Beitragvon Daniel_R » 15. Februar 2006, 14:08
Hallo Arthur,
Falls das Spiel als Sozial-Event gedacht ist, so dass sich die Teilnehmer möglichst amüsieren, dann ist mir der Glücksanteil wurscht. Passendes Sprichwort: Der Weg ist das Ziel.
Manche Spiele offenbaren aber einen starken kompetitiven Charakter, so dass die Teilnehmer in einem intellektuellen Wettbewerb zu einander stehen. Natürlich ist es immer noch ein Spiel, aber wenn Du verlierst, dann akzeptierst Du die Niederlage nur dann, wenn Du "schlechter" warst, nicht weil Du Pech beim Würfeln oder beim Kartenziehen hattest. Bei solchen Spielen meide ich natürlich solche, die einen zu hohen Zufallsfaktor mit sich bringen.
Beispiele für Spiele, welche ich als nicht-kompetitiven Zeitvertreib ansehe (obwohl es auch in diesen Spielen am Schluss ein Sieger gibt, aber diese sind einfach nicht so bierernst):
- Ohne Furcht und Adel
- 6 nimmt
- Democrazy
- Partyspiele (Jungle Speed, Tabu, Outburst, Cranium)
Spiele mit kompetitiven Charakter und keinen Glückselementen (ausser evtl. der Anfangsaufstellung) Achtung: Die Unwägbarkeit aus Spielerinteraktion ist kein technisch gesehen kein Glückselement:
- Caylus
- Puerto Rico
- Schach
- Dungeon Twister
Problematisch sind Würfel, wenn sie einem einzelnen Spieler strategisch / taktische Überlegungen kaputt machen können.
Beispiel: eine angreifende Armee im Spiel Risiko oder Byzantium (etc.) würfelt nur einsen und zweien.
Das haben auch Spieleentwickler erkannt, welche alternative Formen der Kampfabwicklung benutzen, bspw.:
- Wallenstein
- Der eiserne Thron
- Antike
Nicht frei von Zufall, aber unproblematischer ist es, wenn alle Spieler gleichmässig betroffen sind. Das heisst, das in Age of Steam zwar der Nachschub an Güter ausgewürfelt wird, dies aber alle Spieler gleichzeitig betrifft. Obwohl auch hier das Ergebnis einen Spieler etwas bevorzugen kann, ist die Auswirkung kaum spielentscheidend. Ähnliches gilt auf für die Siedler von Catan. Durch die Handelsoption zw. den Spielern wird dies sogar weiter kompensiert.
Generell gesagt:
Je ambitiöser ich spielen will, desto weniger Zufallsfaktoren bin ich zu akzeptieren gewillt. Da ich dies meistens tun will, meide ich Spiele mit Würfel.
Gruß
Daniel