Beitragvon Attila » 20. Oktober 2005, 13:56
Hiho,
Na wenn es denn ein PEEP sein, soll schreib ich auch diesen mal kurz. (Mal schauen wir kurz er denn wirklich wird)
Wenn man Indonesia auspack bekommt man einen Spielplan, welcher auf "historisch" (~18Jhd) Getrimmt ist, d.h. eine eher schlichtes Design mit den von Jürgen angesprochenen "beige-tönen" - mir gefällt das sehr gut, da steh ich sozusagen drauf. :-)
Weiter bekommt man eine Kiste voll Counter, wiel man es ja eigentlich von einem Splotter-Spiel erwartet! :-)
Da gibt es Reis, Kautschuk, Gewürze, Öl und Microwellen (= Fast-Food :-) ) - welche auf vor und Rückseite unterschiedlich gedruckt sind: Das eine stellt die Produktion dar und das andere die Wahren.
Weiter gibt es noch eine Tüte voll Glas-Nuggets, welche die Städte darstellt in 3 grössen (Klein, Mittel Gross) sowie Spielgeld, Übersichtspläne und 15 kleine Baukarten, sowie eine Tüte voller Holzmarker für die Spielerfarben und Schiffe.
Und zu gter letzt kommen noch die Gesellschaftsplättchen, welche eche entweder produzierende Betriebe darstellen (Reis, Katuschuk, etc) oder ein Transportunternehmen.
Alles in alles ist das Spielmaterial sehr stimmungvoll und mir gefällt es sehr gut! :-) (Kann man sich freilich drüber streiten)
Der Plan stellt Indonesien mit den umliegenden Iseln dar (Java, Borneo, Bali, etc) welche in Regionen unterteilt sind in denen es Gebiete mehrere gibt. Die Regionen sind Farblich abgesetzt (mit beige/braun-Tönen :-) ), was den zweck erfüllt das man beim platzieren von Städten und Gesellschaften verschiedene Gebiete zur auswahlt hat, da sich das "Startgebiet" immer auf eine (oder mehrere) Region(en) bezieht.
Das Ziel des Spieles ist ganz einfach: Man besitze am Ende des Spieles das meiste Geld ... :-)
Die Startaufstellung ist ganz einfach: Der Plan ist *leer* und jeder Spieler hat 100 Geld und 3 "Stadtbau"-Karten, sowie eine Spielübersicht.
Das Spiel gliedert sich in 3 Spielabschnitte (Phase a) b) und c) ), die immer damit beginnen das neue Gesellschaften auf den Plan kommen. Dann wird mit diesen Gesellschaften das Spiel bestritten solange bis die nächste Phase kommt.
Zu beginn einer Phase (also somit auch zu Spielbeginn) legen die Spieler neue STädte auf den Plan und es kommen neue Gesellschaften dazu - alte Gesellschaften, die keinen Besitzer gefunden haben werden entfernt und stehen nicht mehr zur verfügung (dafür gibt es ja die neuen).
Nun läuft das Spiel - bis zur nächsten Phase - wie folgt ab:
Alles geschieht in Spielreihenfolge (um die Geboten wird)
a) die Spieler bieten um die Reihenfolge
b) Die Spieler dürfen Fusionen "ausrufen"
c) die Spieler dürfen neue Gesellschaft aquirieren
d) Fortschritt
e) Operationen & Expansion (hier passiert das meiste)
f) Städte Wachstum
Grundsätzlich kann man neue Firmen nur bekommen wenn man sie Aquiriert (da nimmt man sich einfach was vom Plan was noch frei ist) oder wenn man sie bei einer Fusion ersteigt (fusionierte Unternehmen werden immer versteigert).
Je nachdem ist manchmal das eine oder das andere besser. Sicherlich sind Fusionen der schnellere Weg an ein gutes Unternehmen zu kommen, allerdings ist so eine Fusion auch recht kostenintensiv für den neuen Besitzer. (Die alten Besitzer werden freilich ausbezahlt, und gehen nicht leer aus!) - Der Gag an den Fusionen ist, das man sich nur schwer eines Unternehmens "sicher" sein kann und wenn man ein Unternehmen durch eine Fusion "verloren" hat, dann bekommt man das Geld dafür, so das man normalerweise wieder so Flüssig ist sich ein anderes zu kaufen (über eine Fusion). Die einschränkung die es da gibt ist die Anzahl der Plättchen die ein Unternehmen haben darf, was bei Spielbeginn für alle bei "1" steht, aber in Schritt d) bis max. 5 entwickelt werden kann.
Der eigentliche Motor des Spieles läuft in e) ab, wo alle Unternehmen der Spieler reihum (immer eins nach dem anderen) Produzieren und Transportieren. Die Produktion ist im grunde ganz einfach: Für jedes Produktionsplättchen wird ein Rohstoff produziert, welcher mit einem Schiff transportiert werden darf (und *nur* mit einem Schiff). Für den Transport muss der, der den Rohstoff produziert 5 Geld PRO Schiff an den Spieler geben dem das Schiff gehört mit dem der Transport durchgeführt wird. Ein Transport muss immer in einer Stadt enden und für die Rohstoffe werden immer jeweils 20,25,30,35 bzw 40 (Reis, Gewürze, Kautschuk, Fast-Food und Öl) Geld aus der Bank an den Spieler bezahlt. Dieser Preis ändert sich nie. Das einzige was den Preis "drücken" kann ist der Transportweg. Verschifft man über 1 Schiff (minimum), muss man "nur" 5 bezahlen, ist der Weg länger halt mehr (5 pro Schiff). Am günstigsten ist es natürlich wenn einem auch noch die Schiffsgesellschaft gehört, aber das lassen die Mispieler meist nicht zu! :-)
Der "Trick" an dem Schiffen ist, das sie pro Aktion einer Gesellschaft nur eine Wahre befördern können. Diesen Wert kann man im laufe des Spieles bis max. 5 Weiterentwickeln (d.h. ein Schiff darf dann bis zu 5 Wahren transportieren - es bleibt aber bei 5 Geld pro Wahre pro Schiff ).
Ein wenig ungemütlich ist die Tatsache das man eine Wahre verschiffen *muss* wenn man kann, d.h. selbst wenn der Transportweg so lang ist das man mehr für den Transport bezahlt als dabei rausspringt ist man verpflichtet den Transport durchzuführen! - Da können "fiese" Situationen entstehen (ist aber selten).
Die Städte sind ziel der Transporte und jede Stadt nimm jeweisl so viele Wahren *einer* Sorte an, wie sie gross ist (klein = 1, mittel = 2, gross = 3), d.h. wenn eine kleine Stadt schon ein Reis hat, dann nimmt sie (in dieser Runde) nicht noch einen - andere Wahren die noch nicht (ausreichend) in der Stadt sind werden freilich noch angenommen.
Sollte ein Produktionsbetrieb in einem Zug seine *vollständige* Produktion verkauft haben, so darf er um 1 Feld expandieren (d.h. in der nächsten Runde produziert er mehr). Diese Expansionsrate von "1" kann bis zu einem maximum von 5 ausgebaut werden, so das ein Unternehmen viel schneller Wachsen kann.
Am Ende eines Zuges wird geschaut ob zu einer Stadt soviel geliefert wurde, das sie wächst. Das tut sie wenn jede Wahrensort im Spiel bis zum maximum an die Stadt geliefert wurde, d.h. 1 je Sorte für eine kleine Stadt oder 2 je Sort für eine mittlere Stadt. Die Stadt wird dann einfach durch eine grössere ersetzt.
EIne wichtige Sache, ist auch der Fortschritt. Alle Spieler haben zu begin gleiche Fortschritte (alle Stufe 1) und in jeder Spielrunde darf jeder Spieler einen kostenlosen Fortschritt machen (und keinen weiteren), so das die Unternehmen nicht nur durch Expansion interessanter werden, sondern auch durch Fortschritte (die aber an die jeweiligen Spieler gebunden sind). Schnellere Expansion, mehr Transport, grössere Fusionen, mehr Gesellschaften oder gar einen Multiplikator auf das Gebot um die Spielreihenfolge.
Alle Fortschritte haben ihren Charm und bringen *richtig* was, aber man kann sich in jeder Runde nur für einen entscheiden. ;-)
Dieses Splotterspiel sich *richtig* gelungen und hat genau das was den bisherigen (Antiquity, R&R) absolut fehlte: Interaktion!
Auch anders als die bisherigen ist es kein reines Aufbauspiel, eher sogar weniger. Es ist eine richtig gelungene Wirtschaftssimulation, von der Regeln sehr einfach, aber trotzdem sehr anspruchsvoll vom Spiel!
Im Gesamtpaket (optik, Genre, Spielmechanik, Spieldauer) stimmt echt alles - also bei uns hat sich sehr gutes Ambiete aufgebaut ohne viel Regelschnickschnack gleich ins "Business" eintauchen mit einer eigentlich knallharten Wirtschaftssimu.
Atti