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Celtica - erste Partie

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Rüdiger Langtim

Celtica - erste Partie

Beitragvon Rüdiger Langtim » 20. Januar 2006, 11:49

Hallo,

wir haben gestern unsere erste Partie Celtica gespielt.

Da ich die Spiele des Autoren-Duos Kramer/Kiesling sehr schätze (Tikal, Torres, Java, Mexica, Raja, Pueblo und Australia = gut bis sehr gut; Verflixxt = befriedigend), dachte ich, da kann man ja eigentlich nicht viel falsch machen, wenn man sich den neuen Titel blind kauft.

Der Eindruck nach unserer ersten Partie war jedoch ernüchternd.

Das Problem des Spiels sehe ich eindeutig in den Ruinen-Feldern: Die arme Sau, die es leider nicht mehr verhindern kann, einen Druiden auf ein solches Feld zu ziehen, verliert ein oder mehrere gesammelte Amulett-Teile und bekommt dafür als Trostpflaster eine Erfahrungs-Karte deren Nutzen im weiteren Spielverlauf nicht garantiert ist. Darüber hinaus haben die folgenden Spieler nun den Vorteil, diesen Druiden auf die folgenden lukrativen Felder bewegen und von dem Opfer des bemitleidenswerten Mitspielers profitieren zu können. Das nimmt dann den Geschmack einer doppelten Bestrafung an. Wenn der solchermaßen geschädigte Spieler wieder an der Reihe ist, kann ihn dasselbe Schicksal sofort wieder ereilen, so geschehen bei unserer ersten Partie.

Wenn dann solche Sätze fallen wie "Das spielen wir nicht mehr.", dann kann ich dafür nur Verständnis äußern.

Wenn der Trend zum spielerischen Leichtgewicht, der bei Verflixxt begonnen und nun bei Celtica seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat, nicht umgekehrt wird, werde ich in Zukunft keine Spiele dieses hochgeschätzten Autoren-Duos, die von der Firma Ravensburger verlegt werden, mehr kaufen.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht ?

Gruß

Rüdiger Langtim

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Günter Cornett

Re: Celtica - erste Partie

Beitragvon Günter Cornett » 20. Januar 2006, 12:15

Rüdiger Langtim schrieb:
>
> Hallo,
>
> wir haben gestern unsere erste Partie Celtica gespielt.
>
> Da ich die Spiele des Autoren-Duos Kramer/Kiesling sehr
> schätze (Tikal, Torres, Java, Mexica, Raja, Pueblo und
> Australia = gut bis sehr gut; Verflixxt = befriedigend),
> dachte ich, da kann man ja eigentlich nicht viel falsch
> machen, wenn man sich den neuen Titel blind kauft.
>
> Der Eindruck nach unserer ersten Partie war jedoch ernüchternd.


Ich finde das Spiel nach meinem ersten Eindruck auch etwas zu mager. Den gleichen Eindruck hatte ich allerdings anfangs auch bei Transamerica, sehe aber, dass es sichs ehr giut für Runden mit Gelegenheitsspielern eignet, ohne dass man sich dabei als Vielspieler langweilen muss.

> Das Problem des Spiels sehe ich eindeutig in den
> Ruinen-Feldern: Die arme Sau, die es leider nicht mehr
> verhindern kann, einen Druiden auf ein solches Feld zu
> ziehen, verliert ein oder mehrere gesammelte Amulett-Teile
> und bekommt dafür als Trostpflaster eine Erfahrungs-Karte
> deren Nutzen im weiteren Spielverlauf nicht garantiert ist.

Da man die Erfahrungskarten auf der Hand behalten kann, hat man eine sehr gute Chance, sie ganz gegen Ende des Spieles zu nutzen. Da geht es um mehr Amulett-Teile: 4 Stück nicht verlieren, dafür 3 Stück bekommen, macht 7 Teile. Es bleibt spannend, auch wenn man wenig taktische Möglichkeiten hat. Das ist im Prinzip ähnlich wie bei Transamerica. Ob das Spiel auch den gleichen Wiederspielwert hat, weiß ich nicht. Optisch ist es sehr schön.

Gruß, Günter

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VolkerN.

Re: Celtica - erste Partie

Beitragvon VolkerN. » 20. Januar 2006, 12:50

Hallo Rüdiger,

was hälst Du davon, mal ein längeres PEEP zu posten??
Ich habe grundsätzlich Interesse an dem Spiel, weiss aber fast nichts über
Inhalt und Spielablauf.
Dein allererster Eindruck schreckt mich natürlich erstmal ab ( wahrscheinlich nicht nur mich), sodass es sicherlich günstig wäre, mal mehr zu wissen.

Grüße

VolkerN.

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Rüdiger Langtim

Re: Celtica - Peep

Beitragvon Rüdiger Langtim » 20. Januar 2006, 13:29

Hallo,

das Prinzip des Spiels ist ja denkbar einfach.

Alle Spieler können jeden beliebigen Druiden auf einem definierten Weg vom Start in Richtung Ziel bewegen, sofern sie über die farbgleichen Druiden-Karten verfügen. Je mehr Druiden-Karten derselben Farbe = umso größer der mögliche Schritt. Auf den Feldern, auf denen der jeweilige Zug endet, passiert etwas: man bekommt ein oder mehrere Amulett-Teile, man bekommt eine Druiden-Karte oder man verliert ein oder mehrere Amulett-Teile und erhält zum Trost eine Erfahrungs-Karte, die alleine oder zusammen mit Druiden-Karten später wieder eingesetzt werden oder am Ende des Spiels zum Aufpolieren der Amulett-Sammlung verwendet werden kann.

Fangen wir mal mit den positiven Aspekten an:

Das Spiel verläuft in Durchgängen an deren Anfang jeder Spieler 5 Druiden-Karten auf die Hand bekommt. Bedingt durch den Umstand, daß die Spieler mal nur eine und ein anderes Mal mehrere Druiden-Karten in einem Spielzug zum Einsatz bringen und teilweise durch die Spielplan-Felder auch wieder Druiden-Karten nachziehen können, sind die Spieler zu unterschiedlichen Zeitpunkten in einem Durchgang frei von Druiden-Karten. Erfahrungs-Karten dürfen ja nicht mehr gespielt werden, wenn man keine Druiden-Karten mehr auf der Hand hat. Dadurch hat man gewisse, wenn auch minimale taktische Möglichkeiten, das eigene Weiterspielen in einem Durchgang zu verkürzen oder hinauszuzögern, je nachdem wovon man sich einen Vorteil verspricht.

Jetzt zu den Kritikpunkten:

Die Ruinen-Felder auf dem Spielplan oder besser gesagt die Felder unmittelbar davor entwickeln sich zu wahren Sammelbecken von Druiden. Jeder Spieler denkt eigentlich nur "Hannemann geh' Du voran und kassier' die Prügel. Anschließend kann ich ja dann weiterziehen und wieder abkassieren gehen."

Der Trostpreis - eine (1 !!!) Erfahrungs-Karte - steht in keinerlei Verhältnis zum Verlust (bis zu drei Amulett-Teile).
Das Tauschen am Ende des Spiels beim Besitz einer Erfahrungs-Karte von einem Amulett-Teil in ein anderes halte ich nicht für besonders lukrativ. Da immer neun Amulett-Teile offen ausliegen, ist eigentlich niemand gezwungen unnötige doppelte oder dreifache Teile an sich zu nehmen, um sie später tauschen zu können. Beim Wikinger-Überfall kann ich die Teile, die ich abgeben muss, frei auswählen und gebe doch immer zuerst die doppelten oder dreifachen Teile her.

Für zwei Erfahrungs-Karten am Ende ein Amulett-Teil zu erhalten ist schlichtweg eine Frechheit, wenn mich das eventuell zuvor drei Amulett-Teile gekostet hat.

Daher wird außer vielleicht der Krösus am Tisch niemand freiwillig und aus taktischen Überlegungen heraus auf ein Ruinen-Feld ziehen. Ruinen-Felder sind also reine Watschen-Felder. "Selber schuld, wenn Du Depp jetzt nicht die richtigen Karten auf der Hand hast, um das Betreten dieses Feldes zu vermeiden."

Aus der Vergangenheit bin ich von Kramer und Kiesling einfach ganz andere Kaliber gewohnt: Familienspiele mit erheblichen planerischen Möglichkeiten.

Mein Fazit: Two thumbs down !!!

Gruß

Rüdiger Langtim

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Ralph Obkircher

Re: Celtica - erste Partien waren gut

Beitragvon Ralph Obkircher » 20. Januar 2006, 15:14

Hollo Rüdiger,

also wir haben CELTICA jetzt auch noch nicht oft gespielt (bloß 3 mal), aber schlecht gefallen hat es uns auf alle Fälle nicht. Bei jedem Spiel ( 2 x zu dritt und 1 x zu zweit) wurde uns klarer, wie man die Druiden möglichst geschickt weiter zieht um dann nicht selbst auf die Ruinenfelder zu müssen. Ich denke, dass hinter dem Spielprinzip doch etwas Taktik und vor allem auch Bluff steckt, was sich bei öfterem Spielen auch sicher besser erkennen läßt.

Ich hoffe nicht, dass CELITICA das gleiche Schicksal ereilt wie damals das Ravensburgerspiel AUF DEN SPUREN VON MARCO POLO, welches meiner Meinung nach auch aufgrund seiner scheinbaren Einfachheit total verkannt und viel zu wenig geschätzt wurde, wo es doch wirklich eine große Spannung unter den Spieler erzeugen kann.

Wir werden CELTICA in nächster Zeit sicherlich oft spielen und dann wird sich ja zeigen, ob wir es hier mit einem Wolf im Schafspelz zu tun haben. Ich denke, da ist mehr drin als man im ersten Moment vermutet!

Liebe Grüße
Ralph.

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Reiner

Re: Celtica - erste Partien waren gut

Beitragvon Reiner » 20. Januar 2006, 16:02

Hallo Ralf!
>
> also wir haben CELTICA jetzt auch noch nicht oft gespielt
> (bloß 3 mal), aber schlecht gefallen hat es uns auf alle
> Fälle nicht. Bei jedem Spiel ( 2 x zu dritt und 1 x zu zweit)
> wurde uns klarer, wie man die Druiden möglichst geschickt
> weiter zieht um dann nicht selbst auf die Ruinenfelder zu
> müssen.

Kannst du Beispiele nennen, die vom Spieler Geschick verlangen, um Ruinenfelder auszuweichen. Nach nun mehr drei Spielen mit meiner Familie kann ich keine Taktik sehen. In meinen Augen ist CELTICA ein astreines Familienspiel mit Zockerelementen - man hofft - und dann kommt es doch anders! Meine 4-jährige Tochter spielte mit und wurde nicht letzter!!!!!!

Ich denke, dass hinter dem Spielprinzip doch etwas
> Taktik und vor allem auch Bluff steckt, was sich bei öfterem
> Spielen auch sicher besser erkennen läßt.

Halte uns Vielspieler nicht für dumm - ´tschuldige den Ausdruck! Aber glaubst du in echt, dass wir ein soo einfach struktiertes Spiel nicht durchblicken!
>
> Ich hoffe nicht, dass CELITICA das gleiche Schicksal ereilt
> wie damals das Ravensburgerspiel AUF DEN SPUREN VON MARCO
> POLO, welches meiner Meinung nach auch aufgrund seiner
> scheinbaren Einfachheit total verkannt und viel zu wenig
> geschätzt wurde, wo es doch wirklich eine große Spannung
> unter den Spieler erzeugen kann.

naja!!

Gruß Reiner

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Günter Cornett

Re: Celtica - Peep

Beitragvon Günter Cornett » 20. Januar 2006, 17:46

Rüdiger Langtim schrieb:
>
> Jetzt zu den Kritikpunkten:
>
> Die Ruinen-Felder auf dem Spielplan oder besser gesagt die
> Felder unmittelbar davor entwickeln sich zu wahren
> Sammelbecken von Druiden. Jeder Spieler denkt eigentlich nur
> "Hannemann geh' Du voran und kassier' die Prügel.
> Anschließend kann ich ja dann weiterziehen und wieder
> abkassieren gehen."

Jo, das ist doch ganz lustig.

> Der Trostpreis - eine (1 !!!) Erfahrungs-Karte - steht in
> keinerlei Verhältnis zum Verlust (bis zu drei Amulett-Teile).

Der sinnvollere Einsatz der Erfahrungskarte ist: sie zu nutzen, um später nicht nochmal auf die Ruinen zu müssen sondern dort den anderen den Vortritt zu lassen.


> Das Tauschen am Ende des Spiels beim Besitz einer
> Erfahrungs-Karte von einem Amulett-Teil in ein anderes halte
> ich nicht für besonders lukrativ. Da immer neun Amulett-Teile
> offen ausliegen, ist eigentlich niemand gezwungen unnötige
> doppelte oder dreifache Teile an sich zu nehmen, um sie
> später tauschen zu können. Beim Wikinger-Überfall kann ich

Gegen Ende braucht man bestimmte Teile bzw. die Mitspieler brauchen sie.
Da macht es schon mal Sinn, einen Teil zu nehmen, dass man selbst eigentlich nicht braucht.

> die Teile, die ich abgeben muss, frei auswählen und gebe doch
> immer zuerst die doppelten oder dreifachen Teile her.


> Für zwei Erfahrungs-Karten am Ende ein Amulett-Teil zu
> erhalten ist schlichtweg eine Frechheit, wenn mich das
> eventuell zuvor drei Amulett-Teile gekostet hat.

Das Leben kann so gemein sein...

> Aus der Vergangenheit bin ich von Kramer und Kiesling einfach
> ganz andere Kaliber gewohnt: Familienspiele mit erheblichen
> planerischen Möglichkeiten.

Die hat es nicht.

> Mein Fazit: Two thumbs down !!!

Ich überlege noch. Vielleicht hast du mit deinem Urteil recht, aber es ist nicht ganz so simpel, wie du es darstellst.

Gruß, Günter

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Bruno Faidutti

Re: Celtica - Peep

Beitragvon Bruno Faidutti » 20. Januar 2006, 19:03

I don't understand everything that was told here, but I really liked Celtica. We played three games in a row, which is not something usual here with all the new games I manage to get.

See my review here : http://www.faidutti.com/index.php?Module=ludotheque&id=429

Someone lonked it here with Auf den Spuren von marco Polo, and I think they are indeed the same kind of game, with very simple mechanics, a high luck of the draw element, but nevertheless many opportunities for clever tactical moves and some bluffing. So far, I like Celtica much more than Marco Polo, which fel a bit flat.

Strangely, some had the opposite feeling as the main critics made here, and thought that the "ruins strategy" of going for viking cards in the first half of the race was the best strategy. So far, I think both strategies (build amulets from teh very beginning, or stock viking cards) can be good.

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Olivier Boss

Re: Celtica - Peep

Beitragvon Olivier Boss » 20. Januar 2006, 21:02

Hallo Ruediger

Ich kenne Celtica hier nur von den Postings, doch macht es mir den Eindruck, als ob es Yucata' aehnelt. Dort gibts auf den Parcours auch gute und schlechte Felder. Die Kunst war einfach darin, den anderen den Vortritt bei den schlechten zu lassen und bei den guten abzusahnen. Kann man diese Taktik auch auf dieses Spiel anwenden? Hat man die Moeglichkeiten dazu?

fragt
Olivier

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hannes

Re: Celtica [PEEP]

Beitragvon hannes » 21. Januar 2006, 13:05

Wiedererkennungshilfe. (ungefähres Zitat Marten Holst)

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