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Mitspielern helfen oder nicht ?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Mifu

Mitspielern helfen oder nicht ?

Beitragvon Mifu » 9. Oktober 2005, 20:51

Wir spielen seit vielen Jahren mit unterschiedlichen
Spielegruppen. Dabei kommen immer neue Spiele auf den
Spieltisch. Einer dieser Gruppen hat nun "Zuwachs" erhalten
- eine Frau ( ich nennen sie einmal Karin ), die nicht zu den Vielspielern bisher gehörte und jetzt aber daran Spaß gefunden hat, neue Spiele mit zu testen
und in einer fröhlichen Gemeinschaft einen lustigen Abend zu verbringen.

Karin gehört sicher zu dem Menschen, die es im Leben zu was gebracht
haben, ist berufstätig, verheiratet, hat Kinder und ich
würde Sie als clever bezeichnen ( soweit mir so eine Beurteilung zusteht ).

Aber Karin hat ein echtes Spielproblem.
Während Sie spielt, fragt Sie jeden erst einmal nach seiner Meinung,
was wohl der beste, nächste Spielzug sei. Dann zieht Sie auch den Zug,
den die Mehrheit so nennt. Verunsichert bis zum Spielende trifft sie
keinerlein ( oder nur wenige ) eigene Entscheidungen und behauptet
ständig, die Zusammenhänge des Spiels nicht zu verstehen. Sie stellt öfter
Regelfragen, die vorher mehrmals schon beantwortet waren und nimmt
eher teilnahmelos am Spiel teil, sagt aber später, dass ihr der Abend
wieder einmal super gefallen hat.

An ihrer Intelligenz kann es nicht liegen ( wie oben schon erwähnt )
oder gibt es eine eigene Spieler-Intelligenz ? oder ist alles nur eine
Übungssache und das Problem löst sich irgendwann von selbst.

Wer kann mir einmal einen Rat geben, wie man einem solchen Spieler
begegnet.

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Holger

Re: Mitspielern helfen oder nicht ?

Beitragvon Holger » 9. Oktober 2005, 21:33

Hallo Mifu

Das Problem kenne ich gut. Bin glaube ich selber so einer gewesen.
Wenn mir jemand ein neues Spiel erklärt hat, hörte auch ich ,äußerlich teilnahmslos, zu. Da gab es dann manchmal auch meinerseits regelfragen, da schlugen sich meine Mitspieler innerlich an die Stirn. Das passiert.
Da ich immer mit denselben Personen spiele gehen diese aber auch auf meine manchmal verquere Denkweise ein und erklären es mir mit stoischer nochmal.

Was das Nacgfragen angeht, so bin ich der Meinung, dass deine Mitspielerin doch etwas verunsichert ist. Wodurch auch immer.

Ohne hier ´nen Psychlogen raushängen zulassen, stell ich einfach mal die Behauptung auf, dass ihr ihr zu viel auf einmal zumutet. Zumindest was die Neuheiten pro Abend angeht.

Oder Sie gehört zu den Anhängern der Zugoptimierer, die sich bei komplexen Spielen zu verzetteln neigen. Auch so einen Typus habe ich schon erlebt.

Das sind bisher so meine Erfahrungen.

Mein Tipp:
Gebt ihr mal ein Spiel an die Hand, mittlere Komplexität, und laßt mal zu, dass sie sich dieses Spiel selbst erarbeitet.

Entweder sie schafft es oder nicht. In letzterem Fall wird sie wohl doch nicht zu den Spielbegeisterten gehören.

Mir ist es so bei Louis IV. so ergangen. Seitdem haben schon etliche Spiele den Weg zu mir nach Hause gefunden und ich bin mit dem Virus infiziert.

Viele Grüße
Holger

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Christine

Re: Mitspielern helfen oder nicht ?

Beitragvon Christine » 9. Oktober 2005, 21:49

Hallo Mifu,

also ich nehme mal an, das sich das mit der Zeit gibt. Wahrscheinlich ist Karin einfach etwas verunsichert, weil sie die einzige Nicht-Vielspielerin in eurer Runde ist. Dennoch scheint sie ja durchaus ihren Spaß daran zu haben und das läßt doch hoffen. Eine Freundin von mir hat früher auch kaum gespielt und war auch erstmal etwas unsicher als sie mit unserer Spielleidenschaft konfrontiert wurde, die dann auf längere Sicht aber einfach ansteckend war. :-)

Als besonders hilfreich erweist es sich, wenn man bei neuen Spielern erstmal herausfindet, was er oder sie so mag. Denn jeder Spieler hat ja so seine Vorlieben. So war es ein fataler Fehler mit dieser Freundin das doch sehr ungewöhnliche kooperative Herr der Ringe zu spielen. Seit wir ihr aber Carcassonne geschenkt haben, spielt sie auch sehr gerne mit anderen und vor allem auch mit ihrem Freund immer wieder und ist auch stets offen für was Neues.

Zu Beginn ist es sicher erstmal besser, nicht gleich die hochkomplexen Spiele à la Citta, Zepter von Zavandor, Euphrat und Tigris etc. aufzutischen. Carcassonne, Einfach Genial, Bohnanza, 6 nimmt, Alles im Eimer etc. sind da sicher erstmal besser geeignet. Aber auch von den Neuheiten gibt es ja immer welche mit sehr schwerem und welche mit leichtem Einstieg ins Spiel. Auch die Spieldauer spielt dabei eine wichtige Rolle nach meiner Erfahrung.

Verspielte Grüße,
Chris (die sich unheimlich auf Essen freut; die Messe ist natürlich auch ein toller Weg Nichtspieler für das Spielen zu begeistern ;-)

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Peter Gustav Bartschat

Re: Mitspielern helfen oder nicht ?

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 10. Oktober 2005, 06:23

Vielleicht hilt es ihr ja weiter, wenn du ihr ein paar Faustregeln aus dem unveröffentlichten Bären-Survival-Ratgeber für den Spieltisch nennst:

Mifu schrieb:
> Während Sie spielt, fragt Sie jeden erst einmal nach seiner
> Meinung, was wohl der beste, nächste Spielzug sei.

"Du wirst nur selten feststellen, dass deine Gegner mit deinen Plänen kooperieren."

> Verunsichert bis zum Spielende trifft sie keinerlein
> ( oder nur wenige ) eigene Entscheidungen und
> behauptet ständig, die Zusammenhänge des Spiels nicht
> zu verstehen.

"Wenn du nicht weißt, was du machen sollst, dann machst du irgendwas.
Beim nächsten Mal in derselben Situation hast du dann eine zusätzliche Information zur Verfügung."

Ob das überhaupt etwas an ihrem Spielverhalten ändern könnte, kann ich freilich nicht sagen: Möglicherweise hat sie bei ihrer Teilnahme an euren Spielrunden ja eine völlig andere Zielsetzung als "spielen", und dann könnte sie mit Survival-Tipps für Spieler gar nichts anfangen.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Attila
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Beiträge: 4715

Re: Mitspielern helfen oder nicht ?

Beitragvon Attila » 10. Oktober 2005, 07:57

Mifu schrieb:

Ich kenne da auch so jemanden, dessen "Spielart" einfach nur nervig ist - ständig werden von ihm Regelfragen gestelt, teilweise 10 mal die gleiche Frage in einem Spiel. Das ist ziemlich nervig und führt auch dazu das die Spiele deutlich länger dauern.

Nachdem ich ein paar mal mit ihm gespielt habe, werde ich nur noch kurze SPiele mit ihm spielen wollen - das Nachfragen stört mich dabei nicht so, vielmehr ist es einfäch ätzend wenn ein 45 Minuten-Spiel 2 Stunden dauert.

Von diesen "Gruppenberatungsspielen" halte ich absolut nichts. Da kann ich auch gleich ein 6 Personenspiel alleine Spielen. Wenn man bei einem neuen Spiel Hinweise im gibt um Regeln begreiflich zu machen (wenn du das hier machst, dann passiert dies und das), dann ist das okay und das finde ich angebracht und zweckmässig, aber an Gruppenberatungen im Stil von "was mache ich denn am bestet nun" würde ich mich nicht beteiligen, wenn es nicht im Spiel so vorgesehen ist - bei komplexeren Spielen kann man das für 1-2 Runden mal als Hilfestellung machen , aber das war es auch.

Ich würde die Person einfach darauf hinweisen. Es wird ja wohl jeder einsehen!

Atti

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Robert Vötter

Re: Mitspielern helfen oder nicht ?

Beitragvon Robert Vötter » 10. Oktober 2005, 08:13

Ich habe auch so einen Mitspieler.
Entweder,er findet das Spiel am Anfang total blöd und will nicht mehr weiterspielen oder er frägt sich die ganze Zeit durch.
Später sind dann alle Spiele,die wir gespielt haben,seine Lieblingsspiele.
Spielerisch war er sehr schlecht,obwohl er eigentlich von der Intelligenz nicht schlecht ist.

Dann habe ich ihn einmal alleine eingeladen und ich habe sehr viele 2er Spiele gespielt.
Alle Spiele,die er noch nie gespielt hatte (Ich habe zur Absicht solche Spiele gewählt) hat er gewonnen. Es waren über 6 Spiele. Normalerweise hat er in der Gruppe nicht einmal 1 Spiel kapiert.

Seit diesem Tag ist er aber in der Gruppe auch viel besser und ist ein sehr guter Gegner geworden,der auch öfters gewinnt.

Vielleicht solltest du auch einmal einen 2er Spieletag probieren.

Gruß
Robert

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Carim

Re: Mitspielern helfen oder nicht ?

Beitragvon Carim » 10. Oktober 2005, 08:15

Hallo Mifu,

das gleiche habe ich auch schon festgestellt. Ich würde mittlerweile fast schon behaupten, je anspruchsvoller der Beruf oder der Lebensstil ist, desto schwerer tun sich die Leute mit Spielen... ich kann unzählige Beispiele im eigenen Bekanntenkreis nennen. Bei diesen Leuten hilft einfach, wie sie auch selber immer betonen, oft das gleiche Spiel spielen!! Sie wollen oft auch keine neuen Sachen ausprobieren, sondern lieber zum x-ten mal das selbe. Ich denke am Anfang würde das deiner Karin auch helfen - wenn sie vertrauter mit einem Spiel ist, wird sie auch Entscheidungen alleine treffen. Und wenn dies geht, einfach mal was neues machen!
Wie den Rest der Gruppe ist es natürlich eine Herausforderung...
Einen aufmunternden Gruss
Carim

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Dirk Piesker
Kennerspieler
Beiträge: 950

Re: Mitspielern helfen oder nicht ?

Beitragvon Dirk Piesker » 10. Oktober 2005, 08:50

Hallo Mifu,

noch ein anderer Aspekt:

es scheint manchen Menschen Probleme zu bereiten "ins Blaue 'rein" zu spielen.
Die ersten ein bis zwei Züge in einem halbwegs komplexen Spiel lang kann
wohl niemand die Konsequenzen seines Tuns wirklich abschätzen oder
beurteilen. Es badarf eines gewissen Mutes, sich quasi in das Spiel
fallen zu lassen und sich blind den Konsequenzen des eigenen Spielens
auszuliefern.

Abhilfe können Spiele bringen, die einen Spieler an der Hand nehmen, und
aufgrund der Regeln einen gewissen Handlungsrahmen vorgeben.
Puerto Rico z.B. ist gut geeignet, auch wegen der thematisch angelehnten
Regeln.

Gegenbeispiel ist etwa Euphrat und Tigris: Ein paar Plättchen (auch noch geheim)
und ein leerer Plan, auf den ich fast überall etwas setzen kann, was mir vielleicht
viele Runden später Punkte bringt.

Viele Grüße,
Dirk

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Mifu

Danke für die vielen Tipps

Beitragvon Mifu » 11. Oktober 2005, 17:54

Hallo,

vielen Dank für die vielen Tipps !

Viele Grüße
Michael

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18xx

Re: Mitspielern helfen oder nicht ?

Beitragvon 18xx » 12. Oktober 2005, 22:21

Es gibt sicher viele Gründe. Die einfachste Vorgangsweise wäre natürlich, Karin selbst diese Fragen zu stellen.

Die wahrcheinlichste Erklärung ist wohl, dass Karin Angst hat sich zu blamieren. Wenn Mitspieler Vorschläge machen und sie passiv ist, dann kann sie nichts falsch machen. Lösung: Einfachere Spiele oder ein Spiel mehrmals spielen, sodass ein Lerneffekt eintritt.


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