Beitragvon Michael Blumöhr » 2. März 2006, 09:33
Hallo,
ja, ich habe es schon gespielt (2x das erste Szenario). Dann versuche ich mal kurz (aus dem Gedächtnis) die wesentlichen Unterschiede zu BattleCry bzw. Memoir'44 einzugehen (das Material lasse ich jetzt mal aussen vor (ja, ich habe auch 4 Stunden geklebt und die Würfel sind einfach sch... (schlecht :-) ))
Um es in wenigen Sätzen zusammenzufassen: Nach den bisher 2 Partien erscheint es erst einmal wesentlich komplexer als seine Vorgänger. Kennt man dort nach einigen Runden die Zug- und Kampfregeln einer Einheit, so verlangt die wesentlich größere Menge unterschiedlicher Einheiten den ständigen Blick auf die beiliegenden Übersichtsblätter (auf denen aber alles Wesentliche steht, so dass man das Regelheft kaum noch braucht), ich denke aber, dass sich das nach ein paar weiteren Partien gibt. Daraus resultiert natürlich auch, dass diese zwei Partien lange nicht ausreichen, um herauszufinden, wie man welche Einheiten am Besten einsetzt. Klar ist es einfach, die schwere Infanterie in der Mitte einfach nach Vorne zu wälzen, mit 5 Angriffswürfeln macht sie fast alles platt, aber sie ist langsam und die üblicherweise grosse Menge leichter Truppen sollen ja auch sinnvoll eingesetzt werden. Da die Grundmechanismen aller Spiele gleich sind, sei aber auch erwähnt, dass es natürlich auch hier auf die richtigen Karten und natürlich auch das Würfelglück ankommt, aber man kann da Einiges beeinflussen:
Die Karten bevorzugen ganz klar zusammenhängende Linien, so gibt es einige Karten, in denen man einen Anführer und eine gewisse Anzahl einander benachbarter Truppen aktivieren kann. Auch die Moral von Einheiten, die zwei benachbarte Einheiten haben, ist besser, d.h. sie ignorieren einen Rückzug. Das bedeutet, man muss besonders auf seine Flanken aufpassen.
Besonders wichtig sind die Anführer: wie bereits erwähnt, aktivieren sie u.a. benachbarte Einheiten, aber auch sie lassen die Einheit, bei der sie stehen eine Flagge ignorieren und die zugeordnete Einheit und alle benachbarten Einheiten kämpfen besser, d.h. haben eine 1/6 höhere Trefferchance pro Würfel.
Beim Kampf wird zwischen Fernkampf (können alle leichten Einheiten) und Nahkampf unterschieden. Fernkampf ist zudem ineffektiver (nur 1 Würfel), wenn sich die Einheit zuvor bewegt hat (sonst 2 Würfel). Beim Nahkampf gibt es nach dem Angriff einen Gegenangriff, wenn die angegriffene Einheit noch existiert bzw. sich nicht zurückgezogen hat. War bei BC bzw. M44 ein Angriff wesentlich risikoloser (vielleicht hatte der Gegner ja keine passende Karte für den Gegenangriff), ist er hier automatisch. Hat man eine Einheit vertrieben oder vernichtet, darf man nachziehen und Reiterei bzw. Einheiten mit Anführer dürfen nachmals angreifen. Da ein Rückzug immer die volle Bewegungsweite pro gewürfelter Flagge bedeutet, ist die Möglichkeit leichter Einheiten, einem Kampf auszuweichen hohe Bedeutung zu: man zieht sich 2 Felder zurück und im anschliessenden Angriffswurf zählen nur noch reine Treffer, ein weiter Rückzug wird so vermieden.
Ich bin auf keinen Fall ein Experte für antike Kriegsführung, aber zumindest vom Gefühl her, sind hier ganz andere Taktiken als bei BC oder M44 nötig. Mir gefällt es bisher sehr gut und die Erweiterung (Greeks and Eastern Kingdoms) ist auch schon bestellt :-)
Viele Grüße,
Michael (der sein Exemplar heute beim Spieletreff in Darmstadt wieder dabei hat)
http://www.spielekreis-darmstadt.de