Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 23. November 2005, 06:02
ferdinand köther schrieb:
> Regeln dürfen/müssen nicht über Beispiele erklärt werden.
Diese Regel für Spielanleitungen erscheint mir persönlich sehr willkürlich, und ich verstehe ihren Sinn auch nicht.
Meiner Meinung nach sind die Aufgaben einer Spielanleitung:
- Spielern, die ein Spiel noch nicht kennen, die Information zu vermitteln, wie sie es spielen
- Spielern, die etwas zu einer konkreten Detailfrage nachschlagen wollen, diese zu beantworten.
Dazu sollte eine Spielanleitung - soweit meine persönliche Sichtweise - genau die Mittel nutzen, die dazu führen, dass sie ihre Aufgaben erfüllt.
Wenn ein Beispiel in einer bestimmten Situation klarer und leichter verständlich ist als ein theoretischer Text, sehe ich nicht ein, warum man dem Verfasser der Anleitung untersagen sollte, dieses Beispiel zu benutzen.
Ein Beispiel ist eine exemplarische Fallbeschreibung, aus der man Rückschlüsse auf ein Prinzip ziehen kann. Somit ist auch jede Abbildung ein Beispiel, weil sie immer nur einen konkreten Einzelfall zeigen kann: Prinzipien sind abstrakt und nicht auf Fotos abbildbar. Eine Spielanleitung ohne Beispiele wäre somit auch zwangsläufig eine Spielanleitung ohne Abbildungen.
Würden Spielanleitungen ohne Abbildungen besser? Würden sie ohne jede Form von Beispielen besser? Oder würden sie eher den Stil von juristischen Fachpublikationen annehmen, die für Laien unverständlich bleiben müssen, da sie alles und jedes nur in seinem Prinzip schildern, das dafür aber mit geradezu abschreckender Detailgenauigkeit?
> Mit hunderten verfaßten Regeln (von Kurzregeln
> ganz zu schweigen) erlaube ich mir ein fundiertes
> Urteil über die Qualität von Regel, [...]
Ich persönlich kann keine hunderte von verfassten Regeln vorweisen und kann mir aus deiner Sicht, lieber Ferdi, deshalb vermutlich kein fundiertes Urteil erlauben, darum werde ich nur in aller Bescheidenheit meine rein subjektive Erfahrung widergeben: Ich lerne Neues unter Zuhilfenahme von Bildern und Beispielen leichter, als anhand trockener theroretischer Texte mit rein abstrakten Inhalten.
Mit einem lieben Gruß
Gustav