Beitragvon Günter Cornett » 21. Februar 2006, 00:18
Ulrich Roth schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
>
> > > Ähh - die Regeländerung ist taktische Pflicht? :???:
> >
> > Die durch auf der Regeländerung beruhende 'taktische Option'.
>
> Irgendwie verstehen wir uns nicht... :eek:
> Die "taktische Option", von der ich sprach, [b]beruht[/b]
> doch nicht auf der Parkerschen Regeländerung, sondern wird
> ganz im Gegenteil durch sie [b]eliminiert[/b].
Jo, da hast du recht.
Ich drück mich heute sehr ungeschickt aus, sorry.
> > Wenn man mit dem Einsetzen warten kann, hat man gerade in der
> > Anfangsphase eine ständige versicherung gegen schlechte
> > Würfelergebnisse. Man kann es 'riskieren' die 7
> > hochzuwürfeln, eben weil es risikolos ist.
>
> Wenn man die Würfel so aufteilt, dass man zwei Figuren
> einsetzen kann, dann muss man dies auch tun (in allen
> Regelversionen).
> Mit dem "risikolosen Hochwürfeln" der 7 ist es also sehr
> schnell vorbei, es sei denn, man würfelt
> unwahrscheinlicherweise laufend Kombinationen, aus denen sich
> zwei 7er machen lassen.
Ok, aber es ist dennoch ein gutes Stück einfacher, wenn man den dritten Bergsteiger erstmal draußen lassen kann.
Und man muss ja nicht immer 2 siebener machen. es geht auch: 2x die andere Zahl. einmal die andere Zahl und einmal die 7.
Und erst wenn das einmal nicht klappt, kommt man in die Situation, in der man nach der Parker-Regel von Anfang an ist. Man hat also schon mal einen guten Vorsprung.
Der Startspieler hat bei der Originalregel einen stärkeren Vorteil als bei der Parker-Regel und man muss länger warten, bis man am Zug ist. Beides Nachteile, die nicht nötig sind. Von daher gehe ich bei der Parker-Regel von einer sinnvollen redaktionellen Bearbeitung aus.
> > Welches ist denn spieltechnisch der konkrete Vorteil der
> > Originalregel?
>
> [b]1. Mehr Entscheidungsmöglichkeiten für den Spieler.[/b]
> Um bei der 7 zu bleiben, folgende Beispiele:
>
> Mein Anfangswurf ist 1,1,6,6.
> Nach der Parker-Regel [b]muss[/b] ich nun die 2 und die 12 starten.
> Die Sackson-Originalregel erlaubt mir alternativ den
> Doppelschritt auf der 7.
> Weiteres analoges Beispiel:
> Mein Anfangswurf ist 3,3,4,4.
> Nach der Parker-Regel [b]muss[/b] ich nun die 6 und die 8
> starten.
> Die Sackson-Originalregel erlaubt mir alternativ den
> Doppelschritt auf der 7.
>
> In beiden Fällen ist m.E. die Entscheidung für die Doppel-7
> keineswegs automatisch:
> - Der simultane Start auf den Kurzstrecken 2 und 12 in einer
> Situation, wo ich die dritte Figur noch als
> Sicherheitsreserve habe, hat durchaus ihren Charme.
> - Wenn ich (beispielsweise, um mit der Brechstange einen
> großen Rückstand aufzuholen) die Zentralwalze 6-7-8 in Marsch
> setzen will, würde ich mich eher für 6-8 als 7-7 entscheiden,
> weil so meine Chancen besser sind, die Walze im nächsten Wurf
> zu vervollständigen.
bei 7-7 hätte man aber noch zwei Bergsteiger draußen, bei 6-8 nur einen.
Ich halte die Walze 6-7-8 übrigens für nicht so gut.
Denn irgendwann kommt auch eine ganz kleine oder ganz große Zahl.
Wenn man mit zwei Würfeln wirfdt, dürfte 6-7-8 optimal sein.
Bei vier Würfeln ist es wahrscheinlicher, dass sich Überschneidungen ergeben:3,3,4,4. (2x7 oder 6+8) Das senkt die Anzahl der verwertbaren Würfe.
> [b]2. Regelökonomie.[/b]
>
> Die Spielregel verliert mit der Änderung ein Gutteil ihrer
> schlichten Eleganz.
Regelökonomie ist für mich nur dann ein Grund, wenn ich zwischen zwei fast gleichwertigen Regelfassungen entscheiden muss.
> Es ist schon ein Unterschied, ob man einem Anfänger erklären kann:
> "Du darfst die Würfel in zwei Paare aufteilen [b]wie du willst[/b]",
> oder ob man hinzufügen muss:
> "Beachte aber folgende wichtige [b]Ausnahme[/b]: ..."
Ob man nach Möglichkeit die ersten beiden oder alle drei so schnell wie möglich einsetzen muss, macht IMHO keinen Unterschied.
> Grüße,
> Ulrich
>
> PS:
> Wenn ich hier "Parker-Regel" sage, meine ich damit immer
> deine Auffassung derselben. Tatsächlich vermute ich wie Lutz,
> dass es sich eher um ein simples Missverständnis handelt...
In meiner Regel steht:
"Bei Rundenbeginn [b]müssen[/b] nach Möglichkeit - wenn Würfelkombination und Reihenauswahl es erlauben - [b]2 Läufer[/b] eingesetzt werden. Der 3. Läufer muß dann, so schnell es geht, folgen!" [i](Hervorhebung laut Regeltext)[/i]
Das halte ich für eindeutig. Mit Würfelkombination und Reihenauswahl ist sicherlich nicht die durch den Spieler herbeigeführte sondern die von ihm vorgefundene Situation gemeint. Sonst wären 'müssen' und '2 Läufer' nicht fett gedruckt. Ansonsten stünde unter Spielbeginn nicht bloß: "Er bildet Paare und setzt in das unterste Feld der gewählten Reihen je einen weißen Läufer." sondern es wäre an dieser Stelle die Alternativmöglichkeit aufgeführt worden, einen Läufer auf das zweite feld zu setzen.
Absolut eindeutig ist es gerade für den 3.Läufer: der muss folgen, 'so schnell es geht' - ohne wenn und aber.
Gruß, Günter