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Wallenstein-Variante sinnvoll?

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Daniel Ziegler
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Wallenstein-Variante sinnvoll?

Beitragvon Daniel Ziegler » 14. Oktober 2005, 04:42

So, nachdem ich mich jetzt durch diverse Spiele-Foren und -seiten gekämpft habe und die Spielregeln soweit alle verstanden habe (so hoffe ich), habe ich mir überlegt, mit folgenden Zusatzregeln zu spielen, die ich in den Foren gefunden habe. Ihr könnt mir ja mal sagen, was ihr davon hält:

-Wird ein Land mit 0 Unruhemarkern angegriffen - Bauern auf Seiten des
Verteidigers
Wird ein Land mit 1 Unruhemarkern angegriffen - Bauern neutral
Wird ein Land mit 2 Unruhemarkern angegriffen - Bauern auf Seiten des Angreifers
Wird ein Land mit 3 Unruhemarkern angegriffen - Bauern auf Seiten des Angreifers
+ ein grüner Stein in Turm

- Spielreihenfolge wird schon vor Planung festgelegt, und zwar nur in erstem Frühling zufällig. Danach rückt Spieler, der zuvor an dritter Stelle war auf Platz 2, der Spieler an zweiter Stelle auf den ersten, der erste rutscht auf den letzten Platz.

- Bei der Punktevergabe gibt es für die Mehrheit an Ländern in einer Region 3 Punkte zusätzlich. (Bei Gleichstand keine Punkte)

- Falls zu wenig Aktionskarten im Spiel: Pro Jahreszeit werden 2 Aktionskarten ausgelegt. (Geschmackssache)

- Am Jahresende wird nur ein Unruhemarker jedes Landes entfernt.

- Wen zuwenig Kämpfe stattfinden (Geschmackssache): Risiko-Prinzip, d.h. wenn Angriff erfolgreich darf man von diesem Land aus Angriff auf Nachbarland fortsetzen.

- Außerdem Sonderfunktionen für Gebäude:

Schloss: Im Fall von Angriff (nicht Revolte!) 1 oder 2 (je nach Geschmack) zusätzl. Einheiten des Verteidigers in Turm.

Kirche: Man darf für ein Gold einen Unruhemarker dieses Landes entfernen (pro Jahreszeit und Kirche einmal möglich) oder einen Marker in Nachbarregion stellen. (Denn die Kirche beruhigt die eigene Bevölkerung, schafft Konflikte in Nachbarregion).

Handelshaus: Erhöht Wert eines Landes um ein Gold und ein Getreide

Unruhemarker: Jeder Marker verringert Gold- und Getreideerträge um eins.

-Ist einem Spiel zu kurz, hängt man noch ein Jahr dran oder spielt auch den Winter wie die anderen Jahreszeiten.

Noch ne Frage: Bei der 2-Spieler-Variante spielt man ja nur in Bayern, Österreich und Sachsen. Werden dann trotzdem die weiß umrandeten Länder weggelassen wie bei der 3-Spieler-Variante?


So, bin mal gespannt, was ihr von dieser Version des Spieles haltet...

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Holger

Re: Wallenstein-Variante sinnvoll?

Beitragvon Holger » 14. Oktober 2005, 09:08

Hallo Daniel

Zunächst einmal eine Frage vorweg.
Hast Du das Spiel schon gespielt oder hast dir Die Regeln so verinnerlicht? Wenn das zweite zutrifft....... Respekt.

Ich bin der Meinung, dass Wallenstein so austariert ist, dass es ohne die meisten Varianten auskommt. Wallenstein lebt m.E. von den Unwägbarkeiten wie z.B. der zufälligen Spielerreihenfolge oder der Unvorhersehbarkeit der Aktionskarten. Alles andere führt nach meinem dafürhalten zur Berechenbarkeit des Spieles.
Gerade das Abwägen macht dieses Spiel so interesant und abwechslungsreich.
Wenn jeder wüßte, wann er in der nächsten Runde dran ist, könnte er z.B. gleich zu Risiko wechseln.

Die 2-Personenvariante habe ich auch erst vorkurzem entdeckt, bin aber der Überzeugung, dass sie dieses ohnehin schon sehr komplexe Spiel noch taktischer werden läßt.Habe sie aber noch nicht ausprobieren können.

Im Mehr-Personenspiel würde ich aber generell ohne Varianten spielen.
Übrigens, es gibt bei spielbar.com eine 1a Zähleiste zum Downloaden, um sich die lästige Schreiberei zu sparen.

Verspielte Grüße
Holger

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Ralf Arnemann
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Was ist das Ziel dieser Variante?

Beitragvon Ralf Arnemann » 14. Oktober 2005, 09:40

Diese ganzen Änderungen sehen mir ehrlich gesagt etwas planlos aus.
An allen möglichen Faktoren wird etwas gedreht, eine Konzeption ist nicht zu erkennen. Es würde mich fast überraschen, wenn das am Ende auch zusammenpassen würde und ein austariertes Spiel ergäbe.

Bei einem Variantenentwurf sollte man sich doch zuerst überlegen, welches Ziel man im Auge hat: Soll das Spiel kürzer oder länger werden, mehr Glück oder mehr Verhandlungen ermöglichen, sollen vermeintliche Ungleichgewichte repariert werden, soll es "realistischer" werden, usw.

Und dann überlegt man sich Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, und man kann diese dann bewerten.

Wallenstein ist ein gutes und fertig designtes Spiel.
Der einzige Verbesserungsbedarf, den ich persönlich bisher feststellen konnte, ist der Vorteil für Spieler, die sich mit einer Grenzregion (Norden, Österreich, Lothringen) den Rücken freihalten können. Das sorgt im Viererspiel dafür, daß ein Spieler (der keine dieser Regionen abbekommen hat) benachteiligt wird.
Schon im Fünferspiel existiert dieses Problem nicht mehr.

Und weiteren Änderungsbedarf sehe ich nicht. Den müßte man aber erst einmal diskutieren, bevor man mit Variantenideen kommt.

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Daniel Ziegler
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Re: Was ist das Ziel dieser Variante?

Beitragvon Daniel Ziegler » 14. Oktober 2005, 13:11

Stimmt schon, ich habs ja auch selbst noch nicht ausprobiert, und ich kann mir auch vorstellen, dass die Risiko-Variante daneben geht, wenn plötzlich jemand von einem freien Land zum nächsten zieht.

Doch zumindest die Ausgeglichenheit bei der Startspielerwahl, indem der Erste des Frühlings letzter im Sommer ist usw., find ich ne gute Idee, für alle, die mit der Zufälligkeit und Unplanbarkeit nicht so zurecht kommen.

Und die Idee mit den Sonderfunktionen der Gebäude find ich gut, weil die Gebäude sich, außer in Kosten und dementsprechen in Siegpunkten am Schluss, gar nicht unterscheiden, und so kann man halt mit jedem Bau zusätzlich entscheiden: Bau ich ein Schloss, dann bin ich militärisch stärker, bau ich ne Kirche und besänftige Unruhen oder bau ich ein Handelshaus und bekomme so höhere Erträge? Ich finde schon, dass dies einen zusätzlichen Reiz und eine nette Option ausmachen könnte, man muss nur einen Weg finden, wie die Eigenschaften möglichst ausgeglichen sind (bei Schloss 1 oder 2 Armeen, bei Kirche für 0,1 oder 2 Gold einen Marker entfernen, Handelshaus erhöht Erträge um 1 oder 2).

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Steffen S.

Re: Was ist das Ziel dieser Variante?

Beitragvon Steffen S. » 14. Oktober 2005, 20:15

Hi Daniel,

Varianten gibt es zu allen möglichen Spielen, und meist sind sie nicht deshalb entstanden, weil das Grundspiel schlecht, unaustachiert oder defekt wäre, sondern weil sich eine ganz bestimmte Spielergruppe zu einem ganz bestimmten Spielzeitpunkt ihrem ganz bestimmten Geschmack entsprechend andere Handlungsmöglichkeiten gewünscht hatte. Nun bist du weder Teil dieser "ganz bestimmten" Spielgruppe, noch kannst du ohne eigene Spielerfahrung beurteilen, welche dieser Varianten nun gut und Sinnvoll sind, und v.a. welche für euch wirklich einen Spielspasszuwachs bergen. Wallenstein ist viel zu komplex und vielschichtig, um aus der Regellektüre heraus derart grundlegende Änderungen einschäzbar zu machen. Man sollte nie vergessen: Ein Spiel wird über Jahre entwicklelt, und von unzähligen Spielerunden /-profis unzählige male probegespielt, ehe es dann aus guten und fundierten Gründen genau so auf den Markt kommt, wie es ist.

Das heißt nicht, dass eine Spielrunde (s.o.) nahc reiflicher Selbsterfahrung mit dem Spiel nicht subjektive Justierungen vornehmen kann und soll - aber eben erst dann, wenn das auf wesentlich umfassenderer Erfahrungsbasis geschaffene Fundament umfässlich ausgetestet wurde. Spielt Wallenstein erst einmal mit den Standardregeln - die sind gut so, wie sie sind. Und entscheidet dann, wo ihr für euch Feinjustierungsbedarf seht. Einen Blindschuss auf Basis der Regellektüre und irgendwelcher gut gemeintem Forenbeiträge, zudem ein Sammelsurium aus unterschiedlichen Variationsideen, die sich bei eurer Spielweise möglicherweise als gar nicht gut kompatibel erweisen, halte ich für fatal.

Grüße,
Steffen

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Daniel Ziegler
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Re: Was ist das Ziel dieser Variante?

Beitragvon Daniel Ziegler » 16. Oktober 2005, 03:54

Also ich hab jetzt 2 Spiele gespielt, und ich muss erst mal sagen, dass es ein absolutes Klasse-Spiel ist! Die Zeit ging echt vorbei wie im Flug. Hab jetzt einmal zu zweit und einmal zu dritt gespielt, mehr Leute konnte ich noch nicht überreden. :) Zu den Varianten:

Die Risikovariante funktioniert nicht, dass hab ich eingesehen und damit haben wir auch nicht gespielt, dann wirds einfach zu kriegerisch.

Aber das mit den Sonderfunktionen der Gebäude klappt super und bringt weitere taktische Elemente ins Spiel: Das Schloss schützt das Land bei Verteidigung, Kirche beseitigt Unruhen, Handelshäuser erhöhen den Wert eines Landes und Unruhemarker vermindern ihn. Man überlegt ständig, was man eher gebrauchen könnte, die Gebäude sind aber auf keinen Fall unausgewogen.

Wir haben die Spielerreihenfolge im ersten Frühling ausgelost und dann rochiert, fanden wir alle einfach fairer, wieso ein zusätzliches Glückselement ins Spiel bringen, die Aktionskartenreihenfolge, die Ereigniskarte und der Würfelturm bringen schon genug ungewisses. So ist jeder zweimal als Erster dran, das ist fair.

Bei mehr als einem Unruhemarker waren die Bauern auf Seiten der Angreifer, ist irgendwie logisch, dass sie sich dann gegen ihre Herren auflehnen und einen Wechsel anstreben.

Die meisten Länder in einer Region zu haben gab einen Zusatzpunkt, drei wären doch zuviel gewesen, das haben wir bei 2 Spielern gemerkt.

Ansonsten muss ich noch sagen, dass es bei 2 Spielern sehr wenig Revolten waren, auch wenige Bauern im Turm, vielleicht spielen wir beim nächsten Mal mit der Variante, dass nach dem Winter nicht alle, sondern pro Land nur ein Unruhemarker entfernt wird. Mal kucken...

Auf jeden Fall hat das Spiel beide Male mit diesen Varianten sehr viel Spaß gemacht, es war spannend bis zum Schluss und wir werden es bestimmt bald wieder spielen.

Wallenstein gehört jetzt zu meinen Alltime-Favourites!


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