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Dungeon Twister

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Konrad

Dungeon Twister

Beitragvon Konrad » 7. April 2006, 08:22

Hallo,

ist Dungeon Twister auch für nicht Fantasy-Fans interessant? Ich spiele gewöhnlich mehr (Caylus) oder weniger (Uno) anspruchsvolle Spiele. Die Tendenz geht zu mehr ;-).

Servus Konrad

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Sebastian Meiner

Re: Dungeon Twister

Beitragvon Sebastian Meiner » 7. April 2006, 08:37

Hallo Konrad,

mal von einer anderen Website einen Eindruck über DT

viele Grüße an Moritz Eggert

der link:

rezensiert von Moritz Eggert

Bei den Westpark-Gamers gibt es die gängige Redensart "Ist es ein Walter-Spiel?" Die spezifischen Geschmäcker unseres lieben Walter Sorger dürften ja inzwischen durch seine vielen Rezensionen bekannt sein, aber ich versuche sie mal hier kurz zusammenzufassen:

1. Das Spiel muss dem Spieler viele Entscheidungsfreiheiten lassen, gleichzeitig darf es aber auch kein "Chaos"-Spiel sein, in dem sich alles in Unübersichtlichkeit verliert.

2. Das Glückselement darf nicht überwiegen, gleichzeitig darf es aber auch kein abstraktes Strategiespiel sein, bei dem alle stundenlang über ihren Zügen grübeln.

3. Das Spiel sollte nicht mit Regeln überladen sein, und alles sollte logisch ineinander greifen, gleichzeitig ist aber "zu simpel" auch keinesfalls gut.

4. Am besten keine Orks und Zaubersprüche….

Nun, bis auf d) würde ich sagen, dass das geniale "Dungeon Twister" absolut ein Walter-Spiel ist, es ist vielleicht sogar eines der besten 2-Personen-Spiele, die es überhaupt gibt (die Version für 3-4 Spieler kenne ich noch nicht, aber als 2-Personenspiel ist "Dungeon Twister" kaum zu toppen). Viele werden dieses Spiel wegen seiner Fantasythematik übersehen oder für ein Rollenspiel halten, aber das wäre äußerst schade, denn "Dungeon…" ist wirklich ein waschechtes Brettspiel mit außergewöhnlich interessanten und ausgewogenen Mechanismen.

Ein böser Zauberer hat die Spieler in ein Verlies hineingezaubert, und nun müssen sie sehen, wie sie wieder hinauskommen. Siegpunkte gibt es für das Entwischen aus dem Verlies, oder für das Besiegen von gegnerischen Charakteren (je 1 SP). Das Verlies setzt sich aus 4x2 großen Bodenplatten zusammen, die am Anfang zufällig orientiert verdeckt ausgelegt werden, und quasi eine "Strasse des Todes" bilden. Jeder Spieler kontrolliert eine Gruppe von 8 Abenteurern, jeder mit unterschiedlichen Fähigkeiten. So heilt der Kleriker, der Goblin ist besonders wertvoll wenn er entwischt, der Krieger hat Muckis und zerstört Fallgitter, der Magier kann - so denn er denn den Feuerballstab findet - zaubern und (immer) schweben, der Mechanork kann die Rotation der Kammern kontrollieren (hierzu später mehr), die Wand-Läuferin geht DURCH Wände, der Troll regeneriert sich und die Diebin kann Gitter aufschließen und über Gruben klettern.

4 dieser Abenteurer werden auf der eigenen schmalen Seite des Spielfeldes ausgelegt, die anderen 4 werden, zusammen mit diversen magischen Gegenständen jeweils verdeckt und abwechselnd von beiden Spielern ausgelegt. Da die beiden "Mannschaften" absolut symmetrisch sind, kommt bei der Auslage die Strategie zum Tragen. Man kann zwar theoretisch seine "geheimen" Figuren kurz vorm gegnerischen Ziel platzieren, nur darf der Spieler der eine Bodenplatte "entdeckt" dort auch die Figuren des Gegners platzieren, meist so, dass er gleich schön angreifen kann. Wie auch immer, die Platzierung der Gegenstände und der Figuren ist entscheidend fürs spätere Spiel.
board

Wie läuft nun eine Runde ab? Jeder Spieler hat 4 Aktionskarten, 1 pro Runde, mit den Zahlen 2,3,4 und 5, die alle ausgespielt werden müssen, bevor man sie wieder aufnehmen kann. Die Zahlen entsprechen hierbei der Anzahl von Aktionen. Mit 1 Aktionspunkt kann man eine angrenzende bisher unbekannte Halle/Bodenplatte erkunden, eine Halle drehen (sodenn man auf einem Hebelfeld steht, in vorgegebene Richtung), eine Figur bewegen (mit unterschiedlicher Bewegungsreichweite), die Spezialfähigkeit einer Figur verwenden oder die Fähigkeit eines magischen Gegenstandes verwenden. Der Clou ist, dass eine Figur durchaus mehrmals hintereinander handeln kann, während die anderen nur herumstehen. Dies gibt jedem Spieler große Entscheidungsfreiheit, was er in einem Zug anfangen kann.

Das Verlies ist natürlich ein Labyrinth aus Gittern, Mauern und Fallgruben. Der gerade Weg ist meistens versperrt, daher müssen die Kammern ständig gedreht werden, um den Weg freizumachen (nicht umsonst heißt das Spiel "Dungeon TWISTER"). Dem Mechanork kommt hierbei eine besondere Rolle zu, denn er kann die Bodenplatten auch in die andere Richtung als die vorgegebene drehen. Nicht zuletzt hat jede Bodenplatte noch eine "Zwillings"-Platte, die aus der Ferne gedreht werden kann. Geometrisches Denken ist also gefragt. Ähnlich wie bei Robo Rally muss man sein Hirn schon ein wenig verdrehen, um die besten Züge zu finden, aber gerade das ist ja der Reiz des Spiels.

Die Kämpfe laufen quasi ohne jedes Glückselement ab - jeder Spieler besitzt den exakt gleichen Satz an Zahlenkarten, die jeweils zur Kampfstärke der Kämpfer dazu addiert werden können. Jede Karte wird aber nach Benutzung für immer abgeworfen (bis auf die Null). Dies macht, so man die richtigen Leute angreifen lässt, die Kämpfe durchaus berechenbar, aber auch offen für Bluffs. Denn oft ist man versucht, bei einem sicher scheinenden Sieg gar nicht die höchste, "sichere" Kampfkarte zu spielen (um diese zu sparen), gerade dann kann aber der Gegner überraschend alles geben, und man steht sehr dumm da. Durch die Symmetrie der Karten ist der, der erst erfolgreich siegt, später der Schwache, denn nun fehlen ihm meist die vorher ausgespielten hohen Karten.

Tatsächlich ist beides wichtig - Kampf und Bewegung. Alle eigenen Abenteurer in Sicherheit zu bringen, oder alle gegnerischen zu töten, wird nie das Ziel sein, denn schon bei 5 Siegpunkten hat ein Spieler sofort gewonnen. Gerade diese Regel macht das Spiel ungeheuer schnell (eine Partie dauert 45 Minuten) und man hat gleich Lust, noch einmal zu spielen. Denn gerade die schnellen Kombinationen machen den Reiz des Spiels aus. So kann man zum Beispiel beim Trinken des Schnelligkeitstrankes 4 zusätzliche Aktionen bekommen, die plötzlich blitzschnelle und unerwartete Kombinationen ermöglichen.

Tatsächlich ähnelt "Dungeon Twister" - wie viele guten 2er Spiele - ein wenig einem Boxkampf. Jeder Schlag/Zug öffnet sofort die Möglichkeit für einen überraschenden Haken/Gegenzug des Gegners, man muss ständig abwägen, wie weit man sich vorwagt, um dem Gegner nicht zuviel Spielraum zu geben. Das Überraschendste aber ist der extrem hohe Anteil des "Könnens" beim Spielen, was man bei der Fantasy-Thematik gar nicht erwarten würde. Denn hier sind alle Regeln so fein aufeinander abgestimmt, dass tatsächlich fast nichts dem Zufall überlassen ist (außer der genauen Startposition, die aber auch beide Spieler in der Hand haben), es ist tatsächlich ein Spiel, in dem der Geschicktere auch fast immer gewinnt. Die Regeln empfehlen sogar "Handicaps" für erfahrene vs. unerfahrene Spieler, denn tatsächlich bietet "Dungeon Twister" viel Raum für die Entwicklung von ganz konkreten Spielstrategien, ähnlich wie bei Go oder Schach, aber längst nicht so trocken, wie bei diesen waschechten Strategiespielen. Gleichzeitig sorgt aber die Fantasythematik für eine willkommene Auflockerung. Die Zugregeln sind zwar abstrakt, gleichzeitig stellt man sich aber dennoch z.B. einen Magier vor, der mit Hilfe eines Schnelligkeitstranks und eines Feuerballstabs blitzschnell und unerwartet aus dem Gang verschwindet, den der Gegner eigentlich bewacht hatte. Das Spiel erzeugt also einen ganz klaren "Plot" (Handlung), mit Helden und Schurken, und das ist ein echter Gewinn.
Eigenschaften:
Regelerklärung: 10 Minuten, nicht komplex, logische Regeln
Spieldauer: 45-60 Minuten, aber Vorsicht vor Grüblern!
Taktik: hoch
Glück: sehr niedrig
Orcs: je 1
Zaubersprüche: nur Feuerball (je 1)
Spannung: hoch

In Frankreich ist das Spiel schon zu Recht ein großer Erfolg, man mag hoffen, dass auch in Deutschland die diversen schon verfügbaren Erweiterungen erscheinen werden. Diese addieren, wie soll es anders sein, neue Bodenplatten, neue Charaktere, neue Fähigkeiten. Man könnte dem Spiel eine echte Turnierszene zutrauen, tatsächlich scheint "Pro Ludo" dies auch in Deutschland vorzuhaben.

Auf jeden Fall ist Christophe Boellingers Spiel wirklich rundum jedem zu empfehlen, auch dem Fantasy-Hasser, denn es ist ein wirklich großartiges und facettenreiches Spiel (die außergewöhnlich schöne Aufmachung soll hier auch nicht verschwiegen werden), das bis zuletzt spannend bleibt und beide Spieler voll involviert. Bei mehr Spielern mag ein wenig Chaos hinzukommen, aber das bleibt abzuwarten. Unser Lieblingsspiel heißt im Moment auf jeden Fall "Twister", und später werden wir Verliesminister, frei nach Langnese (ca. 80er-Jahre).


©2005, Westpark Gamers

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Frank Tagmann

Re: Dungeon Twister

Beitragvon Frank Tagmann » 7. April 2006, 08:56

Hallo Sebastian!

Der Vollständigkeit halber lautete die Antwort von Wolfgang folgendermaßen:


Hallo Moritz,
ich wußte gar nicht, daß du meine Spielvorlieben so klar auf den Punkt bringen kannst. Alle Achtung vor deiner Hinhör-, Lese-, Merke-, Analyse und Interpretier-Fähigkeit.
Allerdings habe ich mich offensichtlich noch niemals so richtig zu meiner optimalen Mitspieleranzahl geäußert. 2-Personen-Spiele finde ich nur begrenzt unterhaltsam. Wirklichen Spielspaß habe ich hier eigentlich nur bei schnellen, pfiffigen Spielchen, in denen der Zufallseinfluß (Würfel) die taktisch-strategische Unterlegenheit des Verlierer abfedert, und in denen sowohl Sieger als auch Besiegter jeden Spielausgang durch ein herzhaftes gemeinsames Gelächter quittieren können. Ob Dungeon Twister wohl diese Qualität besitzt?
Paradebeispiel für meine 2-Personen-Vorlieben wäre Backgammon. [..]



Zugegebenermaßen hat diese Erwiderung sehr wenig mit DT zu tun...

Beste Grüße,

Frank (dessen Mitspieler gestern beide vom Krokodil verspeist wurden)

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Konrad

Re: Dungeon Twister

Beitragvon Konrad » 7. April 2006, 10:09

Hallo Sebastian,

wenn es ein Walter-Spiel ist ;-))) mag ich es wohl! Da nehm ich auch die Orks in Kauf!
Vielen Dank für die Kaufempfehlung.

Gruss Konrad
(es muss nicht immer Walter sein :-))

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Sebastian Meiner

Re: Dungeon Twister

Beitragvon Sebastian Meiner » 7. April 2006, 10:25

falls Du Dir überlegst DT zuzulegen, dann empfehle ich Dir eventuell die Collectors Box zuzulegen. Dann hast Du schon alles in einem..

Gruß

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Niccolo
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Re: Dungeon Twister

Beitragvon Niccolo » 7. April 2006, 11:16

Sebastian Meiner schrieb:
>
> falls Du Dir überlegst DT zuzulegen, dann empfehle ich Dir
> eventuell die Collectors Box zuzulegen. Dann hast Du schon
> alles in einem..

? Das heißt?

Wenn ich das nicht falsch lese:

Was die Collectors Box von der normalen abhebt: Die Figuren und eine Extrafigur -- was vergessen?

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DOtt
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Re: Dungeon Twister

Beitragvon DOtt » 7. April 2006, 11:33

Hallo Konrad,

auch mein (kurzer) Senf dazu:
ich bin selbst kein Fantasy-Fan, aber bei Dungeon Twister ist das Thema Nebensache. Es ist ein fantastisches Taktikspiel und man sollte es nicht verpassen, selbst wenn man mit Trollen, Gnomen und Zauberern überhaupt nichts am Hut hat, daher ein klares JA!

Grüße
Daniel

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Niccolo
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Re: Dungeon Twister

Beitragvon Niccolo » 7. April 2006, 11:34

Sebastian Meiner schrieb:

> 2. Das Glückselement darf nicht überwiegen, gleichzeitig
> darf es aber auch kein abstraktes Strategiespiel sein, bei
> dem alle stundenlang über ihren Zügen grübeln.

Obwohl ich finde, dass DT ein ausgesprochen interessantes und reizvolles Spiel ist, würde ich doch meinen, dass dieser Punkt die Walter-Tauglichkeit gefährdet.

Also mit einem Zuganalysten/-optimierer möchte ich DT sicher NICHT spielen.

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Sebastian Meiner

Re: Dungeon Twister

Beitragvon Sebastian Meiner » 7. April 2006, 11:54

plus DT-Club
plus eventuell Abo

ausserdem rechnet es sich

DT 29,90
Figurenset blau/orange 50,00
Sondercharakter

usw...

Da kommt man mit 65,00 ganz gut hin und hat alles auf einmal, oder?

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peer

Re: Dungeon Twister

Beitragvon peer » 7. April 2006, 13:37

Hi,
Sebastian Meiner schrieb:
>
> plus DT-Club
> plus eventuell Abo
>
> ausserdem rechnet es sich
>
> DT 29,90
> Figurenset blau/orange 50,00
> Sondercharakter
>
> usw...
>
> Da kommt man mit 65,00 ganz gut hin und hat alles auf einmal,
> oder?

Naja, mal ganz ehrlich: Wenn man das Spiel nicht kennt, ists doch ein ziemliches Risiko. Mal ab, dass im Newsletter von 89 EUR die Rede ist: Das ist ne Menge Geld für ein Blindkauf. Bevor man zur Collectors Box kauft, sollte -wenn das Geld nicht gar so locker sitzt - vielleicht erstmal Probegespielt werden. Das Grundspiel ist z.Z. bei Amazon für 20 EUR zu haben- gibts keine Probespielmöglichkeit, ist das wohl das bessere Angebot.

Schließlich ist das Material -trotz Zinnfiguren - auch in der Collectors Box nun auch nicht so, dass man wenigstens ein Kunstobjekt im Wohnzimmer stehen hat (so wie bei Das Spiel oder Meisterdiebe, da zahlt man die Kunst mit).

ciao
peer

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Sebastian Meiner

Re: Dungeon Twister

Beitragvon Sebastian Meiner » 7. April 2006, 14:12

Na dann schu dich mal um 65€ um nur die Offensive aus Merseburg zu nennen.

Ich stimme Dir zu, dass ein Spiel in dieser Preisklasse mal nicht so schnell über den Tisch geht. Aber wenn man es sich schon mal überlegt dann lohnt es sich eventuell schon..

extra Designte Box in der Größe von Civi,

cooler Charakter "Amazone"

limitiertes Raumpaar bei Registrierung (umsonst) im DT-Club

und Platz die anderen Erweiterungen unterzubringen..

Ist doch nicht sooo schlecht

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Sönke Weidemann
Kennerspieler
Beiträge: 531

Re: Dungeon Twister vs. Krokodile

Beitragvon Sönke Weidemann » 7. April 2006, 17:23

Frank Tagmann schrieb:

Frank (dessen Mitspieler gestern beide vom Krokodil verspeist
> wurden)

Jaja, hau nur drauf...wir sprechen uns mal bei einer Partie Dungeon Twister... ;-)

Gruß Sönke (15 freie Plätze in den Heiligtümern und trotzdem zu korrupt - nicht zu fassen)


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