Beitragvon Heinrich Tegethoff » 9. November 2004, 09:29
Hallo Stephan,
neben der von Andreas aufgezeigten konservativen Schiene kommen wohl,
im Fall DoW, noch zwei Faktoren hinzu:
- Wie bei den meisten Kulturgütern ist erst einmal die Frage, mit welchem
Namen der Endkunde etwas positives verbindet, ohne näheres zum Inhalt
zu kennen. Bei Büchern ist es nur der Autor (oder hast Du schon einmal
"Ui, der neue dtv!" gehört?), bei Filmen Regisseur und/oder Darsteller,
bei Spielen aber eher ein Fernseh-bekanntes Logo wie Ravensburger oder MB,
vielleicht noch "Teuber". Bei Spielen gibt sonst nur ein "Awards-Logo"
einen Verdacht, das Spiele könnte was taugen. Ist halt kein Technikprodukt,
bei dem das Logo eine feste Qualität erwarten lößt.
Bei Zug um Zug gehe ich davon aus, daß dem Endkunden weder
der Verlag noch der Autor etwas sagen. Und damit meine ich mindestens
95% der Kaufhauskunden.
- Bei DoW ist es zudem wohl so, daß sie den großen Ketten bei zuZ
früh einen Riegel vorgeschoben haben, was die Preisspannen betrifft
(suche nach Diskussionen 2 Wochen nach SdJ-Bekanntgabe).
Ob sie letztendlich diese geringen Preismargen durchsetzen konnten,
wird sich zeigen. Bis heute scheint es aufzugehen. Allemal schützen
sie damit die Preise für ihre anderen Spiele, was Queen Games mE
wohl nicht so ganz gelungen ist. Okay, Preise allein sind's nicht, da dies
auch in die Auflage geht.
Aber DoW hat damit dann wohl auch die eine oder andere Kette verprellt,
und wird zuZ nicht aus Lokomotive in die Kaufhausregale nutzen können.
Immerhin stellte ich letztes Jahr bei Alhambra / Queen Games fest, daß
zumindest die umfassenste Münchner Adresse für Spiel(waren) ein paar
Queen's im Regal hatten, die es ohne Alhambra dorthin nicht geschafft
hätten. Der Obletter wird dabei vom Heidelberger Verlag als Großhändler
beliefert - vielleicht hängt dies daran.
Servus,
Heinz