Beitragvon Jan Mirko Lüder » 24. Mai 2006, 12:45
Hallo André,
also ich weiß nicht, ob du das so aufgefasst hast, aber ich wollte dir überhaupt nicht widersprechen. ;-) Mir ging es eigentlich mehr darum, dass ich die Diskussion um dieses Feldherren-"Problem" ein bisschen schade finde. Denn sie zeigt mir dass es offensichtlich Spieler gibt, die selbst bei glücksabhängigen Würfelspielen keine Ungerechtigkeit also im Grunde auch keinen Zufall dulden.
Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich eigenartig, denn wozu spiele ich dann ein (Würfel-)Spiel, wenn alles schon vorher geplant sein soll? Das ist in meinen Augen ein Widerspruch in sich, auch wenn UKuK in genau diese Kerbe hauen will, nämlich gewissermaßen ein taktisches, planbares Würfelspiel zu sein. Wo bleibt denn bei einer solchen Herangehensweise der schöne Ärgerfaktor: das Risiko, mit dem ich mich um meinen Kragen spielen könnte?
André Maack [AMIGO-Redaktion] schrieb:
>
> Hi Frank, hi Grzegorz, hi Jan,
>
> dass der Feldherr sehr stark ist und die Gewinnchancen extrem
> erhöht, will ich ja gar nicht in Frage stellen und war uns
> von vornherein klar. Uns war wichtig festzustellen, dass es
> keinen Vorteil/Nachteil gibt, je nachdem wo ich in der
> Spielreihenfolge sitze. Es wäre ja fatal, wenn z.B. der
> Startspieler in 85% alle Fälle den Feldherren bekäme und
> damit in 75% der Spiele gewinnt. In einem solchen Fall wäre
> das Spiel nicht ausgeglichen.
Eben genau so meinte ich das mit dem Wort "ausbalanciert". :-)
> So wie es aber jetzt der Fall ist, kann ich sehr gut mit
> leben. Im Zweispielerspiel hat jeder die gleichen Chancen den
> Feldherren zu bekommen. Bei mehr als zwei Spielern ist das
> natürliche nicht mehr so eindeutig. Ich könnte mir
> vorstellen, dass es bei drei Spielern noch ausgeglichen ist
> (da gibt es ja 2 Feldherren). Eine leichte Verzerrung könnte
> bei 4 oder 5 Spielern entstehen, da hier ja mehr als ein
> Spieler ohne Feldherrn auskommen muss. Ob aber bei 4 und 5
> Spielern der Startspieler einen Vorteil oder Nachteil hat,
> habe ich mir noch nicht überlegt und dafür haben wir auch
> leider keine Zahlen (und bekommen auch keine, auch nicht für
> andere Charaktere).
Bei Kniffel z.B. - das dürfte wohl getrost ein Vorgänger UKuK's sein - stellen sich die ersten Verzerungen doch ziemlich schnell ein, eben abhängig davon mit wieviel Glück die Spieler so ihre Aufgaben erwürfeln. Ich bin sogar der Ansicht, dass gerade diese Verzerrungen den eigentlichen Spielreiz bei Yahtzee und bei vielen anderen erfolgreichen (klassischen) Spielen ausmachen. In dieser Beziehung sehe ich Max Kobberts These bezüglich der Ungerechtigkeit im Spiel uneingeschränkt bestätigt.
Spielerische Grüße
Mirko (zockt gerne, auch wenn er ungerecht verliert)