Beitragvon Roman Pelek » 16. Dezember 2005, 11:10
Huhu Marten,
in letzter Zeit bin ich nahe dran, vorzuschlagen, dass wir uns beide 'ne Standleitung legen lassen, um über ein paar Dinge im Leben "ernsthaft" zu diskutieren ;-) Und, ach ja, liebe Grüße von Claudia übrigens, aber jetzt für die Mitleser endlich in medias res.
Marten Holst schrieb:
> davon bin ich aufs Heftigste überzeugt. Während ich den
> Humor, der "von ihm ausgeht", größtenteils nicht
> vollinhaltlich teile (um es mal recht vorsichtig zu
> formulieren, aber einige Dinge, die ich mitbekommen habe,
> finde ich schon recht witzig),
Ich persönlich habe mit Raab das "Problem", dass ich seinen Humor auf Dauer ermüdend finde. Wobei er bei einigen Mitmathematikern in meiner Studienzeit durchaus Kultstatus genossen hat, und das waren auch nicht unbedingt Leute, denen ich nachsagen würde, dass sie ihr Gehirn beim Weihnachtswichteln gewonnen haben. Eine weitere Komponente, die mir nicht gefällt, ist, dass er gerne mal Leute in seinen Humor einbezieht, die medientechnisch nicht versiert genug sind, um sich effektiv wehren zu können (siehe "Lisa Loch", "Maschendrahtzaun") - aber dazu gab's ja auch jüngst den Eklat um Oliver Pocher in "Wetten dass?" Aber jenseits dieser Felder gebe gerne ich zu, dass ich bei manchen raabschen Aktionen auch schon mal herzlich gelacht habe ;-)
> hat er auf mich eigentlich
> immer einen intelligenten Eindruck gemacht, und den Eindruck
> eines Menschen, der eine sehr genaue Vorstellung davon hat,
> mit wem er was machen kann und wie weit er gehen kann. Dass
Ja, und dieser Eindruck hat sich für mich persönlich spätestens bei Klaus' Auftritt bestätigt.
> er bei einigen (Bachmannpreisgewinner Moses Pelham) eventuell
> weniger Wert darauf legt, daraus dann Schlüsse zu ziehen und
> Rücksicht zu nehmen, als bei dem Rapper Klaus T., das mag
Rapper "Klaus T."? :lol: "Yo, man, it's dem muthaf*ckin' Settlers again, but I'm bringing gaming to the hood, ya b*tches!" Man entschuldige mich bitte für zwei Minuten, ich bin unpässlich, da mich dieser Gedankengang durchaus amüsieren kann und ich vor Lachen grade lieber mit meiner Bodenbedeckung kuschele ;-)
> sein. Aber können kann er es, denke ich, und ich vermute
> sogar, dass er seinen Mitmenschen gegenüber positiver
> eingestellt ist als manch anderer Prominente, dessen
> Erzeugnisse ich lieber konsumiere. Und ich meine damit nicht
> nur die Verkaufsbauernschläue, die eine Frau Pooth in nahezu
> Perfektion demonstriert, von der ich allerdings ansonsten
> eine ausgesprochen negative Meinung habe, entgegen der
> landläufigen Meinung, sie sei schlauer als sie tut, glaube
> ich das nicht (kann mit der Definition von schlau zusammen
> hängen).
Hm, bei der apparenten Kongruenz unserer Meinungen sollte ich mir im Zweifelsfall vielleicht doch überlegen, ob ich Dir gestatte, vertretungsweise unter meinem Namen zu agieren, wenn ich grade mal "wieder was besseres" zu tun habe :-))
> Bei Stefan Raab hingegen ist definitiv einiges an
> Intelligenz vorhanden. Er zielgruppt nur nicht gerade den
> Mensaclub (was mir auch lieb ist, da ich an den auch keine
> übermäßigen Sympathiewerte vergebe).
Den Mensaclub halte ich eh für einen Zusammenschluss von Menschen, die ihre Unfähigkeit, Ideen ihren Mitmenschen zu kolportieren, zur Kunst erheben möchten. Mit diesem Selbstmitleidsclub mit Sektencharme möchte ich in diesem Leben zumindest auch nicht näherungsweise etwas zu tun haben. Also ähnlich wenig wie mit Scientology. Wenn ich mir ein Armutszeugnis ausstellen möchte, dann mach' ich das lieber selber in der Hoffnung, dass ein paar wenige Mitmenschen zumindest noch mitlachen können und nicht nur reichlich zweifelhafte Arroganz als Eindruck übrig bleibt.
> Nebenbei kokettiert er natürlich übelst, wenn er sagt "Mädn"
> sei ihm zu viel. Vielleicht aus Strukturgewohnheit am Anfang.
Ja, das mit dem "MädN" war in der Tat übelste Koketterie. Man hat seine Unsicherheit dabei nachgerade aus der Körperhaltung ablesen können, er hat m. E. in diesem Moment selbst nicht an das geglaubt, was er grade sagt. Ich fand's sympathisch, wie er da selbst als Profi ins Schlingern geraten ist.
> Aber jemand, der so extrem viel Gefühl für musikalische
> Strukturen hat (nein, ich mag nicht jedes Stück, aber er
> versteht sein Handwerk) und nebenbei auch dermaßen verspielt
> in seiner Art ist, der hätte fast unter Garantie keine
> Schwierigkeiten, diverseste Spiele höherer Komplexität zu
> durchschauen. Er muss aber auch kokettieren, denn bei aller
> Liebe zu seinen Mitmenschen gleicht er in der Kategorie
> "Rampensau" wohl schon Sebastian Krämers Giraffe.
Ich unterschreib' das einfach mal. Der Wahlfinne wird schon wissen, was er sagt ;-)
Ciao,
Roman ("Wir sitzen hier im Garten und warten auf den Weltuntergang", Farin Urlaub: "Apokalypse wann anders")