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Spiegel Artikel

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Peter Gustav Bartschat

Bewerbungsgespräche

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 31. März 2006, 22:46

Guido schrieb:
> Nun, stelle Dir vor, Du hast ein Bewerbungsgespräch.

Ich hatte schon mehrere - auf beiden Seiten des Tisches.

> Was
> meinst Du, wie jemand abschneidet, der sagt, sein Hobby sei
> das Lesen, und jemand, der erwähnt, er spiele gerne. Ersterer
> gilt im günstigsten Fall als kultiviert, im schlechtesten
> Fall wird solch ein Hobby neutral gewertet. Er liest halt
> eben gerne .
> Wenn Letzterer Glück hat, wird diese Ausage nicht gleich mit
> Glücksspiel und Spielsucht gleichgesetzt. Wenn es gut
> ausgeht, gilt er als Computerzocker, weil den meisten eben
> nur das Computerspiel für Erwachsene einfällt, was aber
> schnell nach hinten losgehen kann, wenn Gewalt und
> Kontaktfreudigkeit mit den altbekannten umhergehenden
> Klischees verglichen werden und darüber eine Einschätzung
> über diese letzte Person erfolgt.

Das setzt - mit Verlaub! - voraus, dass man es durch bewusst verknappende oder missverständliche Formulierungen ausdrücklich darauf anlegt, solche Reaktionen hervorzurufen.

Ich habe nie ein Hehl aus meinen Hobbys gemacht und bin damit in Vorstellungsgesprächen niemals angeeckt. Vielleicht, weil ich mich, wenn´s denn darauf ankommt, präzise ausdrücken kann und daher gegenüber Nichtspielern (und Leuten, die ich dafür halte) das Wort "Gesellschaftsspiele" verwende.

In der Tat wird Spielen allerdings in solchen Gesprächen kaum zum Thema: Meistens fokussiert sich das "Hobby"-Thema auf meine Auftritte als Landsknecht auf historischen Festen - vermutlich klingt das einfach etwas spektakulärer. Aber ich will gern beim nächsten Mal versuchsweise "Gesellschaftsspiele" als einziges Hobby benennen und dann hinterher hier von meinen Erfahrungen berichten. :-)

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Droegi
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Beiträge: 515

Wer abonniert schon den Spiegel ?

Beitragvon Droegi » 1. April 2006, 02:00

Bei einem solchen ...-Magazin weiß man nie, woran man ist.

Da lobe ich mir die Titanic. Die machen einem nichts vor. Da weiß man, wovon die sprechen.

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Roman Pelek

Re: Wer abonniert schon den Spiegel ?

Beitragvon Roman Pelek » 1. April 2006, 08:09

Hi Droegi,

Droegi schrieb:
>
> Bei einem solchen ...-Magazin weiß man nie, woran man ist.
>
> Da lobe ich mir die Titanic. Die machen einem nichts vor. Da
> weiß man, wovon die sprechen.

Hm, eigentlich sehe ich das ja (fast) andersrum. Jede gute Satire spielt mit Deiner Erwartungshaltung Schneeballschlacht, insofern lobe ich mir fast den Spiegel. Da sieht man deutlich schneller, wes' Geistes Kind die Verfasser bestimmter Artikel sind.

Aber andersrum gesehen ist's sicher richtig. Bei der Titanic ist man drauf gefasst, dass man an den falschen Stellen lacht und einem das früher oder später im Halse stecken bleibt :-))

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Roman Pelek » 1. April 2006, 08:34

Hi RoGo,

RoGo schrieb:

> ich war auch ziehmlich enttäuscht und hab mich gefragt, ob
> der Spiegel bei Themen, bei denen ich mich nicht auskenne,
> oft genauso weit daneben liegt - ich es bloss nicht merke.

Ja. Das ist ganz natürlich. Man sollte sich im Leben so oder so von der Sozialromantik verabschieden, dass man bei Sachen, in denen man sich nicht auskennt, nicht verar...t wird. Aber eben auch genauso von der idealisierten Vorstellung, dass einen irgendwer versteht, nur weil man als Hobbyist etwas liebgewonnen und lange damit beschäftigt hat.

> Am meisten gewundert hat mich dabei, dass der Autor die
> interaktiven Möglichkeiten des Internet wie sie BSW oder BGG
> bieten offensichtlich nicht mal als link entdeckt hat.
>
> Wir sind einfach unbedeutend.

De facto ja. Aber wenn wir uns das noch weiter selbst einreden, wird sich auch nix ändern. Und wozu wir ein Mindestmaß an öffentlicher Präsenz brauchen, werden wir spätestens dann merken, wenn wir uns alle unsere Counter wieder selbst ausschneiden dürfen. Atti propagiert eine solche "Unabhängigkeit" ja offensiv. Und ich bin dennoch der Auffassung, dass da ein grundlegener Denkfehler am Start ist.

Ciao,
Roman

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Marten Holst
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Beiträge: 1787

RE: Spiegel Artikel

Beitragvon Marten Holst » 1. April 2006, 09:15

Moin,

> Nun, stelle Dir vor, Du hast ein Bewerbungsgespräch. Was
> meinst Du, wie jemand abschneidet, der sagt, sein Hobby sei
> das Lesen, und jemand, der erwähnt, er spiele gerne.
> Ersterer gilt im günstigsten Fall als kultiviert, im
> schlechtesten Fall wird solch ein Hobby neutral gewertet.
> Er liest halt eben gerne .

ganz so einfach ist das auch nicht. "Lesen" (oder gleichwertig etwa "Musik hören", "Kinofilme" und ein, zwei andere) als Hobby anzugeben ist bei manchem potenziellen Arbeitgeber ein dicker Minuspunkt. Der Grund ist - paraphrasiert - "Lesen (Musik hören, ins Kino gehen) tut ein jeder, wer das als Hobby bezeichnet hat also kein wirkliches Hobby, keine Interessen, keinen Ehrgeiz" (Ob man das so stehen lassen mag, ist eine andere Frage). Bei einigen Arbeitgebern ist (oder war vor einigen Jahren) "Lesen als Hobby" eines der KO-Kriterien, deren Träger ausgeflöht wurden, bevor teuer bezahlte "echte Personaler" die Bewerbungen überhaupt zu Gesicht bekommen. Von daher ist das Beispiel vielleicht nicht ganz so treffend.

Tschüß
Marten

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Marten Holst
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Beiträge: 1787

RE: Spiegel Artikel

Beitragvon Marten Holst » 1. April 2006, 09:15

Moin,

> Spielen als Kunst darzustellen ist sehr eigenwillig. Ganz
> ehrlich - wenn ich Spiele dann hat das nix mit Kunst zu
> tun, sondern mit Spass.

"Eigenwillig" bestimmt, aber ich denke, Ulrich meinte nicht das Spielen der Spiele, sondern das Entwerfen und Erfinden. Allerdings kommen wir da wohl über "Gebrauchskunst" nicht hinaus :-)

Tschüß
Marten

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Marten Holst
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RE: Wer abonniert schon den Spiegel ?

Beitragvon Marten Holst » 1. April 2006, 09:15

Also ich hab beide im Abo. Bin ich jetzt schizophren? :-)

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Roman Pelek

RE: Wer abonniert schon den Spiegel ?

Beitragvon Roman Pelek » 1. April 2006, 10:03

Hi Marten,

Marten Holst schrieb:
>
> Also ich hab beide im Abo. Bin ich jetzt schizophren? :-)

Nein, Du hast, wie ich, vermutlich eine multiple Persönlichkeitsspaltung 8-) Das fällt aber immer noch unter die Rubrik "Schizophrene und schizophrenartige" :-))

Ciao,
Roman (kann mir jemand verraten, wie man bei diesem Irrsinn ernst bleiben soll? Oder warum man bei diesem Ernst nicht irsinnig werden darf?)

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Roman Pelek

Re: Bewerbungsgespräche

Beitragvon Roman Pelek » 1. April 2006, 10:20

Hi Gustav,

Peter Gustav Bartschat schrieb:

> Ich habe nie ein Hehl aus meinen Hobbys gemacht und bin damit
> in Vorstellungsgesprächen niemals angeeckt. Vielleicht, weil
> ich mich, wenn´s denn darauf ankommt, präzise ausdrücken kann
> und daher gegenüber Nichtspielern (und Leuten, die ich dafür
> halte) das Wort "Gesellschaftsspiele" verwende.

Exakt. Nichts ist so entwaffnend wie eine ehrliche Bestandsaufnahme seiner selbst. Die meisten Leute bilden sich aber ein, sie müssten sich zweckorientiert verstellen *seufz*

> In der Tat wird Spielen allerdings in solchen Gesprächen kaum
> zum Thema: Meistens fokussiert sich das "Hobby"-Thema auf
> meine Auftritte als Landsknecht auf historischen Festen -
> vermutlich klingt das einfach etwas spektakulärer. Aber ich
> will gern beim nächsten Mal versuchsweise
> "Gesellschaftsspiele" als einziges Hobby benennen und dann
> hinterher hier von meinen Erfahrungen berichten. :-)

Sei bitte lieber weiter Medienhure *g

Ciao,
Roman

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Peter Gustav Bartschat

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 1. April 2006, 14:25

Guido schrieb:
> EXAKT. Mich persönlich hat am meisten der letzte Abschnitt
> des ersten Teils gestört. Da heisst es:"Die Brettspielbranche
> schaffte 240 Millionen Euro und feierte das als Erfolg. Sie
> wird wohl, so viel ist abzusehen, um die digitale Aufrüstung
> nicht herumkommen."
> Ich finde, der Autor hat einen Hinweis und einen anderen
> Hinweis genommen und dann mit der falschen Operation eine
> völlig falsche "Conclusion" kontruiert.

Genau so sehe ich das auch:

Dem Artikel zufolge ist ja nur das ein Erfolg, was der größtmöglichen Zahl in irgend einer beliebigen Statistik Paroli bieten kann.

So gesehen dürften Fahrten mit meinem Auto eigentlich nicht erfolgreich sein, weil es erheblich weniger gekostet hat als eine TITAN-Rakete. Soll doch mal einer versuchen, eine TITAN samstags vor ALDI einzuparken! Dann wird er vielleicht verstehen, dass "Erfolg" eher "langfristiges Erreichen seiner Ziele ohne unangemessene Nachteile zu erleiden" bedeutet, nicht "in einer Statistik mal an erster Stelle stehen."

Wenn der Gesellschaftsspiel-Markt kleiner ist als der PC-Spiel-Markt, dann ist das eben so. Was soll´s! Augsburg ist auch kleiner als die Antarktis, und trotzdem kann ich hier besser leben.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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peer

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon peer » 1. April 2006, 15:07

Hi,
Peter Gustav Bartschat schrieb:
> Wenn der Gesellschaftsspiel-Markt kleiner ist als der
> PC-Spiel-Markt, dann ist das eben so. Was soll´s! Augsburg
> ist auch kleiner als die Antarktis, und trotzdem kann ich
> hier besser leben.

:-)

Vor allem ist Augsburg auch größer als der besagte Spiegelartikel. Damit dürfte Augsburg (und meine Wohnung) deutlich erfolgreicher sein, als der Spiegel.

Fragt sich nur in was.

ciao
peer

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Marion Menrath
Kennerspieler
Beiträge: 447

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Marion Menrath » 1. April 2006, 17:35

Ego-Shooter mag ich nicht. ;)

Ich habe etliche Bewerbungsbücher mal durchblättert. Die meisten stimmen darin überein, dass ein außergewöhnliches Hobby, das man gut vertreten kann, besser ist als gewöhnliche "Lesen". Brettspiele haben viel mit Interaktion zu tun. Man muss das nur offensiv rüberbringen und darf nicht rumstammeln "Ach ich spiel auch noch gerne". Wenn Teamerfahrung gefragt ist, kann man sich immer noch über "SChatten über Camelot" oder "Herr der Ringe" auslassen. ;)

Marion

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Gabi Goldschmidt
Kennerspieler
Beiträge: 290

Re: Bewerbungsgespräche

Beitragvon Gabi Goldschmidt » 2. April 2006, 16:08

.. zu diesem Thema eine kleine Anekdote:

ein Freund von mir, mit dem ich ca 4-5 mal im Jahr spiele, hat ein Vorstellungsgespräch geführt mit einer jungen Frau, die als Hobby unter anderem "Brettspiele spielen" angegeben hatte.
Sie war dann aber etwas erschrocken, als er sie nach dem "Spiel des Jahres" der letzten 2 Jahre fragte. Ob es an ihrem Nichtwissen lag, dass sie nicht genommen wurde, kann ich jetzt leider nicht sagen ;-)...

So viel zum Thema "es ist riskant, bei einem Bewerbungsgespräch das Hobby "Brettspiele" zu nennen "...

Ciao Gabi

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Peter Gustav Bartschat

Re: Bewerbungsgespräche

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 3. April 2006, 20:56

Roman Pelek schrieb:
> Sei bitte lieber weiter Medienhure *g

Genau DAS trage ich immer in das Feld "Traumberuf" ein. :-)

Liebe Grüße
Gustav

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Volker L.

Re: Bewerbungsgespräche

Beitragvon Volker L. » 3. April 2006, 21:50

Gabi Goldschmidt schrieb:
>
> .. zu diesem Thema eine kleine Anekdote:
>
> ein Freund von mir, mit dem ich ca 4-5 mal im Jahr spiele,
> hat ein Vorstellungsgespräch geführt mit einer jungen Frau,
> die als Hobby unter anderem "Brettspiele spielen" angegeben
> hatte.
> Sie war dann aber etwas erschrocken, als er sie nach dem
> "Spiel des Jahres" der letzten 2 Jahre fragte.

:lol: :lol: :lol:

Naja, ich würde mich dann damit rausreden, dass als SdJ ja immer
ein [i]Familienspiel[/i] gekürt wird, während ich anspruchsvollere
Kost bevorzuge - aber [i]das[/i] könnte ich dann wenigstens mit
gewussten Titeln (Puerto Rico, Caylus und dergleichen) untermauern ;-)

Gruß, Volker (dem SdJ-Sieger selten so gut gefallen, dass er >1 Jahr
später aus dem Stehgreif noch wüsste, welches und vor allem in
welchem Jahr Preisträger war)

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Mike Merten

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Mike Merten » 4. April 2006, 11:42

Attila schrieb:
> > Naja man darf ja noch träumen....
>
> Wieso sollte man davon träumen? - Ich muss sagen ich habe
> kein Interesse daran das ach-so-tolle Artikel übers Hobby
> Spielen geschrieben werden. Was soll mir das bringen?
>
> Atti

Ich sehe es ähnlich.

O.k. - es gibt Leute, die haben wenig Verständnis für unser Hobby. Aber wenn ich mir die Ergebnisse von Wahlen anschaue, dann wundere ich mich auch nur über die Ansichten vieler Leute. Was die da so alles wählen ...

Viele Leute sehen Dinge anders als ich. Und Spiele sind "nur" eine unterhaltende Kunst. Ähnlich wie Zirkus/Variete. Da gibt es auch viel auf dem Niveau von Monopoly, aber durchaus einiges, das mit Trashams Civilization u.ä. verglichen werden kann. Trotzdem ist vielen Leuten Zirkus generell zu kindisch.

Na und?

Ich kann auch nicht nachvollziehen, was daran so prickelnd sein soll, Tauben zu züchten. Oder Kaninchen.

Brauchen wir wirklich Applaus von allen Seiten?


Etwas nachdenklich
Mike Merten

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Flix

RE: Bewerbungsgespräche

Beitragvon Flix » 5. April 2006, 18:08


> Gruß, Volker (dem SdJ-Sieger selten so gut gefallen, dass
> er >1 Jahr
> später aus dem Stehgreif noch wüsste, welches und vor allem
> in
> welchem Jahr Preisträger war)

Eben, geht mir genauso - ich fände die Frage richtig fies...! :-)


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