Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 29. Juli 2006, 09:56
Andreas Odendahl schrieb:
> Ich finds sehr schön!
Ich schließe mich in diesem Punkt deiner Meinung an, lieber Andreas.
Das Cover orientiert sich in seinem Stil ja an mittelalterlicher Buchmalerei, das fällt insbesorndere durch die Haltung einiger Personen auf: Vorderseite des Körpers zum Betrachter, dafür das Gesicht im Profil.
Die in der Hierarchie am höchsten stehende Person - der Kaiser - im Zentrum des Bildes, eingerahmt von großen Fenstern, hinter denen sich ein Blick auf eine weite Landschaft entfaltet.
Der Blick durch das linke Fenster, durch das man bäuerliche Arbeiten vor der Silhouette eines Schlosses sieht, zitiert dabei deutlich die Abbildungen aus dem Stundenbuch des Duc du Berry, in dem eine Serie von wechselnden Hintergründen eine ähnliche Landschaft und ihre Veränderung im Jahreslauf zeigte.
Der interessierte Leser kann ja einen Vergleich anstellen.
Illustrationen aus dem "Stundenbuch":
http://www.themamundi.de/galerie/stundenbuch/index.htm
Das Titelbild von "Im Schatten des Kaisers":
http://www.cs.kuleuven.ac.be/~stefanv/speelduivel/spellen/test/top50/Im_schatten_des_kaisers2.jpg
Und der noch interessiertere Leser mag einen näheren Blick auf das "März"-Bild aus dem "Stundenbuch" werfen und feststellen, dass es im Titelbild des Catan-Romans von Rebecca Gablé zitiert wurde:
http://www.amazon.de/gp/product/images/3404153960/ref=dp_image_text_0/028-6129907-8165369?ie=UTF8
Eine interessante Frage, auf die ich aber noch keine Antwort weiß:
Bei mittelalterlichen Künstlern (aber auch durchaus in anderen Epochen) kommt es häufiger vor, das der Künstler sich selbst, seinen Auftraggeber und dessen Familie mit in die Bilder hineinmalt, teilweise mit veränderten Details, damit sie zum Thema des Bildes passen. Ob das beim Titelbild zu "Im Schatten des Kaisers" wohl auch so ist? Sehen wir da Autor, Verleger und Grafiker leicht verändert um den Kaiser stehen? Keine Ahnung ... aber eines Tages werde ich es vielleicht erfahren.
Mit einem lieben Gruß
Gustav