen.
> Vielelicht weil es sich dann eben doch nicht verkauft und
> eine echte Co-Sim dann doch aus der deutschen Geschichte
> heraus nur schwer am Marktz zu rechtfertigen wäre?

:lol: ... ich denke die Deustchen Verlage haben sich einfach mal angeschaut was mit AH passiert ist (die sowas von Pleite waren) , mit GMT (die faktisch auch pleite waren und nun nur noch über P500 produzieren können) und wie hiessen denn die ganzen tollen CoSim-Verlage? - Wo waren/sind diese denn Wirtschaftlich gesehen?

Aus welchem Grund sollte also ein Verlag überhaupt ein CoSim produzieren? Wirtschaftliche gründe kann es auf jedenfall weniger haben. Zum einen ist die Einstellung zum Krieg hier ein wenig anders als in anderen Ländern - im allgemeinen stellt man einen (welchen auch immer) Krieg nicht in einem guten Licht dar (was woanders halt anders ist), was natürlich nachhaltig auch die Erziehung beeinflusst.
Man versucht eher sich den kulturellen gegebenheiten anzupassen und nicht die eigene Kultur jemand anderen aufzupressen. (Thema Krieg ... ) ...

Ich denke die amerikanischen Verlage sind einfach traurig darüber das sie mit ihren Spielen hier nicht so anladen, wie sie gerne wollen ... :-)

Atti

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Attila
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Re: ohne Kriegsspiel ist ja alles so sinnlos?

Beitragvon Attila » 28. August 2004, 11:15

Günter Cornett schrieb:

> Bei den Äußerungen mancher Wargamer (Marke 'Gentlemen Bernd')
> frag ich mich jedoch: Muß man blöde sein, um sich für Cosims
> zu begeistern oder wird man es erst dabei?

Wenn man sich deine unverschämten Postings anschaut, welche nur so von Vorurteilen und Intolleranz strotzen, kann man nur laut lachen ... :lol: ...

Atti

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Günter Cornett

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Günter Cornett » 28. August 2004, 11:24

Michael Weber schrieb:
>
> Bernd schrieb:
> > möchte nur noch anmerken, dass die Spieleindustrie sowieso
> > macht, was sie will und in erster Linie ist das Geld
> > verdienen. Was nicht ins Raster passt fliegt durch!
>
> Ja bitte schön, was soll denn ein Wirtschaftsunternehmen
> sonst machen? Freiwillig Verluste? Denk mal nach! Wenn z. B.
> Ravensburger ein Spiel produzieren soll, dass sich nur
> geschätzte 500 Mal verkauft, wäre das vermutlich für den
> Verlag gar nicht wirtschaftlich zu realisieren. Da ist der
> Stab zu groß. Und der ist wichtig, um die anderen Spiele zu
> bearbeiten.
>
> Eher würde es sich lohnen, darüber nachzudenken, ob das
> Marketing der verschiedenen Verlag mit ihren verschiedenen
> Produkten nicht anders ausgerichtet werden könnte. Und ob der
> Makt nicht Spiele aufnehmen würde, die kein Verlag
> veröffentlichen mag (jedenfalls nicht mit unverändertem
> Thema). Ich glaube, viel hängt vom richtigen Marketing ab.
>
> > Und man feiert sich selbst (oder lässt sich feiern).
> > Beispiel? Siehe Beitrag in der Spielbox über den
> > Innovationspreis für Blue Moon. Was in aller Welt ist an Blue
> > Moon innovativ? Da hätte man den Preis auch dem 'Herr der
> > Ringe-Risiko' geben können.
>
> Das musst du nicht Kosmos in die Schuhe schieben, sondern der
> Jury.


Der Innvoation Award wird im Wesentlichen von Vertretern des Spielwarenhandels verliehen, ist damit auch nicht ganz unabhängig von den Firmen, die den Handel beliefern. Das ist vom Konzept her aber etwas anderes als der Kritikerpreis SdJ. Hier vermochte Gentlemen-Bernd nicht zu differenzieren.

> Vielleicht lag es ja daran, dass es kaum Bewerbungen gab.

In Kategorien, in denen es nicht genug Bewerbungen gab, wurde der IA auch nicht verliehen.

> > Und dann noch der Beitrag in der Spielbox, dass Ravensburger
> > (über eine Agentur) Geld für das Beurteilen von eingesandten
> > Spielideen verlangen will. Bei aller Liebe zum Detail, hier
> > ist Schluss mit lustig. An dieser Arroganz sieht man wo's bei
> > den Großen lang geht (ähnliche Erfahrungen habe ich mit
> > Kosmos gemacht).
>
> Arroganz? Darüber wurde nun bereits lang und breit
> diskutiert, aber wenn ein verlag so viele Einsendungen
> bekommt, die Memory- oder Pachisi-Klone sind, kann man ja mal
> über Gegenmaßnahmen nachdenken. Wenn nicht, könnte vielleicht
> nicht mehr jede Einsendung bearbeitet werden. Dann wäre das
> Gejammer auch wieder groß.

Es sind Gegenmaßnahmen auf Kosten Dritter. Spiele sichten ist Teil der Verlagsarbeit. Die Monopoly-Klone erkennt man relativ schnell. Arbeitsaufwand verursachen vor allem die Spiele, die man nicht sofort als schlecht erkennt.

Betroffen sind vor allem Autoren, die Spiele machen, bei denen der Verlag nicht sofort sieht, dass er sie ablehnen wird. Damit ist diese Gebühr IMHO auch innovationsfeindlich.

Und arrogant ist es schon, wenn drei Ravensburger Vertreter in einem Gremium gemeinsam mit Autoren (u.a. SAZ-Vorstands-Mitglied) über dieses Problem nachdenken, gemeinsam ein Feedback-Bogen für Redakteure erarbeiten und dann plötzlich ohne Vorwarnung eine solche Anti-Lösung aus dem Hut ziehen. Die kommt sicher nicht von diesen Redakteuren, aber eben von Ravensburger.

> > Deshalb mein Urteil: Ich meide die grossen Verlage (wo's
> > geht) und bediene mich der kleinen, wo's richtig guten
> > Spielspass gibt. Dass das dann auch vermehrt ausländische
> > Verlage sind, ist halt so!
>
> Dagegen hat ja keiner was (außer vielelicht Günter).

Fehlt hier nicht ein kleiner Smily... ?

Gruß, Günter

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Günter Cornett

Re: ohne Kriegsspiel ist ja alles so sinnlos?

Beitragvon Günter Cornett » 28. August 2004, 11:33

Attila schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
>
> > Bei den Äußerungen mancher Wargamer (Marke 'Gentlemen Bernd')
> > frag ich mich jedoch: Muß man blöde sein, um sich für Cosims
> > zu begeistern oder wird man es erst dabei?
>
> Wenn man sich deine unverschämten Postings anschaut, welche
> nur so von Vorurteilen und Intolleranz strotzen, kann man nur
> laut lachen ... :lol: ...
>
> Atti

Ach Etzel,

von was für Vorurteilen redest du da?

Und lies doch mal das ganze Posting, bevor du urteilst.
Oder überfordern dich Texte mit mehr als vier Zeilen?

Günter (gern mal unvrschämt, gelegentlich auch von eigenen Vorurteilen überrascht, aber sich dennoch frragend, auf was Etzel-Gemetzel da bloß anspielen mag...)
:grin:

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Michael Weber

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Michael Weber » 28. August 2004, 13:08

Günter Cornett schrieb:
> Es sind Gegenmaßnahmen auf Kosten Dritter. Spiele sichten ist
> Teil der Verlagsarbeit. Die Monopoly-Klone erkennt man
> relativ schnell. Arbeitsaufwand verursachen vor allem die
> Spiele, die man nicht sofort als schlecht erkennt.

Ich wollte das nicht verteidigen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass offenar Gegenmaßnahmen nötig sind, egal wie die aussehen. Über das, was jetzt gemacht wird, lässt sich nun wirklich sehr gu streiten, wie ja an anderer Stelle bereits geschehen.

> > > Deshalb mein Urteil: Ich meide die grossen Verlage (wo's
> > > geht) und bediene mich der kleinen, wo's richtig guten
> > > Spielspass gibt. Dass das dann auch vermehrt ausländische
> > > Verlage sind, ist halt so!
> > Dagegen hat ja keiner was (außer vielelicht Günter).
> Fehlt hier nicht ein kleiner Smily... ?

Aber bitte: ;-)
Ich dachte das wäre auch ohne deutlich genug. War ja ein "sinngemäes Zitat".

Michael

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Attila
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Re: ohne Kriegsspiel ist ja alles so sinnlos?

Beitragvon Attila » 28. August 2004, 13:34

Hiho,

:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Atti

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OWI

Re: Muß ständig etwas Neues her ??

Beitragvon OWI » 28. August 2004, 17:37

Sehr interessante Diskussion, die hier geführt wird (und mit Ausnahme der Auseinandersetzung um die CoSims auch fair)...

Aber ich frage mich schon, ob diese "Neuheitengier", die gerade Hardcore-Spieler an den Tag zu legen scheinen, wirklich gerechtfertigt ist ? Bei Büchern kann ich es ja noch verstehen. Ich lese sehr gerne und viel, und klar, nach dem ersten Lesen ist ein Buch eigentlich "ausgelesen". Trotzdem gibt es etliche Bücher, die ich immer wieder zur Hand nehme.

Aber ein Spiel ? Ist das wirklich schon nach einigen Partien "ausgespielt" ? Für die wirklich guten gilt das IMHO nicht, die sind nie ausgespielt. Auch noch nach Jahren nicht. Da es von diesen wirklich guten Spielen erfreulicherweise genügend gibt, wäre also für ausreichend Beschäftigung gesorgt.

Warum also muß immer etwas völlig Neues her ? Wenn das Alte doch gut ist ? Bei den meisten Diskussionen hier im Forum gewinnt man den Eindruck, dass, kaum das die Messe in Nürnberg ihre Tore geschlossen hat, alle schon nach Essen schielen,... und umgekehrt. Hier wird die Schnelllebigkeit unserer Zeit auch auf die Spiele übertragen, die ja eigentlich einen ganz anderen Akzent setzen wollen.

Und daran sind nicht nur die Firmen "schuld" sondern mindestens gleichermassen auch der Konsument, und hier wiederum so manche Vielspieler.

Deshalb finde ich auch die Erweiterungen viel positiver als so manch anderer hier. Signalisieren sie doch so etwas wie Beständigkeit, bleibenden Wert, Ausbau einer Idee, etc., etc.,... und somit einen Kontrapunkt gegen das große, stressige "Was gibt es wieder Neues ?-Spiel"...

Gruß aus Österreich

Karl-Heinz

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Bernd

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Bernd » 28. August 2004, 21:37

Hallöchen Spieler,

nun gut, jeder sieht das was er sehen will. Obgleich manche Wortwahl doch ein wenig heftig (daneben) ist (Gruß hier an Günter, der doch bitte mal die Spielboxartikel der letzten 10 Jahre durchforsten sollte, hier ist genügend Material über das Wesen der Spielebranche zu finden).

Zum SdJ: Ich glaube jeder hier im Forum (Spielinteressierte) kennt die in der Vergangenheit geführte Auseinandersetzung mit der Auszeichung zum SdJ (siehe entsprechende Spielboxartikel). War da nicht diese Diskussion über die Zusammensetzung (und Austausch) der Jury, und wie unabhängig sie sind? Das kommt nicht von mir, sondern stand in der Spielbox. Und wenn ich sehe, wie in Politik (Spendengelder), im Sport (Olympiaschmiergelder, Bestechungsgelder für Schiedsrichter), in der Industrie (Werbeentzug bei kritischer Berichterstattung) oder sonstwo wo es um viel Geld geht versucht wird, Einfluss auf Entscheidungen zu nehem, dann lässt das viele Fragen offen, bei entscheidungen, die nicht nachzuvollziehen sind. Vom Eisberg sieht man eben nur das, was aus dem Wasser herausragt!
Zu Puerto Rico: Wenn dieses Spiel in der Spielewelt auf Platz 1 steht (boardgamegeek.com + diverse Spielehitparaden), dann muss ich den Sachverstand der Jury anzweifeln!

Kriegsspiel: Nun, lieber Günter, du solltest die Spielbox gründlich lesen. Heft 3/2004, Seite 7, Erwin Glonegger im Nachruf auf Alex Randolph, bezüglich Spieleveröffentlichung bei Ravensburger :"Eine Beschränkung, die ich von ihm erbat, akzeptierte er bis zum Schluss: Das Thema 'Krieg' sollte für uns absolut tabu sein...". Das hat sich bis heute erhalten. Wallenstein ist für mich kein Maßstab. Eher Axis&Allies, Memoir44, Zero, Cosims zu WWI und WWII... sonst könnte man ja auch das Herr der Ringe-Risiko als Kriegsspiel bezeichnen.
Das mit der Deutschen Vergangenheit wird immer als Begründung herangezogen. Verarbeitet man seine Vergangenheit besser, wenn man sie im Spielebereich unter den Teppich kehrt (deshalb auch meine provokative Frage, ob die Welt dadurch besser wird). Das verhält sich dann so, wenn Deutschland auf jegliches Kernkraftwerk verzichtet (und sich den Sauberkeitsbutton ans Hemd heften darf) und in den Nachbarländern strahlt es noch und nöcher. Ich glaube, hier haben die Deutschen ein verschobenes Verständnis (oder eine falsche Vorstellung von Vergangenheitsbewältigung). Siehe auch im Softwarebereich C&C Generals deutsche und englische Version.

@Günter: Ich kenne deinen Verlag nicht. Doch wenn er gute Spiele produziert, warum soll ich ihn meiden? Du solltest nur mehr Werbung machen, damit die Leute ihn kennen! Zu deiner Äußerung "Muß man blöde sein, um sich für Cosims zu begeistern oder wird man es erst dabei?" sei gesagt, dass ich zwar Memoir44 und Axis spiele und WH Fantasy und 40k, die Cosim-Leute aber als blöde zu bezeichnen zeugt von mangelnder Diskussionsfähigkeit.

@peer: Arroganz der grossen Verlage. Ich hatte nicht gemeint, dass Kosmos Geld für's Spieletesten verlangt, sondern dass sie arrogant mit unbekannten Spieleautoren umgehen. Ich maße mir nicht an, ein Super-Spieleerfinder zu sein, deswegen habe ich das nicht genauer angeführt, aber ich hatte ein Spiel entwickelt (Kartenspiel mit nettem Mechanismus; und gehen wir hier davon aus, daß es SCHLECHT ist!). Ich hatte es an Kosmos geschickt und eine 'nette' Dame hat mir geantwortet, dass Kosmos generell (!!!) unbekannten Autoren keine Chance gibt und heute nur auf den eigenen Spielautorenstamm zurückgreift. Wie soll ich diese Haltung verstehen...in meinen Augen ist das Arroganz (was, wenn mein Spiel nun SUPER gewesen wäre, der Spielewelt wäre ein sicherer SdJ Anwärter verloren gegangen. Aber es war ja sowieso SCHLECHT, da macht das nichts).
Cosim und Massenmarkt: Das ist doch die Diskussion, peer. Wir wollen nicht vom Massenmarkt ausgehen. Zweifellos sind die Cosim in USA, England und Italien verbreiteter als in Deutschland (ich persönlich besitze kein echtes Cosim, wie zum Beispiel ASL, Third Reich, Barbarossa to Berlin). Axis und memoir44 sind keine, das weiß ich selbst! Was wäre nun, wenn Kosmos oder Ravensburger ein ASL light herausbringen würde? Wäre das der Ruin der Company oder würde sich der Spielekreis der Cosim-Spieler vergrößern? Ich glaube eher Zweiteres. Aber es ist Fakt, daß Cosims von deutschen Verlagen totgeschwiegen werden (Phalanx ist keine deutsche Firma und Wallenstein kein Cosim!).
Die Gleichung Kleinverlag=gut/Großverlag=schlecht habe ich nie aufgestellt. Das ist eine falsche Assoziation. Eine Meidung der Großverlage heißt für mich, durch den Kauf der Produkte nicht deren Politik zu unterstützen (obgleich ich an Puerto Rico nicht vorbei komme!). Dann eher die kleineren Verlage, wo es richtigen Spielspaß gibt. Das ist so zu lesen, wo ich gute Spiele finde, was wiederum nicht impliziert, daß bei Kleinverlagen generell nur gute Spiele zu finden sind. Gesegnet der, der ins Füllhorn greifen kann und nur so um sich wirft mit Golddukaten. Mein Spielebudget ist beschränkt (immerhin sammle ich seit 25 Jahren Spiele), also muss ich aussuchen und kann nicht alles kaufen.

Zum Innovationspreis für Blue Moon: Preise werden doch nicht ohne Grund ins Leben gerufen oder verliehen. Ich glaube es war die Nürnberger Spielwarenmesse, wo der Preis verliehen wurde (?), doch wer kann mir das genaue (!) Zustandekommen dieses Preises erklären. Wer hat von wem die Idee zugesteckt bekommen, solch einen Preis auszurufen. Mal ehrlich: Hat ihn die deutsche Spieleszene benötigt? War bis dato alles in-innovativ (gut mitgedacht, Jeffs Originalthread fragte nach Innovationen). Merken die Spieler und Spielinteressierten durch Foren/websites/Spielbox/Spielabende/Spielfreunde nicht, was innovativ und was nicht ist? Brauchen sie ein Siegel: DIES ist es, alles ohne dem Siegel NICHT? Nein, es ist der Wink mit dem Zaunpfahl für die Masse, für die Mutti die ein Geschenk für den Neffen sucht etc.eben für jene Menschen, die nicht so spielinteressiert sind. Und genau dieser unbedarften Klientel verkauft man Blue Moon als innovativ. Nun gut, ihr wirds egal sein, denn wenn die Masse Kübelbök und Superstars braucht, dann benötigt sie auch alles andere was, die Geschäftswelt ihr vorgaukelt.

@Michael Weber: Wirtschaftliche Situation der Spielebranche: Natürlich kenne ich KEINE Daten der Spieleverlage, woher auch, und ich glaube wenn du nicht gerade der Prokurist bist, selbst du nicht. Jeder wird dir seine Version erzählen (das ist wie überall: jeder Unternehmer legt nur drauf. Glückliche und zufriedene Unternehmer sind die Seltenheit). Von meiner Zeit bei einem Medienverlag her kenne ich die Schwierigkeiten von Auflage und Verkaufspreis, Ausstattung (hier Seitenzahl und Farbwahl) und Werbeeinheiten. Das heißt aber noch lange nicht, dass man generell nur aufs große Geld schielen muss (es kommt darauf an, wie hoch du den Prozentwert für Wagnis und Gewinn setzt). Großes Geld heißt, ausschließlich für die große Masse zu produzieren (Beispiel Musikbranche: Bohlens Retortenzucht vs. "die-deutsche-Band-die-seit-10-Jahren-super-Musik-macht-und-doch-nicht-entdeckt-wird"). Wer dieses Industriegebaren gut heißt, entscheidet sich für Mittelmaß (nicht ausschließlich, doch in der Überzahl; bitte beachten). Monopoly (um bei den Spielen zu bleiben) hat sich über all die Jahre nicht so lange behauptet weil es so SUPER TOLL ist, sondern weil es den entsprechenden Support, die nötige Werbung des lizenzhabenden Verlags (kapitalstark) hat und in endlos vielen Varianten auf den Markt gebracht werden kann (Jedem Bayern-Fan sein Bayern-Monopoly). Ich sage doch nicht, daß die Verlage das nicht dürfen (ist wirtschaftlich verständlich, siehe mein erster Thread). Aber ICH darf doch dagegen angehen und zwischenrufen und fordern, daß man vom 'Kuchen' ein StÜck an die Spieler weitergeben soll (was heißen soll: mal etwas weniger Cash für den Vorstand, dafür ein 'abgefahrenes' Spiel für die Spielergilde). (Bevor es wieder Einwände gibt: Abgefahren in dem Sinne, daß die Spielregel auch schon mal länger sein kann...ASL lässt grüßen. Klar, je länger die Spielregel, desto...)

@Attila: AH-Pleite. Kann nicht als Exempel herhalten. Die AH-Pleite hat sich lange angekündigt und wo das Management nichts taugt kann der Verlag halt nicht ernten. Zu GMT kann ich leider nichts sagen.
Klar steht der Krieg bei uns in einem anderen Licht (sind eben die Verlierer), aber am Beispiel Amerika-Vietnam lässt sich doch sehen, dass nicht unbedingt die Sieger die bessere Einstellung und das 'Licht' haben. Ich würde sagen, hier mangelt es am deutschen 'International-Selbstbewußtsein'. Nochmals: ich bin kein Cosim-Spieler (spiele Axis und Memoir44), aber es ist traurig, wenn Cosimspieler als 'nachwachsende braune Gefahr' angeshen werden (beachten: nicht hier in diesem Forum!!!). Frage an die Industrie/Politik: Ist der, der Schlachten des WWII mit Pappcountern nachspielt ein potentieller Krieger/Soldat/Menschenrechtsignorant? Geht von ihm eine Gefahr aus? Wird es nicht endlich Zeit, eine solch antiquierte Einstellung eines Erwin Glonnegger (wie oben zitiert) endlich aufzubrechen und sich der Realität zu stellen? Wie die aussieht? Daß es viele Spieler gibt, die gerne WWI und WWII Spiele spielen (sonst könnten die entsprechenden Verlage ja nicht davon leben; wohlgemerkt ausländische Verlage) und daß der deutsche Spieler auf Importspiele angewiesen ist (es soll ja noch Menschen geben, die eine Spielregel nicht in Englisch lesen können!). Nochmals und unmißverständlich: Ich habe eine große Spielesammlung, doch Axis&Allies und Memoir44 sind die einzigen Titel, die ich mit WWI/WWII Hintergrund besitze. Bezogen auf die Kriegsspielphobie kann ich es nur nicht verstehen, wenn stets der Bürger als mündig hingestellt wird, und dann über seinen Kopf hinweg entschieden wird.

Diskussionen schaden nie, sie sind nur unnütz, wenn man mit Tauben oder Ignoranten spricht.
Auf dass die Spielbranche lebe!

Gruß Bernd

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Günter Cornett

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Günter Cornett » 29. August 2004, 00:38

Bernd schrieb:
>
> Hallöchen Spieler,
>
> nun gut, jeder sieht das was er sehen will. Obgleich manche
> Wortwahl doch ein wenig heftig (daneben) ist (Gruß hier an
> Günter, der doch bitte mal die Spielboxartikel der letzten 10
> Jahre durchforsten sollte, hier ist genügend Material über
> das Wesen der Spielebranche zu finden).

Ich entscheide schon selber, was ich lese oder nicht lese.
'Das Wesen der Spielebranche' ist sicherlich etwas vielfältiger, als du es darstellst.

Das Wesen von Bernd zeigt sich dagegen ziemlich einfältig:
Du kommst - wie schon ein paar Deppen vor dir - mit Beschuldigungen, die du nicht belegen kannst und stehst nicht mit deinem Namen dazu.

Glücklicherweise ist 'das Wesen der Spielebranche' nicht so unfair, feige und bescheuert.

> Zum SdJ: Ich glaube jeder hier im Forum (Spielinteressierte)
> kennt die in der Vergangenheit geführte Auseinandersetzung
> mit der Auszeichung zum SdJ (siehe entsprechende
> Spielboxartikel). War da nicht diese Diskussion über die
> Zusammensetzung (und Austausch) der Jury, und wie unabhängig
> sie sind? Das kommt nicht von mir, sondern stand in der
> Spielbox.

Eine Diskussion über ein Thema ist ein Beweis für was?

Für deine Einfalt.

> Und wenn ich sehe, wie in Politik (Spendengelder),
> im Sport (Olympiaschmiergelder, Bestechungsgelder für
> Schiedsrichter), in der Industrie (Werbeentzug bei kritischer
> Berichterstattung) oder sonstwo wo es um viel Geld geht
> versucht wird, Einfluss auf Entscheidungen zu nehem, dann
> lässt das viele Fragen offen, bei entscheidungen, die nicht
> nachzuvollziehen sind. Vom Eisberg sieht man eben nur das,
> was aus dem Wasser herausragt!

Du tust, was du kritisierst. Machst ein paar Andeutungen, um zu intrigieren.
Was du sagst, stimmt dann wohl für den Teil der Spieleszene, für den du stehst.


> Zu Puerto Rico: Wenn dieses Spiel in der Spielewelt auf Platz
> 1 steht (boardgamegeek.com + diverse Spielehitparaden), dann
> muss ich den Sachverstand der Jury anzweifeln!

Was ist die Spielewelt?

> Kriegsspiel: Nun, lieber Günter, du solltest die Spielbox
> gründlich lesen. Heft 3/2004, Seite 7, Erwin Glonegger im
> Nachruf auf Alex Randolph, bezüglich Spieleveröffentlichung
> bei Ravensburger :"Eine Beschränkung, die ich von ihm erbat,
> akzeptierte er bis zum Schluss: Das Thema 'Krieg' sollte für
> uns absolut tabu sein...". Das hat sich bis heute erhalten.

Finde ich gut, aber ich verlange so etwas nicht von einem verlag. Meine Meinung dazu kannst du übrigens bei Rick Heli nachlesen:
http://spotlightongames.com/interview/cornett.html
(insbesondere Frage 16)

> Wallenstein ist für mich kein Maßstab. Eher Axis&Allies,
> Memoir44, Zero, Cosims zu WWI und WWII... sonst könnte man ja
> auch das Herr der Ringe-Risiko als Kriegsspiel bezeichnen.

Natürlich ist das auch ein Kriegsspiel. Dass die anderen erwähnten Spiele hier nicht so gut ankommen, finde ich persönlich ganz gut.

> Das mit der Deutschen Vergangenheit wird immer als Begründung
> herangezogen.

Von wem?
Mir reicht die Gegenwart als Begründung.

> Verarbeitet man seine Vergangenheit besser,
> wenn man sie im Spielebereich unter den Teppich kehrt
> (deshalb auch meine provokative Frage, ob die Welt dadurch
> besser wird). Das verhält sich dann so, wenn Deutschland auf
> jegliches Kernkraftwerk verzichtet (und sich den
> Sauberkeitsbutton ans Hemd heften darf) und in den
> Nachbarländern strahlt es noch und nöcher. Ich glaube, hier
> haben die Deutschen ein verschobenes Verständnis (oder eine
> falsche Vorstellung von Vergangenheitsbewältigung). Siehe
> auch im Softwarebereich C&C Generals deutsche und englische
> Version.

Themen vermeiden, sie begeistert nachzuspielen oder sich mit ihnen auseinanderzusetzen, sind drei verschiedene Paar Schuhe.


> @Günter: Ich kenne deinen Verlag nicht. Doch wenn er gute
> Spiele produziert, warum soll ich ihn meiden? Du solltest nur
> mehr Werbung machen, damit die Leute ihn kennen!

http://www.bambusspiele.de/

> Zu deiner
> Äußerung "Muß man blöde sein, um sich für Cosims zu
> begeistern oder wird man es erst dabei?" sei gesagt, dass ich
> zwar Memoir44 und Axis spiele und WH Fantasy und 40k, die
> Cosim-Leute aber als blöde zu bezeichnen zeugt von mangelnder
> Diskussionsfähigkeit.

Ich habe keinesfalls die Cosim-Leute als blöde bezeichnet, sondern mich konkret auf 'manche Wargamer (Marke 'Gentlemen Bernd')' bezogen.
Deine Blödheit stellst auch wieder unter Beweis, indem du mich falsch zitierst. Richtig heisst es:

|: Bei den Äußerungen mancher Wargamer (Marke 'Gentlemen Bernd') frag ich
|: mich jedoch: Muß man blöde sein, um sich für Cosims zu begeistern oder
|: wird man es erst dabei?

Du darfst dich also angesprochen fühlen, aber ich verwechsel dich nicht generell mit Cosim-Spielern. Siehe auch:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=65558&t=65532

Ich meine die Einfaltspinsel unter den Cosim-Spielern bringen die ganze Szene in Verruf. Ob dieses zu einem Teil auch zu recht geschieht oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Von daher habe ich in dem Beitrag auch ganz offen von eigenen Vorurteilen geschrieben, die eben durch manche Plattköpfe genährt werden.


> @peer: Arroganz der grossen Verlage. Ich hatte nicht gemeint,
> dass Kosmos Geld für's Spieletesten verlangt, sondern dass
> sie arrogant mit unbekannten Spieleautoren umgehen. Ich maße

Dann schreib doch mal einen Erfahrungsbericht, anstatt dich in Andeutungen zu ergehen. habe ich auch gemacht (auch in Bezug auf Kosmos).

> mir nicht an, ein Super-Spieleerfinder zu sein, deswegen habe
> ich das nicht genauer angeführt, aber ich hatte ein Spiel
> entwickelt (Kartenspiel mit nettem Mechanismus; und gehen wir
> hier davon aus, daß es SCHLECHT ist!). Ich hatte es an Kosmos
> geschickt und eine 'nette' Dame hat mir geantwortet, dass
> Kosmos generell (!!!) unbekannten Autoren keine Chance gibt
> und heute nur auf den eigenen Spielautorenstamm zurückgreift.

Ein wichtiges Thema. Warum kannst du das nicht sachlich angehen?
Und mit offenem Visier.

> Wie soll ich diese Haltung verstehen...in meinen Augen ist
> das Arroganz (was, wenn mein Spiel nun SUPER gewesen wäre,
> der Spielewelt wäre ein sicherer SdJ Anwärter verloren

das eigene Spiel ist immer super. Ich habe auch noch ein paar unveröffentlichte SdJ rumliegen...


> gegangen. Aber es war ja sowieso SCHLECHT, da macht das
> nichts).
> Cosim und Massenmarkt: Das ist doch die Diskussion, peer. Wir
> wollen nicht vom Massenmarkt ausgehen. Zweifellos sind die
> Cosim in USA, England und Italien verbreiteter als in
> Deutschland (ich persönlich besitze kein echtes Cosim, wie
> zum Beispiel ASL, Third Reich, Barbarossa to Berlin). Axis
> und memoir44 sind keine, das weiß ich selbst! Was wäre nun,
> wenn Kosmos oder Ravensburger ein ASL light herausbringen
> würde? Wäre das der Ruin der Company oder würde sich der
> Spielekreis der Cosim-Spieler vergrößern? Ich glaube eher

Warum sollten sie das tun?
Es passt nicht zum Image von Ravensburger, nicht zu deren Linie und Überzeugungen. Das blaue Dreieck wird gekauft, weil die Leute damit etwas ganz bestimmtes verbinden. Dieses Image ist ein Kapital, das Ravensburger ganz bestimmt nicht wegschmeisst.

> Zum Innovationspreis für Blue Moon: Preise werden doch nicht
> ohne Grund ins Leben gerufen oder verliehen. Ich glaube es
> war die Nürnberger Spielwarenmesse, wo der Preis verliehen
> wurde (?), doch wer kann mir das genaue (!) Zustandekommen
> dieses Preises erklären. Wer hat von wem die Idee zugesteckt
> bekommen, solch einen Preis auszurufen. Mal ehrlich: Hat ihn

Dann lies doch mal auf der Seite des Innovation Awards nach, du Recherche-Künstler: http://www.spielwarenmesse.de/index.php?id=340

und wirf diesen Großhandels-Preis nicht mit dem Kritikerpreis der Jury in einen Topf.

> @Michael Weber: Wirtschaftliche Situation der Spielebranche:
> Natürlich kenne ich KEINE Daten der Spieleverlage, woher
> auch, und ich glaube wenn du nicht gerade der Prokurist bist,
> selbst du nicht. Jeder wird dir seine Version erzählen (das
> ist wie überall: jeder Unternehmer legt nur drauf. Glückliche
> und zufriedene Unternehmer sind die Seltenheit). Von meiner

Du weist ja sehr viel über "das Wesen der Spielewelt". Lies doch mal:
http://www.ravensburger.de/unternehmen/entwicklung/

> Klar steht der Krieg bei uns in einem anderen Licht (sind
> eben die Verlierer), aber am Beispiel Amerika-Vietnam lässt
> sich doch sehen, dass nicht unbedingt die Sieger die bessere
> Einstellung und das 'Licht' haben. Ich würde sagen, hier
> mangelt es am deutschen 'International-Selbstbewußtsein'.

Deine Haltung zum "Wesen der Spielewelt" erklärt sich aus einem sehr subjektive Stanbdpunkt:
Die Spielewelt ist schlecht, weil Kriegsspiele in Deutschland unpopulär sind.


> Nochmals: ich bin kein Cosim-Spieler (spiele Axis und
> Memoir44), aber es ist traurig, wenn Cosimspieler als
> 'nachwachsende braune Gefahr' angeshen werden (beachten:
> nicht hier in diesem Forum!!!). Frage an die

Das hängt sicherlich auch davon ab, wie sie sich selbst präsentieren.

> Industrie/Politik: Ist der, der Schlachten des WWII mit
> Pappcountern nachspielt ein potentieller
> Krieger/Soldat/Menschenrechtsignorant? Geht von ihm eine

Eine Frage, die durchaus wert ist, diskutiert zu werden. Sie lässt sich sicherlich nicht vereinfachend mit Ja oder Nein beantworten.

> Gefahr aus? Wird es nicht endlich Zeit, eine solch
> antiquierte Einstellung eines Erwin Glonnegger (wie oben
> zitiert) endlich aufzubrechen und sich der Realität zu
> stellen? Wie die aussieht? Daß es viele Spieler gibt, die
> gerne WWI und WWII Spiele spielen (sonst könnten die
> entsprechenden Verlage ja nicht davon leben; wohlgemerkt
> ausländische Verlage) und daß der deutsche Spieler auf

In diesem Ausland ist auch eine bejahende Einstellung zum Krieg populärer.
Ich denke schon, dass das zusammenhängt. Darüber wie das zusammenhängen könnte, kann man aber nur spekulieren.

> Importspiele angewiesen ist (es soll ja noch Menschen geben,
> die eine Spielregel nicht in Englisch lesen können!).
> Nochmals und unmißverständlich: Ich habe eine große
> Spielesammlung, doch Axis&Allies und Memoir44 sind die
> einzigen Titel, die ich mit WWI/WWII Hintergrund besitze.
> Bezogen auf die Kriegsspielphobie kann ich es nur nicht
> verstehen, wenn stets der Bürger als mündig hingestellt wird,
> und dann über seinen Kopf hinweg entschieden wird.

Wer Kriegsspiele in Deutschland kaufen will, kann sie auch kaufen.

Dass du es als großes Unglück ansiehst, dass deutsche Verlage Kriegsspiele meiden, und du deshalb die Spielewelt hier so sehr verdammst, zeugt von einem arg beschränktem Horizont.

Günter

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Bernd

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Bernd » 29. August 2004, 01:11

Hallo Günter,

warum hast du nicht den Rest meines Threads 'besprochen'
"Diskussionen kann man nicht mit 'Tauben' und Ignoranten führen."?

Deine extravagante Wortwahl lässt deine Aufgewühltheit erkennen.
Doch wie schon ein altes Sprichwort sagt "Wer schreit und beleidigt hat Unrecht"
lass ich das mal jetzt sein. Zu Sachlichkeit kann ich dich nicht zwingen, aber bitten, bei ähnlichen Diskussionen nächstes Mal die Beleidigungen weg zu lassen.

Ansonsten hatte ich solch niveauvollen Äußerungen nur bei Jugendlichen in deren Spielforen angetroffen, die ich dann doch lieber mied (das driftet zu schnell in die Fäkaliensprache ab). Wenn das in diesem Forum Einzug halten sollte...schade drum. Weil, beleidigen braucht sich keiner lassen. Auch ich nicht!

Nichts für ungut, die Welt ist wie sie ist.

Schönen Gruß an alle.

Bernd

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Michael Weber

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Michael Weber » 29. August 2004, 09:24

Bernd schrieb:
> Zu Puerto Rico: Wenn dieses Spiel in der Spielewelt auf Platz
> 1 steht (boardgamegeek.com + diverse Spielehitparaden), dann
> muss ich den Sachverstand der Jury anzweifeln!

Ne, das ist eine Gleichung, die nicht aufgeht. Der Anspruch der Jury ist, Familien an das Spiel heranzuführen. Wenn Familien Puerto Rico so toll fänden, hätte das Spiel ganz andere Verkaufszahlen (hatten wir hier mehrfach), als es die Top-Listen inkl. unserer mit drei Partnern ermittelten Spielecharts glauben machen. Die Frage ist eher, wer abstimmt und wer kauft. Man sollte nicht vergessen, dass sich in den entsprechenden Foren/auf den Seiten nur ein Bruchteil (und zwar der, der sich untereinander fast schon persönlich kennt) der potenziellen Käufer tummelt.
Das am Ende Puerto Rico en würdiger Preisträger gfewesen wäre, ist hier ebenfalls mehrfach in verschiedene Richtungen diskutiert worden. Ich glaube, als Preisträger wäre es nicht wirklich geeignet gewesen (gemessen an den Ansprüchen der Jury), aber mit z. B. TV-Werbung hätte es sich vielelicht ganz anders verkauft und eine entsprechende Botschaft in die Welt der "Nicht-Freaks" gesendet.

> Das mit der Deutschen Vergangenheit wird immer als Begründung
> herangezogen. Verarbeitet man seine Vergangenheit besser,
> wenn man sie im Spielebereich unter den Teppich kehrt

Ich glaube, es hat viel mit Geschmack zu tun. Viele Verlage haben einen Familien-Spaß-Anspruch, dem mit Kriegsspielen nicht gerecht werden kann. Ich fände es als Käufer und als Journalist geschmacklos, wenn einer mittleren oder größeren der Spieleverlage zum Beispiel mit einem Thema des 2. Weltkrieges kommen würde. Und ich würde entsporechend meiner Funktion dagegen vorgehen. Bei einem Kleinen würde ich es auch nicht gut finden, aber da müsste man sich den Anspruch ansehen.

> Zum Innovationspreis für Blue Moon: Preise werden doch nicht
> ohne Grund ins Leben gerufen oder verliehen. Ich glaube es
> war die Nürnberger Spielwarenmesse, wo der Preis verliehen
> wurde (?), doch wer kann mir das genaue (!) Zustandekommen
> dieses Preises erklären.

Es war schon etwas anders. Siehe auch Günters Link. Aber ich habe gehört, dass es in einigen Kategorien kaum Bewerbungen gab, deshalb sind selbstverständlich auch Spiele ausgezeichnet worden, die ein zweifelhafter Priesträger sind. Nur, wer ist Schuld daran? Der Bewerber? Ganz abgesehen davon finde ich Blue Moon gut und in Ansätzen auch durchaus eigen.

> @Michael Weber: Wirtschaftliche Situation der Spielebranche:
> Natürlich kenne ich KEINE Daten der Spieleverlage, woher
> auch, und ich glaube wenn du nicht gerade der Prokurist bist,
> selbst du nicht. Jeder wird dir seine Version erzählen (das
> ist wie überall: jeder Unternehmer legt nur drauf. Glückliche
> und zufriedene Unternehmer sind die Seltenheit). Von meiner
> Zeit bei einem Medienverlag her kenne ich die Schwierigkeiten
> von Auflage und Verkaufspreis, Ausstattung (hier Seitenzahl
> und Farbwahl) und Werbeeinheiten. Das heißt aber noch lange
> nicht, dass man generell nur aufs große Geld schielen muss
> (es kommt darauf an, wie hoch du den Prozentwert für Wagnis
> und Gewinn setzt).

Ich bin kein Prokurist, aber ich lese durchaus die Zahlen, die die Fachgruppe Spiel und einzelne Verlage herausgeben. Diese liegen unter anderem in Nürnberg aus und lassen sich ohne Probleme auf einigen Webseiten einsehen.
Ich habe nur gesagt, dass sich Kriegsspiele in D kaum verkaufen, vor allem nicht mit Thema 2. Weltkrieg. Warum sollte ein Verlag, der allein aus administrativen Gründen mehrere tausend Stück pro Spiel verkaufen muss UND einen ganz anderen Marken-Stand hat, mit Co-Sim belasten? Das hat nichts mit innovation oder Schielen aufs große Geld zu tun, sondern mit der Weigerung sichere Verluste zu vermeiden.

Was die Werbung angeht, gebe ich dir grundsätzlich recht, wie ich oben bereits mehrfach gepostet habe.

Und Erweiterungen: Ich sag mal nur eins. Wenn Alea eine echte Puerto Rico-Erweiterung veröffentlichen würde, wäre die Freude hier riesengroß. Das hat etwas mit Kundenbindung, Support für das Grundspiel und natürlich auch mit Geldverdienen zu tun. Nur wenn eine Monopoly-Themenausgabe kommt, wird es verdammt und eine Ergänzung zu einem bei den so genannten Freaks beliebten Spiel wird vermutlich vergöttert. Davon abgesehen wird so vielleicht ein weiteres großartiges Spiel im Verlag ermöglicht. Es ist alles Ansichtssache.

In diesem Sinne sind wir nicht so weit auseinander, nur der Co-Sims-Ansatz gefällt mir nicht.

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Uli Blennemann
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Re: Muß ständig etwas Neues her ??

Beitragvon Uli Blennemann » 29. August 2004, 10:17

Hallo Karl-Heinz,

hat mir sehr gefallen:

"Bei den meisten Diskussionen hier im Forum gewinnt man den Eindruck, dass, kaum das die Messe in Nürnberg ihre Tore geschlossen hat, alle schon nach Essen schielen,... und umgekehrt. Hier wird die Schnelllebigkeit unserer Zeit auch auf die Spiele übertragen, die ja eigentlich einen ganz anderen Akzent setzen wollen.

Und daran sind nicht nur die Firmen "schuld" sondern mindestens gleichermassen auch der Konsument, und hier wiederum so manche Vielspieler."


Uli

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Günter Cornett

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Günter Cornett » 29. August 2004, 11:33

Bernd schrieb:
>

> lass ich das mal jetzt sein. Zu Sachlichkeit kann ich dich
> nicht zwingen, aber bitten, bei ähnlichen Diskussionen
> nächstes Mal die Beleidigungen weg zu lassen.


Deine Worte:

|: Wer zieht welche Fäden (und die werden gezogen!!!) bei der Vergabe des
|: SdJ-Preises (man denke nur an Mississippi Queen oder das schon
|: erwähnte Zug um Zug als Aufguss.

|: War da nicht diese Diskussion über die Zusammensetzung (und Austausch)
|: der Jury, und wie unabhängig sie sind? Das kommt nicht von mir, sondern
|: stand in der Spielbox. Und wenn ich sehe, wie in Politik (Spendengelder), im
|: Sport (Olympiaschmiergelder, Bestechungsgelder für Schiedsrichter), in der
|: Industrie (Werbeentzug bei kritischer Berichterstattung) oder sonstwo wo es
|: um viel Geld geht versucht wird, Einfluss auf Entscheidungen zu nehem, dann
|: lässt das viele Fragen offen, bei entscheidungen, die nicht nachzuvollziehen
|: sind. Vom Eisberg sieht man eben nur das, was aus dem Wasser herausragt!

Was haben solch anonym vorgebrachte Beschuldigungen und Andeutungen mit Sachlichkeit zu tun?

Daher meine Schlussfolgerung: Entweder zieht bei dir jemand (sehr ungelenk) die Fäden oder du bist eben nur ein Depp. Letzteres halte ich aufgrund der schwachen 'Argumentation' für das Wahrscheinlichere.

Günter

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Günter Cornett

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Günter Cornett » 29. August 2004, 11:58

Michael Weber schrieb:
>
> Es war schon etwas anders. Siehe auch Günters Link. Aber ich
> habe gehört, dass es in einigen Kategorien kaum Bewerbungen
> gab, deshalb sind selbstverständlich auch Spiele
> ausgezeichnet worden, die ein zweifelhafter Priesträger sind.

In zwei Kategorien (Bester Begleiter, Geschicklichkeit) wurden wegen mangelnden Innovationsgrad gar keine Preise verliehen (siehe auch Matthias Hardel, spielbox 1/04). Blue Moon wurde Gewinner der Gewinner Kategorie Erlebnis: http://www.spielwarenmesse.de/index.php?id=425

Gruß, Günter

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Michael Weber

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Michael Weber » 29. August 2004, 12:18

Was nicht heißen muss, dass es sich gegen zehn andere Produkte durchgesetzt hätte ...

Michael

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Bernd

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Bernd » 29. August 2004, 13:15

Hallo Günter,

ich will mich nicht weiter mit deiner zurückgebliebenen Sprachgabe auseinandersetzen, hier nur noch ein Link für dich:

http://www.mehrzweckbeutel.de/comments.php?id=226_0_1_0_C

Ein Auszug:

Dummheit, Zensur und andere Ärgernisse

Dumme Menschen sind zwar bisweilen unterhaltsam, aber eben auch gefährlich, wie es uns dieser Tage immer wieder klargemacht wird. Dumme Menschen sind aber im Alltag oft genug einfach nur ein Ärgerniss, was aber ausreichen kann, einem den ganzen Tag zu versauen oder zumindest dafür zu sorgen, dass man das eigene Karma durch Zornesaubrüche und Wutanfälle befleckt. Dumme Menschen haben die nervtötende Eigenschaft, die eigene Doofheit nicht wahrzunehmen, hingegen sämtliche Mitmenschen für extrem blöd zu halten.

Soviel zu deiner Person.

Gruß
Bernd

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Günter Cornett

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Günter Cornett » 29. August 2004, 13:23

Michael Weber schrieb:
>
> Was nicht heißen muss, dass es sich gegen zehn andere
> Produkte durchgesetzt hätte ...

Nein, aber das es auch hier die Möglichkeit gab, den Innovationspreis nicht zu vergeben, wenn Grundanforderungen nicht erfüllt werden (auch wenn es umso dümmer aussieht, je mehr Kategorien nicht vergeben werden) . Möglicherweise war die Beteiligung insgesamt sehr gering und daher auch die Anforderungen entsprechend niedrig.
Was wäre denn als Innovation in der Kategorie Erlebnis sonst noch in Frage gekommen?

Gruß, Günter

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Günter Cornett

[OT] Vorschlag

Beitragvon Günter Cornett » 29. August 2004, 14:38

Bernd schrieb:
>
> Dumme Menschen haben die nervtötende
> Eigenschaft, die eigene Doofheit nicht wahrzunehmen, hingegen
> sämtliche Mitmenschen für extrem blöd zu halten.
>
> Soviel zu deiner Person.

Da verwechselst du etwas: Du bist nicht 'sämtliche Mitmenschen' sondern nur jemand, der die Anonymität des Internets zum Zwecke der Verleumdung mißbraucht. Hast du irgendeinen Beleg oder auch nur die Spur eins Hinweises auf 'Fädenzieherei', 'Bestechlichkeit', 'mangelnde Unabhängigkeit' außer dass die Jury einen anderen Geschmack hat als du und dass sie nicht für Kriegsspiele zu begeistern ist?

Warum machst du nicht deinen eigenen Preis und verleihst 'Bernds goldenes Panzerrohr' für das nicht-nihilistischste Spiel des Jahres und generierst so einen allgemeinen Trend zum unbefangenen Kriegsspiel. :grin:

Zur Preisverleihung kannst du dann ja im Tarnanzug und mit geschwärztem Gesicht kommen, dann bleibt auch deine Anonymität gewahrt. B-]

Günter

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Peer

Kriegsspiele und so

Beitragvon Peer » 30. August 2004, 12:46

Hi,
wenig Zeit, aber da du so schoen auf mich eingehst...

Bernd schrieb:
>> @peer: Arroganz der grossen Verlage. (...)

[OK, so sind deine Ausfuehrungen und dein Aerger verstaendlich und nachvollziehbar.

> Cosim und Massenmarkt: Das ist doch die Diskussion, peer. Wir
> wollen nicht vom Massenmarkt ausgehen.

Ja, aber Ravensburger und Kosmos gehen davon aus - daher produzieren sie keine Co-Sims!

> Zweiteres. Aber es ist Fakt, daß Cosims von deutschen
> Verlagen totgeschwiegen werden (Phalanx ist keine deutsche
> Firma und Wallenstein kein Cosim!).

aber ein Kriegesspiel (Co-Sim haett ich dann doch icht behauptet ;-) )

Also sagen wir mal so - zum einen finde ich persoehnlich die Beschraenkung auf Nicht-Kriegsspiele (bzw. auf nicht WEltkriegsspiele - in aelteren Epochen findet man da doch schon mal Krieg und Konflikte) als ethisch nachvollziehbar. Und auch wenn ich jedem seinen Spass goenne, habe ich persoehnlich ein Problem mit 2-Weltkriegsspielen und spiele sie auch nicht (auch wenn ich nicht ausschliessen will, einmal schwach zu werden :-) ). Aber ich wuerde niemanden Vorhaltungen machen, wenn er hier anders denkt (Guenter spioelt uebrigens Kriegsspiele ;-) )
ABER: Waere mit Co-Sims/2-Weltkriegsspielen wirklich ein grosser Gewinn zu erziehlen, glaubst du wirklich, die deutschen Verlage wuerden so geschlossen auf diesen Goldesel verzichten? (Wo die doch so geldgeil sind :-) )Ich denke nicht Krieg verkauft sich in Deutschland einfach nicht so gut - etwas worauf die Deutschen VIELLEICHT sogar stolz sein duerfen

> Die Gleichung Kleinverlag=gut/Großverlag=schlecht habe ich
> nie aufgestellt. Das ist eine falsche Assoziation. Eine
> Meidung der Großverlage heißt für mich, durch den Kauf der
> Produkte nicht deren Politik zu unterstützen (obgleich ich an
> Puerto Rico nicht vorbei komme!). Dann eher die kleineren
> Verlage, wo es richtigen Spielspaß gibt. Das ist so zu lesen,
> wo ich gute Spiele finde, was wiederum nicht impliziert, daß
> bei Kleinverlagen generell nur gute Spiele zu finden sind.

Nunja Kleinverlage produzieren eben in viel kleineren Auflagen udn koennen sind daher nicht auf den Massenmarkt angewiesen - sie erfuellen eben einen Nischenmarkt. Und als solchen koennen, ja muessen, sie origineller sein und weniger verwendete Themen verwenden. Das wiederum impliziert originelle Spiele - wenn der Kleinverlag lange genug ueberleben will, um mehrals 2 Spielemessen zu ueberleben.

ciao
peer


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