Beitragvon Günter Cornett » 14. Oktober 2004, 19:21
Nicolai schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > 300 Spiele dieses Jahr in Essen - ich glaube früher waren das
> > mal 300 im ganzen Jahr insgesamt.
> Naja, wenn die Zahl der Aussteller größer wird, dann geht
> auch die Zahl der Spiele in Essen hoch. Ist das ein gültiger
> Vergleich?
Ja, natürlich besteht da ein Zusammenhang. Es gibt deshalb mehr Neuerscheinungen, weil es mehr Verlage gibt.
Der eine Verlag bringt weniger Titel heraus, der andere mehr, je nachdem welche Strategie er fährt und ob er gute Spiele an Land ziehen konnte.
Ein Verlag, der will dass sein Programm insgesamt besser wahrgenommen wird, veröffentlicht womöglich mehr Titel. Ein Verlag, der befürchtet, dass er mit dem einzelnen Titeln eher Verluste macht, veröffentlicht vielleicht weniger Titel oder beschränkt sich auf eine Marktnische. Beides kann erfolgreich sein oder sich als fatal herausstellen.
> Worauf beziehen sich 300 im Jahr, auf Essen und
> Nürnberg zusammen?
Ja, alle Spiele, die in einem Jahr erscheinen. Irgendwann vor vielleicht fünf Jahren oder mehr geisterte diese Zahl mal durch die Spielewelt
> > Und wenn man über Jahre regelmäßig dabei ist, möchte man ganz
> > sicher nicht nur Geld wechseln. Dazu steckt zu viel wirkliche
> > Arbeit drin.
> Mhh, das habe ich wohl etwas mißverständlich ausgedrückt. Ich
> meinte eigentlich, dass die meisten Kleinverlage, doch mit
> einem Autor anfangen, der ein Spiel veröffentlichen will.
> Also der Besitzer oder Ideegeber einen Verlag zu Gründen ist
> meist ein Autor. Die Gründung an sich wird daher meiner
> Ansicht nach nicht in erster Linie marktwirtschaftlich
> Betrieben.
Das stimmt sicherlich. Mancher probiert erstmal aus, indem man eine Summe investiert, deren Verlust er notfalls verschmerzen kann. Aber auch er will schon was damit verdienen. Die Kleinverleger gehen dabei unterschiedlich professionell vor. Eine richtige Marktrecherche wird sicherlich kaum jemand von ihnen machen.
Da auch die großen Verlage eigentlich nur bei Lizenztiteln oder eingeführten Reihen mit einer gewissen Sicherheit größere Stückzahlen absetzen können, können die oftmals ebenso schlecht einschätzen, ob ein Spiel sich gut oder schlecht verkauft. Andernfalls wäre die Anzahl der Neuerscheinungen sicherlich geringer.
Gruß, Günter