Beitragvon Roman Pelek » 9. Juni 2006, 02:33
Hi Steffen,
Steffen S. schrieb:
> meine Vorredner haben ja schon alles gesagt. Ich möchte
> unterstreichen, dass ich die beiden Spiele für bei weitem
> nicht so ähnlich halte, wie gemeinhin immer mal wieder zu
> lesen. Da würden mir mehr Ähnlichkeiten zwischen Kardinal &
> König und T&T einfallen, aber selbst das sind deutlich
> unterschiedliche, eigenständige Spiele.
Geht mir sehr ähnlich - mir fällt, wenn schon, denn schon, eher KuK ein, und das wäre eigentlich auch mein persönlicher Favorit unter allen dreien, wenn man sie als artverwandte Spiele ansieht (Karten spielen, setzen, nachziehen mit Möglichkeit der Kettenbildung). Straighter, unmittelbar interaktiver als TuT, weniger glücksabhängig als ZuZ mit den Aufträgen (und man sammelt nicht so viele Karten auf der Hand). Manko natürlich: Die Schlussabrechnung ist ein bissl aufwändiger, dafür hält man sich im Spiel nicht soviel auf... Ich persönlich habe aber auch keine Probleme, alle drei Spiele im Regal zu haben, da sie meinetwegen Vertreter eines Genres sind, sich aber nicht gegenseitig überflüssig machen.
> Der Zug um
> Zug-Vergleich (habe ich den Eindruck) stand irgenwann im
> Raum, und hat sich dann "gedanklich festgefressen". Ich
> kann´s nicht so recht nachvollziehen (ähnlich wie beim
> Vergleich ZuZ und Union Pacific wäre es mal interessant zu
> wissen, ob die Quervergleiche ebenso penetrant wären, wenn
> die thematische Ähnlichkeit nicht gegeben wäre), wobei das
> natürlich auch nur ein persönlicher Standpunkt ist.
Naja, diesen "Pavlowschen Reflex" gibt's ja recht häufig. Einer macht früh öffentlich einen Vergleich, der nicht absolut absurd, aber irgendwie auch nicht wirklich vollkommen zutreffend ist - und der hält sich dann elendig lange: sobald "das Glöckchen" klingelt, wird der wieder und wieder und wieder nachgeplappert . ;-)
Mein Lieblingsspruch in diesem Kontext ist immer noch: "Jaja, und 'Torres' ist wie 'Villa Paletti': Alle bauen gemeinsam schön konstruktiv und friedlich in die Höhe, aber wenn ein einziger Trottel alles umschmeißt, endet die Partie mit Sicherheit darin, dass alle anderen behaupten, er hätte verloren" :-D
Aber ich finde ja abstruserweise auch, dass man den Zustand Deutschlands momentan am besten in BWVE ("Ballackwadenverhärtungseinheiten") messen sollte ;-) Was freue ich mich als (an sich nur moderat fußballbegeisterter) Spieler auf den heutigen Anpfiff: das ganze esoterische Gutwettermachen, das mutwillige Schlechtreden, das überhöhende Dummgeschwätz über die Bedeutung für unser Land, die Kommerzauswüchse, die unzähligen Befindlichkeiten, die dreißigseitigen Essays etc. pp. werden (so unterhaltsam sie auch teilweise waren) schlagartig vergessen sein und es wird endlich wieder das gemacht, worum es eigentlich geht: Spielen respektive sich für das laufende Spiel anderer zu begeistern.
Und als passiver Beobachter in letzterem Falle werde ich dabei gerne auch ein paar Gerstenkaltschalen dem eigenen Verdauungssystem zuführen und mitfiebern. Denn schließlich geht es "um mehr als Leben oder Tod" - nämlich um die häufig vermisste Ausschüttung von Endorphinen, den Nervenkitzel, den Wettkampf, den gemeinsamen Spaß, das Erlebnis 8-)
Ciao,
Roman (will sagen: immer dann, wenn über Spiele mehr geredet wird, als dass sie eigentlich erlebt werden, erblicken die hartnäckigsten und schrägsten Thesen über selbige die Welt)