Beitragvon czarnè » 16. Dezember 2004, 22:16
Hallo TRH,
Da hast du garnicht mal so unrecht. Es kommt tatsächlich drauf an "WIE" man Meisterdiebe spielt und an das Spiel herangeht.
Wer nur seinen Gewinn im Kopf hat, und sich dadurch unbedingt viel merken "muss", wird oft enttäuscht, weil er höchstens durch Glück gewinnen kann, denn es passiert Folgendes:
Der Kopf fängt vor lauter "Arbeit" an zu qualmen, weil es eben fast unmöglich ist, sich alles merken zu wollen. Frustriert darüber, wird es dann als "Glücksspiel" erklärt.
Um hier falschen Tatsachen vorzubeugen: Es handelt sich in erster Linie um ein leicht zu erlernendes Familienspiel (unabhängig von der edlen Ausführung), das ganz "bewußt" mit dem Element des Glücks spielt.
Die eigentliche Spannung des Spiels liegt im "Öffnen" der jeweiligen Schublade, ob Edelsteine herausfallen oder nicht. Wer die Spannung ausschließlich in der Strategie sucht und es außerdem nicht gut verleiden kann, wenn andere sich durch "Glücksgriffe" ebenfalls bereichern können, der ist mit diesem Spiel nicht gut bedient und sollte besser die Finger vom Spiel und von den Schubladen lassen.
Wer aber ein Spiel noch genießen kann, wo sich, sofern man aufmerksam dafür ist, durch das Objekt ein besonderes Ambiente entwickelt, der liegt mit "Meisterdiebe" genau richtig. Der Höhepunkt ist aber, es mit möglichst vielen Leuten zu spielen, die sich vollkommen im klaren darüber sind, dass es sich nun um Glück handelt, ein chaotisches Glück, bei dem ich auch einem anderen den Sieg gönnen kann, nur um meinen Spaß an der Sache zu haben. (Je mehr Spieler, desto größer das Glück). Es ist eben, wie bei der "echten" Gaunerei: Wer weiß schon, was er in Schubladen anderer Leute findet und ob er dabei erwischt wird oder nicht? Das verstehen aber leider nicht alle! Naja, muß ja auch nicht.
Fazit:
Man muß "Meisterdiebe" flexibel spielen können, um es in seiner Ganzheit zu genießen. Es kommt auf die Spieler, aber auch auf die jeweilige Spielrunde im Spiel an: Mal taktisch, durch den Karteneinsatz, mal durch hohe Merkfähigkeit, und auch mal durch einen Glücksgriff. Das sollte schon im Wechsel stattfinden, einerseits damit der Kopf nicht qualmt, und andererseits, es nicht gänzlich für einen selbst zum Glücksspiel wird. Denn nur so erfährt der Spieler, dass sich hinter alldem durchaus Taktik "verbirgt".
Nix für Hitzköpfe.
Weitere Rezensionen:
http://www.stromausfall.org/index.php?id=112
http://www.hall9000.de/rezi.pl?spiel=meisterdiebe
http://www.spielbox.de/spielarchiv/peep/meisterdiebe.php4
http://sunsite.informatik.rwth-aachen.de/cgi-bin/luding/Redirect.py?f=00Q^E4X&URL=http://www.poeppelkiste.de/frame/frame.htm?/gutespiele/2004/meister/meister.htm
Meisterdiebe-Trailer als download:
http://www.czarne.de/html/cms2/anzeig.php?id=1101168751
Weitere Info`s auf www.czarne.de
Ich hoffe, dir damit ein wenig geholfen zu haben.
grüsse
czarnè