Beitragvon Joshua » 15. Dezember 2005, 07:50
Einen schönen guten Morgen Frank,
Frank Schaubrenner schrieb:
> ich kann deinen Ausführungen insofern folgen, dass Spielen
> keinen Spass macht, wenn ein
> "achichspielhaltmalmitmirdochegalwasrauskommt" Spieler
> mitmacht.
Na dann scheine ich mit dieser Einstellung zumindest nich vollkommen allen ;)
> > Hauptsache ich bekomme das richtige Gefühl für das Spiel und
> > kann dann in der NÄCHSTEN Runde voll darin aufgehen."
>
> Deine Ausführungen gehen nur auf den ersten Satz ein, welcher
> für sich alleine aus dem Zusammenhang heraus gerissen ist.
Nun ja ich habe den ersten Satz als direkte Antwort auf mein erstes Posting aufgefasst und insofern auch diesen nochmal etwas klären wollen. Ich gebe aber zu, daß mir der Zusammenhang zwischen Langsamspielern und Gewinnen-wollen/Regel-nicht-kennen auch nicht wirklich aufgegangen ist. Klar ist, daß ein neues Spiel etwas länger dauert, als ein bekanntes. Aber, auch wenn ich da vielleicht nur für mich spreche, wie oft habe ich denn zeitnah die selben Spieler für das selbe Spiel am Tisch? Also bei mir kommt es vielleicht 1 mal in 10 Fällen vor, daß ich tatsächlich in gleicher Besetzung zeitnah ein Spiel wieder spiele, in den restlichen Fällen kommt zumindest ein neuer Spieler hinzu, oder es sind wieder ein paar Monate vergangen.
Die Langsamerspieler die ich kenne spielen für gewöhnlich nicht aus Regelunkenntniss langsam, sondern weil es ihr Naturell ist. Die Reaktion darauf kann entweder sein während des Spieles die Wände hochzugehen (sprich der Spielspass ist dahin), die Langsamspieler zu vergraulen, oder einfach zu versuchen die Spielauswahl darauf abzustimmen. Ich kenne etliche Personen mit denen ich sehr gerne Spiele, aber ein Tikal oder Java, selbst wenn diese Personen die Spielregeln zu diesen Spielen kennen sollten, kommt mir mit diesen nicht mehr auf den Tisch.
> Insbesondere Spiele wie dein angeführtes Puerto Rico oder
> auch das Threadauslösende Caylus sind für mich Spiele da
> entdecke ich jede Runde (in den ersten Spielen) im
> NACHHINEIN was ich evtl. falsch gemacht habe, was dann u.U.
> doch nicht falsch war, weil ..blabla.
> Problem ist, dies kann man hier im Normalfall bei solchen
> Spielen im ersten Spiel nicht erkennen, dazu bringt auch kein
> überlanges Nachdenken etwas, da einfach keiner weis was
> später wirklich wichtig ist.
Hier stimme ich dir absolut zu, wobei das Ringen um den richtigen Zug auch im ersten Spiel wichtig für den Lerneffekt ist. Was die Langatmigkeit angeht, wie gesagt kam es mir nur so vor, als ob Bernd eine Kausalität zwischen Gewinnenwollen bei erstmaligem Spielen und Langsamkeit des Spielens sah, und diese will mir nicht einleuchten.
> Vielmehr ist es mir zu oft passiert, das
> Erst/Zweitspieloptimierer es geschafft haben, dass ich ein
> Spiel direkt von der Wishlist gestrichen habe weil es null
> Spielreiz ausgelöst hatte und überzeugungskräftige Mitspieler
> mich dann irgendwann nochmal dazu gebracht haben, betreffende
> Spiele zu spielen... und schwupps es waren in einer anderen
> Runde urplötzlich tolle Spiele.
Nun ich selbst besitze gut 450 Spiele, das bedeutet halt auch, daß ein Spiel um häufiger als 2 mal gespielt zu werden schon etwas besonderes sein muß, insofern kann ich mir nicht vorstellen einem Spiel erstmal 3-5 Warmlaufpartien zu geben, bevor ich mir ein Urteil erlaube.
> Ok ich muss gestehen ich bin in 90% der Spielzüge
> Schnellspieler
> und wenn ich es vor dem Spiel abschätzen kann und die Wahl
> habe, spiele ich lieber ein/ mittelmässiges Spiel mit
> schnelle Spielern, als ein geniales Spiel mit Optimierern,
> die im übelsten Falle bei jedem Spiel erst anfangen zu denken
> wenn sie an die Reihe kommen.
Nun ich galt eine Zeitlang als langsamer Spieler, habe aber seit geraumer Zeit eigentlich keine Klagen mehr gehört, insofern habe ich mir die (ich möchte betonen TEILWEISE) aufgekommene Kritik wohl erfolgreich zu Herzen genommen. Mit deinem letzten Satz hast du dann aber auch das wirklich schlimmste direkt nach den "achichspielhaltmalmitmirdochegalwasrauskommt" Spielern gennant, nämlich denen die die gesamte Runde in einer seltsamen solipsistischen Traumwelt leben, um, sobald sie dran sind, erschreckt und hektisch ins Grübeln über ihren Zug verfallen. Ich frage mich da immer, was macht denn mein Mitspieler die ganze Zeit während die anderen dran sind?
Dieses Wochenende kommt erstmals Zauerstauber auf den Tisch, und ich habe eine gewisse Hofnung, daß es eines dieser Spiele ist, bei dem sich weder die Diskussion über Regelerklärung, noch über Langsamspieler aufdrängt.
Gruß Joshua