Beitragvon Steffen S. » 17. Juni 2005, 15:20
Hallo Volker,
da hast du - u.U. ganz unbewusst - den Pfeil ins Schwarze geschossen. Palazzo ist imho nett, es funktioniert, aber es ist einfach durch und durch unspektakulär, zumindest für Personen, die der Spielerei mit solcher Intensität fröhnen wie der Großteil dieses Forums.
Ich will den Spielablauf nicht erläutern, nur so viel: Das Spiel ist ein Wechsel aus "Geld tanken" und "Stockwerke aneignen", wobei letzteres als Kauf (Bauplatz, zentral) oder Versteigerung erfolgen kann. Wo liegen dabei die Spannungsmomente? Zum einen im Aufdecken der Stockwerksplättchen. Allerdings ist da eine ordentliche Portion Glück im Spiel: Ort, Typ und Wert der Stockwerke sind (mit Einschränkungen) zufällig, und werden mitunter erst nach der Kaufentscheidung aufgedeckt. Auch das Spielende kann hier sehr unvermittelt erfolgen.
Das zweite, wichtigere Spannungsmoment ist die Versteigerung vom altbekannten Typus. Haben wir unsere Kriegskasse (wichtig: bekomme ich gleiche & hochwertige Geldkarten gezogen...?) genug gefüllt, und liegt ein gutes Angebot aus, schlagen wir zu. Die anderen halten nach Kräften dagegen - mal aus eigenem Interesse, mal nur, um uns finanziell auszubluten. Das ist nett, aber mal ganz ehrlich: Wie viele Spiele - allein von Herrn Knizia - mit einer solchen "0-8-15-Versteigerung" (nicht abwertend gemeint) gibt es? Und dieses "althergebrachte" Element muss im wesentlichen den Spielspaß tragen. Das tut es auch durchaus, um hier nicht missverstanden zu werden. Aber spektakulär genug, um hier zu Diskussionen oder Beifallsstürmen zu führen, ist es nicht.
Es bleibt ein "Spiel der Mitte": Mittelmäßig bis wenig originell, mittelmäßig taktisch, ordentliche Portion Glück (Geldkarten, Spielende, Gebäudekarten samt Lage, Typ und Wert), mittelmäßige Themenumsetzung. Ordentliches Spiel, flott & einfach, aber nicht "aufsehenserregend".
Gruß,
Steffen