Beitragvon Günter Cornett » 26. September 2005, 00:16
Braz schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > > Candamir.
> > Ist das ein Spiel? (IMHO reine Beschäftigungstherapie)
> > Die lange (Nicht)Spieldauer dürfte auch auf Nichtspieler
> > abschreckend wirken...
>
>
> Hallo Günter,
>
> Deine Formulierung und der Meinung dahinter, welche zwar im
> Konjunktiv formuliert ist, dennoch sehr negativ diesbezüglich
> ist und Vielspieler einschließt, indem du sagst, daß neben
> diesen eben "auch Nichtspieler" das Spiel abschreckend wirkt,
Hallo Braz,
ja, das ist schon etwas flapsig formuliert. Die Formulierung, dass 'auch Nichtspieler' durch die lange Spieldauer abgeschreckt werden, sollte eigentlich ausreichen, die Smilies zu ersetzen. Normalerweise schreckt eine lange Spieldauer ja gerade die Nichtspieler ab.
Also bitte nicht jede Bemerkung auf die Goldwaage legen. Richtig ist: ich fnde das Spiel ausgesprochen schlecht. Zu viert haben wir mal gute drei Stunden gebraucht. Man rennt rum, sammelt Sachen auf - es zieht sich und man wird gespielt.
> greife ich mal auf und stelle mich dir vor:
>
> Hier siehst du einen Vielspieler, der am Candamir großen
> Gefallen findet -> es war endlich mal eine Abwechslung zum
> rel. glücksabhängigen und IMHO absolut überschätztem Siedler
> v. Catan.
Siedler-Grundspiel ist für mich erste Sahne und hat mit dem Handel und dem Räuber tolle Möglichkeiten der Interaktion eingebaut, den Glücksfaktor zu reduzieren, den Führenden zu bremsen, ohne den Spielablauf beliebig werden zu lassen.
> Das Spielprinzip ist mitnichten eintönig sondern mE sehr
> stimmungsvoll. Die Charakterentwicklung -wenngleich auch sehr
> einfach gestaltet- trägt zum positiven Stimmungsaufbau bei.
Hmm. Man macht über Stunden immer das Gleiche...
> Es ist zwar alles Geschmackssache, dennoch finde ich so manch
> eine Kritik diesbezüglich einfach überzogen, unwahr und
> schlicht falsch !
einfach (und) überzogen ist meine Kritik in diesem Fall schon.
Unwahr sicherlich nicht. Sie beruht zwar auf nur einer Partie, aber die war recht lang und hat einen tiefen Eindruck hinterlassen.
> Candamir als "ein Spiel" in Frage zu stellen geht z.B. so in
Zugegeben, das war ein bisschen dreist, etwas hart formuliert. Es gibt sicher noch Schlimmeres an Spielen. Aber hier habe ich es an dem gemessen, was Klaus Teuber noch veröffentlicht hat. Da fällt es für mich ganz unten durch.
> diese Richtung, die ich normalerweise lieber nicht
> kommentieren möchte........
Tu dir keinen Zwang an. Ich kann das vertragen. :)
> verwunderten Gruß,
> Braz
>
> P.S. Candamir spielen wir immer zwischen 60 und 90 Minuten ->
> von langer Spieldauer kann demnach keine Rede
Bei uns hat es über drei Stunden gedauert.
Und dann gibt es noch die gefühlte Spieldauer, die davon abhängt, ob man viel oder wenig erlebt:
Was passiert in dem Spiel?
Was kann ich machen?
Hat das Spiel eine Dramaturgie?
Es waren gefühlte 5 Stunden!
> sein......probiere einmal Road`s and Boats oder
Roads and Boats habe ich noch nicht gespielt.
> Civilization.....das nenne (wenngleich beide Spiele mE
Civi ist - neben Siedler - für mich eines der ca. zehn herausragenden Spiele überhaupt.
Civi dauert locker sechs, sieben Stunden 'fühlt' sich für mich aber kürzer an als Candamir. Das liegt an dem allmählichen Aufbau: am Anfang braucht man nur wenige Regeln. Im Laufe des Spiels wachsen die Möglichkeiten mit der Position auf dem Brett. Man kann Civi so auch ganz gut während des Spiels erlernen, was ausgesprochen selten ist bei einem Spiel mit einem solchen Regelwerk.
Civi hat eine Entwicklung und einen Spannungsbogen und ist ein Spiel, das in einer Spieleautorenschule unbedingt auf dem Lehrplan stehen sollte.
Candamir finde ich - anders als Siedler und Civi - ziemlich eindimensional.
> absolut großartig sind)ich dann eine lange Spieldauer.......
> Bei den 90 Minuten von Candamir bin ich bislang IMMER gut
> unterhalten worden und die Folgepartie wurde oft direkt
> danach durchgeführt.....
Uff. Hab ich da was Gewaltiges übersehen oder sagt das jetzt womöglich mehr über dich als über das Spiel aus oder ... ;-)
Gruß, Günter (darfst ruhig auch ein bisschen frech werden.)