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Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

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Jeff Widderich

Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Jeff Widderich » 10. November 2005, 02:46

Ich habe mehrmals gehoert das es Leute gibt die sich Spiele kaufen um sich mit den Regeln auseinander zu setzen. Das Spiel ist nur dann wichtig wenn die Regeln sich gut anlesen.

Hier sind meine Fragen?

1. Wie ist eure Reihenfolge wenn ihr ein neues Spiel ausprobiert?
Regeln zuerst lesen (unabhaengig / alleine ein Tag vorher) oder Regeln und Spielmaterial anwenden um das Spiel zu verstehen moeglicherweise mit anderen Mitspieler anwesend? ( was ist euch lieber ? )

2. Wie lange dauert es beim lesen der Regeln bis ihr eure Meinung macht ob das Spiel euch gefallen wird oder nicht? Und wie oft ist diese Vorentscheidung verkehrt wenn das Spiel endlich gespielt wird? (Beispiele)

3. Ist die Muehe die in ein Regelwerk gesteckt wird sofort erkennbar?

4. Wenn alle Spiele der Zukunft mit CD oder DVD erklaert wuerden, wuerde etwas verloren gehen?

Jeff Widderich

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Carmen Gick

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Carmen Gick » 10. November 2005, 07:38

Hallo Jeff,

ich gehöre zu den Jenigen, die nicht gerne die Regeln studieren. Am liebsten ist mir immer eine Spielerunde wo wir uns zusammensitzen. Während einer (oder auch mehrere) meiner Gäste die Regel studieren kümmer ich mich darum, dass alle Getränke bekommen oder verteile das Material.
Dann darf einer die Regeln erklären.
Natürlich übernehme auch ich mal diese Rolle, wenn keiner in der Runde gerne diese Rolle übernehmen möchte. Allerdings ist bei meinen Runden immer einer dabei, dem es einen riesen Spass macht. Also tu ich ihm die Freude.

Generell ist es bei uns so, dass wir ein Spiel erst dann beurteilen, ob es uns gefällt oder nicht, wenn wir es min. einmal gespielt haben.

Leider haben wir schon festgestellt, dass sich eine Regel oft komplizierter darstellt als das Spiel tatsächlich ist. Und auch der ganze Mechanismus wird erst durchs Spielen wirklich klar.

Ein genereller Satz bei einem neuen Spiel ist bei uns: "Komm lass uns einfach mal anfangen...". Eine "Proberunde" um dem Mechanismus näher zu kommen ist bei uns immer drin.

Jetzt aber zu Deiner ersten Frage:
Generell ist es wirklich so, dass wir zuerst die Regeln lesen und dann das Spielen beginnen. und immer in Anwesenheit aller Mitspieler. Sprich ich lese (fast) nie vorher die Regel um es dann in einer Runde vorzustellen. Denn wir suchen generell zusammen das Spiel aus, was wir jetzt gerne spielen möchten. Natürlich ist es auch so, dass es meistens das neueste Spiel ist.

zu Deiner 2. Frage:
wie schon erwähnt. Wir fällen eine Entscheidung erst NACH dem SPIELEN. Also kann uns eine Regel kaum abschrecken oder begeistern.

zu Deiner 3. Frage:
ich finde oft ist diese Mühe schon erkennbar.

zu Deiner 4. Frage.

Ja, finde ich schon. Denn ich mag es nicht über CD oder DVD eine Regel erklärt zu bekommen. Aus mehreren Gründen.

1. Braucht man IMMER ein Abspielgerät!
==> Jetzt wird jeder sagen, ach das hat man doch eh. NEIN, denn ich habe schon öfter ein Spiel auf Reisen mitgenommen, oder in einer Wirtschaft oder oder oder.... da hat man sowas eben nicht! Man mag es nicht glauben, aber es gibt auch noch heute Personen, die weder Computer noch DVD-Player besitzen, einfach weil kein Interesse besteht!!

2. Ich brauche die Regel zum durchblättern und nachlesen. Das geht bei der DVD nicht so ohne weiteres.

3. Eine Spielanleitung in Papierform gehört einfach dazu, sonst kann ich gleich am PC oder Gamecube oder PS2 oder XBox oder sonst was spielen.
ABer ich habe mich für die gemütliche und gesellige Variante Brettspiel entschieden.
Auch hier macht es Spass die Spielanleitung evtl. rumzureichen, so dass jeder das nachlesen kann was er gerade nocheinmal wissen möchte.

so dann noch viel Spass beim Regelstudium

liebe Grüße
Carmen

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Christian K.

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Christian K. » 10. November 2005, 08:14

Hi,

> Ich habe mehrmals gehoert das es Leute gibt die sich Spiele
> kaufen um sich mit den Regeln auseinander zu setzen. Das
> Spiel ist nur dann wichtig wenn die Regeln sich gut anlesen.
Mach ich sehr gerne...

> 1. Wie ist eure Reihenfolge wenn ihr ein neues Spiel
> ausprobiert?
Kommt stark darauf an, wann ich dazu Zeit habe, ein neues Spiel zu spielen. Spiele, die ich auf Messen ausprobiere, werden natürlich noch während des Erklärens gespielt. Bei Neueinkäufen lese ich aber oftmals erst die Regel und es vergeht einiges an Zeit, bis die passende Gelegenheit kommt, um das Spiel wirklich zu spielen.
Dieses Jahr war bei mir Caylus das Paradebeispiel. Dort war ich mir nach der Regellektüre (die ja im Vorhinein durchs Netz schon möglich war) sehr schnell sicher, dass dieses Spiel a) mir gefällt und b) auch meinen üblichen Mitspielern.

> 2. Wie lange dauert es beim lesen der Regeln bis ihr eure
> Meinung macht ob das Spiel euch gefallen wird oder nicht? Und
> wie oft ist diese Vorentscheidung verkehrt wenn das Spiel
> endlich gespielt wird? (Beispiele)
Meistens mekre ich so spätestens nach 1/2 bis 2/3 der Regeln, ob das Spiel in meinen Augen etwas taugt.
Die Einschätzung über die Regel stimmt für mich fast immer mit dem Eindruch beim Spielen überein. Allerdings verschätze ich mich regelmäßig, wenn es die Begeisterung meiner Mitspieler für ein Spiel angeht.

> 3. Ist die Muehe die in ein Regelwerk gesteckt wird sofort
> erkennbar?
Nein. Ist gibt durchaus sehr gute Spiele mit sehr schlechten Regeln. Hat man die Regel aber erst einmal verstanden, was bei guten Regeln auch ohne das Spielmaterial oder ein Anspielen geht, kann man m.E. schnell erkennbar, ob es sich um ein gutes Spiel handelt.

> 4. Wenn alle Spiele der Zukunft mit CD oder DVD erklaert
> wuerden, wuerde etwas verloren gehen?
Klar. Auch wenn ich gerne z.B. vor Essen mal Prof. Easy nutze, hat das gemütliche Studieren von Regeln, z.B. während einer Zugfahrt, doch seinen ganz eigenen Reiz. Schließlich möchte auch kaum jemand auf eine Zeitung zugunsten von Online-News verzichten...

Regel(ge)rechte Grüße
Christian

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Martin Beiwerk

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Martin Beiwerk » 10. November 2005, 08:56

Hi Jeff!

> Ich habe mehrmals gehoert das es Leute gibt die sich Spiele
> kaufen um sich mit den Regeln auseinander zu setzen. Das
> Spiel ist nur dann wichtig wenn die Regeln sich gut anlesen.

Ja, es soll Leute geben, die ganz verrückt aufs Regellesen sind. Mir ist ein gutes Buch wesentlich lieber.

> 1. Wie ist eure Reihenfolge wenn ihr ein neues Spiel
> ausprobiert?
> Regeln zuerst lesen (unabhaengig / alleine ein Tag vorher)
> oder Regeln und Spielmaterial anwenden um das Spiel zu
> verstehen moeglicherweise mit anderen Mitspieler anwesend? (
> was ist euch lieber ? )

Wenn das Spiel neu ist, lese ich die Regeln vorher alleine durch und mache manchmal auch ein Solo-Probespiel. Regeln zusammen mit anderen Mitspielern erarbeiten dauert zu lange und war bisher immer ein Flop => nicht zu empfehlen!

> 2. Wie lange dauert es beim lesen der Regeln bis ihr eure
> Meinung macht ob das Spiel euch gefallen wird oder nicht? Und
> wie oft ist diese Vorentscheidung verkehrt wenn das Spiel
> endlich gespielt wird? (Beispiele)

Wenn ich etwas beim Regelstudium gelernt habe, dann das: Beurteile ein Spiel nie nach der Regel!
Beispiele:
1. Wallenstein: Bunt, schön, aber nicht logisch, manchmal ungenau, Fragen bleiben offen => Aber das Spiel ist super!
2. Funkenschlag: Nur schwarzweiß und eine scheinbar zusammengewürfelte Anzahl Regeln, aus denen sich nur ein schwaches Bild des Spiels ableiten läßt => Aber das Spiel ist supergenialspitzenklassenmäßig!

> 3. Ist die Muehe die in ein Regelwerk gesteckt wird sofort
> erkennbar?

Ich würde sagen: Ja.

> 4. Wenn alle Spiele der Zukunft mit CD oder DVD erklaert
> wuerden, wuerde etwas verloren gehen?

Definitiv: Ja! Das ausgedruckte Regelwerk gehört dazu. CDs sind auch schlecht zum schnell nachschlagen.

Gruß
Martin

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Claude

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Claude » 10. November 2005, 09:39

Ciao Jeff
> 1. Wie ist eure Reihenfolge wenn ihr ein neues Spiel
> ausprobiert?
> Regeln zuerst lesen (unabhaengig / alleine ein Tag vorher)
> oder Regeln und Spielmaterial anwenden um das Spiel zu
> verstehen moeglicherweise mit anderen Mitspieler anwesend? (
> was ist euch lieber ? )
Kann schon mal vorkommen, dass ich die Regel im Voraus lese (ich spiele das Spiel selten dann auch schon mal solo an), üblicherweise aber grad in des Spielgruppe. Das hat den Vorteil, dass alle alles gehört haben und die Regel daher schneller verständlich ist (nicht jeder hört oder versteht immer sofort alles). Wir sind es uns so gewöhnt, und der Spielspass wird dadurch kaum beeinträchtigt.

> 2. Wie lange dauert es beim lesen der Regeln bis ihr eure
> Meinung macht ob das Spiel euch gefallen wird oder nicht? Und
> wie oft ist diese Vorentscheidung verkehrt wenn das Spiel
> endlich gespielt wird? (Beispiele)
Beim Spielekaufen im Laden oder auf der Messe ist die Entscheidung in höchstens wenigen Minuten getroffen, ob uns das Spiel gefällt oder nicht. Dabei spielt aber nicht nur das Regelwerk eine Rolle, sondern auch Thema, Gestaltung, Autor, Verlag...
Wenn wir das Spiel spielen entsteht die Meinung immer erst nach dem Spiel (naja, manchmal auch schon während des Spiels)

> 3. Ist die Muehe die in ein Regelwerk gesteckt wird sofort
> erkennbar?
Hier muss man sehr gut unterscheiden zwischen dem eigentlichen Regelwerk und der niedergeschriebenen Regel. Viele Regeln sind sehr schlecht geschrieben und das dahinterliegende Regelwerk wird erst nach dem Spielen richtig klar. Typisch sind hierfür zB Spiele von Splotter: super Spiele, aber die Regel ist oft recht mühsam. Dahingegen sind nicht alle Regeln, die beim ersten Mal durchblättern differenziert gemacht scheinen, gut niedergeschrieben (hier denke ich augenblicklich an die Heldenspiele von Lutz Stepponat, bei denen es nach dem dritten Spiel immer noch offene Fragen gibt). Aber es gibt mittlerweilen viele Verlage, die es fertigbringen qualitativ hochwertige Regeln zu qualitativ hochwertigen Regelwerken zu publizieren.

> 4. Wenn alle Spiele der Zukunft mit CD oder DVD erklaert
> wuerden, wuerde etwas verloren gehen?
Definitif ja. Ich glaube nicht, dass ich ein Spiel kaufen würde, das nur eine vollständige Regel in digitaler Form besitzt. Erstens, wie schon erwähnt wurde, habe ich nicht immer ein abspielgerät vor mir, zweitens finde ich es blödsinnig von einem Bildschirm abzulesen (und von an die Wand projizieren, so dass alle mitlesen können, will ich gar nichts hören), drittens nimmt das Spielmaterial in den meisten Fällen schon genug Platz auf dem Tisch ein, und ich will nicht auch noch einen Computer hinstellen müssen, viertens, wie auch schon erwähnt, ist eine Regel auf Papier meist deutlich übersichtlicher als auf Computer (im andern Fall spricht es nicht eben für die Mühe die man sich bei der Regel gemacht hat), und man kann nicht mit der gleichen Einfachheit etwas nachschlagen, fünftens muss ich als mac-Benützer auf immer wieder auftretende Kompatibilitätsprobeme hinweisen, die nicht einmal weltweitführende Softwarefirmen in den Griff kriegen (ich habe Regeln, die ich auf meiner Maschine einfach nicht sauber zum Laufen bringe).

> Jeff Widderich

Liebe Grüsse,

Claude

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Andreas Schröder

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Andreas Schröder » 10. November 2005, 10:43

Ich hasse Regelstudium, jedesmal, grad am Anfang denk ich das kapierst du nie, wie ist das jetzt gemeint.
Ich muss immer erst das ganze Material auf den Tisch bringen und es Stück für Stück durchgehen, dann gehts, und dann sag ich mir, ist doch ganz einfach.
Eine beiliegende DVD zusätzlich zur gedruckten Anleitung wäre sicherlich hilfreich,
würde aber doch den Preis für`s Spiel noch etwas höher schrauben.

Gruss Andreas

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Niccolo
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Beiträge: 1333

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Niccolo » 10. November 2005, 10:44

Martin Beiwerk schrieb:

> > Ich habe mehrmals gehoert das es Leute gibt die sich Spiele
> > kaufen um sich mit den Regeln auseinander zu setzen. Das
> > Spiel ist nur dann wichtig wenn die Regeln sich gut anlesen.
>
> Ja, es soll Leute geben, die ganz verrückt aufs Regellesen
> sind. Mir ist ein gutes Buch wesentlich lieber.

Jepp.

Gerade bei non-cosim Spielen ist eine Regel eben das, was sie ist: eine Spielanleitung. Und Anleitungen haben nur begrenzten Charme.

Bei CoSims ist es durchaus schon mal nett die Regeln zu 'studieren'. Oft gibt es Anmerkungen des Designers, warum er was wie gelöst hat. Mitten in den Regeln, oft als eigenes Kapitel. Dann noch geschichtliche Hintergrundinformationen, usw.
Macht Appetit. Auf das Spiel - und bei eher unbekannten Situationen auf noch mehr Hintergrundwissen.

Aber insgesamt blieb mir die Erfahrung: "Schon die Regeln aus Spiel XY gesehen? MUSS man gelesen haben!", fern.


> > 1. Wie ist eure Reihenfolge wenn ihr ein neues Spiel
> > ausprobiert?
> Wenn das Spiel neu ist, lese ich die Regeln vorher alleine
> durch und mache manchmal auch ein Solo-Probespiel. Regeln
> zusammen mit anderen Mitspielern erarbeiten dauert zu lange
> und war bisher immer ein Flop => nicht zu empfehlen!

Schon alleine anprobiert haben ziehe ich auch vor - aber man nimmt's wie's kommt :)

Ein Spiel erklären ist sowieso wieder ein Kapitel für sich. Ich bekomm direkt ne Gänsehaut, wenn ich an div. 'Klassiker' denke, die man da(nn) so zu hören bekommt:
"Jaja - fangen wir einfach an!"
"Das hast du niiiie erzählt!"
usw.


> > 2. Wie lange dauert es beim lesen der Regeln bis ihr eure
> > Meinung macht ob das Spiel euch gefallen wird oder nicht?

Hui - eigentlich fällt das erste Vorurteil schon viel früher. Bei der Erwartungshaltung, die das Spielmaterial auslöst.
Dann wird der Regelumfang beäugt - entsprechend Erwartungshaltung zur Komplexität - nicht zu viel, nicht zu wenig...

> > Und
> > wie oft ist diese Vorentscheidung verkehrt wenn das Spiel
> > endlich gespielt wird? (Beispiele)

Verflixt oft.
Als Negativbeispiel: Dicewars (heisst es, glaub ich) - nach dem Regelstudium war da noch Vorfreude aufs Spiel und die Hoffnung (dass da ein Quasi-CoSim für nicht-CoSim-Spieler auf mich wartet)... im Spiel zeigten sich dann die erschreckenden Mängel des Spieles.

Als Positivbeispiel? Hm - fällt mir gerade kein schreiendes ein... ich glaube Jamba klang für mich arg trocken und konstruiert beim Lesen, entpuppte sich dann aber als absolut großartiges 2-Personenspiel. Und ich glaub auch dass ich nach dem Lesen der Carcassonneregel nie gedacht hätte, was für eine lange Liebesbeziehung da gerade entsteht...


> > 3. Ist die Muehe die in ein Regelwerk gesteckt wird sofort
> > erkennbar?
>
> Ich würde sagen: Ja.

Es widerstrebt mir hier "Ja" zu schreiben. Irgendwie will es mir nicht in den Kopf, dass da einer sitzen könnte, der die Entstehung seines 'Babys' miterlebt und sich denkt: "Die doofen Regeln schreib ich schnell am Klo runter."
Mühe machen sich hoffentlich alle - ob mit der Stil des Regelverfassers zusagt... ob der das überhaupt kann! - steht alles auf einem anderen Blatt.


> > 4. Wenn alle Spiele der Zukunft mit CD oder DVD erklaert
> > wuerden, wuerde etwas verloren gehen?
>
> Definitiv: Ja! Das ausgedruckte Regelwerk gehört dazu. CDs
> sind auch schlecht zum schnell nachschlagen.

Ja, auch hier mein Kopfnicken zu Martins Aussage. Ablösen kann ein Silberling ein Regelheft nie.

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Tanja

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Tanja » 10. November 2005, 11:16

Hallo,

auch ich ziehe ein gutes Buch vor *g*

> 1. Wie ist eure Reihenfolge wenn ihr ein neues Spiel
> ausprobiert?

Das kommt ganz darauf an - wenn man am Abend nach der Messe direkt das erste Spieletreffen ansetzt, kommt man einfach nicht dazu, die Regel etc. vorher auszuprobieren. Meistens wird sie dann vorgelesen. Die Spielvorbereitung wird gleichzeitig durchgeführt.
Bleibt mehr Zeit, dann wird nicht direkt die Regel studiert, sondern erst einmal das Material begutachtet, wie riecht es, wie fühlt es sich an, wie sieht es aus... Einfach alles Auspacken. Da das Ganze direkt eingetütet wird, überfliege ich dann auch mal grob, in welcher Sortierung ich die Sachen abpacken muß. Beim Erarbeiten der Regel brauche ich auch unbedingt das Material vor Augen. Wenn ich schon weiß, was gespielt wird (d.h. wir spielen bei anderen und wir bringen die Spiele mit), werden die Regeln vorher noch mal studiert. Wenn wir bei uns spielen, eben nicht ;)

> 2. Wie lange dauert es beim lesen der Regeln bis ihr eure
> Meinung macht ob das Spiel euch gefallen wird oder nicht? Und
> wie oft ist diese Vorentscheidung verkehrt wenn das Spiel
> endlich gespielt wird? (Beispiele)

Ich entscheide eigentlich nur, ob das Spiel evt. gefallen könnte... Einige hier lesen vor der Messe ja schon online die Regeln und schließen gewisse Spiele aus... Ich kann das nicht, weil bei mir dieser erste Eindruck schon oft widerlegt wurde:
z.B. bei "Drachenreiter": Hörte sich nach Regelstudium spaßig an, war aber nur krampfig (lag aber eher am Material, die Drachen sind einfach viel zu groß für die Basis...)
Bei Caylus dachte ich: das kapierst Du nie, nach zwei Runden hab ich es gekauft, weils einfach genial ist.
Die Regel von Architekton klang auch super, aber bei uns hat das Spiel in mehreren Runden gefloppt - schade eigentlich.
Aber es gab auch was, wo es gepasst hat: bei Alhambra, das las sich gut und spielte sich super!

> 3. Ist die Muehe die in ein Regelwerk gesteckt wird sofort
> erkennbar?

Ein klares Nein, denn auch hinter einer schlechten Anleitung kann viel Mühe und Arbeit stecken, nur fehlt dem Regelschreiber vielleicht einfach die Erfahrung. Dafür gibt es aber vielleicht gute Regeln, die ein erfahrener Regelschreiber ohne viel Aufwand gut hinbekommt.

> 4. Wenn alle Spiele der Zukunft mit CD oder DVD erklaert
> wuerden, wuerde etwas verloren gehen?

Das schriftliche ist unverzichtbar, aber wenn zusätzlich noch ein kleiner Datenträger dabei ist, der ein paar Animationen enthält, kann das nicht schaden. Ganz toll finde ich das z.B. bei "Project Kells", dort gibt es einige Ausgaben mit DVD - auf der sollen dann die Flash-Animationen von der Website sein - und die sind wirklich praktisch!

Viele liebe Grüße, Tanja

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ode

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon ode » 10. November 2005, 11:22

hi,

ich liebe es, die regeln von spielen zu lesen! es ist fantastisch sich in ein spiel einzuarbeiten. ich fang ganz langsam an und schau mir dabei das material an, mache gleich die spielvorbreitung mit und probiere ein paar sachen aus, wenn ich nicht gleich ganz kapiere wie etwas gemeint ist.

das layout des gesamten spiels spielt dabei für mich eine große rolle. wenn es schönes spielmaterial hat, das in meinen augen gut aussieht, schöne bilder, grafiken... herrlich!!! bestimmt ein grund, warum ich alea-spiele so sehr liebe!!! die händelr von genua, puerto rico, oder louis XIV. zu lernen war genial! mache ich genauso gerne wie ein gutes buch lesen, es beruhigt mich, schafft ein gefühl der ausgeglichenheit und ist die beste realitätsflucht, das beste abschalten von allem um mich rum neben lesen und glotzen. genial!!!

dabei mach ich das lieber allein. iss klar. nen buch lese ich ja auch allein.

ich habe auch gemerkt, dass ich spiele nicht so gut erklären kann, selbst, wenn ich die regeln auswendig kenne. bin da nicht so begabt. das überlasse ich dann meist meiner freundin, die die unsere spiele genauso kennt. ich geh dann meist schon ins detail und versuche vergeblich die zusammenhänge zu erklären. naja... vielleicht zu viel begeisterung...

zu deiner frage 2, wie lange es dauert ein gutes spiel zu erkennen, oder ob es überhaupt geht:
wir haben es auf der messe so gemacht (weil wir nur samstag da waren und uns nicht alles angucken oder anspielen konnten), dass wir uns im zweifelsfall die regeln haben geben lassen und sie quergelesen. das hilft bei einigen kaufentscheidungen. il principe zum beispiel wollten wir unbedingt spielen. es gab aber nur einen tisch, und immer, wenn wir grad da waren hatten die gerade angefangen zu spielen. ein paar regelerläuterungen vom supernetten autoren...kaufen!!! bei hazienda genau andersherum. wollten wir auch gerne spielen, alles belegt: reeln gelesen und für unwürdig befunden. dabei lieben wir sonst kramer-spiele sehr. dabei fiel mir auf, wie sehr sich die beschreibung von spielen mit dem tatsächlichen ablauf unterscheiden können. nach der beschreibung dachte ich, dass es sich bei hazienda um ein handesspiel,äh..., handelt (hihi...). was wir lasen war aber ein nahezu reines legespiel, mit aufgequetschter geschichte, die überhaupt nicht zum spiel passt. dies nur als beispiel...

frage 4: ah!!! das wäre schrecklich! ich hasse es am bildschirm zu lesen. ich fänds auch albern. bücher gibts ja auch nicht als dvd. und hörregeln kann ich mir auch nicht vorstellen... ;-)

ode.

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Andreas Schröder

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Andreas Schröder » 10. November 2005, 11:52

> frage 4: ah!!! das wäre schrecklich! ich hasse es am
> bildschirm zu lesen. ich fänds auch albern. bücher gibts ja
> auch nicht als dvd. und hörregeln kann ich mir auch nicht
> vorstellen... ;-)
>
> ode.

so ist es bestimmt nicht gemeint das man per DVD die Regel am Bildschirm lesen muss, eher so das der Autor (das hätte doch was) oder wer auch immer Aufbau, Spielweise, Wertung erklärt und anschliessend eine Spielrunde, ob nun komplett oder teilweise, mit ein par Testspielern durchführt.Man könnte beliebig zurück oder vor gehen, bei Sachen die man nicht verstanden hat...
Also ich denke das hat Potenzial, vor allem für Leute die nicht Möglichkeit haben sich das Spiel von anderen erklären zu lassen.
Aber ich denke, wie schon gesagt, es würde das Spiel verteuern.

Gruss Andreas

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TRH
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Beiträge: 647

Re: CD/DVD-Regelwerke

Beitragvon TRH » 10. November 2005, 12:45

Moin!

ode schrieb:

> frage 4: ah!!! das wäre schrecklich! ich hasse es am
> bildschirm zu lesen. ich fänds auch albern. bücher gibts ja
> auch nicht als dvd. und hörregeln kann ich mir auch nicht
> vorstellen... ;-)
>
> ode.

Ich denke es geht eher um eine geeignete Darstellung von Regel (wie z.B. die Spielerunde, die bei Manila so nett ins Bild gesetzt wird). Eine schöne Ergänzung zur schriftlichen Regel, sofern der Preis noch stimmt. Allerdings ist meine Manila-CD gerade im Dutt :-( ...
Ich würde mich jedenfalls über weitere gut gemachte CD-Regelwerke freuen, allerdings nur als Ergänzung zur geschriebenen Regel.

Gruß Tom

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Wolfram Püchert alias WeePee

Tastatur ist defekt

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 10. November 2005, 14:42

Deine Tastatur ist defekt .... bitte SHIFT-Taste (Großschrifttaste) reparieren lassen.

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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 10. November 2005, 14:45

Normalerweise lesen wir die Spielregeln vor dem eigentlichen Spielen. Das Spiel ist ausgepackt und mit Fortschritt des Regellesens werden die Spielmaterialien verteilt.

Nichts ist schlimmer als dann eine "furchtbar" geschriebene Regel vorzufinden. Die ganze Stimmung und Vorfreude geht dann flöten.

Beispiel: Hannibal von Eurogames .... wir haben nach 1 Stunde entnervt das Regellesen abgebrochen und sind ein Bierchen trinken gegangen.

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Heinrich Glumpler

OT: Kleinschreibung

Beitragvon Heinrich Glumpler » 10. November 2005, 15:12

Hi ode,

ich möchte das, was WeePee angedeutet hat, so ausdrücken:

Es fällt mir schwer, dein Posting zu lesen.

Wenn das nur mein ganz persönliches Problem ist oder du keinen gesteigerten Wert darauf legst, dass viele Leute deinen Beitrag lesen - dann ignoriere mein (dieses) Posting.

Ich fände es aber gut, wenn möglichst viele Leute das mitbekommen, was du zu sagen hast.

Viele Grüße
Heinrich

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ferdinand köther

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon ferdinand köther » 10. November 2005, 15:57

Naja, nicht unbedingt 'ne Sucht, aber ich genieße es, Regeln zu lesen als Vorbereitung auf das erste Spiel - bei schlechten Regeln wird der Genuß dann allerdings mehr oder minder stark getrübt. Eine "schöne", umfangreiche Regel lese ich durchaus schon mal als gemütliche Bettlektüre - allerdings nicht um ihrer selbst willen, sondern, wie gesagt, als vorberietung aufs Spiel.

Bei einfachen Spielen, wie bei vielen Kartenspielen z. B., genügt es natürlich auch oft, direkt im spiel die Regeln zu lesen bzw. kurz vorher.

Gerade umfangreiche Regeln bedürfen des "Studiums" und der Vorbereitung - daduch ist mein Faible für die Erstellung von Kurzregeln und für's Regelschreiben überhaupt entstanden.

Nichts finde ich schlimmer (was Spiele angeht), als dauerndes Nachschlagen in der Regel und Rätselraten während eines Spiels.

Regelgerechte Grüße
Ferdi

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achim

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon achim » 10. November 2005, 16:02

Jeff Widderich schrieb:
>
> 4. Wenn alle Spiele der Zukunft mit CD oder DVD erklaert
> wuerden, wuerde etwas verloren gehen?


Wenn Spiele nach wie vor eine Printregel haben, kann nichts verloren gehen; hier kann höchstens was dazu kommen - eventuell eine CD oder noch besser DVD.
Bei vielen Spielen ist eine visuelle Erklärung der Spielmechanismen sicherlich nicht schlecht. Die Bleiwüsten mancher Spielregeln würden dadurch vielleicht einen Sinn bekommen. Wer dann die Aussagen der Printregel nicht versteht, kann eine DVD zur Unterstützung heranziehen. Ich halte das für eine sehr gute Idee. Dieses Forum würde sicherlich um einiges schrumpfen, wenn viele Regelfragen sich auf diese Weise klären liesen. Für "Wenig-Spieler" wäre dies sicherlich auch ein einfacherer Einstieg in ein Spiel.

Wenn allerdings CD oder DVD die herkömmliche Regel ersetzen soll, dann geht mit Sicherheit so manches verloren. Mann stelle sich nur einmal vor, bei jeder kleinen Regeldiskussion müsste erst mal eine DVD eingelegt werden, grausame Vorstellung. (Leider kann die Zukunft grausam sein!).

Gruß
Achim

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ferdinand köther

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon ferdinand köther » 10. November 2005, 16:06

Hallo WeePee,

ich schicke dir gerne mal meine Kurzregel zu Hannibal, vielleicht hilft das ja weiter.

Solch ein Spiel bedarf schon gründlicher vorbereitung, da kann man nicht mal "eben so" die Regeln lesen und dann losspielen.

Regeln "furchtbar" oder nicht, du würdest ein tolles Spiel verpassen.

Hannibalistische (ich hoffe, hier gibt es keine Ausspracheprobleme zwischen "h" und "k" - wie bei "k" und "g" bei Caylus ;-)) Grüße
Ferdi

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Tanja

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Tanja » 10. November 2005, 16:49

achim schrieb:

> Wenn allerdings CD oder DVD die herkömmliche Regel ersetzen
> soll, dann geht mit Sicherheit so manches verloren. Mann
> stelle sich nur einmal vor, bei jeder kleinen Regeldiskussion
> müsste erst mal eine DVD eingelegt werden, grausame
> Vorstellung. (Leider kann die Zukunft grausam sein!).

Naja, wie bei einigen PC-Spielen, bei denen die Anleitung als pdf auf dem Datenträger liegt - zum selberausdrucken... *grusel*

Liebe Grüße, Tanja

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Ernst-Jürgen Ridder

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 10. November 2005, 19:22

Hallo Jeff,

zu 1.: Ich lese zunächst allein die Regel. Meine Spielegruppe erwartet ohnehin, dass ich die Regeln erkläre und nicht etwa vorlese.

Regeln lese ich oft in Bus oder Bahn. Darum ist es für mich wichtig, dass in der Regel selbst alle zum Verständnis wichtigen Abbildungen vorhanden sind. Wenn ich das Spielmaterial brauche, um die Regel zu verstehen, halte ich das deshalb für schlecht. Positives Beispiel etwa die heute in der Bahn gelesene Regel von Mesopotamien, wobei ich die Kurzregel geradezu vorbildlich finde.

Wann immer möglich, lade ich aus dem Internet die Regel eines Spiels, das mich interessiert. Es ist schon wiederholt vorgekommen, dass ich ein Spiel dann nicht gekauft habe, weil ich nach Regelstudium überzeugt war, dass mir das Spiel nicht gefallen wird, so z.B. bei Angkor; Gegenbeispiel wäre da Caylus, auf das ich nach dem Regelstudium sehr gespannt war. Es ist -leider- auch schon vorgekommen, dass ich ein gekauftes Spiel nach Regelstudium gar nicht erst gespielt habe; das ist etwa wie bei einem Buch, das mich vom Thema her so interessiert, dass ich es kaufe -manchmal eben leider ohne vorher in einer Buchhandlung mal etwas darin herumgelesen zu haben- und bei dem ich trotzdem über die ersten 20-50 Seiten nicht hinaus komme, weil es der Autor nicht schafft, mich sozusagen in das Buch hinein zu ziehen. Es gibt so viel zu lesen und zu spielen, die Zeit ist so knapp, wozu soll man sich da quälen.

zu 2: Meist weiß ich schon nach kurzem Lesen der Regel -allgemeiner Spielablauf und erste Details-, ob meine Erwartungshaltung enttäuscht wird, oder nicht. Der so gewonnene Eindruck kann natürlich falsch sein. Das mag etwa so sein bei Funkenschlag, das nach breiter Meinung hier im Forum ein gutes Spiel sein soll, zu dem ich mich aber noch nicht habe entschließen können, weil ich -ganz persönlich, ohne jeden Anspruch auf Objektivität- die Regel schlicht grottenschlecht finde; trotzdem habe ich auch die Erweiterung gekauft, weil ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass ich es doch mal angehen werde. Gleiches gilt etwa für -Verzeihung- Käse-Mäuse-Chaos.

zu 3: Ich glaube nicht immer. Findet man eine Regel schlecht, weil sie den Zugang zum Spiel eher erschwert als zum Spielen wirklich anzuregen, heißt das nicht, dass der Verfasser sich keine Mühe gemacht hat. Er hat vielleicht nur nicht genügend darüber nachgedacht, dass die Regel Spielanleitung für die sein soll, die das Spiel nicht kennen. Ist eine Regel wirklich gut, kann das im Zweifel nur daran liegen, dass der Verfasser sich in die Lage des Interessenten versetzt hat, der nicht zum Kreis der Testspieler gehört, und zudem in der Lage ist, das Gedachte in einen guten Text umzusetzen.

zu 4: CD/DVD können schon gut sein, vor allem wenn sie von ihren Möglichkeiten wirklich Gebrauch machen. Eine geschriebene Regel darf -für mich- aber nicht fehlen. Im Bus kann ich mit CD/DVD nichts anfangen.

Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen

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Jeff Widderich

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Jeff Widderich » 10. November 2005, 22:07

Halllo Ernst Jürgen,

Ich glaube die " schlechte " Regeln bei Käse Mäuse Chaos nicht unbedingt mit dem Schriftlichen der Regeln zu tun hat sondern mehr damit das das Spiel selbst
so schwer zu verstehen ist. Es muss so gespielt werden das man seine drei Kinder Mäuse in irgend ein Nest unterbringen muss bevor das umtauschen passiert. Diesen Weg es zu erzielen ist für viele zu merkwürdig.

Wir haben eine kurz Uebersicht fertig gestellt und ich will zusätzlich noch eine Erklärung geben wie man spielen soll um Spass zu haben. Käse kann unheimlich viel spass bringen wenn man es '' richtig'' spielt. Die Regeln schieben die Spieler nicht in diese richtige Richtung. Ganz bestimmt.

Jeff

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Roman Pelek

Tücken von Spielanleitungen klassischer und multimedialer Art

Beitragvon Roman Pelek » 11. November 2005, 02:37

Hi Jeff,

Jeff Widderich schrieb:

> 1. Wie ist eure Reihenfolge wenn ihr ein neues Spiel
> ausprobiert?
> Regeln zuerst lesen (unabhaengig / alleine ein Tag vorher)
> oder Regeln und Spielmaterial anwenden um das Spiel zu
> verstehen moeglicherweise mit anderen Mitspieler anwesend? (
> was ist euch lieber ? )

Im Normalfall: Regeln in Ruhe vorher lesen, dann mit den Regeln griffbereit der Spielerunde das Spiel erklären. Der andere Fall kommt unter Zeitdruck auch vor (Spiel kurz vor dem Spieleabend noch gekauft o.ä.), endet aber eigentlich immer damit, dass die Regelerklärung langwierig wird und man die Spielanleitung danach eh nochmal in Ruhe lesen muss. Nichtsdestotrotz dürfte das wohl jedem Spieler bekannt vorkommen ;-)

> 2. Wie lange dauert es beim lesen der Regeln bis ihr eure
> Meinung macht ob das Spiel euch gefallen wird oder nicht? Und
> wie oft ist diese Vorentscheidung verkehrt wenn das Spiel
> endlich gespielt wird? (Beispiele)

Beim Regelstudium bin ich sehr vorsichtig geworden, was die Bildung eines Vorurteils angeht, manches hört sich banal und altbekannt an und ist dann doch sehr pfiffig (z. B. bei Ballon Cup ging's mir so), anderes klingt spannend und erweist sich am Spieltisch leider als nicht so prickelnd wie erwartet (z. B. Ins Innere Afrikas).

Wobei mein "Vorurteil" über ein Spiel in der Praxis meist eh schon viel früher greift: nämlich schlicht in der Überlegung, ob ich mir ein Spiel anschaffe oder nicht. Das Nachteilige daran ist: man weiß immer sicher, ob ein Spiel eine persönliche Fehlinvestition war, aber nie mit Sicherheit, ob ein nicht erworbenes einen lohnenden Zeitvertreib für einen selbst dargestellt hätte.

> 3. Ist die Muehe die in ein Regelwerk gesteckt wird sofort
> erkennbar?

In vielen Punkten durchaus, z. B. was Struktur, Begriffskonsistenz, Schlüssigkeit der Beispiele, nötige/unnötige Iteration an richtigen/falschen Stellen anbelangt, so finde ich, dass solche Belange durchaus beim ersten Regelstudium auffallen. Die Tücke liegt aber im wahrsten Sinne des Wortes im Detail: Ob mögliche Sonderfälle im Spielverlauf hinreichend und prägnant abgedeckt sind, merkt man erst beim Spielen, und manchmal entpuppt sich genau da eine vermeintlich sauber geschriebene Regel als "Ausgeburt der Hölle" ;-)

> 4. Wenn alle Spiele der Zukunft mit CD oder DVD erklaert
> wuerden, wuerde etwas verloren gehen?

Ja, definitiv - sofern nicht zusätzlich eine gute Printregel beiliegt.

Ich denke, dass eine sauber ausgearbeitete (und dementsprechend teure) multimediale Einführung in Spiele grade Nichtspieler viel leichter mit den Grundzügen eines Spiels vertraut machen kann. Für die Zugänglichkeit von Brettspielen kann so etwas eigentlich nur sehr positiv sein, sofern die Wirtschaftlichkeit einer solchen Präsentation gegeben ist (sonst steigt der Spielepreis, und keiner will ihn bezahlen).

Leider - sonst wäre es auch zu schön - gibt's da nach meinem Ermessen ganz große "Abers":

Für Zweifelsfragen im eigentlichen Spiel ist eine gut strukturierte Printregel, in der man schnell die Antwort auf die aktuelle Frage findet, m. E. unentbehrlich. Brettspiele sind nicht dazu gedacht, dass man sich einen Laptop beim Spielen daneben stellt. Zudem muss ein Brettspiel (wieder)erlern- und spielbar sein, ohne weiteres technisches Equipment vorauszusetzen, was macht man sonst, wenn der Computer streikt oder erst gar keiner verfügbar ist (z. B. im Urlaub, auf der Familienfeier? Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass es auch Menschen gibt, die keinen Bitknecht ihr eigen nennen).

Eine andere, eher langfristige und weniger kurzfristig marktwirtschaftlich (also quartalszahlenmäßig) gedachte Problematik ist natürlich die Schnelllebigkeit von Datenträgern von CD/DVD sowie der darauf gespeicherten Formate. Wer z. B. kann heute noch was mit einer "Hase und Igel"-Compactcassette anfangen? Und noch weniger könnten dies, hätte dem Spiel 6, 7 Jahre später eine 5 1/4 oder 3,5"-Diskette beigelegen (sofern die Dinger heute überhaupt noch lesbar und nicht verrauscht wären).

Und da sich das Karussell bei Medien und Formaten eher schneller als langsamer dreht, kann sowas zum echten Problem werden. Man schaue sich nur alleine mal die Kompatibilität älterer (d. h. >2 Jahre alt) CD/DVD-Recorder/Player mit aktuellen beschreibbaren CD-Rs bzw. und DVD+/-Rs mit höherer Geschwindigkeit (also anderen physikalischen Parametern) an, das nimmt langsam so realiter greifbare babylonische Ausmaße an, dass Skepsis in dieser Richtung kein reiner urdeutscher Kulturpessimismus mehr sein kann 8-)

Ciao,
Roman

P.S.: Zur Unterhaltung eine Anekdote aus der freien Wirtschaft, selbige natürlich ebenso frei erfunden :-) :

Durchatmender Chef im Abteilungsmeeting (in sanfter Selbstgefälligkeit suhlend): "Hach, was'n Glück haben wir die Daten vergangener Jahre für den Wirtschaftsprüfer noch als Backup auf Diskette, das mit der Datensicherung war damals wirklich 'ne gute Idee von mir"

Sarkastischer Informatiker, dem Unbill dräut (in panischer Polemik paraphrasierend): "Ein Backup auf Diskette für den Wirtschaftsprüfer? Ja, und wer soll die für ihn nach dem neuesten PC-Rollout hier noch auslesen? Schneewittchen? Oder soll die ich die unter Zuhilfenahme eines Lochers in einen der USB-Ports prügeln, die ich nach offizieller IT-Richtlinie des Unternehmens nichtmal für ihren eigentlichen Zweck benutzen darf?" :-))

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ode

Re: OT: Kleinschreibung

Beitragvon ode » 11. November 2005, 08:29

hmm...

jetzt weiß ich gar nicht, wie ich darauf reagieren soll. ich schreibe immer alles nur klein. ich finds einfach super, es sieht auch besser aus.

wie findet ihr eigentlich die englische rechtschreibung? auch blöd? hmm... naja, die schreiben wenigestens den ersten buchstaben in jedem satz groß!

ABER VIELLEICHT GEFÄLLTS EUCH JA SO BESSER?

auch nicht?

nee, sarkasmus beiseite.

Wenn ihr meint. Ich will ja auch, dass ihr mich versteht. Sonst könnte ich mir das Geschreibsel hier ja sparen. Und im Moment ist mir das Forum recht wichtig. Ich finde es superschön, mit euch über diese ganzen Spielethemen zu chatten.

Vielleicht ist das auch nur wichtig, wenn die posts lang sind. So wie der, auf den ihr wohl gerade ansprecht.

Ich gelobe hiermit Besserung im Sinne der Lesbarkeit!!!!

ode.

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Heinrich Glumpler

Re: OT: Kleinschreibung

Beitragvon Heinrich Glumpler » 11. November 2005, 09:23

Hehe,

ich denke, ich verstehe, was du meinst - tatsächlich finde ich es selbst schön, cool und angenehm, so zu *schreiben* - aber ich habe es nach einer kurzen Weile wieder aufgegeben, weil es halt schwer zu *lesen* ist.

Find ich super, dass hier kein "flame war" entstanden ist.

Grüße
Heinrich

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ode

Re: OT: Kleinschreibung

Beitragvon ode » 11. November 2005, 10:12

wieso das. kritik kann man doch auch mal ertragen, oder?

Ups, alte Muster. Ich geb mir Mühe. Leider ist jetzt die Löschtaste meine meistgebrauchte. Hihihi...

Ausserdem war deine Kritik ja auch noch schön verpackt!

Dann geht das ja alles. Wieso sollte man sich wegen so nem Scheiß streiten?

ode.

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Martin M.

Re: Die Sucht das Regelwerk zu studieren!

Beitragvon Martin M. » 11. November 2005, 13:45

> 1. Wie ist eure Reihenfolge wenn ihr ein neues Spiel
> ausprobiert?
> Regeln zuerst lesen (unabhaengig / alleine ein Tag vorher)
> oder Regeln und Spielmaterial anwenden um das Spiel zu
> verstehen moeglicherweise mit anderen Mitspieler anwesend? (
> was ist euch lieber ? )

Ich erkläre sehr gerne Spiele und bin dabei Perfektionist. Deshalb ist es für mich eine Ehrensache, daß ich ein Spiel, das ich meiner Runde vorstellen will, vorbereite. Die Regeln für alle laut vorzulesen macht meiner Meinung nach keinen Sinn, da bleibt nicht viel hängen. Oft ist auch die Struktur der Regeln nicht dafür geeignet, daß man sie in der gleichen Reihenfolge erklärt. Beispiel: Ich erkläre lieber erst, worum es geht, was die Elemente des Spiels sind, und danach, wie im Detail eine Spielrunde aussieht. Ich beginne also allgemein und werde dann immer konkreter. Viele Regeln legen gleich damit los, eine Spielrunde in allen Details zu erklären - wenn man noch keinen Überblick hat, verwirren Details nur.
Die Regel eines neuen Spiels zu lesen und es dann solo auszuprobieren, ist für mich ein Genuß. Es ist für mich Teil des "Inbesitznehmens" des Produktes, der mit Ausgucken - Kaufentscheidung fällen - Kaufen - Auspacken begonnen hat.


> 2. Wie lange dauert es beim lesen der Regeln bis ihr eure
> Meinung macht ob das Spiel euch gefallen wird oder nicht? Und
> wie oft ist diese Vorentscheidung verkehrt wenn das Spiel
> endlich gespielt wird? (Beispiele)

Schwer zu sagen, da ich mich dabei schon oft getäuscht habe. Normalerweise gefällt mir jedes Spiel erst einmal, das ich gekauft und studiert habe, schließlich habe ich mich ja dafür entschieden. Beispiele für Enttäuschungen, bei denen ich nach dem Lesen der Regel begeistert war, um dann im Spiel festzustellen, daß mir das Spiel doch nicht gefällt:
- Sid Meier's Civilization: The Boardgame. Hatte so eklatante Lücken, daß wir das Spiel abgebrochen haben
- Railroad Dice: Ich war vom Spielprinzip begeistert, allein, es wollte keinen Spaß machen.
- Candamir: Entpuppte sich als Langweiler.

> 3. Ist die Muehe die in ein Regelwerk gesteckt wird sofort
> erkennbar?

Ich denke, ja. Es gibt schluderig geschriebene Regeln, die viele Fragen offen lassen oder ganz einfach daran scheitern, das Spiel zu erklären. Beispiele:
- Old Town: Wahrscheinlich die schlechteste Regel, die ich je gelesen habe. Furchtbar schlecht strukturiert und viel zu abstrakt formuliert. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ein Mathe-Buch zu lesen. Das Spiel hingegen gefiel mir.
- Fiese Freunde Fette Feten: Die Tatsache, daß die Autoren eine Art Wikipedia betreiben, um die Regeln zu überarbeiten, sagt alles. Die Lücken in den Regeln haben mir den Spielspaß aber nicht verdorben.
- Neuland: Sehr minimalistische Regel, die nur die Mechanismen erklärt, aber nicht das Spiel näher bringt. Auch hier hatte ich das Gefühl, eine mathematische Abhandlung zu lesen.

> 4. Wenn alle Spiele der Zukunft mit CD oder DVD erklaert
> wuerden, wuerde etwas verloren gehen?

Ich bin mir sicher, daß sie in Zukunft nicht auf CD oder DVD erklärt werden. Ein Brettspiel ist immer noch ein klassisches Medium wie ein Buch, das ohne Abspielgerät auskommt. Ein elektronischer Datenträger erscheint mir daher als Stilbruch. Das einzige Spiel mit DVD-Anleitung, das ich kenne, ist Manila, und da habe ich mir die DVD nicht einmal angeschaut.


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