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Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Arne

Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Arne » 24. Oktober 2004, 12:15

Hallo.

Gibt es schon Meinungen zu diesem Spiel? Habe es auf der Messe kurz angespielt. Scheinbar bietet es nicht viel Neues. Man schiebt letzlich immer nur seine Armeen auf den Angriffslinien hin und her. Die wenigen spielerischen Möglichkeiten und der hohe Glücksfaktor haben mich gestört. Oder ist mir bei meinem Schnelltest etwas entgangen? Ich hatte hohe Erwartungen an das Spiel und wollte es mögen. Schade...

Gruß, Arne

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Philipp Klarmann

Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Philipp Klarmann » 24. Oktober 2004, 12:53

Hallo Arne,

da ich das Spiel als Co-Entwickler (danke Uli) ja ziemlich gut kenne (und es dir vielleicht am Donnerstag am Phalanxstand erklärt habe) zu deinen Kurzeindrücken soviel:

1. WK ist ein sehr einfach gehaltenes Spiel, ABER die einfachen Mechanismen täuschen nicht darüber hinweg, dass die komplette Partie (also inklusive der Italien und Balkanfront) eine ziemlich komplexe Materie ist. Nehmen wir z.B. die Flandernfront (Nr. 1). Diese Front wird vom Deutschen Spieler oft nicht als wichtig angesehen. Man übersieht (besonders im 1. Spiel) leicht, dass direkt an der Front ein deutsches Hexfeld ist, das einen deutschen Kapitulationspunkt verursachen kann. Hier ist man also gezwungen, zu investieren. Eine weitere Sache, die sich erst nach mind. einer Partie erschließt, ist die üble Situation, in der der österreiche Spieler grundsätzlich ist. Zwar kann er 1914 noch sehr gut mithalten, sobald aber Italien in den Krieg eintritt, wird es haarig. Dann kann der russische Spieler mit einigem Druck (und dem Brusilov Kampfmarker) dafür sorgen, dass der deutsche Spieler dringend benötigte Truppen zu Hilfe schicken muss.

Ich habe jetzt schon mehrfach erlebt, dass insbesondere erfahrene Cosimspieler nach einem Turn die Nase rümpften und sagten: "war´s das???"`...nun, erstmal ja. Das Spiel lebt aber über die ganze Länge und mit den netten Details der Kampfmarker ist es ziemlich knifflig zu meistern. Ich behaupte mal so frech, dass ein erfahrener Spieler einen unerfahrenen Spieler dabei erstmal aus der Hose haut (was man in Essen als Spieleerklärer ja nicht tun sollte).

Gib dem Spiel auf jeden Fall eine zweite Chance und spiel es komplett über die volle Länge und in "Cutthroat" Manier, d.h. kein Auge dem Feind...dann wird es dich positiv überraschen. Essen ist einfach zu knapp für das Spiel...viele Leute (und ich habe es ja einigen erklärt), waren nachdem sie das Spiel über eine Distanz gespielt haben von ihrem anfänglichen "War´s das?" deutlich abgerückt. Von den begeisterten Nicht-Cosimmer Jungs, die jeden Würfelwurf mit Hurra-Geschrei begleitet haben, kann man ein andermal erzählen... :)

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Arne

Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Arne » 24. Oktober 2004, 15:37

Hallo Philipp.

Danke für die ausführliche Antwort. War in der Tat am Donnerstag Nachmittag da und bin in eine laufende Partie eingestiegen. Das Spiel macht optisch einen sehr guten Eindruck. Und ich bin auch offen für einfache Cosims. Gebe dem Spiel deshalb gerne eine zweite Chance. Bin aber trotzdem mal auf weitere Reaktionen und Rezensionen gespannt.

Gruß, Arne

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Marc W.

Der Erste Weltkrieg (Phalanx) Spieldauer etc.?

Beitragvon Marc W. » 24. Oktober 2004, 16:15

Hi,
wie steht es um die angegebene Spieldauer von 120 Minuten? Ist das die durchschnittliche, minimale oder maximale Spieldauer? Wie lange dauern die meisten Spiele? Wie lange dauert das Spiel, wenn man es das erste Mal spielt? Und wie lange dauert das Regelerklären?

Marc

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Philipp Klarmann

Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx) Spieldauer etc.?

Beitragvon Philipp Klarmann » 24. Oktober 2004, 17:57

Mmm...schwere Frage...ich persönlich glaube, dass 120 Minuten etwas lang geschätzt ist...ich würde eher auf 90 Minuten tippen. Mit Erklären und Einspielen knackt man aber sicher die 2,5 h Grenze...und dann gibt es noch den Sudden Death, der das Spiel auch ganz schnell beenden kann (was aber bei Erfahrenen Spielern eher selten passieren sollte).

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Christian Koppmeyer

Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Christian Koppmeyer » 24. Oktober 2004, 21:39

Das Spiel hat natürlich eine Megahürde zu überbrücken. Mit "Path of Glory" ist eignetlich DAS Referenzspiel zum WK I schon vorgegeben.

Sorry wenn ich das mal hier so rein poste aber ich finde das sollte mal so ausgedrückt werden.

Mir ist nicht klar was WK I besser/anders machen könnte als PoG. OK damit oute ich mich natürlich als "habe WK I noch nicht selber gespielt" aber das finde ich in diesem Zusammenhang nicht besonders verwerflich

Ich denke also bei WK I an eine Art PoG light. Gibt es dazu Kommentare? Würde mich wirklich interessieren.

Danke

CK

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Philipp Klarmann

Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Philipp Klarmann » 24. Oktober 2004, 23:55

Hallo,

WKI ist gänzlich anders als PoG...in der Tat ist PoG eine tolle Simulation, obwohl man meiner Meinung nach die Italienfront deutlich anders spielen als in den gedruckten Regeln (zumindest brauch der Italiener Hilfe, sonst ist es schnell ahistorisch).

WKI ist trotz der Einfachheit sehr historisch...aber eben ohne Karten, mit minimalen Regeln und einem einzigen Kampfwert für Armeen. Man erkennt PoG nur in manchen Punkten wieder...

Aber WKI dauert eben nur knapp 2 Stunden und PoG eben mind. 8h.

Gruß,
Philipp

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Manuel

Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Manuel » 25. Oktober 2004, 10:09

Ohne Der Erste Weltkrieg gespielt zu haben, ist doch der offensichtlichste Unterschied die Spielerzahl. Paths of Glory ist ein reines 2-Spieler-Spiel und Der Erste Weltkrieg kann von bis zu 4 Spielern gespielt werden. Damit wird es für ein völlig anderes Publikum interessant (natürlich auch, und vor allem, durch die kürzere Spieldauer).

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Uli Blennemann
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Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Uli Blennemann » 25. Oktober 2004, 19:59

Christian,

Paths of Glory ist in der Tat ein sehr gutes Spiel, wenn auch eine recht lausige Simulation. Warum sollte man noch ein Spiel zur gleichen Thematik machen?

1. Paths of Glory spielt sich in 6-8 Stunden - also nur für Freaks interessant.
2. PoG hat ein Regelwerk, das ebenfalls nur Freaks anspricht. Der Erste Weltkrieg kommt mit 8 Seiten (inkl. Deckblatt) aus.

Wie Philipp schon sagte, auf den ersten Blick mag der Erste Weltkrieg recht banal aussehen - es bedarf aber einiger Erfahrung und Überlegungen, es "in den Griff zu bekommen".

Uli

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Stephan Valkyser

Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Stephan Valkyser » 25. Oktober 2004, 20:49

Uli Blennemann schrieb:
>
> Christian,
>
> Paths of Glory ist in der Tat ein sehr gutes Spiel, wenn auch
> eine recht lausige Simulation. Warum sollte man noch ein
> Spiel zur gleichen Thematik machen?

Warum hältst Du Paths of Glory für eine lausige Simulation?

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Thomas Conrad
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Beiträge: 130

OT Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Thomas Conrad » 25. Oktober 2004, 20:55

Stephan Valkyser schrieb:
>
> Uli Blennemann schrieb:
> >
> > Christian,
> >
> > Paths of Glory ist in der Tat ein sehr gutes Spiel, wenn auch
> > eine recht lausige Simulation. Warum sollte man noch ein
> > Spiel zur gleichen Thematik machen?
>
> Warum hältst Du Paths of Glory für eine lausige Simulation?

Das würde mich allerdings auch interessieren.

Gruß Thomas

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Philipp Klarmann

Re: OT Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Philipp Klarmann » 25. Oktober 2004, 22:15

Ich bin nicht Uli, aber mit den Regeln, die der Box beiliegen (also nicht der historischen Variante), ist das Spiel für den Deutschen mit einer "Hau den Italiener" Taktik und einer Verteidigung am Rhein gut zu meistern (wenn auch nicht immer zu gewinnen). Das Spiel zwingt den deutschen Spieler nicht, den Siegfrieden da zu suchen, wo man es bis in den Sommer 1918 tat, nämlich im Westen. Es gibt da noch einiges mehr, was für mich PoG ebenfalls zu einer sehr mäßigen Simulation der Ereignisse des 1. WK macht (Dance of Death etc.). Ein tolles Spiel ist es trotzdem...

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Philipp Klarmann

Re: OT Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Philipp Klarmann » 25. Oktober 2004, 22:16

Weiter oben wollte ich übrigens statt tolle Simulation tolles Spiel sagen (das geht bei mir als Cosimmer manchmal synonym :) )

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Uli Blennemann
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Beiträge: 488

Re: OT Re: Der Erste Weltkrieg (Phalanx)

Beitragvon Uli Blennemann » 26. Oktober 2004, 09:03

Zunächst: Es geht hier nicht darum, ein anderes Spiel abzuwerten; zudem ein Spiel, das ich sehr schätze (eben als Spiel).

Paths of Glory als mäßige Simulation: Mit den Punkten könnte man wohl eine Seite füllen, deshalb hier nur ganz grob:

"Dance of Death" - gerade im Osten. Das plötzliche Verschwinden von Armeen hat nichts, aber auch gar nichts mit de Realität zu tun - hier stimmt der Maßstab einfach nicht.

Bewegung durch nicht besetzte Felder, gerade auf dem Balkan: Hier kann man, völlig unhistorisch, sehr schnell vorstoßen.

Nochmals - Paths of Glory ist ein tolles Spiel! (Mein letzter Eintrag zu diesem Thema).

Uli

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Stephan Valkyser

Dance of Death

Beitragvon Stephan Valkyser » 26. Oktober 2004, 19:25

Uli Blennemann schrieb:
> "Dance of Death" - gerade im Osten. Das plötzliche
> Verschwinden von Armeen hat nichts, aber auch gar nichts mit
> der Realität zu tun - hier stimmt der Maßstab einfach nicht.
>
> Bewegung durch nicht besetzte Felder, gerade auf dem Balkan:
> Hier kann man, völlig unhistorisch, sehr schnell vorstoßen.

Das ist halt das berühmte "Design for effect". Das kennst du ja auch wohl bestens, Uli :-)
Wenn die Spieler sich wie 1.Weltkriegs-Generäle verhalten (d.h. zuerst die Flanken absichern, bevor sie vorstoßen), funktioniert das bestens. Halten sich die Spieler nicht daran (weil sie denken, sie führen Panzerkolonnen des 2.Weltkrieges), dann kann es zu unhistorischen Ergebnissen führen. Schuld daran ist dann aber nicht das Spiel, sondern die Spieler.
Das Interessante daran ist übrigens, daß das Spielsystem fast immer den Spieler bestraft, der sich zuerst auf so einen Unsinn eingelassen hat :-)


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