Beitragvon Matthias Staber » 23. Mai 2005, 10:08
>Die Vorschläge den Verräter nach der Enttarnung ein wenig schächer zu machen, nachvollziehen, denn man muss sich sehr genau überlegen ob und wann man den Verräter anklagt - selbst wenn es klar ist, wer es ist! Das kann ein ziemlicher Schuss nach hinten werden. Die "natürliche" Raktion ist es allerdings erstmal zu erwarten das, wenn der Verräter enttarnt wurde, alles besser wird!<
Das empfinde ich ein bisschen anders: Wenn der Veräter vernünftig spielt, wird er erst recht spät erkannt werden, also im letzten Drittel des Spiels. Und dann entsteht eine taktische Option für die Getreuen, die ich als feature, nicht als bug, erlebe: Klage ich an, um auch für die anderen Ritter alle Unklarheiten zu beseitigen, mit der unaangenehmen Folge, dass damit der Kartenziehmechanismus des Verräters in Gang kommt? Oder warte ich lieber noch damit, in der Hoffnung, dass der Verräter denkt, noch unerkannt zu sein, und immer noch einige nützliche Karten spielt? Eins steht fest: Vor Schluss sollte der Verräter angeklagt sein, damit keine weißen Schwerter umgedreht werden. Ich finde das alles sehr prickelnd, und möchte daran nichts per Hausregeln ändern.
Es kommt selten vor, dass ich von einem Spiel gleich mehrere Partien hintereinander spiele, weil ich die Abwechslung liebe. Doch SüC hat uns in seinen Bann gezogen: Gestern haben wir gleich drei Mal gespielt, bevor wir den Spieletag noch mit einer Partie Funkenschlag (wow, auch immer wieder ein Hammerspiel!) haben ausklingen lassen. Für mich ist das ein Zeichen für ein sehr gutes Spiel, und in diesem Jahrgang, der von Seiten deutscher Verlage (für mich wird es vorraussichtlich ein Jahr der ausländischen Verlage wie FFG) bisher wenig für meine Interessen bietet, sogar für ein herausragendes. Ein Spiel mit fesselnder Atmosphäre und neuartigen Mechanismen, das mich endlich nicht dazu auffordert, irgendwelche Holzklötzchen irgendwohin zu setzen. Was will ich mehr?
Ich poste dies übrigens nicht, um gegen deine Analysen zu schießen, Oliver, sondern nur um meine Begeisterung für dieses feine Spiel auszudrücken. Ein bisschen Mechanismen-Analyse hat noch keinem vernünftigen Spiel geschadet und ist immer interessant, denke ich. Dazu sind Spielerforen schließlich da.
Matthias