Beitragvon Immanuel » 6. September 2004, 16:29
Hallo Atti,
der gefragte "Nutzen" ist nicht ökonomisch oder gar monetär zu bewerten. Vielmehr handelt es sich um eine kulturelle Bereicherung, und deren Wert lässt sich objektiv ebensowenig festmachen wie der eines Van Gogh (Sind dessen Gemälde den im Vergleich zu den Gemälden der meisten anderen Künstler wesentlich höheren bezahlten Preis wert?).
Auch, wer sich ein Siedler-Spiel für den Garten bastelt und dabei monatelange Arbeit investiert oder wer sich ein Schachspiel aus Holzfiguren kauft anstelle eines viel billigeren aus Plastik, stellt dabei ästhetische Ansprüche in den Vordergrund, die sich nicht über einen Kosten-Nutzen-Vergleich skalieren lassen.
Um zum Ausgangspunkt zurückzukommen, ist es wohl wirklich nur eine Frage der Kommasetzung (und der persönlichen finanziellen Verhältnisse), wie viel der/die Einzelne bereit ist, für seine ästhetischen Ansprüche zu "investieren". Mancher kauft sich halt ein altes Perlhuhn-Spiel, weil die Aufmachung "schöner" ist als bei anderen (billigeren) Ausgaben des gleichen Spiels.
Schließlich ist es deshalb gut, wenn es ein solches Spiel gibt, weil sich Leute, die es sich leisten können, daran freuen. Ob sie nun Freude empfinden, weil sie eine Riesensumme Geld dafür ausgegeben haben (und das Preisschild mit in die Vitrine stellen), oder einfach, weil ihnen ein in Erdfarben bemaltes Kunstwerk, mit dem man nebenbei auch noch spielen kann, einfach gut gefällt, müssen wir den Käufern eines solchen Spiels selber überlassen.
Es ist eben auch deshalb gut, weil sich die bildende Kunst - für manche schon an sich ein Genuss - mit dem Spielegenuss verbinden lässt.
Grüßle,
Immanuel
(Der sich, auch wenn er 1800 Oros (übrig) hätte, wohl kein einzelnes Spiel dafür kaufen würde. Dann doch lieber selber basteln.)