Beitragvon Martin M. » 21. November 2005, 15:06
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> Nunja, was ist schon Inspiration?
Ein inspirierendes Spiel ist für mich eines, das mich durch Originalität und Innovation begeistert. Meine persönlichen Beispiele sind dafür Wallenstein, Finstere Flure, Ohne Furcht und Adel oder der Ringkrieg.
> - es hat einen einigermaßen einfachen Einstieg
> - es ist spannend, bis meist kurz vor Schluss
> - ist wunderbar gestaltet
> - man kann auf verschiedene Möglichkeiten zum Sieg kommen
Das trifft heutzutage auf viele Spiele zu!
> Ich kann zwar mit etwas Nachdenken einen Anknüpfungspunkt zu
> Carcassonne finden, aber der Vergleich drängt sich weder auf,
> noch hilft er zur Charakterisierung weiter.
Der Vergleich kam auch nicht von mir, sondern von Dieter.
> Es mag schon sein, dass wir soviele Spiele haben, dass ein
> nicht so orginelles, aber recht gutes Spiel abqualifiziert
> wird, aber ein wenig habe ich schon das Gefühl das manche
> Spieler »auf hohem Niveau jammern«.
Da könntest Du Recht haben. Wir haben einen luxuriös großen Markt für Spiele, vor allem in Deutschland. Die ganzen Neuheiten zu überblicken, ist auch für regelmäßige spielbox-Leser und -Surfer schwer. Und da ich aus der großen Menge an Neuheiten nur eine begrenzte Anzahl an Spielen kaufen kann und will, lasse ich bewußt von einem nicht so originellem, aber recht gutem Spiel die Finger und kaufe mir lieber originellere Spiele wie Cash'n Guns, Caylus, Kaivai, Shear Panic oder Indonesia.
Wenn ich mir die Liste meiner Messe-Erwerbungen, zu der noch das auch nicht 100% originelle, aber sehr gute Railroad Tycoon hinzukommt, so anschaue, stelle ich fest, daß außer Kaivai kein deutsches Spiel dabei ist, und Kaivai stammt auch aus einem Kleinverlag. Um auf das "auf hohem Niveau jammern" zurückzukommen, in der Games International wurde Louis XIV als mittelmäßig bewertet mit der lakonischen Bemerkung, daß die großen deutschen Autoren offenbar alle ihre besten Spiele bereits hinter sich hätten und nur noch bewährte Mechanismen hin- und hermixen würden, ohne Innovationen zu produzieren.
Nun denke ich nicht, daß den deutschen Autoren nichts Neues mehr einfällt, aber ich habe einmal gelesen(in der spielbox, glaub ich), daß die Verlage von den Autoren überwiegend Spiele mit niedriger und mittlerer Komplexität erwarten, weil die sich schlichtweg besser verkaufen. Bei den großen deutschen Verlagen hat es in den letzten Jahren wenige komplexe und anspruchsvolle Spiele gegeben, dafür eine ganze Reihe guter Spiele mit niedriger Einstiegshürde. Von eben diesen Spielen haben mir nur wenige wirklich gut gefallen, meine meisten anderen Käufe stammten hingegen von Kleinverlagen (2F...) und von ausländischen Verlagen (Phalanx, Days of Wonder, Fantasy Flight, Warfrog).
Man könnte meine Ausführungen auch unter "auf hohem Niveau jammern" zusammenfassen, das geb ich zu. Letztendlich diskutieren wir hier aber auch nur über Geschmack. Und mir persönlich gefällt Hazienda nicht so gut, daß ich es mir kaufen würde.