Beitragvon Leonidas » 26. November 2004, 17:01
Hallo Marc,
ich kann dir da nicht so ganz zustimmen!
Historisch gesehen (sogar auf dein Beispiel bezogen) geht die Versenkung der Bismarck auf einen Torpedotreffer eines Swordfish-Torpedoflugzeuges zurück, welches vom Träger Avegenger gestartet war! Dieses Flugzeug war noch ein Doppeldecker und war techn. auf dem Stand vom WWI, also veraltet! Dieser Torpedo traf die Ruderanlage der Bismarck, was dazu führte, dass diese nur noch im Kreis fuhr und somit eine leichte Beute für die herandampfende Royal Navy wurde! Entscheidend war also das Flugzeug! Überhaupt war der WWII geprägt von einem Wandel in der Seekriegsführung, welches in erster Linie jedoch im Pazifikkrieg deutlich wurde. (im europ. Kriegsschauplatz war die Überlegenheit der Royal Navy bei Überwasserstreitkräften einfach zu stark) Dieser Wandel war die Abkehr von Schlachtschiffen als stärksten Einheiten hin zu trägergestützten Lufteinheiten, will heißen Flugzeugträger (bzw. deren Flugzeuge) wurden das Rückrat der Flotte! Wer den Luftraum beherrschte herrschte auch letztendlich über den Seeraum - Flugzeuge waren aufgrund der techn. Weiterentwicklung im WWII durchaus in der Lage auch stärkste Schiffe (CC, BB) zu versenken (z.b. Tirpitz, Yamato, Pearl Harbor, Repulse & Prince of Wales, letztlich wurde ein Großteil der japan. Grosskampfschiffe durch Flugzeuge vernichtet), vielleicht sogar eher als andere Schiffe, da dort beide Parteien i. d. R. Schäden erlitten und bei gleichwertigen Schiffen dies eher auf den Rückzug einer Partei hinauslief. Bei Kriegsschiffen dieser Kategorie griffen die Flugzeuge jedoch Staffelweise, ja zum teil ganze Trägerbestände ein Schiff an, was selbst bei hohen Verlusten der Flugzeuge in keinem Verhältnis zu einem verlorenen Schlachtschiffe oder Kreuzer der Gegenseite stand, sowohl was die Kräfte anbetraf (über 1.000 - ca. 1.900 Mann Besatzung) als auch die Ressourcen (Bauzeit, Rohstoffe, etc.)!
Die Schlachtschiffe mussten durch eigene fliegende Verbände gedeckt werden und hatten nur noch Gleitschutzfunktion für die Trägerverbände und bei Landungsoperationen die Rolle von schwerster Unterstützungsari.!
Ich sehe das vorliegende Spiel auch eher als Strategiespiel denn als Simulation an, und ich finde die dort verwendeten Mechanismen als durchaus gelungen für eine solche Art Spiel.
Es freut mich jedoch zu hören (von Uli), dass es ggf. eine Erweiterung geben wird, da ich i. d. R. doch etwas mehr Tiefe / Länge bei Strategiespielen bevorzuge.
Dies alles ist natürlich immer auf die persönliche Spielernatur bezogen (der eine mag halt die Spiele dieser Art und Komplexität, der andere nicht)! Ich finde halt nur, du solltest bei einer solchen Spieleart berücksichtigen, an welche Spieler- bzw. Spielernatur sich dieses Spiel richtet - hier ist kein Mechanismus zu erwarten, wie bei einem komplexen Cosim, da es hier auch nicht passen würde!
Nichts für ungut und einen schönen 1. Advent! :-D
Gruss
Leonidas