Beitragvon Dietrich » 30. Juli 2006, 22:31
Moin, moin,
eben darum kann 'aufwändig' nicht stimmen.
Durch die Rechtschreibreform wurden neue Schreibwesien für einige wenige Wörter eingeführt und dann anschließend durch eine 'Regel' verifiziert. Allerdings hat man die meisten anderen Wörter, die auch dieser 'Regel' unterliegen müßten, nicht geändert.
So entsteht ein Kuddelmuddel, bei dem man die 'regelgerechten' Wörter auswendig (oder etwa 'auswändig'?) lernen muß, da die Mehrzahl der anderen Wörter immer noch anders geschrieben werden.
Vor allem wird die 'Rechtschreibreform' als Spielwiese halbgebildeter 'Intellektueller' entlarvt, die uns in wahrsten Sinne des Wortes 'vorschreiben' wollen, was wir zu schreiben haben.
So kommt 'aufwendig' eher von 'aufwenden' als von Aufwand, und was ist mit 'Aufwendung'? Müßte ,man diese Wörter nicht auch mit 'ä' schreiben? Und was ist dann mit 'hinwenden', 'abwenden' und 'zuwenden' ? Die Beispiele verdeutlichen meine oben geäußerte Einschätzung: Um e i n anders zu schreibendes Wort zu rechtfertigen, wird eine neue 'Regel' geschaffen, die aber bei den meisten analogen Wörter nicht angewandt werden soll.
Eine bekannte sinnlose Rechtschreibung betrifft das Wort 'rauh' - heute 'rau'; damals wollte der Ministerpräsident NRW gern Bundeskanzler werden; ich glaubte, die neue Schreibweise sei nur Wahlkampf gewesen. Der Stamm des Wortes 'rauh' hat im Deutschen das 'ch' und im Englischen das 'gh'!
Ebenso unsinnig ist der Trend zum Verdoppeln der Konsonanten bei Tipp, Stopp usw. Hat jemand schon einmal ein 'Stopp'-Schild gesehen oder gibt es im der Hittparade Topphitts?
Muß bei den neugeschreibenen Fremdwörtern das eingedeutsche 'Ketchup' nicht 'Kätschapp' (nach den vorhergehenden Regeln) geschrieben werden? Im Duden steht allerdings 'Ketschup' - zumindest das 'u' ist hier sicher falsch!
Mit freundlichem Gruß
Dietrich