Beitragvon peer » 14. Juli 2005, 13:56
Hi,
Wolfram Püchert alias WeePee schrieb:
>
> Mich hat es geärgert, dass so viele hier in diesem Forum
> diskutieren, ob und welches Spiel vergessen wurde, nicht
> berücksichtigt wurde, zu Recht gewonnnen habe, etc., und
> dabei auf keinen grünen Zweig gekommen sind.
Kan man ja auch nicht. Es gibt kein "Objektiv bestes Spiel", auch kein objektiv "am besten geeignetes Spiel" oder ähnliches. Preise müssen entsprechend immer von einer Jury oder durch eine Abstimmung vergeben worden (oder durch eine Abstimmung von einer Jury ;-) )
Diskussionen kann man höchstens führen im Sinne von "Welches wäre wohl besser geeignet gewesen" und das ist zwangsläufig (relativ) fruchtlos, macht aber Spaß. :-)
Weiß nicht, was du bezüglich Diskussionen erwartest. Auch wenn die Jury deinen Forderungen entsprechen würde, würde es diese "fruchtlosen" Diskussionen geben
> Warum ist mir der Preis nun egal?
> ***************************
> Ich habe mir daraufhin überlegt, warum das so ist und habe
> (für mich) festgestellt, dass es daran liegt, dass die
> Entscheidungen der Jury einfach nicht nachvollziehbar sind.
> Nachvollziehbar in der Form, dass man weder die tatsächliche
> Menge der in Frage kommenden/untersuchten Spiele genannt
> bekommen hat, noch welche Kriterien denn letztendlich den
> Ausschlag gegeben haben so zu entscheiden, wie entschieden
> wurde.
Können sie auch nicht, da ja Spiele nominiert werden (intern) und dann viel über das Viel- und Wieder diskutiert wird. Im prinzip wird am Ende aber ja geheim abgestimmt. Wer wieso gestimmt hat ist dann nicht zu ermitteln. Wohl aber, warum ein SdJ SdJ geworden ist: Es hat in der Juryabstimmung am meisten Sti,mmuen bekommen. Das ist kein geheimnnis, sondern auf der Jury-Homepage ablesbar.
Das nicht irgendwie gestimmt wird (wie beim DSP - ein preis der MIR völlig egal ist), gibt es eine Zielsetzung und da ich ein optimistischer Mensch bin, unterstelle ich der Jury einfah mal, dass sie sich beim Abstimmen mehr Gedanken machen als "Was is mein lieblingsspiel?"...
> Des Weiteren fehlen in der Betrachtung zum SdJ ganze
> Spielgenres, welche von vornherein vom Preis ausgeschlossen
> werden, ohne dass es dafür nachvollziehbare Regeln gibt.
Die Regeln stehen auf der Homepage:
"Kann tatsächlich jedes Spiel den Hauptpreis bekommen?
Ja - wenn die Qualität des Spiels im Hinblick auf die Zielgruppe des Preises stimmt, also „Familie und Gesellschaft“ in einem umfassenden Sinn" (...)
Nicht-Familienspiele sind also ausgeschlossen; Wenn du mit Spielgenres als Tabletops, Rollenspiele u.ä. meinst, wirds auf der Homepage bekannt gegeben. Wenn nicht, weiss ich ivcht, was du meinst :-)
> Zu guter Letzt hat sich das Schema der Preisverleihung immer
> wieder geändert (Auswahlliste, Nominierungsliste, Preis
> schönes Spiel, etc.), was einen Vergleich über die Jahre
> hinweg sehr schwer macht.
Es gab immer einen Hauptpreis. Genau das würde sich aber ändern, wenn die Jury die Preise -wie von dir gefordert- aufsplitten würde. Da sehe ich in deiner Argumentation einen Wiederspruch.
> Das insgesamt führt mich zur Erkenntnis, dass der Preis
> „willkürlich“ verliehen wird. (Willkürlich in seiner
> negativen Bedeutung.) Somit ist der Preis für mich wertlos
> geworden. Daraus folgt, er ist mir egal.
Das sei dir unbenommen. Aber ich denke nicht, dass er "willkürlich" vergeben wird. "Willkürlich" heisst für mich: Keine Zielvorgabe (gibt es), es ist der Jury egal wer den Preis gewinnt (ist es nicht, der Sieger wird positiv begündet, also was an dem Preis gefällt; ohne Vergleich), die Jury macht keine Arbeit sondern wählt irgendwas (das glaube ich kaum; wer Jurymitglieder kennt, weiss dass die ihre Verantwortung durhaus ernst nehmen - Außerdem machen sie es sich ja nun gerade NICHT leicht und wählen den Favoriten.
Übrigens trifft meine Definition im weiten Teilen auf den DSP zu: Keine klare Zielvorgabe, jeder wählt nach anderen Gesichtspunkten und keiner macht sich wirklich die Mühe Alternativen zu prüfen. Daher ist der DSP in meinen Augen eher Reformbedürftig als dasSdJ. Aber das ist ein anderes Thema.
> Was könnte man besser machen
> ***************************
> Ich möchte nicht nur meckern, sondern auch konstruktive
> Vorschläge machen:
> 1) Die Anzahl der Preiskategorien soll erhöht werden:
> - Familienspiel des Jahres
> - 2 Personen Spiel des Jahres
> - Kinderspiel des Jahres
> - Anspruchsvolles Spiel des Jahres
> - Preis „Schönes Spiel“
> - Kartenspiel des Jahres
> - ….
> Dabei kann es passieren, dass es aufgrund der „schlechten“
> Qualität der Spiele in einem Jahrgang keinen Preisträger in
> einer Kategorie gibt oder dass ein Spiel mehrere Kategorien
> gewinnen kann.
S.O. Du beschwerst dich über die mangelnde Vergleichbarkeit der Hauptträger und willst das noch undurchschaubarer machen. Die Jury dazu übrigens:
"Den möglichen Vorteilen einer solchen Aufsplittung (Familienspiel des Jahres, Kartenspiel des Jahres, Strategiespiel des Jahres...), die vor allem auch der Jury selbst die Arbeit erleichtern würde, stehen gewichtigere Nachteile gegenüber. Der Handel, die Medien und die wenig spielerfahrenen Verbraucher sind auf eine "Marke" fixiert, das "Spiel des Jahres"; eine Unterteilung würde diese Information verwässern und nur zu einer verwirrenden Labelflut führen, also mehr Schaden anrichten als Gewinn bringen. Der zielgerichtete Griff ins Regal würde ersetzt durch die Frage: Welches der vielen "Spiele des Jahres" ist denn nun das richtige für mich? (...)." (Homepage unter FAQ)
Eine Argumentation, die ich völlig teile. Wenn man schon jetzt bei die Verwirrungen bei ebay sieht, bei denen alle möglichen Listenvertreter oder Sonderpreisträger als SdJs verkauft werden, bekommt einen Eindruck was so eine Aufsplittung anrichten würde.
> Die Punkte am Ende der Liste stehen für Kategorien, in denen
> weitere Spiele (Sammelkarten/figuren, Tabletops,
> Rollenspiele, etc.) auzsgezeichnet werden können.
Was für einen Effekt soll ein "Rollenspiel des Jahres" deiner Meinung nach haben? Rollenspieler (ich bin einer!) kaufen wohl noch viel weniger nach irgendwelchen Auszeichnungen als (Viel-) Brettspieler. Nein, Tabletops, Rollenspiele etc. haben nun einen klar definitierten Kreis, der informiert ist - die Großmutter geht da nicht in den Laden,. ohne genaue Anweisungen vorher.
Mal ganz davon ab, dass die Jury für diese Spezialkategorien beträchtlich erweitert werden müsste.
> 2) Die Kriterien, nach denen die Spiele bewertet wurden und
> die tatsächlichen Bewertungen, sollen nach der
> Veröffentlichung der Preisträger ebenfalls veröffentlicht
> werden. Somit kann (im Nachhinein) jeder feststellen, ob die
> Jury nach Kritierien bewertet hat, anhand derer man selbst
> Spiele bewerten würde. Eine Veröffentlichung welcher Juror
> wie gewertet hat, ist nicht nur nicht gewünscht, sondern wird
> klar von mir abgelehnt.
S.O. Die Jury diskutiert und stimmt ab, nach dem Kriterium "Welches Spiel fördert das Kulturgut Spiel in Familie und Gesellschaft am meisten?" Insofern ist eine solche Transparanz gar nicht machbar: Jeder Juror müsste angeben, für welches Spiel er gestimmt hat (was du ablehnst) und aus welchen Gründen.
Beim DSP ist die Lage übrigens nicht besser: Zwar wird die gesamte Stimmanzahl angeben (etwas was ich mir beim SdJ nicht wünschen würde, weil dann fälschlicherweise die Aufteilung in "gute" und "schlechte" SdJs naheläge), aber niemand muss seine Wahl begünden, ja nicht einmal angeben, wie viele Spiele er überhaupt gespielt hat oder ob er weiss wofür er dort stimmt ;-)
> Sollten die Punkte realisiert werden, dann hätte der
> SdJ-Preis wieder eine Berechtigung für mich. Ansonsten bleibe
> ich dabei: mir egal.
Damit kann die Jury sicherlich leben ;-)
> P.S.: Ich bin überrascht, wieviele Personen sagen, dass SdJ
> sie zum Spielen gebracht hätte. Habt Ihr nie in Eurer
> Kindheit gespielt? Keine Murmeln, kein Quartett, kein
> Sammelkartenspiel, kein Schach, Skat, Canasta, Romme, MauMau,
> Mensch ärgere Dich nicht? Keine Modelleisenbahn? Keine
> Autorennbahn? Sollte das der Fall sein, dann hattet ihr
> wirklich eine schwere Kindheit! *g
Sehr witzig. Wir reden hier über Brettspiele. Ich hab auch vor Hase & Igel Quartett oder Schach gespielt. Regelmässig aber in der Familie und jetzt im Freundeskreis - ja das Spielen als Hobby für Erwachsene - gäbe es ohne SdJ wohl nicht ohne mich.
ciao
peer