Beitragvon Hans-Peter » 22. Oktober 2005, 03:11
Interessantes Thema. Ich bin vor ca. 4 Jahren ausgewandert und hatte vorher ueber 300 Spiele besessen. (Eine kleine Zahl, wenn ich sehe was andere so fuer Sammlungen haben.) Als sich der Zeitpunkt naeherte zu dem wir Kisten packen mussten, kam der Gedanke, dass 1. ich viele Spiele nur 2-3 mal gespielt hatte, 2. dass ich in der neuen Heimat keinen Spielekreis haben werde und 3. dass wir vorwiegend 2-Personenspiele oder Spiele, die man auch zu zweit gut spielen kann, brauchen werden. Ausserdem wollte ich sowieso schon immer mal aussortieren. Jetzt hatte ich einen Grund. Mit Hilfe von eBay drueckte ich die Anzahl meiner Spiele von ueber 300 auf unter 100 und fuehlte mich gut dabei. Jedes einzelne aussortierte Spiel hatte ich mehrmals in Haenden, bis ich mir dann quasi selbst das o.k. zum Verkaufen gegeben hatte.
ABER: Nachdem wir uns in der neuen Heimat wieder einigermassen etabliert hatten, sprich abends wieder Zeit hatten, fingen wir auch wieder an zu spielen. Beim Ueberlegen, was wir denn mal spielen koennten, sind mir dann prompt Spiele eingefallen, die ich verkauft hatte und aergerte mich ueber mich selbst. Kurze Zeit spaeter lernten wir Leute kennen, die auch gerne spielen. Schon waren es mehr Spiele, die mir einfielen und die ich verkauft hatte.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich wurde rueckfaellig und begann MANCHE auf ebay verkauften Spiele auf ebay wieder zurueckzukaufen. Das regelmaessige Lesen des Spielboxforums verschlimmert die Sache. Wenn viele der "Vielschreiber" sehr begeistert von einem neuen Spiel sind, dann suche ich im Internet alle Reviews die ich finden kann und meistens muss ich es dann haben. Dass die Klein"stadt" hier in der Naehe (8000 Einwohner) einen Spieleladen hat, dessen Besitzer ein schoenes Sortiment an "German Games" fuehrt, hilft da natuerlich auch nicht. Niagara und Jambo habe ich gerade neulich dort gekauft.
Mein Fazit: Das Aussortieren war schon gut, denn ich vermisse nicht alle Spiele, die ich aussortiert hatte. Man sollte wirklich nur die Spiele behalten, die man unbedingt gerne spielen will. "Geht-So-Spiele" lohnen sich nicht und sind Zeitverschwendung. (Ein "Geht-So-Spiel", ja sogar ein "Sch...-Spiel" KANN sich in bestimmten Spielergruppen zum Top-Spiel wandeln. Aber das fuehrt hier zu weit.)
Einer der drei Wolfgaenge in meiner deutschen Spielegruppe (Wer ist am Zug? WOLFGANG!!!) hatte immer versucht, nur so viele Spiele zu behalten, die in seinen Wohnzimmerschrank passten und das sollten alles nur gute Spiele sein. Das war ihm immer nur kurze Zeit gelungen. Neulich hatte ich mich mal erkundigt, was seine Spiele so machen. Seine Antwort: "Du, also will jetzt nur noch die Spiele behalten, die wirklich Spass machen und den Rest verkaufen."
Es gibt einen anderen Bereich, da war ich wesentlich erfolgreicher: Buecher. ich hatte Waende voller Buecher. Alles was ich gelesen hatte musste ich auch besitzen. Irgendwann musste ich mich entscheiden: Buecher oder Spiele. Die Spiele hatten gewonnen. Ich verkaufte, verschenkte und recycelte alle Buecher und habe das bis heute nicht bereut, denn ich habe keine Lust mehr ein Buch 2mal zu lesen. Das hatyte ich in meiner Jugend getan. Obwohl, es gibt da schon ein paar ... :))
Liebe Gruesse
Hans-Peter, der vielleicht nachher wieder Jambo spielt.