Beitragvon Guido » 31. März 2006, 14:49
Schön, dass das auch mal (wieder?) angesprochen wird.
Mich stört es sei längerem, dass andere Leute scheinbar nicht gewillt sind, rücksicht auf den Spielebesitz des anderen zu nehmen. Es seien ja schließlich nur Spiele!
Diese Kartenknicker und -abknabberer kenne ich zur genüge. Den Fingernagelbohrer weniger, aber es gibt da eine Mutation aus Pizzafutterer und unbedingt den Finger auf's Spielbrett drücken, um zu zeigen/fragen, wie sie jetzt vorgehen...(ähnlich den Leuten, die immer ihren Finger auf den Bildschirm drücken müssen, um zu zeigen, dass sie was lesen konnten...)
Generel habe ich immer mehr Panik vor (fremden) Leuten, die meinen, unbedingt beim Spielen essen zu müssen. Nein, keine Knabbereien, sondern richtiges Essen. Da sieht man meist noch so eine Geste, die so aussieht, als wolle man die Finger an der eigenen Kleidung abwischen, aber sowas stellt sich als reine Formübung heraus, die obligatorisch in rudimänteren Zügen erledigt wird, bevor dann die Karten das Fett und sonstige Essenreste in vollem Umfang begüßen dürfen.
Manche finden sie es auch total o.k, ein Spiel, egal ob alt oder neu, in die Bier- und Essensreste auf dem Tisch zu legen.
Daneben gibt es noch die Larifari-Spieler, die es cool finden, möglichst lässig mit allem umzugehen. Also Chips schmeißen, die Regel lässig gegen die Falz zu knicken (siehe auch anderern Thread hier) und auch an dieser möglichst aerodynamische (Un)Kenntnis zu demonstrieren. Gerne werden da auch Karten zwischen zwei Händen hin und her geknickt (manchmal ist auch das Kinn sehr gefragt), und Getränke möglichst schnell und über dem Spielbrett einzugießen, auch wenn das Gebot existiert, Getänke nicht neben dem Brett zu postieren.
Es gibt da auch noch die Fraktion, die glaubt, Kartenprofi zu sein und Karten mit dieser zwei-Stapel-ineinander-Daumenkino-misch-technik gemischt werden.( Hoffe, Ihr wisst, was ich meine). Leider ist es so, dass nur die wenigsten diese Technik wirklich gut beherrschen und das Resultat sind geknickte, gebogene, machmal sogar tatsächlich eingerissene Karten, weil, wenn es dann nicht so dolle geklappt hat, der Rest krampfhaft ineinander gedrückt wird. Egal wie gut oder schlecht jmd die Technik beherrscht, es ist eine Art, ein Kartenspiel über den Jordan zu schicken. Merkt man dies an, ist man sowas wie ein Penetrant.
Viele meinen ja, man könne sich Spiele ja neu kaufen, wenn sie zu abgenutzt sind. O.k., sollen sie. Bei Skatspielen,etc. die ich mir für nen 1.50 neu kaufen kann, finde ich das auch ok. Aber wenn ich an San Juan denke, wo ein Spiel sofort 15+ Euro (Ladenpreis) kostet, tut mir mein Herz weh.
Ich gebe zu, dass ich etwas penibel in Bezug auf meine Spiele bin. Aber das liegt daran, dass ich viel Geld in diese Dinge investiert habe. Ich will mir keine Spiel nochmal kaufen, nur weil gewisse Honks nicht einsehen wollen, dass es blöd ist, ein Spiel zu versauen. Sagt man etwas, wird man ungläubig angeguckt, so als ob man vorher irgendwas auf Chinesisch gesagt hat. Schlicht, man wird ignoriert, so wie man Kinder ignoriert bzw. nicht ernst nimmt, wenn diese irgendwas sagen.
Sagt man wieder was, wird einem unterstellt, man unterstelle anderen, das Material absichtlich oder auch nur grobfahrlässig zu misshandeln (schon passiert!). Und was macht man da?
Somit beschränke ich mich seitdem nur noch auf "kalte" Argumente, wie geknickte/beschmutzte Karten lassen wissen, was sie verbirgt. Sowas wird meist akzeptiert. Alles andere endet in Sticheleien, wie sie schon in einem anderen Thread hier erwähnt worden sind.
Solcherlei Diskussionen habe ich wohlgemerkt eigentlich nur, wenn ich mit sog. Gelegenheitsspielern spiele. Andere, die diesem Hobby ähnlich fröhnen, wie ich selber, gehen (meist) von vornherein sorfältiger mit dem Material um. Komisch, nicht?
Gruß
Guido