Beitragvon Ingo Althöfer » 8. Juli 2005, 10:05
Lieber Herr Ridder,
danke für das Aufgreifen des Diskussions-Fadens.
> na ja, das ist jetzt eine Behauptung, die sich durch nichts
> beweisen ließe.
Das mit den erst realisierten < 0,1 Promille des Potential
von Reinhold Wittigs "Spiel" war absichtlich etwas
provokativ formuliert.
Die Einschätzung beruht zu einem guten Teil auf Erfahrungen
(Geschichte der Mathematik, Geschichte der Wissenschaften
allgemein, Geschichte des Spiele-Erfindens, meine (noch
kurze) Geschichte des Spiele-Erfindens):
Es gab immer wieder den Eindruck (und Leute, die ihn
propagier(t)en), dass dieses oder jene Gebiet vollständig
abgegrasst und in ewigkeitstauglicher Form vorliege. Bestes
Beispiel ist die mechanistische Physik am Ende des 19.
Jahrhunderts.
Ein anderes Beispiel über Vielfalt (und nur sehr partielle
Realisierung) liefert uns die Sprache der belebten Natur
(z.B. auf der Ebene mit den Buchstaben A,C,G,T/U).
Es gibt 4-hoch-250 mögliche Strings der Länge 250 über einem
4er-Alphabet -- und da kann das, was in etwa 2,5 Milliarden Jahren davon realisiert worden ist, nur ein kleiner
Bruchteil sein.
Da enthalten dann die 289 sechs-seitigen Wittig-Würfel,
selbst wenn sie gar nicht geworfen werden, sondern nur
friedlich (in Ketten?) auf dem Tisch liegen, noch
deutlich mehr Möglichkeiten.
> Sollten aber all die noch nicht angedachten
> Spiele die Qualität haben, wie sie die Regel speziell für
> die Erweiterung "55" hat,
Was auch immer das ist (kenne ich nicht).
> mit der man nur mit dieser spielen
> kann, wird man nicht viel vermissen.
Das "man" ist zu pauschal. Es wird nicht jedefrau
oder jedes Epsilon (Paul-Erdos-Bezeichnung für Kinder)
jedes Spiel gleichermassen mögen - und auch das ist
gut so.
Aus der eigenen Familie kenne ich Beispiele, wo eigentlich
vollkommen unschöne Spiele von der ganz speziellen
Runde mit wahnhafter Begeisterung betrieben werden.
> Spielerische Grüße
Danke. Pluralistisch-Individualistisch-spielerische Grüsse im Return,
Ingo Althöfer.