Anzeige

Das neue Editorial - die verpasste Chance

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Wolfgang

Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon Wolfgang » 9. Juli 2005, 17:30

Hallo,

Mit ziemlichem Erstaunen habe ich das neue Editorial gelesen. Zwar wurde die Entscheidung der Jury SdJ nicht kritisiert, doch die weiteren Äußerungen sind mir zum größten Teil nicht verständlich.

>Auf der BekanntgabePressekonferenz bescheinigte der Juryvorsitzende Uwe Petersen dem Jahrgang . mehr oder minder durch die Blume ., ein schwacher zu sein …<
Nun, ja. Wenn ich schaue wie beliebt immer noch die Nominierten 2004 sind und auch manch anderes Spiel aus dem Jahrgang ist die Äußerung durchaus verständlich.

>…Wenn es denn wirklich an Qualität mangelte, hätte die Jury es doch in der Hand gehabt, weniger als fünf Spiele zu nominieren . oder Titel aus dem Vorjahr.<
Man hat sich nach langer Zeit dazu entschlossen, auch für das Spiel des Jahres fünf Spiele zu nominieren Diese Anzahl ist seit langen bei vielen Veranstaltungen üblich, am bekanntesten wohl beim Oscar. Es zu ändern hätte neue Modalitäten erzeugt, die den Händlern und Gelegenheitsspielern erst einmal erklärt werden. Und ist das Spiel des Jahres nicht auch dazu da, Gesellschaftsspiele zu propagieren? Wie sähe es da aus, weniger zu nominieren und zu sagen: „Leute, aktuell sind die Spiele nicht so gut, kauft besser keine“

>Tatsächlich aber fehlen unter den Nominierten Spiele wie China, Louis XIV oder das grandiose Geschenkt …ist noch zu teuer.<
Sie fehlen nicht, weil Kardinal & König besser als China ist, Louis mehr für Vielspieler ist und geschenkt ist auf der empfehlenswerten Liste. Irgendwie passt das nicht, zu empfehlen, weniger Spiele zu nominieren und dann gleich drei Spiele zu nennen, die nominiert werden sollten.

> Kürze der Zeit? … Es muss wie ein Schock gewirkt haben, als die Verantwortlichen in der Jury (Anfang des Jahres?) feststellen mussten, wie spät doch 2005 die Nürnberger Spielwarenmesse und wie früh Ostern.<
Das ist nun wirklich nur Hohn, denn die Jury hat bereits auf ihrer Veranstaltung zur Spiel '04 auf diese Terminsituation hingewiesen.

> Die Jury braucht mehr Zeit zum Testen. Es war auch schon anders, doch 2005 sind vier der fünf zum .Spiel des Jahres. Nominierten auf der SPIEL im vergangenen Herbst erschienen. Und die Regel des fünften lässt sich mit dem Satz .Würfle und zieh. einen Pöppel. hinreichend zusammenfassen.<
Dann schaue man sich doch mal 2004 an. Alle fünf Spiele aus Nürnberg und nicht nur einfache Spiele.

> 2006 besteht jedenfalls die womöglich einmalige Chance, eine alea-Neuheit aus Nürnberg unter den
Nominierten zu sehen, und vielleicht reicht.s ja auch für mehr. Streng dich an, Stefan Brück!<
Also irgendwie habe ich in Erinnerung, dass 2002 ein alea-Spiel nominiert war. Hatte den Namen einer Karibik-Insel, oder?

Resümee: eine große Spielezeitschrift bestätigt die Entscheidung der Jury Spiel des Jahres zunächst um anschließend mit einem Rundumschlag die Jury zu kritisieren. So wirbt man sicherlich nicht für Gesellschaftsspiele. Chance vertan!

Wolfgang

P.S.: Für mich passt dies aber in das Bild der Spielbox, bei der komplexe Spiele möglichst ohne Glücksfaktor die besten Rezensionen bekommen.

Benutzeravatar
B.Marck

Re: Chance und Strategie

Beitragvon B.Marck » 9. Juli 2005, 19:38

Wolfgang schrieb:
>
> P.S.: Für mich passt dies aber in das Bild der Spielbox, bei
> der komplexe Spiele möglichst ohne Glücksfaktor die besten
> Rezensionen bekommen.

Hmm, das komplexe Spiel ohne Glücksfaktor ist aber bei Vielspielern sehr beliebt... So scheint's jedenfalls angesichts des Spielbox-Forums und der meisten im Internet veröffentlichten Kritiken. Nur wenige Vielspieler schätzen den Glücksfaktor.
(Was nicht unbedingt meinen Geschmack wiederspiegelt.)

Benutzeravatar
peer

Re: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon peer » 9. Juli 2005, 21:03

Hi,
Wolfgang schrieb:
> Mit ziemlichem Erstaunen habe ich das neue Editorial gelesen.
> Zwar wurde die Entscheidung der Jury SdJ nicht kritisiert,
> doch die weiteren Äußerungen sind mir zum größten Teil nicht
> verständlich.

Mich wundert nur, dass du sie gelesen hast - wolltest du nicht der Spielbox abschwören? ;-)

> >…Wenn es denn wirklich an Qualität mangelte, hätte die Jury
> es doch in der Hand gehabt, weniger als fünf Spiele zu
> nominieren . oder Titel aus dem Vorjahr.<
> Man hat sich nach langer Zeit dazu entschlossen, auch für
> das Spiel des Jahres fünf Spiele zu nominieren Diese Anzahl
> ist seit langen bei vielen Veranstaltungen üblich, am
> bekanntesten wohl beim Oscar. Es zu ändern hätte neue
> Modalitäten erzeugt, die den Händlern und
> Gelegenheitsspielern erst einmal erklärt werden. Und ist das
> Spiel des Jahres nicht auch dazu da, Gesellschaftsspiele zu
> propagieren? Wie sähe es da aus, weniger zu nominieren und zu
> sagen: „Leute, aktuell sind die Spiele nicht so gut, kauft
> besser keine“

Wieso? Die Regelung mit 5 Spielen ist ja erst seit dem letzten Jahr so. Und vorher gab es keine festgelegte Länge - ich glaube kaum, dass das Probleme verursacht hat. Ich verstehs ehrlich gesagt nicht : Ist der Jahrgang nun schwach oder nich`? Wenn ja, wieso gibts genauso viele Titelträgerwürdige Spiele, wie im letzten Jahr? Da passt was nicht zusammen...
Ich hatte es letztes Jahr auch nicht so verstanden, dass es immer genau 5 sein müssen.


> >Tatsächlich aber fehlen unter den Nominierten Spiele wie
> China, Louis XIV oder das grandiose Geschenkt …ist noch zu
> teuer.<
> Sie fehlen nicht, weil Kardinal & König besser als China ist,
> Louis mehr für Vielspieler ist und geschenkt ist auf der
> empfehlenswerten Liste. Irgendwie passt das nicht, zu
> empfehlen, weniger Spiele zu nominieren und dann gleich drei
> Spiele zu nennen, die nominiert werden sollten.

Hm, ich verstehe Hardel so: Die Jury behauptet der Jahrgang wäre schwach, nominiert aber so viele wie im (starken) letzten jahrgang - Das passt nicht zusammen, zumal es in der Tat offenbar auch och andere unberücksichtigte Spiele gegeben hätte.
Mal abgesehen davon, dass die Nominierungen ja z.T. sehr umstritten sind.

> > Die Jury braucht mehr Zeit zum Testen. Es war auch schon
> anders, doch 2005 sind vier der fünf zum .Spiel des Jahres.
> Nominierten auf der SPIEL im vergangenen Herbst erschienen.
> Und die Regel des fünften lässt sich mit dem Satz .Würfle und
> zieh. einen Pöppel. hinreichend zusammenfassen.<
> Dann schaue man sich doch mal 2004 an. Alle fünf Spiele aus
> Nürnberg und nicht nur einfache Spiele.

Das bezog sich wohl eher auf die Terminsituation in diesem Jahr. Hardels Punkt ist die Unflexibilität der Jury: Es MÜSSEN 5 Titel sein, egal wie der Jahrgang aussieht, es müssen immer dieselben Termine sein, egal wie der Kalender aussieht etc.


> Resümee: eine große Spielezeitschrift bestätigt die
> Entscheidung der Jury Spiel des Jahres zunächst um
> anschließend mit einem Rundumschlag die Jury zu kritisieren.
> So wirbt man sicherlich nicht für Gesellschaftsspiele. Chance
> vertan!

Chance wofür?
Eine kritische Anmerkung der ARBIET der Jury bringt IMHO mehr, als das übliche Gemecker "Die nominierten Spiele gefallen mir nicht", dasman sonst so liest...

> P.S.: Für mich passt dies aber in das Bild der Spielbox, bei
> der komplexe Spiele möglichst ohne Glücksfaktor die besten
> Rezensionen bekommen.

Das stimmt so pauschal nicht, und das weisst du auch. Ist der Glücksfaktor von Geschenkt... so niedrig?
In der letzten Spielbox bekam z.B. das völlig Glücklose Neuland nur eine 6 - mit der Begründung dass ein nivelierender Glücksfaktor fehlt.

ciao
peer

Benutzeravatar
Marten Holst

RE: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon Marten Holst » 10. Juli 2005, 03:09

Moin,

> Das bezog sich wohl eher auf die Terminsituation in diesem
> Jahr. Hardels Punkt ist die Unflexibilität der Jury: Es
> MÜSSEN 5 Titel sein, egal wie der Jahrgang aussieht,

man muss das ja nicht gut finden - aber "unlogisch" finde ich eine fünferliste nicht. Jeder Jahrgang (in dem mindestens 5 Spiele überhaupt veröffentlicht wurden) hat 5 beste. Umstritten werden solche Listen eh sein - aber sonst käme noch der Interjahrgangsvergleich ("Wenn es letztes Jahr MäDn geschafft hat, wieso dann jetzt nicht Maumau?"). Deswegen kann man zwar über Spielejahrgangsqualitäten weiterhin streitren - aber die Stärke eines Jahrgangs zu bestimmen sehe ich nicht als Aufgabe des Preises an. Und es gibt ja auch immer ein SdJ - unabhängig von der Jahrgangsstärke :-)

Tschüß
Marten

Benutzeravatar
Ernst-Jürgen Ridder

RE: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 10. Juli 2005, 10:15

Hallo Marten,

grundsätzlich sehe ich das auch so. Sollte aber der sicher theoretische Fall eintreten, dass ein Jahrgang kein nach den Kriterien der Jury gutes Spiel enthält, dann sollte auch keines SdJ werden können.

Gruß
Ernst-Jürgen

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Chance und Strategie

Beitragvon Attila » 10. Juli 2005, 11:45

B.Marck schrieb:

> angesichts des Spielbox-Forums und der meisten im Internet
> veröffentlichten Kritiken. Nur wenige Vielspieler schätzen
> den Glücksfaktor.

Was ist das nun wieder für eine Theorie?
Lässt die sich auch belegen oder ist es eine in den Raum gestellte Behauptung? - Ich denke mal letzteres!

Atti

Benutzeravatar
peer

Re: Chance und Strategie

Beitragvon peer » 10. Juli 2005, 12:21

Hi,
Attila schrieb:
>
> B.Marck schrieb:
>
> > angesichts des Spielbox-Forums und der meisten im Internet
> > veröffentlichten Kritiken. Nur wenige Vielspieler schätzen
> > den Glücksfaktor.
>
> Was ist das nun wieder für eine Theorie?
> Lässt die sich auch belegen oder ist es eine in den Raum
> gestellte Behauptung? - Ich denke mal letzteres!

Jo. Allerdings glaube ich, dass unter Vielspielern eine leichte Tendenz zu weniger glücksbetonten Spielen durchaus abzulesen ist. Zumindest hat der Glücksfaktor keine allzu gute Reputation - sonst müsste er nicht immer für die Begrpndung einer schlechten Bewertung ehrhalten ;-)

ciao
peer (der meint, der Glücksfaktor muss zum Spiel passen)

Benutzeravatar
B.Marck

Re: zuviel Chance / zuviel Strategie

Beitragvon B.Marck » 10. Juli 2005, 14:20

peer schrieb:
>
> Attila schrieb:
> >
> > > B.Marck schrieb:
> > >
> > > Hmm, das komplexe Spiel ohne Glücksfaktor ist aber bei
> > > Vielspielern sehr beliebt... So scheint's jedenfalls
> > > angesichts des Spielbox-Forums und der meisten im Internet
> > > veröffentlichten Kritiken. Nur wenige Vielspieler schätzen
> > > den Glücksfaktor.
> >
> > Was ist das nun wieder für eine Theorie?
> > Lässt die sich auch belegen oder ist es eine in den Raum
> > gestellte Behauptung? - Ich denke mal letzteres!

Ich denke, die Verwendung meiner Formulierung "so scheint's jedenfalls" deutet einen gewissen Eigenanteil bei der Interpretation an.

Zum Thema "Belegen": Ich melde mich in zwei Jahren nochmals, nachdem ich alle Postings ausgewertet habe. ;-)

Im Ernst: Ich habe bei der Forumssuche entdeckt, dass das Thema Glück hier letztens (auch von Attila) ausführlicher diskutiert wurde und daher manche Leser empfindlich reagieren. Da ich - verständlicherweise - kaum alle Internetseiten und das Forum empirisch auswerten möchte, will ich es bei der Formulierung meiner "Theorie" belassen und habe kein Problem damit, wenn jemand das Gelesene im Internet und im Forum anders auswertet.
Exemplarisch für viele andere Belege ein Zitat von Björn Kalies aus seinem Peep zu Alexander. Kalies stellt den "fehlenden Glücksfaktor als Garant für Strategiegenuss" dar: "Das fehlende Glücksmoment lässt Alexander zu einem fast lupenreinen Juwel dieser Spielgattung werden".
(siehe: http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=114081&t=114081)
(Natürlich weiß ich, dass der Peep von einigen Forumsteilnehmern diskutiert wurde und ich die dort geführte Diskussion nicht mit einem Zitat darstellen kann. Das ist auch nicht mein Anliegen. Ich möchte lediglich deinem Wunsch nach Beweisen entsprechen. Weitere - empirisch verwertbare - Aussagen zum Thema Glück in diesem Forum finden sich per Suche: http://www.spielbox.de/phorum4/search.php4?f=1&search=gl%FCck&match=1&date=0&fldsubject=1&fldbody=1 )

Eventuell kann (damit ich nicht einer unbelegbaren Theorie bezichtigt werde) man zum Thema Glück im Spiel sagen: Vielspieler mögen Spiele mit "zuviel Glück" nicht; "zuviel Strategie" im Spiel gibt es für Vielspieler kaum.

> Jo. Allerdings glaube ich, dass unter Vielspielern eine
> leichte Tendenz zu weniger glücksbetonten Spielen durchaus
> abzulesen ist. Zumindest hat der Glücksfaktor keine allzu
> gute Reputation - sonst müsste er nicht immer für die
> Begrpndung einer schlechten Bewertung ehrhalten ;-)

Das unterstreicht meine ursprünglich geäußerte "Theorie".

> peer (der meint, der Glücksfaktor muss zum Spiel passen)

That's it! ;-)

PS: Meinem ersten Posting war zu entnehmen, dass ich selbst mit der inhaltlichen Aussage meiner "Theorie" nicht konform gehe. Ergo: Viel Glück!

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: zuviel Chance / zuviel Strategie

Beitragvon Attila » 10. Juli 2005, 15:08

Hiho,

Da kann ich nur wieder mal auf eine schönen Kommentar von Albrecht Nolte verweisen bei "Anmerkung des Autors" unter folgendem Link:

http://www.aza-spiele.de/frameset.php3?mark=pressestimmen&sprache=d&ebene3=ps49&ebene2=pressestimmen&start=presse

Atti

Benutzeravatar
B.Marck

Re: zuviel Chance / zuviel Strategie

Beitragvon B.Marck » 10. Juli 2005, 15:26

Attila schrieb:
>
> Hiho,
>
> Da kann ich nur wieder mal auf eine schönen Kommentar von
> Albrecht Nolte verweisen bei "Anmerkung des Autors" unter
> folgendem Link:
>
> http://www.aza-spiele.de/frameset.php3?mark=pressestimmen&sprache=d&ebene3=ps49&ebene2=pressestimmen&start=presse
>

;-) Welche der 557 Wörter meinst du denn genau? ;-)

Benutzeravatar
peer

Re: zuviel Chance / zuviel Strategie

Beitragvon peer » 10. Juli 2005, 16:43

Hi,
netter Text, der B. Marcks Posting ja bestätigt. Übrigens meinte ich mich zu erinnern, dass dasselbe Spiel bei Hall recht gut bewertet wurde.
Generell kann ich mich nur wiederholen: Das Glücksfaktor-Argument wird gerne mal schnell unbedacht in die Diskussion geworfen. Davon unabhängig ist aber
a) das Spiele mit Glücksfaktor NATÜRLICH genauso viel Spaß machen können, wie welche ohne (bestreitet ja auch keiner)
b) Spielen schnell ein Glücksfaktor nachgsagt wird, um eine schlechte Meinung zu begründen ("Da kann man genausogut eine Münze werfen") - selbst bei Spielen, bei denen der Glücksfaktor durchaus kontrollierbar ist, z.B. Siedler oder Formula De
c) es aber durchazus Spiele gibt, bei denen der Glücksfaktor wirklich stört - z.B. wenn "man gespielt wird" oder ein Würfelwurf das Spiel zuvor ad adsurdum führt.

Insofern ist jede Reaktion die sich nur auf die Verwendung des Wortes "Glücksfaktor" stützt ebenso pauschal "falsch" oder "richtig" wie jede Reaktion, die die Zusammenhänge nicht erkennt.

Aber die Diskussioon ist nicht neu:

"Jost Schwider schrieb:

> In diesem Sinne sind dann Spiele wie die Catan'schen Siedler
> kein "Glückspiel", Spiele (die ich persönlich gar nicht mehr

Nach meiner Erfahrung schon ! (...)"

aus: http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=67317&t=67116

ciao
peer

Benutzeravatar
Steffen S.

Re: zuviel Chance / zuviel Strategie

Beitragvon Steffen S. » 10. Juli 2005, 16:53

Hi Peer,

Golf Profi wurde bei hall sehr unterschiedlich bewertet, tendenziell aber eher schlecht:

http://www.hall9000.de/php/rezi.php?rezi=97

Und nun die Stilblüte, die zur Diskussion zurückführt: Die 6er-Wertung stammt von einem gewissen Oliver "Attila" Grimm ;-)

Und jetzt klinke ich mich gleich wieder aus der Diskussion aus.

Verschmitzte Grüße,
Steffen

Benutzeravatar
Harald Schrapers

Re: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon Harald Schrapers » 10. Juli 2005, 16:59

Da bin ich ja mal gespannt, wie die FAIRPLAY die Jury-Entscheidung kommentiert. Ob die im Gegensatz zur spielbox voll begeistert ist?
Tja: aber da müssen wir - je nach Postzustellgeschwindigkeit - noch bis zum 16. Juli warten.
;-) ;-) ;-)

Benutzeravatar
Marten Holst

RE: zuviel Chance / zuviel Strategie

Beitragvon Marten Holst » 10. Juli 2005, 17:01

Moin,

> Da kann ich nur wieder mal auf eine schönen Kommentar von
> Albrecht Nolte verweisen bei "Anmerkung des Autors" unter
> folgendem Link:
>
> http://www.aza-spiele.de/frameset.php3?mark=pressestimmen&sp
> rache=d&ebene3=ps49&ebene2=pressestimmen&start=presse

ich tue dem Herrn Nolte vielleicht unrecht, aber wenn schon im ersten Absatz eine Volksetymogelei, "die"="Würfel" habe sprachgeschichtlich irgend etwas mit "die"="sterben" zu tun, auftaucht, schwindet mir bei dem etwas pathosbeladenen Ansatz doch die Leselust. Wenn man sich dennoch durchkämpft, und auf einmal - neben interessanten Betrachtungen - auch esoterischem Bimbam wie "Ich behaupte daher, das Ergebnis eines Wurfes spiegelt die mentale Stärke eines Spielers wieder." begegnet - dann frage ich mich auch: welche Stelle meinst Du jetzt?

Tschüß
Marten

Benutzeravatar
B.Marck

Re: zuviel Chance / zuviel Strategie

Beitragvon B.Marck » 10. Juli 2005, 17:36

Steffen S. schrieb:
>
> Und nun die Stilblüte, die zur Diskussion zurückführt: Die
> 6er-Wertung stammt von einem gewissen Oliver "Attila" Grimm ;-)

Ouch, gut aufgepasst! ;-)

Benutzeravatar
Markus Barnick

Re: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon Markus Barnick » 10. Juli 2005, 23:30


> >Auf der BekanntgabePressekonferenz bescheinigte der
> Juryvorsitzende Uwe Petersen dem Jahrgang . mehr oder minder
> durch die Blume ., ein schwacher zu sein …<
> Nun, ja. Wenn ich schaue wie beliebt immer noch die
> Nominierten 2004 sind und auch manch anderes Spiel aus dem
> Jahrgang ist die Äußerung durchaus verständlich.


schön, dass das mal jemand anspricht. Ich kann Uwe Petersen nur recht geben. Auch wenn mir Verflixxt sehr gut gefällt, ist die Auswahl doch eher mau, wie auch der gesamte Jahrgang (von wenigen Ausnahmen abgesehen, wobei mir aber jetzt spontan keine einfällt. Jedenfalls war beim Spielebend schon lang nix Ordentliches mehr auf dem Tisch)

Markus'
(subjektive Meinung)

Benutzeravatar
Michael Andersch

RE: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon Michael Andersch » 11. Juli 2005, 09:10

> Jedenfalls war beim
> Spielebend schon lang nix Ordentliches mehr auf dem Tisch)

Selber schuld ;-)
Wenn Dir von den Neuheiten keine gefällt, dann musst Du halt ältere Spiele hervorkramen. Sehr gute Spiele gibt's genug!

Micha

Benutzeravatar
Stefanie
Brettspieler
Beiträge: 94

[OT] Ethymologie von engl. 'die'

Beitragvon Stefanie » 11. Juli 2005, 09:20

Marten Holst schrieb:

> ich tue dem Herrn Nolte vielleicht unrecht, aber wenn schon
> im ersten Absatz eine Volksetymogelei, "die"="Würfel" habe
> sprachgeschichtlich irgend etwas mit "die"="sterben" zu tun,
> auftaucht, schwindet mir bei dem etwas pathosbeladenen Ansatz
> doch die Leselust. [...]

Zumindest glaubt das Oxford English Dictionary auch nicht, dass die
beiden Woerter "die"=Wuerfel und "die"=sterben irgendetwas miteinander zu tun haetten, die Herkunft der beiden Woerter ist voellig unterschiedlich ;-)

Cheers,
Stefanie

Benutzeravatar
Roman Pelek

Etymologie, Glücksbeeinflussung und andere Gedanken

Beitragvon Roman Pelek » 12. Juli 2005, 00:35

Hi Marten,

Marten Holst schrieb:

> ich tue dem Herrn Nolte vielleicht unrecht, aber wenn schon
> im ersten Absatz eine Volksetymogelei, "die"="Würfel" habe
> sprachgeschichtlich irgend etwas mit "die"="sterben" zu tun,
> auftaucht, schwindet mir bei dem etwas pathosbeladenen Ansatz
> doch die Leselust.

Hm, www.etymonline.com hat (nebst anderen Quellen) da eine m. E. plausiblere Erklärung für die Herkunft des englischen "die":

"die (n.)
c.1330 (as a plural), from O.Fr. de, of uncertain origin, perhaps from L. datum "given," pp. of dare (see date (1)), which, in addition to "give," had a secondary sense of "to play" (as a chess piece); or else from "what is given" (by chance or Fortune). Sense of "stamping block or tool" first recorded 1699."

> Wenn man sich dennoch durchkämpft, und auf
> einmal - neben interessanten Betrachtungen - auch
> esoterischem Bimbam wie "Ich behaupte daher, das Ergebnis
> eines Wurfes spiegelt die mentale Stärke eines Spielers
> wieder." begegnet - dann frage ich mich auch: welche Stelle
> meinst Du jetzt?

Ich habe den Text nun mehrfach gelesen und mich bei diversen Passagen zur "Glücksbeeinflussung" auch gefragt: meint der Autor dies nun im übertragenen Sinne, dass, wer nicht an seinen Erfolg glaubt, seine Chancen gerne übersieht, und sich deswegen selbst künstlich schlechter stellt - oder ist er ernsthaft der Meinung, dass das (Würfel-)Glück wirklich Rücksicht auf die eigenen Absichten nehmen würde? Ich fürchte allerdings wie Du eher letzteres, denn in seinen Anmerkungen hatte er an mehreren Stellen die Chance, sich klar jenseits der Esoterik zu bewegen - bleibt aber an jeder etwas schwammig.

Unterm Strich birgt dieses Statement in meinen Augen sinnvolle und engagierte gedankliche Ansätze zum Thema "Warum Glück im Spiel/Sport dazugehört", aber jenseits besagter Ansätze wird's mir von der Substanz her ein bissl dünn. Und gerade im letzten Drittel des Textes scheint es mir, als ob der Autor dazu noch auf dem Eis verletzter Eitelkeit ausrutscht, was der Schlagkräftigkeit des Textes nun auch nicht unbedingt zuträglich ist...

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Lukas Merlach
Kennerspieler
Beiträge: 193

RE: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon Lukas Merlach » 12. Juli 2005, 10:49

"Wolfgang" hat am 09.07.2005 geschrieben:
>>dem Jahrgang . ...., ein schwacher zu sein …
> Wie sähe es da aus,
> weniger zu nominieren und zu sagen: „Leute, aktuell sind
> die Spiele nicht so gut, kauft besser keine“
GUTE Idee. (resp. anstatt "keine" würde ich halt Spiele aus früheren Jahren empfehlen, da gibts nämlich genügend gute...)
Dass (grad auch hier im Forum) alle nur über Neuheiten diskutieren und alles ältere nix mehr gilt, ist mir völlig unverständlich. Wie wenn Spielmechanismen dermassen schnell veralten würden....

Im übrigen verstehe ich die (alljährlich grösser werdende) Aufregung über Juryentscheide nicht: Die Jury empfiehlt ein Spiel für wenigspielende Warenhauskunden. Ich kenne mehr Spiele als die Jury, ich habe andere Ansprüche an Spiele, was kümmert mich also deren Entscheid?
(Nebst den wirtschaftlichen Interessen natürlich. Da halte ich es wie Benno...)

Lukas

Benutzeravatar
Ernst-Jürgen Ridder

OT: Jagd nach Neuheiten

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 12. Juli 2005, 22:36

Hallo Lukas,

es scheint mir schon auch so zu sein, dass viele hier besonders über Neuheiten diskutieren. Mir geht es teilweise auch so, dass ich auf neues warte, so z.B. ganz besonders bei Zivilisations-Entwicklungsspielen. Da hoffe ich immer, dass es mal ein Spiel gibt, in dem die Aspekte der sich entwickelnden Gesellschaftsstrukturen im Vordergrund stehen. Daneben sollte natürlich Forschungsentwicklung nicht zu kurz kommen. Das ganze sollte dann auch ohne Einsatz kriegerischer Mittel spannend sein und -nicht zuletzt- an einem Abend spielbar. Die nächsten Neuheiten sollen auf dem Gebiet der Zivilisationsspiele Tempus (ProLudo) und Antike (Eggertspiele) sein. Mal sehen, was uns da erwartet.

Aber ganz so, dass es hier immer nur um Neuheiten geht, ist es denn doch nicht. Immer wieder mal werden auch ältere Spiele angesprochen, vor allem wenn jemand dazu eine Frage hat, oder es um Vergleiche mit neueren Spielen geht. Daraus lässt sich dann entnehmen, dass auch ältere Spiele immer noch gespielt werden. Es wäre auch schade, wenn niemand mehr etwa Die Siedler von Catan -immerhin schon zehn Jahre alt- spielen wollte, nur weil es etwa das neuere Candamir gibt. Manchmal ist es auch so, dass man ältere Spiele erst jetzt entdeckt, wie es mir z.B. mit dem mich sehr ansprechenden Nanuuk! gegangen ist, das ich gerade erst erworben habe, das aber erstmals schon 1998 herausgekommen ist.

Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen

Benutzeravatar
Carsten Wesel | FAIRspielt.de

RE: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 12. Juli 2005, 23:18

Lukas Merlach schrieb:
>
> Dass (grad auch hier im Forum) alle nur über Neuheiten
> diskutieren und alles ältere nix mehr gilt, ist mir völlig
> unverständlich.

Warum sollte ich hier über alte Spiele diskutieren - das habe ich doch schon gemacht, als die Spiele damals erschienen und neu waren? Die eine Chance, hier über alte Spiele zu diskutieren, ist ein frühes Erscheinungsjahr - möglichst zu einer Zeit, als es dieses Forum noch nicht gab.

Ansonsten: Es wurde schon alles gesagt, nur nicht von jedem. (PS: Weiß jemand, von wem dieses Zitat ist?)

Gruß Carsten (der auch mal was gesagt haben wollte)

Benutzeravatar
B.Marck

RE: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon B.Marck » 13. Juli 2005, 00:08

Carsten Wesel | FAIRspielt.de schrieb:
>
> Ansonsten: Es wurde schon alles gesagt, nur nicht von jedem.
> (PS: Weiß jemand, von wem dieses Zitat ist?)

In seiner Ursprungsform soll es von Karl Valentin sein:
http://www.bboxbbs.ch/home/moge/quote/quote.htm

Benutzeravatar
Lukas Merlach
Kennerspieler
Beiträge: 193

RE: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon Lukas Merlach » 14. Juli 2005, 10:41

"Carsten Wesel | FAIRspielt.de" hat am 12.07.2005 geschrieben:
> Warum sollte ich hier über alte Spiele diskutieren - das
> habe ich doch schon gemacht, als die Spiele damals
> erschienen und neu waren?
Ja, das war missverständlich. - Auch ich lese das Forum wegen Infos zu Neuheiten... Für Leute, die damals schon dabei waren ist das durchaus legitim.
Meine Kritik betraf die Aussage
„Leute, aktuell sind die Spiele nicht so gut, kauft besser keine“
(und da sind wirklich ältere Spiele eine sinnvolle Alternative)

Dabei wollte ich in einem Aufwisch auch die extreme Neuheitengeilheit des gesamten Spielmarktes anprangern, die sich (auch) hier im Forum äussert.
Postings im Sinne von "Ich kenne schon 3 Spiele, muss ich mir jetzt ein 'In 80 Tagen' oder ein 'Verflixxt' kaufen?", die dann zu ausgiebigen Diskussionen Anlass geben, nerven mich gewaltig, da zahlreiche ältere Spiele doch wesentlich besser geeignet wären.

So war das gemeint.
Gruss Lukas

Benutzeravatar
Markus Barnick

RE: Das neue Editorial - die verpasste Chance

Beitragvon Markus Barnick » 14. Juli 2005, 11:35

worin ich dir uneingeschränkt recht gebe :-)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 28 Gäste