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Spiele? - Kindisches Hobby!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 21. Juli 2005, 14:58

Ihr habt aber Probleme!

Im Prinzip ist jedes Hobby angreifbar .... (Tauben züchten, Karnickel züchten, Bierkrüge sammeln, .... etc.)

Warum haben Spieler Probleme damit, dass andere das Spielehobby nicht verstehen, nicht mögen, abtun?

Ich persönlich finde Leute, die Tauben oder Karnickel züchten (als Hobby) einfach Banane.

So ist das halt im Leben.

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maura

Re: funkflugzeuge? - Kindisches Hobby!

Beitragvon maura » 21. Juli 2005, 15:11

Rainer schrieb:
>
> Lidl 35 Euro

dann kann ich mir ja gleich eins selber falten.
wie gesagt, es soll krach machen und schnell sein etc
nach benzin riechen nicht zu vergessen. alles andere fällt in die kategorie drachen fliegen.

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Gregor Breckle
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Beiträge: 648

RE: Wieso, weshalb, warum?

Beitragvon Gregor Breckle » 21. Juli 2005, 16:36

Hallo,

Marten Holst schrieb:

> Wenn man Fotos von
> Spielertreffen (oder in meinem Fall auch gerne
> Schachturnieren) sieht, findet man doch eine auffällig hohe
> Zahl an Leuten, die nett, sympathisch und was weiß ich noch
> alles sein mögen, aber nicht unbedingt Werbung für ihr Hobby
> laufen.

Hierzu kann ich auch noch eine kleine Anekdote zum Besten geben: Als ich zusammen mit einem Referendarskollegen, der mich zu diesem Spiel brachte, auf meinem ersten Sammelkartenturnier war, prägte er den Spruch: "Hier sind wir auf der größten Junggesellenparty in der Gegend"

Viele Grüße

Gregor

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Marten Holst
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Beiträge: 1787

RE: Wieso, weshalb, warum?

Beitragvon Marten Holst » 21. Juli 2005, 17:59

Moin,

> Das Tanzvorurteil finde ich echt klasse. Was hast Du denn
> für einen (Ex)-Freudeskreis ? ;-)

naja, in meinem direkten Freundeskreis gibt es die Meinungen so nicht, sonst fliegen die ;-) - aber gerade bei Parties mit anderen Leuten erlebt man so einige interessante Meinungsäußerungen in der klassischen Situation: A & B unterhalten sich über z.B. tanzen, C kommt dazu, bekommt das Thema mit, weiß nicht, dass A tanzt, und legt los mit "lustigen", aber nichtsdesto ernsten Vorurteilen. Der konkrete "Nicht richtige Mann" ist ein Mensch, den ich mal beim Boßeln getroffen hatte, kann nicht mehr genau sagen, was der so selber macht.

Tschüß
Marten

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Markus Barnick

Re: Spiele? - Kindischer Beruf!!!!

Beitragvon Markus Barnick » 21. Juli 2005, 21:22

erstaunlich was man in Hamburg alles isst.
Isst du die Pöppel mit Sahne oder die Schachtel mit ner Scheibe Wurst zusammen? Wie verträgst du die Plastikeinlagen?
Isst du die Anleitung als Haferflocken in Milch verrührt? Oder ist die mitunter schwer verdaulich?

Markus
(neugierig geworden auf Carstens Essgewohnheiten)

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Markus Barnick

Re: Spiele? - Kindischer Beruf!!!!

Beitragvon Markus Barnick » 21. Juli 2005, 21:23

klappt das bei dir?

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Marcel-André Casasola Merkle

Re: Spiele? - Kindischer Beruf!!!!

Beitragvon Marcel-André Casasola Merkle » 21. Juli 2005, 22:21

Markus Barnick schrieb:
>
> klappt das bei dir?

Jupp!

Ich bestreite meinen Lebensunterhalt seit 5 Jahren durch Tätigkeiten im Spielebereich. Der Übergang vom Neben- zum Hauptberuflichen war fließend.

Gruß
Marcel-André

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Heinrich Tegethoff

Re: Spiele? - Kindisches Hobby!

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 22. Juli 2005, 11:10

Ich weis ja nicht, wieviele mich hinter "vorgehaltener Hand" für
skurril oder kindisch halten. Aber wenn man infizieren, sprich; einmal
an den Spieltisch bekam, der denkt anders. Mein Vorzeigebespiel: ein
promovierter Pharmazet, überzeugt davon, dass Spiele etwas [i]für[/i] Kinder
sind, notfalls [i]mit[/i] Kindern. Bei Puerto Rico wurde er gierig, und erkannte,
dass so etwas sogar eher nur für Erwachsene ist.

Der Fall ist einmal wieder aktuell für mich: Mittwoch war ich in der 4.Klasse,
brachte genügend Niagaras mit, erklärte, dann spielten die Kinder - einfach
als Föderung des Kulturguts Spiel, frisches SdJ, und das Jahr geht zu Ende.

Die Lehrerin dachte erst gar nicht daran, mitzuspielen, wurde aber von mir
noch in eine Gruppe "gesteckt". Am Ende die scheinbar überraschende
Feststellung, dass das Spiel "ja doch recht taktisch sei" (Niagara hat
kein Glückselement, wie es bei Kinderspielen üblich ist).

"Wie ich eigentlich dazu komme?". Nun, große Verwunderung darüber, dass
[i]Erwachsene[/i] sich mit dem Thema Spiel auseinander setzen, ohne selbst ein
Spiele"hersteller" (meine Worte) zu sein. Kennt ihr alles, nur ganz frisch.

Ich gehe meist mit dem Argument heran, dass dahinter "ganz viele Menschen"
stehen. Wöchentliche Spieleabende im Spieletreff, andere mit Menschen
"akademischer" Bildung. Ich weis, dies ist nur das Kriechen unter den
Deckmantel einer vermeintlich grossen, intelligenten und damit eben
nicht-kindischen Gruppe. Aber ich hoffe damit, lange genug ernst genommen
zu werden, um zu zeigen, dass das Hobby nicht nur Spass macht sondern
auch andere soziale Vorteile bietet. Das überrascht die meisten.
Und beim Spieleabend sind eben [b]nur[/b] Erwachsene. Das ist, so scheint
es, vielen Nichtspielern eine wichtige Information.

Servus,
Heinz

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Franz-Benno Delonge
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Beiträge: 277

Meine Vorurteile, deine Vorurteile

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 22. Juli 2005, 11:31

Liebe Mitspieler,
wenn man von einem Vorurteil selber betroffen ist, tut es weh. Und man weiß dann natürlich ganz genau, daß das alles überhaupt nicht stimmt, daß man dem Gegenüber nur etwas näher erklären müßte, worum es geht, etc. etc.

Gleichzeitig hat man aber selber ähnliche Vorurteile im Dutzend, über die diversesten anderen Dinge, die einen selber nicht so interessieren, bzw. von denen man nichts versteht. Und wenn dann z.B. einer kommt und mir erklären will, wie toll Tanzen eigentlich ist, wie großartig man sich dabei ausdrücken kann etc. etc., dann interessiert es mich trotzdem nicht. Ich will nicht tanzen!

Ganz andererseits aber mag ich Country-Musik. Nein, nicht was ihr denkt! Das ist ganz anders! Natürlich gibt es diesen albernen, verlogenen Nashville-Mist, der sich selber parodiert. Aber gleichzeitig findet sich unter der Überschrift "Country" auch die so ziemlich beste Musik der Welt. Da muß man zum Beispiel die späten Johnny-Cash-Sachen hören, oder Townes Van Zandt, oder Guy Clark, oder...
- Hört noch irgendjemand zu?

Schönen Gruß
Benno

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Peter Gustav Bartschat

Re: Meine Vorurteile, deine Vorurteile

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 22. Juli 2005, 11:43

Franz-Benno Delonge schrieb:
> Da muß man zum Beispiel die späten Johnny-Cash-Sachen
> hören, oder Townes Van Zandt, oder Guy Clark, oder...

... Hank Snow, Charlie Pride, Dave Dudley, die junge Dolly Parton ...

Ich verstehe, was du meinst.

Liebe Grüße
Gustav

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Carsten Wesel | FAIRspieltlde

Re: Meine Vorurteile, deine Vorurteile

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspieltlde » 22. Juli 2005, 12:10

Franz-Benno Delonge schrieb:
>
> Liebe Mitspieler,

Lieber Spieleautor und Nebenberufler!

> Und wenn dann z.B. einer kommt und mir erklären will, wie
> toll Tanzen eigentlich ist, wie großartig man sich dabei
> ausdrücken kann etc. etc., dann interessiert es mich trotzdem
> nicht. Ich will nicht tanzen!

Das habe ich auch lange gesagt, weil ich immer diese tollen Show-Tänzer im TV gesehen habe und wie aufgesetzt sie da über die Tanzfläche fliegen. Dann hab' ich gedacht, daß es gar nicht schlecht wäre, auf der eigenen Hochzeit zu tanzen. Da hab' ich dann ein paar Schritte gelernt und festgestellt, daß es gar nicht sooo schlimm ist. Trotzdem tanzen wir jetzt nicht mehr, haben uns aber unseren Square Dance erhalten - dabei haben wir uns schließlich kennen gelernt.


> Ganz andererseits aber mag ich Country-Musik.
> Nein, nicht was ihr denkt!

Ich denke an: Garth Brooks, John Williamson, Sarah Storer
"Die nicht", sagst Du?


> Aber gleichzeitig findet sich unter der
> Überschrift "Country" auch die so ziemlich beste Musik der
> Welt.

Oh toll, ich bin nicht alleine auf der Welt.


> - Hört noch irgendjemand zu?

Singst du noch? Ähhh.... natürlich, 's war wie Musik in meinen Ohren.

Gruß Carsten (bei dem im Hintergrund gerade John Williamson läuft (Nein, nicht John Williams) )

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Franz-Benno Delonge
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Re: Meine Vorurteile, deine Vorurteile

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 22. Juli 2005, 12:12

Hallo Gustav,
nicht zu vergessen: John Prine! Ganz toll! Neue CD: "Fair and square".
Benno

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Franz-Benno Delonge
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Beiträge: 277

Re: Meine Vorurteile, deine Vorurteile

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 22. Juli 2005, 12:20

Hallo Carsten,
John Williamson und Sarah Storer kenne ich nicht. Aber Garth Brooks kenne ich, und den mag ich definitiv NICHT.
Benno

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Carsten Wesel | FAIRspieltlde

John Williamson und Sarah Storer

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspieltlde » 22. Juli 2005, 12:28

Franz-Benno Delonge schrieb:
>
> John Williamson und Sarah Storer kenne ich nicht.

Beide aus Australien.
Zum Kennenlernen könnte ich ein Duett der beiden aus dem letzten Jahr empfehlen - Raining on the Plains". Läuft bei mir gerade im Hintergrund.

Gruß Carsten

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Franz-Benno Delonge

Re: Meine Vorurteile, deine Vorurteile

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 22. Juli 2005, 13:28

Hallo Gustav,
noch eine Ergänzung: Auch die alte Dolly Parton hat was zu bieten. Nämlich das geniale Duett mit Norah Jones auf deren neuerer CD ("Creeping In"!)
Gruß
Benno
(Bin gespannt, wann wir mit dieser Diskussion aus dem Forum fliegen...)

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Marten Holst
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Beiträge: 1787

Vorurteile, Country, etc.

Beitragvon Marten Holst » 22. Juli 2005, 13:54

Moin Franz-Benno,

leider, leider muss ich Dir recht geben. Ein ähnlich "interessanter" Ansatz zum Thema Vorurteile entstammt dem Buch "Bildung - alles was man wissen muss" des Herrn Schwanitz. Bei dem sehe ich mich definitiv wieder auf der "Empfängerseite", ist für ihn doch Bildung nicht nur primär Literatur, Musik, mit gutem Willen noch Geschichte, aber eben keine Erdkunde, so zählen Naturwissenschaften häufig schon "negativ" in der Bildung, wenn man das Buch mal überspitzt interpretieren mag. Gleichzeitig muss ich allerdings anerkennen, wenn ich von jemandem höre, XY liverollenspiele, AB tune Personenkraftwagen, QR verfasse atonale Lyrik, dann entstehen Bilder in meinem Kopf. Von daher, schuldig im Sinne der Anklage.

Nichtsdestotrotz mag ich hier, in der Selbsthilfegruppe unverstandener Genies ("Hallo Gruppe, ich bin der Marten, ich spiele gerne, bin schlau, und keiner sieht das ein"), einfach auch mal jammern wollen, wie fiese und gemein die da außen sind :-)

> Townes Van Zandt

Hab ich mal ne Platte von gekauft, weil die von mir zu großen Teilen sehr geschätzten Cowboy Junkies sich auf ihn beziehen - nicht so mein Fall :-)

Aber immerhin, ich kannte nen Namen in der Diskussion (okay, Cash, Brooks, Parton kennt man teilweise aus den Verkaufshitparaden :-) )

Tschüß
Marten

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Bernd

Re: John Williamson und Sarah Storer

Beitragvon Bernd » 22. Juli 2005, 14:17


> letzten Jahr empfehlen - Raining on the Plains". Läuft bei
> mir gerade im Hintergrund.
>

Hört sich gut an :) ;) :)

Tätäää - albern, aber das mußte sein!!!

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maura

Re: Meine Vorurteile, deine Vorurteile

Beitragvon maura » 22. Juli 2005, 19:59

jaja, country.
kenn ich.
reaktionäre musik etc.
stimmt ja auch.
zum teil.
aber eben nicht immer.
die frage ist aber, ob man sich für alles zu rechtfertigen hat?
vielleicht, weil man selber denkt, das man eigentlich zu erwachsen für die sache ist?
oder sich in irgeneinerweise dafür schämt?
insofern liegt das problem nicht bei den anderen, sondern bei einem selbst.

so, ihr könnt jetzt gehen, die therapiestunde ist vorüber, wir sehen uns dann nächste woche.

gruss, maura, der mit zunehmenden alter immer sonderbarer wird.

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maura

country musik...

Beitragvon maura » 22. Juli 2005, 20:03

ach, eventuell ist es eben untergegangen: ich höre auch country, unteranderem.
kann aber mit diesem nashville rhinestonekram nicht sonderlich viel anfangen,
eher so sachen von cash, horton, williams etc.
ok, im grunde ist das auch nashville, aber eben älter.
mmmmh, im grunde habe ich nicht viel ahnung von country, ich hör es halt nur.

yeehaw, maura, der jetzt in den nächsten saloon reitet...

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fritz gruber

Re: Meine Vorurteile, deine Vorurteile

Beitragvon fritz gruber » 23. Juli 2005, 00:21

Und von Lyle Lovett sagst Du gar nix???

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Roman Pelek

[OT] Mein Country vs. unsere Volkstümelei

Beitragvon Roman Pelek » 23. Juli 2005, 01:21

Hi Benno,

um der allgemeinen und öffentlichen Therapiestunde in Hoffnung auf Katharsis mal beizuwohnen:

Franz-Benno Delonge schrieb:

> Ganz andererseits aber mag ich Country-Musik. Nein, nicht was
> ihr denkt! Das ist ganz anders! Natürlich gibt es diesen
> albernen, verlogenen Nashville-Mist, der sich selber
> parodiert. Aber gleichzeitig findet sich unter der
> Überschrift "Country" auch die so ziemlich beste Musik der
> Welt. Da muß man zum Beispiel die späten Johnny-Cash-Sachen
> hören, oder Townes Van Zandt, oder Guy Clark, oder...
> - Hört noch irgendjemand zu?

Jo - meinereiner. Zumindest was den "Man in Black" Cash anbelangt, kann ich Dir nur voll zustimmen. Wer auf seine alten Tage ein "Personal Jesus" von Depeche Mode oder ein "Mercy Seat" von Nick Cave so kongenial düster covert (wahlweise auch ein "Solitary Man" - für die ältere Generation) und mit Herzblut darbietet, der hat allerhöchsten Respekt verdient. Den Unterschied zwischen Kunst und Kitsch kann man im Deutschen ja noch halbherzig bemüht mit "Volksmusik vs. volkstümliche Musik" beschreiben, wenn man seine Missgunst ob allzu heimeliger Platitüden äußern möchte. Für amerikanische Musik fehlen mir leider die Begrifflichkeiten - oder gibt's sowas wie "countryish" für musikalische Entgleisungen, deren intellektuelle Bandbreite dem Intellekt eines Bandwurms entspricht?

Ciao,
Roman (hört auch gerade "Country": nämlich "Honeycomb" von Frank Black - eingespielt in Nashville. Aber der Mann war mit den "Pixies" Anfang der 90er einer der Ober-Indie-Neutöner des Erdballs - und hat zum Glück immer noch einen höchst sympathischen Sarkasmus am Leib, auch wenn er manche Dinge mittlerweile entspannter sieht als mit Mitte 20...)

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Christian Hildenbrand

Re: Meine Vorurteile, deine Vorurteile

Beitragvon Christian Hildenbrand » 23. Juli 2005, 01:28

fritz gruber schrieb:
>
> Und von Lyle Lovett sagst Du gar nix???

Den habe sogar ich mit meinen zarten 30 Lebensjahren in meinem Regal stehen. Benno, falls Du den willst und als Richter über Schwarzkopien weg siehst ... :-)

Westliche Grüße,

Christian (... hat auch jede Menge Country-Coverversionen von Chart-Hits der "Neuzeit" ...)

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Roman Pelek

Die schönsten Vorurteile über Spieler...

Beitragvon Roman Pelek » 23. Juli 2005, 02:01

Moin Jerry,

Gerald Rüscher schrieb:

> Problematisch kann es allerdings werden, wenn man selbst
> ausser (Brett-)spielen keine anderen, wesentlichen Interessen
> hat. Es soll ja Leute geben, die außerhalb von Regellektüre,
> Spielkreisen und Turnieren keine weiteren sozialen
> Aktivitäten zeigen. Sowas wirkt auf Außenstehende natürlich
> immer etwas seltsam ("Spieler sind übergewichtig,
> Stubenhocker und müffeln unter den Armen")

Au ja - schönes Thema. Dazu hätte ich 'ne Zitatensammlung aus persönlicher Erfahrung meistbietend zu versteigern:

"Du, sach' mal, wie kommst Du eigentlich dazu, dieses Spiel zu erklären." - "Ähm, äh, naja, also, irgendwie hab' ich's schon miterfunden." - "Spieleautor, Du? Du hast ja noch nichtmal 'nen grauen Bart und wirkst gar nicht so verschroben - das glaub' ich Dir nicht."

"Gehen sie mal bitte weg hier." - "Wieso?" - "Ich erkläre gerade ein Spiel" - "Ich weiß" - "Und sie stören dabei" - "Echt?" - "Ja, echt - wer sind sie überhaupt?" - "Ach, vergessen sie's einfach..."

Kollegenkreis (aka Therapiestunde bei Bier), Teil 1: "Was habt ihr eigentlich für Hobbies?" Kollege a) "Tai Chi." - Tenor "Hach, das wäre ja auch mal gut für mich" Kollegin b) "Wandern" - "Ja, das soll ja sooo gesund sein". Kollege Pelek: "Hm, abgesehen davon, dass ich meine Nachbarn mit lauter Musik in den Wahnsinn treibe, spiel nur irgendwelche blödsinnigen Brettspiele, die mit Sicherheit unsere Jugend verderben." Kollege a) und Kollegin b): "Dürfen wir da mal mitmachen?"

Ciao,
Roman

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peer

Re: [OT] Mein Country vs. unsere Volkstümelei

Beitragvon peer » 23. Juli 2005, 10:36

Hi,
Roman Pelek schrieb:
> Jo - meinereiner. Zumindest was den "Man in Black" Cash
> anbelangt, kann ich Dir nur voll zustimmen. Wer auf seine
> alten Tage ein "Personal Jesus" von Depeche Mode oder ein
> "Mercy Seat" von Nick Cave so kongenial düster covert
> (wahlweise auch ein "Solitary Man" - für die ältere
> Generation) und mit Herzblut darbietet, der hat allerhöchsten
> Respekt verdient.

Ganz zu schwiegen von der Nine-Inch-Nails-Coverversion von "Hurts"... Da hör sogar ich Country...

ciao
peer

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Roman Pelek

Spiele im Lebenslauf und Beruf

Beitragvon Roman Pelek » 23. Juli 2005, 11:11

Moin Hartmut,

Hartmut schrieb:
>
> ...und noch ein Anekdötchen aus der beruflichen
> Bewerbungsphase eines Informatikers. Wenn's auch schon lange
> her ist, so dürften sich dies auch heute noch so zutragen.
> Mein Tipp: verschweigt das Hobby besser!
>
> Da sieht der spielerisch ungeschulte Personaler also die
> Fakten: Berufsfeld Computer und Hobby Gesellschaftsspiele.
>
> Sein beliebter Trugschluss: "Soso, der spielt den ganzen Tag
> bei der Arbeit." und schon ist man unten durch.

Wie wahr, wie wahr - ich hatte mir damals als Informatiker auch genau überlegt, wie ich mein Hobby im Lebenslauf verkaufe. Letztlich lief es auf die Schiene "Entwicklung / redaktionelle Betreuung von Gesellschaftsspielen" und "freier Journalist" hinaus. Mit vorzeigbaren "Ergebnissen am Markt" ging das dann auch als halbwegs seriös durch (a la "ja, der macht sich ja auch Arbeit damit - vermutlich für 'die Kinder'...") - ohne diesen möglichen Kunstgriff hätte ich vermutlich mein Hobby in diesen nicht unbedingt einfachen Zeiten auch verschwiegen, das muss ich ehrlich gestehen *seufz*

> Auf die tatsächliche Gemeinsamkeit beider Felder, nämlich
> "Spaß am Denken / kreativer Problemlöser" kommen dann doch
> die wenigsten :-( Wäre er selber kreativ genug, hätte er ja
> auch nicht Personaler werden müssen ;-)

:-)) Hätte ich nicht schöner sagen können. Aber diesem Missverständnis begegnet man nichtsdestotrotz dann im Job immer wieder:

Chef: "Herr Pelek, können sie mir diese Auswertung erstellen? Die ist aber vermutlich nicht einfach."
P: "Ich spiel mal ein bissl damit rum, und schau, was passiert."
Chef: "Herr Pelek, sie sollen hier nicht spielen, sondern arbeiten, außerdem soll was vernünftiges rauskommen und nicht irgendwas"
P (innerlich leicht resigniert): "Jajaichweißja..."

(30 Minuten später)

Chef: "Hm, ich dachte, die Auswertung sei an sich gar nicht machbar..."
P: "Dann nehme ich die Ergebnisse wohl besser wieder mit und vernichte sie?"

---

Chef: "Herr Pelek, hier ist ein Fehlbetrag in der Auswertung, können sie das mal prüfen."
P: "Hm, das ist ja nur ein Centbetrag..."
Chef: "Es geht hier um ernste Themen mit Außenwirkung, Herr Pelek."
P: "Mag ja sein, aber die Datenbasis erlaubt so oder so maximal Rückschlüsse im Bereich von Tausenderbeträgen."
Chef: "Fangen sie nicht an zu denken, finden sie mir einfach die fehlenden Cents."
P: "Darf ich dafür auch kreativ werden?"
Chef (leicht zerknirscht): "Ja, meinetwegen dürfen sie hier und jetzt ausnahmsweise mal ihren Spieltrieb ausleben - aber nur, wenn es schnell geht."

---

Chef: "Herr Pelek, spielen sie eigentlich noch?"
P: "Ach, nur so ab und an, wenn es halt die Zeit erlaubt, mit guten Freunden mal gemütlich zusammen zu sitzen..."
Chef: "Das ist gut so, sie sollen ihre Energien schließlich hier bündeln."
P: "Hm, was machen eigentlich ihre Aktiengeschäfte so? Man hört ja letzt nichts Gutes..."
Chef: "Och doch, die laufen gut - erst letzt hat Nokia wieder zugelegt. Wieso?"
P: "Ach, nur so aus Interesse. Es freut mich einfach, etwas Positives zu hören."

Ciao,
Roman


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