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Neuheiten-Konkurs?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Vinci

Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Vinci » 14. Oktober 2004, 11:10

Bei der Anzahl der Neuheiten und neuen Verlage werden wohl bald einige Spielefirmen den Bach heruntergehen (Schade). Wer soll die ganzen Spiele kaufen?

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Peter

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Peter » 14. Oktober 2004, 11:36

Dass sehe ich auch (leider) so.. Irgendwie scheint das ganze immer mehr nach Quantität als Qualität auszusehen...

Ohje, Peter

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Peter Gustav Bartschat

Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 14. Oktober 2004, 11:36

... zur Buchmesse steht sinngemäß dasselbe über die Buch-Neuerscheinungen in der Presse.

Jedes Jahr gibt´s trotzdem immer noch Verlage, die Bücher und Spiele verlegen, und Leser und Spieler (bisweilen sogar in Personalunion), die sie kaufen.

Es muss doch niemand "die ganzen Spiele" kaufen.

Es gibt viele Spiele und viele Spieler, und insgesamt wird sich ein großer Teil der Spiele schon die Spieler verkaufen lassen - zumindest war das in den letzten Jahren so und es gibt keine ernsthaften Indizien, die darauf hindeuten, dass das ausgerechnet in diesem Jahr völlig anders sein sollte. Das Geld sitzt nicht mehr ganz so locker, und mancher wird weniger kaufen - aber es gibt doch immer noch viele Interessenten, die zusammen viele Spiele kaufen, ohne dass es auch nur eine einzelne Person geben müsste, die sich alle Spiele kauft.

Was ICH mich immer frage ist: Was für eine Art von Antwort stellt sich eigentlich jemand vor, der die Frage stellt: "Wer soll das alles kaufen?"? Aber jetzt kannst DU mir endlich genau sagen, welche Information du erwartest - und dann werde ich die Welt besser verstehen.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Hendrik

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Hendrik » 14. Oktober 2004, 11:41

Jepp, diesen Eindruck hab ich auch:
Jedes Jahr kommen neue - inländische wie ausländische - Verlage hinzu, wobei aber im Gegenzug praktisch keine alten verschwinden. Es fand sicher eine gewisse Umverteilung statt, so dass Ravensburger und andere grosse Verlage Verkaufszahlen zugunsten kleinerer Verlage einbüssten. Aber dennoch wirft jeder Verlag scheinbar unbekümmert weiterhin eine festgelegte - mE zu grosse - Anzahl Spiele auf den Markt. (Alea und Goldsieber scheinen aber da auch schon etwas ins Stocken zu geraten.) Wobei ich keinesfalls behaupten will, dass mit der Quantitätszunahme die Qualität abnimmt.

Nicht dass ich mich beklagen will - im Gegenteil; aber dennoch kann es in diesem Mass kaum weitergehe. Ich kaufe anzahlmässig nicht mehr Spiele, auch wenn meine "X-Mas-Most-Wanted-Liste" von Jahr zu Jahr länger wird. Gerade wegen des grossen Angebots (iVm der verbesserten Erhältlichkeit via Onlineshops) kommen mehr und mehr ausländische Spiele (Betrayal at House on the Hill, Camelot Legends, Memoir '44, Dungeoneer...) und Kleinverlagsspiele (Goldbräu, Lost Valley, Boomtown, Keythedral...) drauf.

Ich glaube auch nicht das jahrelang so ein Unterangbot an guten/alternativen Spielen da war oder dass die Brettspiel-Nachfrage plötzlich so sprunghaft angestiegen ist. Eher befürchte ich dass die "Brettspiele-Blase" in den nächsten Jahren platzen wird - in welcher Form auch immer. Ich hoffe allerdings, dass ich eines besseren belehrt werde.

schönen Tag, Hendrik

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Heinrich Glumpler

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Heinrich Glumpler » 14. Oktober 2004, 11:52

Hi,

ich verwende lieber den Begriff "Gamepunk" anstelle von "Neuheiten-Konkurs" und "Brettspiel-Blase", weil er allgemeiner ist.

Und ich würde Peter-Gustav beipflichten - für mich ist nicht unbedingt klar, dass wir mit diesem Phänomen auf eine Katastrophe zusteuern (welcher Art auch immer).

Im Rahmen dieses Threads wird die Frage gestellt, was diese Entwicklung für die Verlage bedeutet - aber ich würde auch danach fragen wollen, was es für die Spieler bedeutet und insbesondere auch für die Spiele selbst und deren Qualität.

Vielleicht sorgt der Gamepunk auch für eine stärkere Verbreitung von Spielen - und dann wäre der Markt vielleicht auch groß genug für eine Vielzahl von Verlagen.

Grüße
Heinrich

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Michael Weber|Reich der Spiele

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Michael Weber|Reich der Spiele » 14. Oktober 2004, 11:56

Hendrik schrieb:
> (Alea und
> Goldsieber scheinen aber da auch schon etwas ins Stocken zu
> geraten.)

??? Ist es nicht so, dass in Essen beide Verlage schon immer ähnlich viele Spiele vorstellten?

Michael

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Michael Weber|Reich der Spiele

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Michael Weber|Reich der Spiele » 14. Oktober 2004, 11:58

Heinrich Glumpler schrieb:
> Vielleicht sorgt der Gamepunk auch für eine stärkere
> Verbreitung von Spielen - und dann wäre der Markt vielleicht
> auch groß genug für eine Vielzahl von Verlagen.

Das bezweifel ich. Es ist doch so, dass zunächst ein Interessentenkreis für viele kleine Verlage da sein muss, der über die üblichen Verdächtigen (z. B. den Forumlesern) hinausgeht. Das kann ich leider nur bedingt erkennen. Das Internet als solches hat die Verbeietung von Infos und Bezugsmöglichkeiten verbessert, doch gibt es tatsächlich mehr Spieler?

Michael

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Michael Weber|Reich der Spiele

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Michael Weber|Reich der Spiele » 14. Oktober 2004, 12:09

Vinci schrieb:
> Bei der Anzahl der Neuheiten und neuen Verlage werden wohl
> bald einige Spielefirmen den Bach heruntergehen (Schade). Wer
> soll die ganzen Spiele kaufen?

Das Grundproblem der deutschen Spielelandschaft ist meiner Meinung nach folgendes:

- Es gibt nur vereinzelt innovative Werbung, um an neue Spielergruppen heranzukommen (Sammelkartenspiele). Stattdessen versuchen die Verlage eine kürzere Zeitdauer von guten Verkaufszahlen durch regelmäßige Neuheiten zu kompensieren. Das senkt aber die Lebensdauer und damit die Verkaufsdauer der Spiele allgemein und von komplexeren Spielen, die einen längerem Atem benötigen, speziell zusätzlich ab. Der Umschlag wird erhöht, ohne jedoch mehr Interessierte ansprechen zu können, die zudem derzeit nicht besonders viel Geld für Spiele übrig haben (wollen). Damit senkt man wiederum die Verkaufszahlen ab. Was zur Folge hat, dass man wieder gegensteuern muss. Über den Preis ist zudem nichts mehr zu holen, dioe Spannen sind in D vergleichsweise niedrig.

Was also tun? Große Verlage können mit ihren Dauerbrennern und der guten Marktplatzierung gut hinkommen, kleine verkaufen fast nur über Internet und wenige Fachhändler. Da, wo das große Geld zu machen ist, in den Ketten, kommen sie kaum hinein.

Von daher sehe ich die Entwicklung seit mehreren Jahren kritisch, denke aber nicht, dass hier der große Plopp kommt und die "Blase" platzt. Aber wir alle, Spieler, Verlage und Handel, sollten usn mal fragen, ob so viele neue Spiele nicht den Bestand und die potenziellen Marktchancen bisheriger Spiele auf Dauer kaputtmachen.

Michael

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Peter

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Peter » 14. Oktober 2004, 13:35

sehen wir doch mal auch das leidige Thema Internetverkauf.. Ein normaler Einzelhändler wäre doch auch bekloppt von dem ein andern Verlag Produkte aufzunehmen. Sobald ein neues Spiel erscheint wird sofort im Internet gedumpt..
Beispiel.. Spiel XY kostet im Einkauf 17,45€ plus Mwst. das sind 20,42€ plus Porto. Der normale Verkaufspreis liegt bei 34,90€. Im Internet wird das Spiel bei Ebay aber dann für sage und schreibe 23.99€ verkauft incl den Ebay kosten... Die sind bekanntermassen bei 1,20€. Da macht der Ebay oder Internetverkäufer pro Spiel 1€ !!! gewinn die er dann auch noch als Gewerbetreibender versteuern darf.. Noch Fragen?
Welcher Einzelhändler zieht da noch mit.. Fragen wir doch mal den ein oder anderen kleinen Verlag wieviele Einzelhändler von vornerein abwinken.. Ich bin mir sicher ne ganz schön große Menge.. Wird dadurch die Auflage von vornerein beeinflußt? Ist es besser viele Neuigkeiten rauszubringen die sich schnell abverkaufen aber nicht von großer Dauer sind? Lohnt es sich als kleiner Verlag überhaupt ein "Großes Spiel" zu riskieren??

Fragen über Fragen..

Ich kauf trotzdem gerne bei den kleinen... :-)

Peter

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Bernd

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Bernd » 14. Oktober 2004, 14:01

Hallo,

ich finde diese Entwicklung weder kritisch noch bedenklich.
Wenn es immer mehr neue Spieleverlage und Spiele gibt, kann ich aus einer größeren Auswahl wählen (gut für mich).
Es ist natürlich schlecht für Sammler die alles haben müssen ;)

Ich vertraue auch sehr der Angebots und Nachfrage These. Letztendlich gleicht sich alles wieder aus.

Die Notwendigkeit der vielen Neuheiten liegt mit Sicherheit nicht in unserer (kleinen) Spieleszene. Der Ottonormalspieler kauft entweder "Klassiker" oder Neuheiten.
Gerade beim verschenken von Spielen (ein großer Makr) wird der Schenkende eher zu einer Neuheit greifen 8die hat der beschenkte mit Sicherheit noch nicht).

Ich finde uns (als SpielerIn) geht es ganz gut mit der momentanen Situation. Ich freue mich immer neue und schöne Spiele auszuprobieren - und gefällt mir eines nicht, kaufe ich es nicht (und gefällt es niemand, kaufts dann auch fast niemand).

Grüße

Bernd

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Michael Weber|Reich der Spiele

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Michael Weber|Reich der Spiele » 14. Oktober 2004, 14:11

Bernd schrieb:
> Der Ottonormalspieler
> kauft entweder "Klassiker" oder Neuheiten.
> Gerade beim verschenken von Spielen (ein großer Makr) wird
> der Schenkende eher zu einer Neuheit greifen 8die hat der
> beschenkte mit Sicherheit noch nicht).

Du siehst das (zu sehr?) aus der "Spieler"-Sicht. Otto Normalverbraucher kauft in Ketten oder im Kaufhaus. Dort haben eh nur eine Hand voll Verlage Platz. Und im Zweifelsfall wird nciht unebdingt ein neues Spiel verschenkt, sondern eins, das entweder der Verkäufer oder der Käufer kennt/empfehlen würde. Vielleicht wäre die - so diskussionswürdig sie auch sein mag - Broschüre der Jury eine HIlfe, aber liegt die in Ketten und Kaufhäusern aus? Ich habe sie zumindest noch (!) nicht gesehen.

Michael

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 14. Oktober 2004, 15:48

Peter Gustav Bartschat schrieb:
>
> Was ICH mich immer frage ist: Was für eine Art von Antwort
> stellt sich eigentlich jemand vor, der die Frage stellt: "Wer
> soll das alles kaufen?"?

Wie ist denn das mit den ganzen Auto-Neuerscheinungen? Wer soll die denn alles kaufen?

Gruß Carsten (der gerade einen Gebrauchtwagen gekauft hat)

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Peter Gustav Bartschat

Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 14. Oktober 2004, 16:35

Und all´ die Currywürste mit Pommes und Matsche, die jedes Jahr ...

Na gut: Da melde ich mich freiwillig! :-)

Liebe Grüße
Gustav
(könnte schon wieder ... )

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Nicolai

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Nicolai » 14. Oktober 2004, 16:58

Hmm, ist ja schon spannen, wie ihr hier über Spiele und Verlage und sogar auch Preise diskutiert. Da ich die Szene noch nicht so lange kenne, frage ich mich doch beruht diese ganze Diskussion nur auf subjektiven Beobachtungen oder auch konkreten Zahlen.

Wie haben sich denn die Zahlen der Neuveröffentlichungen in den letzten Jahren wirklich verändert, wie bei den großen Verlagen?
Ist die Zahl der Kleinverkage wirklich objektiv gestiegen oder war das nicht schon immer ein Kommen und Gehen?
Muss man nicht effektiv das Aufkaufen und Übernehmen von Verlagen durch andere auch als einen Verlagsschwund dagegenrechnen?
Wie groß ist denn nun wirklich der Markt für Brettspiele, gibt es mehr Spieler und Wachstum oder bleibt er gleich?

Meiner Meinung nach ist das primäre Ziel eines Klein(Familien)-Verlages doch auch meist nicht der große Gewinn. Vielmehr steckt dahinter eigentlich der Wunsch als Autor auch seine eigenen Ideen verwirklichen zu können und die Abhängigkeit von großen Velagen und deren Programm zu verlieren. Somit reicht es für einen solchen Verlag ja meist aus, wenn die Kosten gedeckt werden können.

Über ein paar Zahlen, die nun jetzt wirklich Aufschluß geben können, würde ich mich jedenfalls freuen.

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Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Alle Jahre wieder ...

Beitragvon Ralf Arnemann » 14. Oktober 2004, 17:02

> Was für eine Art von Antwort stellt sich eigentlich jemand vor, der die Frage
> stellt: "Wer soll das alles kaufen?"?
Er erwartet natürlich daß einer kommt und sagt: "Ich. Ich werde das alles kaufen. Die komplette Produktion aller Verlage."

Und dann könnte man prima Diskussionen anfangen darüber, daß jetzt alle Spiele ausverkauft wären, und es lohne sich gar nicht mehr, nach Essen zu fahren, und das die ganze Szene den Bach runtergehen würde, weil die Spieler nicht mehr an Neuerscheinungen kommen.

Aber weil sich niemand findet, der glaubhaft versichert alles kaufen zu wollen, muß diese Frage jedes Jahr wiederholt werden ;-)

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Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Mehr Spieler?

Beitragvon Ralf Arnemann » 14. Oktober 2004, 17:16

> gibt es tatsächlich mehr Spieler?
Ich vermute mal: Ja.

Die "neue deutsche Brettspielszene" gibt es ja erst seit etwa 20 Jahren - vorher gab es nur Standard-Spiele (Monopoly ...) und Kinderspiele.
Die erste Generation, die sich für gehobene Erwachsenenspiele interessiert, ist heute so im Alter zwischen 40 und 50 - darüber gibt es einzelne Spieler, aber doch selten.
Die Generation darüber (z. B. meine Eltern) findet es amüsant bis befremdlich, daß sich Erwachsene zum Brettspielen treffen.

Danach aber kommen lauter Jahrgänge, in denen ein gewisser Anteil sich für Spiele interessiert (wenn auch eine Minderheit) und auch kauft.

Auch wenn die Altgedienten (z. B. hier im Forum) angesichts in langjähriger Arbeit gefüllter Spieleregale etwas zögerlich werden, jedes Jahr in Essen wieder eine Wagenladung Neuheiten einzuladen - da kommt jedes Jahr eine neue Generation hinzu, die das mit Begeisterung tut (für einige Zeit ;-).

Bis also die Spielerszene in ein Alter reinwächst, wo sie wg. biologischer Gründe als Käufer endgültig ausfallen, wird es noch 20 bis 3 0 Jahre ein stetiges Wachsen der Spielerszene geben.

Wie übrigens die Jahr für Jahr wachsenden Spielerfeste zeigen ...

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Günter Cornett

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Günter Cornett » 14. Oktober 2004, 17:41

Nicolai schrieb:

> Wie haben sich denn die Zahlen der Neuveröffentlichungen in
> den letzten Jahren wirklich verändert, wie bei den großen
> Verlagen?

300 Spiele dieses Jahr in Essen - ich glaube früher waren das mal 300 im ganzen Jahr insgesamt.

> Ist die Zahl der Kleinverkage wirklich objektiv gestiegen
> oder war das nicht schon immer ein Kommen und Gehen?

Die die gegangen sind, tauchen in der Messe-Statistik nicht mehr auf.

> Muss man nicht effektiv das Aufkaufen und Übernehmen von
> Verlagen durch andere auch als einen Verlagsschwund
> dagegenrechnen?

Wenn du die Anzahl der Verlage bei den verschiedenen Messen anschaust, dann sind die dahingeschiedenen und übernommen Verlage doch bereits abgezogen.

Spielbox-Messevorschau:
Essen 2001: gut 40 Verlage
Essen 2002: 54 Verlage
Essen 2003 ca 75 Verlage
Essen 2004 ca 110 Verlage

Nürnberg 2001: ca 20 Verlage
Nürnberg 2002: ca 20 Verlage
Nürnberg 2003: ca 25 Verlage
Nürnberg 2004: ca 30 Verlage

Die Steigerungen können natürlich auch auf den gestiegenen Bekanntheitsgrad der Spielbox und der wachsenden Verbreitung des Internet zurückzuführen sein. Aber ich vermute, dass die Anzahl der Verlage auch tatsächlich stark steigt.

Dass die Anzahl der Verlage in Essen stärker steigt, kann ein Hinweis darauf sein, dass der Markt insbesondere für Kleinverlage enger wird.

> Wie groß ist denn nun wirklich der Markt für Brettspiele,
> gibt es mehr Spieler und Wachstum oder bleibt er gleich?

Es gibt da wohl mehrere Märkte.
Deutschland - Ausland (USA, Frankreich, Italien, Japan, Taiwan, Südkorea,..)
Massenmarkt - Spieler - Sammler.

Da kann man wohl schwer allgemeingültige Aussagen machen.
Möglich, dass die gestiegene Anzahl der ausländischen Verlage zunächst einmal auf entsprechendes Wachstum im Ausland zurückzuführen ist. Logisch, dass diese Verlage dann auch auf den relativ großen deutschen Markt drängen.

> Meiner Meinung nach ist das primäre Ziel eines
> Klein(Familien)-Verlages doch auch meist nicht der große
> Gewinn. Vielmehr steckt dahinter eigentlich der Wunsch als
> Autor auch seine eigenen Ideen verwirklichen zu können und
> die Abhängigkeit von großen Velagen und deren Programm zu
> verlieren. Somit reicht es für einen solchen Verlag ja meist
> aus, wenn die Kosten gedeckt werden können.

Naja. Für eine einmalige Veröffentlichung mag das vielleicht gelten.
Als Kleinverlag hat man aber lediglich andere Abhängigkeiten als ein Autor bei großen Verlagen. Man muss die Spiele auch verkaufen.

Und wenn man über Jahre regelmäßig dabei ist, möchte man ganz sicher nicht nur Geld wechseln. Dazu steckt zu viel wirkliche Arbeit drin.

> Über ein paar Zahlen, die nun jetzt wirklich Aufschluß geben
> können, würde ich mich jedenfalls freuen.

Interessant ist nicht nur die Anzahl der Neuheiten sondern auch die verkauften Auflagen. Wunsch und Wirklichkeit. Nun, bei gestiegener Konkurrenz können die Spieler höhere Ansprüche an die Qualität stellen. Ob es die auch gibt, ist eine andere Frage. Bei Bambus sind die Aufkleber auf den Spielsteinen nach wie vor von den Spielern selbst anzubringen. ;-)

Gruß, Günter

--
http://www.bambusspiele.de/chinagold/chinagold_fr.htm

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Nicolai

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Nicolai » 14. Oktober 2004, 18:42

Günter Cornett schrieb:
> 300 Spiele dieses Jahr in Essen - ich glaube früher waren das
> mal 300 im ganzen Jahr insgesamt.
Naja, wenn die Zahl der Aussteller größer wird, dann geht auch die Zahl der Spiele in Essen hoch. Ist das ein gültiger Vergleich? Worauf beziehen sich 300 im Jahr, auf Essen und Nürnberg zusammen?

> Spielbox-Messevorschau:
> Essen 2001: gut 40 Verlage
> Essen 2002: 54 Verlage
> Essen 2003 ca 75 Verlage
> Essen 2004 ca 110 Verlage
>
> Nürnberg 2001: ca 20 Verlage
> Nürnberg 2002: ca 20 Verlage
> Nürnberg 2003: ca 25 Verlage
> Nürnberg 2004: ca 30 Verlage
>
> Die Steigerungen können natürlich auch auf den gestiegenen
> Bekanntheitsgrad der Spielbox und der wachsenden Verbreitung
> des Internet zurückzuführen sein. Aber ich vermute, dass die
> Anzahl der Verlage auch tatsächlich stark steigt.
>
> Dass die Anzahl der Verlage in Essen stärker steigt, kann ein
> Hinweis darauf sein, dass der Markt insbesondere für
> Kleinverlage enger wird.
Für die Messe in Essen sind solche Zuwächse ja erfreulich. Hängen diese Zahlen aber nicht auch stark von dem Interesse ausländischer Verlage zusammen, die zunehmend auf den Deutschen Markt drängen? Dann wäre es nämlich keinen neuen, sondern nur eine zunehmende Konkurrenz. Das der Markt an sich enger wird, werde ich nicht bestreiten.

> Naja. Für eine einmalige Veröffentlichung mag das vielleicht
> gelten.
> Als Kleinverlag hat man aber lediglich andere Abhängigkeiten
> als ein Autor bei großen Verlagen. Man muss die Spiele auch
> verkaufen.
>
> Und wenn man über Jahre regelmäßig dabei ist, möchte man ganz
> sicher nicht nur Geld wechseln. Dazu steckt zu viel wirkliche
> Arbeit drin.
Mhh, das habe ich wohl etwas mißverständlich ausgedrückt. Ich meinte eigentlich, dass die meisten Kleinverlage, doch mit einem Autor anfangen, der ein Spiel veröffentlichen will. Also der Besitzer oder Ideegeber einen Verlag zu Gründen ist meist ein Autor. Die Gründung an sich wird daher meiner Ansicht nach nicht in erster Linie marktwirtschaftlich Betrieben. Dafür müsste es ja dann entweder eine Marktlücke bestehen, eine zu geringe Zahl Anbieter existieren oder eine hohe Auflage garantiert sein (z.B. gewonnener Spielepreis).

Herzlichen Dank für Deine Anmerkungen Günter!

Gruß Nicolai

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Günter Cornett

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Günter Cornett » 14. Oktober 2004, 19:21

Nicolai schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > 300 Spiele dieses Jahr in Essen - ich glaube früher waren das
> > mal 300 im ganzen Jahr insgesamt.
> Naja, wenn die Zahl der Aussteller größer wird, dann geht
> auch die Zahl der Spiele in Essen hoch. Ist das ein gültiger
> Vergleich?

Ja, natürlich besteht da ein Zusammenhang. Es gibt deshalb mehr Neuerscheinungen, weil es mehr Verlage gibt.
Der eine Verlag bringt weniger Titel heraus, der andere mehr, je nachdem welche Strategie er fährt und ob er gute Spiele an Land ziehen konnte.

Ein Verlag, der will dass sein Programm insgesamt besser wahrgenommen wird, veröffentlicht womöglich mehr Titel. Ein Verlag, der befürchtet, dass er mit dem einzelnen Titeln eher Verluste macht, veröffentlicht vielleicht weniger Titel oder beschränkt sich auf eine Marktnische. Beides kann erfolgreich sein oder sich als fatal herausstellen.

> Worauf beziehen sich 300 im Jahr, auf Essen und
> Nürnberg zusammen?

Ja, alle Spiele, die in einem Jahr erscheinen. Irgendwann vor vielleicht fünf Jahren oder mehr geisterte diese Zahl mal durch die Spielewelt

> > Und wenn man über Jahre regelmäßig dabei ist, möchte man ganz
> > sicher nicht nur Geld wechseln. Dazu steckt zu viel wirkliche
> > Arbeit drin.
> Mhh, das habe ich wohl etwas mißverständlich ausgedrückt. Ich
> meinte eigentlich, dass die meisten Kleinverlage, doch mit
> einem Autor anfangen, der ein Spiel veröffentlichen will.
> Also der Besitzer oder Ideegeber einen Verlag zu Gründen ist
> meist ein Autor. Die Gründung an sich wird daher meiner
> Ansicht nach nicht in erster Linie marktwirtschaftlich
> Betrieben.

Das stimmt sicherlich. Mancher probiert erstmal aus, indem man eine Summe investiert, deren Verlust er notfalls verschmerzen kann. Aber auch er will schon was damit verdienen. Die Kleinverleger gehen dabei unterschiedlich professionell vor. Eine richtige Marktrecherche wird sicherlich kaum jemand von ihnen machen.

Da auch die großen Verlage eigentlich nur bei Lizenztiteln oder eingeführten Reihen mit einer gewissen Sicherheit größere Stückzahlen absetzen können, können die oftmals ebenso schlecht einschätzen, ob ein Spiel sich gut oder schlecht verkauft. Andernfalls wäre die Anzahl der Neuerscheinungen sicherlich geringer.

Gruß, Günter

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Janine

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Janine » 14. Oktober 2004, 19:52

Heinrich Glumpler schrieb:

> ich verwende lieber den Begriff "Gamepunk" anstelle von
> "Neuheiten-Konkurs" und "Brettspiel-Blase", weil er
> allgemeiner ist.

Ich schätze, der Herr von Vinci meinte eher eine Neuheiten-Inflation oder Overkill. Was für einen Sinn Konkurs oder Blase oder Punk hier machen soll, kann ich mir nicht vorstellen.

Janine

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Janine

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Janine » 14. Oktober 2004, 19:59

Nicolai schrieb:

> Hmm, ist ja schon spannen, wie ihr hier über Spiele und
> Verlage und sogar auch Preise diskutiert. Da ich die Szene
> noch nicht so lange kenne, frage ich mich doch beruht ...

Hmmmmmmmmmmmmmmmm, hmmm, hmm... immerhin hast Du schon gelernt, wie man hier bei uns stilecht einen Beitrag eröffnet!

Janine (die heute etwas zynisch ist und Dir hiermit zeigt, wie man einen Beitrag auch ordentlich wieder beendet!)

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Nicolai

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Nicolai » 15. Oktober 2004, 00:06

Janine schrieb:
>
> Hmmmmmmmmmmmmmmmm, hmmm, hmm... immerhin hast Du schon
> gelernt, wie man hier bei uns stilecht einen Beitrag eröffnet!
>
> Janine (die heute etwas zynisch ist und Dir hiermit zeigt,
> wie man einen Beitrag auch ordentlich wieder beendet!)
_____________________________________________________________
Janine schrieb:
>
> Ich schätze, der Herr von Vinci meinte eher eine
> Neuheiten-Inflation oder Overkill. Was für einen Sinn Konkurs
> oder Blase oder Punk hier machen soll, kann ich mir nicht
> vorstellen.

Tja, da sage ich mir doch lieber ein Hmm als Kommentare, die die Welt nicht braucht.

Leider häufen sich ähnlich sinnlose oder angreifende Bemerkungen auch in der BSW. Das finde ich äußerst Schade!

Was kann man daraus schließen (um wieder auf das Thema zu kommen)?
Das Forum hat sich schon gut im Internet etabliert. Je größer nämlich etwas wird, desto mehr unfreundliche Kommentare tummeln sich - das ist eine subjektive Empfindung, die ich über mehr als 5 Jahre intensiven Internetgebrauch festgestellt habe und sie läßt sich meiner Meinung nach auf jede Art von Plattform anwenden die einen annähernden Forums oder Chat Charakter hat.

Also haben vielleicht ja doch die Anzahl der angekündigten Verlage in der Spielbox auf die Bekanntheit zurückzuführen ;-).

Gruß Nicolai

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Nicolai

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon Nicolai » 15. Oktober 2004, 00:08

> Also haben vielleicht ja doch die Anzahl der angekündigten
> Verlage in der Spielbox auf die Bekanntheit zurückzuführen ;-).
Warum gibt es hier eigentlich keine Korrekturmöglichkeit? :-(

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peer

Re: Neuheiten-Boom positiv!

Beitragvon peer » 15. Oktober 2004, 06:11

Hi,
man koennte es auch positiv sehen:
Die vielen Neuheiten KOENNTEN auch darauf hindeuten, dass die Spieleszene gewachsen ist.
Gerade die vielen auslaendischen Verlage werden deshalb da sein, weil Spiele sich nun auch (teilweise) in anderen Laendern als Deutschland verkaufen lassen.
Ist das nicht eine positive Entwicklung?

Auch behaupte ich mal dass die Spieleszene zumindest ein wenig gegenueber den 80ern gewachsen ist. Aber wir sind es so gewohnt uns klein zu machen :-)

Und noch eine Anmerkung: Die Anzahl der deutschen Kleinverlage mag gewachsen sein, doch die 300 Exemplare der Spiele werden die entweder los oder nicht, aber der Spieleszene tut das nicht weh. Verschwindet ein Kleinverlag wird das i.A. nicht wahrgenommen (es sei denn es ist 2F oder Bambus oder... ;-) )Eine Konkurrenz ist nicht da, da der Grossteil der Spiele imer noch ueber grosse Kaufhausketten verkauft wird.

ciao
peer

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peer

Re: Neuheiten-Konkurs?

Beitragvon peer » 15. Oktober 2004, 06:20

Hi,

*vorab* (zum Thema bitte scrollen)
Nicolai schrieb:
>
> Janine schrieb:
> >
> > Hmmmmmmmmmmmmmmmm, hmmm, hmm... immerhin hast Du schon
> > gelernt, wie man hier bei uns stilecht einen Beitrag
> eröffnet!
> >
> > Janine (die heute etwas zynisch ist und Dir hiermit zeigt,
> > wie man einen Beitrag auch ordentlich wieder beendet!)

> Tja, da sage ich mir doch lieber ein Hmm als Kommentare, die
> die Welt nicht braucht.

Ja lass dich nicht unterkriegen... Sabine/Janine ist ein Troll, der hier immer gerne mal beleidigenden Unsinn postet (ist in der Vergangenheit schon oefter aufgefallen)


> Was kann man daraus schließen (um wieder auf das Thema zu
> kommen)?
> Das Forum hat sich schon gut im Internet etabliert. Je größer
> nämlich etwas wird, desto mehr unfreundliche Kommentare
> tummeln sich - das ist eine subjektive Empfindung, die ich
> über mehr als 5 Jahre intensiven Internetgebrauch
> festgestellt habe und sie läßt sich meiner Meinung nach auf
> jede Art von Plattform anwenden die einen annähernden Forums
> oder Chat Charakter hat.

1 Aspekt. Allerdings wurde die Messe tatsaechlich um 2 Hallen vergroessert. Die Anzahl der Verlage hat also tatsaechlich zugenommen.

ciao
peer


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