Anzeige

Komplexe Spiele für Jugendliche?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Roman Pelek

Hase und Igel - die Cassette

Beitragvon Roman Pelek » 26. November 2004, 03:47

Hi Peter,

Peter Steinert schrieb:

> - Hase und Igel (Ravensburger): Auch hier gab es eine Ausgabe
> mit Tonträger, diesmal einer MC. Ich weiß, ehrlich gesagt,
> gar nicht, was auf der Kassette zu hören war, unterstelle
> aber einfach mal, dass es auch eine Spielregel war.

Ja, es war eine, unterbrochen vom 70er-Jahre-Ideal der Fahrstuhlmusik. Beim Hören der Kassette habe ich immer darauf gewartet, dass Peter Lustig sich einschaltet, um zu verkünden, dass dies die "1. April"-Sendung von "Löwenzahn" anno 1979 sei. Aus heutiger Sicht sicherlich so amüsant wie wenn jemand in 30 Jahren unsere Threads liest (sofern sie/er das noch kann, hat nicht jemand jüngst das eklatante Problem unserer modernen Datenverarbeitung erkannt: selbst wenn unsere Formate die Jahrzehnte überdauern, wer kann in hundert Jahren noch unsere Medien lesen, sofern unsere polycarbonateingrahmte Aluminiumweisheit solange durchhält - imaginative Konversation: "Ihre Weisheitsmaschine leidet leider an Lochfraß" - "Nee, is nich' wahr?!?" - "Doch, das wird sie teuer kommen - sie hätten das vermeiden können, wenn sie ihre Informationen sofort in Stein gemeißelt hätten" - "Echt? Und was kostet so ein Stein?"- "Der ist teurer als die Wertschätzung der nachfolgenden Generation für ihre persönliche Leistung" - "Na, dann vergesen wir's doch besser gleich und schmeißen den Dreck auf den Müll, oder?" ).

Verblassende Grüße,
Roman

Benutzeravatar
Michael Andersch

RE: Ding-dong ... Amigo läutet!

Beitragvon Michael Andersch » 26. November 2004, 08:36

"Berit Kamb" hat am 25.11.2004 geschrieben:
> Hallo Micha,
>
> ja, ich mache das nebenbei.

Respekt! Auch dafür, dass Du Dir damit (wenn auch möglicherweise nur örtlich begrenzt) mit Deinem Konzept einen "Namen" gemacht hast.

> Ich bin nicht mehr berufstätig,
> NUR Hausfrau und Mutter und kann daher die Zeit ohne
> Probleme einbringen.

NUR?
Abhängig von Zahl, Alter und Benehmen der Kinder, Größe und "Pflegebedarf" des Hauses, Gartens, etc. kann man das aber auch durch "immerhin" ersetzen, oder?

Anerkennende Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Carsten Wesel | FAIRspielt.de

RE: Ding-dong ... Amigo läutet!

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 26. November 2004, 08:52

Michael Andersch schrieb:
>
> "Berit Kamb" hat am 25.11.2004 geschrieben:
> > Hallo Micha,
> >
> > ja, ich mache das nebenbei.
>
> Respekt! Auch dafür, dass Du Dir damit (wenn auch
> möglicherweise nur örtlich begrenzt) mit Deinem Konzept einen
> "Namen" gemacht hast.

Ein *Whow* wollte ich auch gerade in den Raum werfen - aber Michael kann schneller werfen! ;-)


> > Ich bin nicht mehr berufstätig,
> > NUR Hausfrau und Mutter und kann daher die Zeit ohne
> > Probleme einbringen.
>
> NUR?
> Abhängig von Zahl, Alter und Benehmen der Kinder, Größe und
> "Pflegebedarf" des Hauses, Gartens, etc. kann man das aber
> auch durch "immerhin" ersetzen, oder?

evtl. "hauptberuflich"?

Gruß Carsten (der sich gerade einen Garten zugelegt und ein Haus in selbigem gefunden hat)

Benutzeravatar
Max Gabrian

Erfahrungen eines Jugendlichen

Beitragvon Max Gabrian » 26. November 2004, 08:53

Hallo an alle!

Ich schalte mich mal ein, zumal ich eigentlich so 'ne Art Jugendlicher bin. Mit 19 Jahren vielleicht nicht mehr ganz die Zielgruppe des Gesprächs, doch hab ich noch in Erinnerung, woran es manchmal gelegen haben könnte.

Ich selber habe immer sehr gerne Spielregeln gelesen, hatte vielmehr das Problem, dass sich leider eher selten motivierte Mitspieler finden ließen.

Bei Freunden von mir war es teilweise umgekehrt. Wenn ich zu Besuch war und vorschlug, etwas zu spielen, hieß es "wir wissen aber nicht, wie das geht".
Manchmal sind wir dadurch tatsächlich auf Risiko oder Monopoly ausgewichen, manchmal habe schließlich ich als "Besuch" die Anleitung gelesen und den Gastgebern erklärt ;-)

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein Erklär-Video für solche Fälle genau passend gewesen wäre. Gerade weil die neuentdeckten Spiele meistens großen Spaß machten.

Es wäre schön, wenn in Zukunft noch einige Spiele mehr mit solchen Begleitmaterialien ausgerüstet würden.
Denn eigentlich sind Jugendliche schon an komplexen Spielen interessiert (von bestimmten PC-Spielen ja auch einige Komplexität gewohnt) und verlieren eher die Lust, wenn die Spiele zu einfach sind.

Grüße von Max

Benutzeravatar
Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 26. November 2004, 09:13

der drei schrieb:
>
> Ich glaube, die meisten Normalos wollen die Spielregeln
> beiseite schieben können und sich dann dem Spiel zu widmen.

Das ist dnn ja wie im richtigen Leben, wo man erst einmal drau los lebt, ohne vorher das Grundgesetz gelesen zu haben. So nach und nach kommt mal jemand daher und erzählt einem diese oder jene neue Regel.

Wer sich ohne Regellesen durch Spiele bewegen möchte - und die Regeln auch nicht wissen möchte - der sollte dann wirklich beim Computerspiel bleiben. Hier kann nur das gemacht werden, was die Regeln gestatten, die im Übrigen dann auch nicht genannt werden müssen.

Gruß Carsten (der die Spielregeln auch beiseite schiebt, wenn er sich dem Spiel widmen möchte)

Benutzeravatar
Peter Gustav Bartschat

RE: Ding-dong ... Amigo läutet!

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 26. November 2004, 09:21

Da kann ich nur noch sagen: Chapeau!

Mit einem lieben Gruß
Gustav

Benutzeravatar
peer

Re: Mehrstufenregeln

Beitragvon peer » 26. November 2004, 13:22

Hi,
Wolfram Püchert schrieb:
>
> Naja, es gibt aber auch den umgekehrten Fall.
>
> Ich versuche gerade, mich durch die Regeln von Hannibal: Rom
> gegen Karthago zu lesen.
>
> Bevor man anfangen kann, braucht man mindestens ein
> Regelstudium von 2 Stunden und ist immer noch nicht mit den
> Regeln vertraut.

> Da hätte ein Einstiegsregel (z.B. eine Schlacht spielen, oder
> so) durchaus geholfen.

Im Grunde liegen wir nicht weit auseinander. Die Frage ist halt wie stark man vereinfachen sollte - schliesslich muss das Grundspiel ja erkennbar sein - und das sollte ja sowieso regeltechnisch möglichst schlank sein (Meiner Meinung nach).
Klar bei Hannibal wäre es durchaus möglich gewesen ein Einstiegsspiel zu machen, da es ja zahlreiche Sonderregeln gibt, die das Spiel realitätsnäher machen sollen. Ein schlankes Spiel ist da durchaus drin!
Für mich würde ich folgendes Fazit finden: Komplexe Spiele auch in einer abgespeckten Fassung bringen (die aber aufbaubar ist, schliesslich will man ja nicht völlig neue Regeln lernen).
Diee Schlankfassung wäre dann wie ein nicht-komplexes Spiel und da wäre eine Step-by-Step-Anleitung optimal.

> Als positives Beispiel möchte ich "Rückkehr der Helden"
> nennen. Dort wird das Einstiegsspiel vereinfacht.

Aber nicht sehr... :-)
Und die Existenz zahlreicher Regelfragen und eines umfangreichen FAQs deuten daraufhin dass die Regel durchaus noch optimierbar ist.

ciao
peer

Benutzeravatar
Peter Gustav Bartschat

Die "Rückkehr der Helden"-Regel

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 26. November 2004, 13:45

Wolfram Püchert schrieb:
> Als positives Beispiel möchte ich "Rückkehr der Helden"
> nennen. Dort wird das Einstiegsspiel vereinfacht.

peer schrieb:
> Aber nicht sehr... :-)
> Und die Existenz zahlreicher Regelfragen und eines
> umfangreichen FAQs deuten daraufhin dass die Regel durchaus
> noch optimierbar ist.

Ich denke, da gilt es zwischen verschiedenen Aspekten, die sich nicht notwendiger Weise gegenseitig bedingen, zu unterscheiden.

Zunächst ist da Lutz Stepponats Konzept von einer - ich nenne das jetzt mal so - "belletristischen Regel": Die 1. Auflage war ja rein als Dialog zwischen den verschiedenen Spielcharakteren aufgebaut, die sich miteinander über die Regeln unterhielten.

Deneben enthielt das Spiel noch eine stichwortartige Kurzregel und ein Glossar, die zum Nachschlagen in Einzelfällen gedacht waren.

Nun hat die "belletristische Regel" nicht alle Fragen geklärt - und dass sie das nicht tat, empfinde ich nicht weiter als störend. Sie war ja zum Einstieg ins Spiel gedacht und machte dieses Einstieg locker und unterhaltsam. Da muss sie nicht gleichzeitig noch die völlig entgegengesetzte Anforderung juristischer Präzision erfüllen.

Die Problematik sehe ich eher darin, dass die beiden anderen Regelbestandteile diese Lücken nicht schlossen, weil sie - die eigentlich vollständig und eindeutig formuliert hätten sein sollen - das eben nicht waren. Das warf dann Fragen in bestimmten Situationen auf und führte zu einer allgemeinen Unzufriedenheit mit der Regel.

Die 2. Auflage der Regel ersetzt die Dialogform in Teilen durch "neutrale" Texte und ist um ein wesentlich umfangreicheres Glossar ergänzt.

Nun kann man, denke ich, bei aller verständlichen Kritik an der unvollkommenen Ausführung des Konzepts bei der 1. Auflage auch das innovative und vielleicht richtungweisende in diesem Konzept erkennen und würdigen. (Außerdem sollte man zugestehen, dass alles, was Menschen machen, nicht beim ersten Mal gleich perfekt sein kann.)

Neben Klaus Teubers "Professor Easy" (der ja überwiegend nur Internet-Nutzern zur Verfügung steht) sehe ich in Lutz Stepponats "belletristischer Regel" einen zweiten sehr viel versprechenden Weg, "nicht-professionelle Regelleser" zu erreichen.

(Erwähnen sollte man noch, dass umfangreiche FAQs nicht notwendiger Weise auf eine schlechte Regel hinweisen, sondern auch dadurch bedingt sein können, dass sich einfach Käufer aus sehr unterschiedlichen Zielgruppen das Spiel zugelegt haben, und dass nicht jeder sich unter einem Begriff oder einer Formulierung, die für uns "professionelle Regelleser" eindeutig klingt, dasselbe vorstellt.)

Mit einem lieben Gruß
Gustav

Benutzeravatar
Berit Kamb

RE: @ Micha, Carsten und Gustav

Beitragvon Berit Kamb » 28. November 2004, 02:35

Danke für Euer Lob!

Gewiss bin ich idealistisch veranlagt, dass ich mir und meinen Spielen das Jahr für Jahr antue, aber - um ehrlich zu sein - es macht mir auch einen Heidenspaß und ich bekomme sooo viel zurück von den kids.
Diesen Freitag war ein Kleiner dabei, der mich anscheinend für eine Mitarbeiterin des Christkindes hielt, denn auf seine Frage hin, ob man ein Spiel kaufen könne, hatte ich ihm geantwortet, dass ich meine Spiele zwar nicht verkaufen will, er sich aber doch den Namen aufschreiben könne, um das Spiel dann auf seinen Wunschzettel zu setzen. Er sah mich eine Weile nachdenklich an, dann strahlte er, rannte in sein Klassenzimmer und kam mit Papier und Stift wieder. Nachdem er den Titel notiert hatte, fragte er mich nach der Postleitzahl seiner Gemeinde, die er nicht wüsste, und ob er seine Telefonnummer dazu schreiben müsse. Er gab mir dann den Zettel, im Blick das Vertrauen, dass es so seine Richtigkeit haben wird.
Na, ich muss mal sehen, wie die Eltern des Kerlchens sind...
Heute haben mein Sohn und ich schon mehr als die Hälfte der Spiele wieder durchgesehen, das Material wieder in Ziptüten gezählt und Fehlbestände notiert, ab Montag gehen die Spiele wieder an neue Eltern und Lehrer, und am kommenden Freitag ist der nächste Schul-Spiel-Tag.

Übrigens, "NUR Hausfrau" sollte eigentlich unterstreichen, dass ich mich damit nicht unterfordert sehe. Zwar ist die Familie nicht mehr so groß, aber die Wohnung dafür um so größer, der Garten riesig und mit Laufenten, Hühnern und zwei Hunden im Haus hat man reichlich zu tun. Gelegentlich muss ich sogar noch im Geschäft meines Mannes einspringen.
Wie heißt es in einem Werbespot: Ich leite ein erfolgreiches Familienunternehmen!

Liebe Grüße,

Berit

Benutzeravatar
Frank"Riemi"Riemenschneider

RE: Ding-dong ... Amigo läutet!

Beitragvon Frank"Riemi"Riemenschneider » 28. November 2004, 21:29

Berit Kamb schrieb:
>
>
> Und da ich die ganze Sache ohne Entgelt mache, also
> nichts daran verdiene, vertraut man mir mehr als dem
> Spieleverkäufer.
>
> Hi Berit,

dieselbe Erfahrung habe ich auch gemacht. Bei meiner eigenen Veranstaltung sind Leute (aus dem Stadtteil) auf mich zugekommen, die nur Wissen wollten was für ein Spiel ich empfehle und haben dann genau dieses Spiel gekauft oder bestellt ohne es mal vorher zu testen. Über so viel Vertrauen war ich dann doch überrascht.
Hoffentlich gibt das kein Ärger ;-)

Aber der Bedarf an Beratung ist da. Deswegen als Aufruf an die Vielspieler, packt Eure Spiele und stellt sie vor (Kindergärten, Schulen, Altenheime oder kirchliche Gemeinden). Es ist ein lohnendes Ehrenamt. Es macht Spaß.

Gruß

Riemi

Benutzeravatar
Jost Schwider

RE: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Jost Schwider » 3. Dezember 2004, 12:13

"Jochen Schwinghammer" hat am 24.11.2004 geschrieben:

> Jugendliche lieben komplexe Spiele.
> Jugendliche hassen das Lesen von langen Regeln.

M.E. könnte man viel mit Kurzregeln erreichen:
1. Sie erlauben einen schnellen Spieleinstieg.
2. Sie schrecken vom Umfanh her nicht ab.
3. Sie sind ideal zum Nachschlagen.
Wenn jedem Spiel eine Kurzregel (wie etwa in http://www.schwider.de/spielhlp.htm ) beiliegen würde, könnte manche Barriere überwunden werden.

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/sp2004.htm - [i]33+5 Eindrücke von der Spiel'04[/i]
http://www.schwider.de/jas.htm - [i]Ausgezeichnete (Brett)Spiele[/i]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste