Eric schrieb:
>
> Volker L. schrieb:
> >
> > Der 6-Seiter heißt mathematisch korrekt Kubus.
>
> Dem halte ich entgegen, dass "Hexaeder" die griechische
> Bezeichnung für "Sechsflächner" ist, und der 6-Seiter deshalb
> mathematisch korrekt Hexaeder heisst. Kubus ist die Ableitung
> aus dem lateinischen cubus, dem Wort für Würfel (also ohne
> explizite Angabe der Flächenanzahl, wenn auch implizit 6
> gemeint ist). Aber wir können uns sicherlich darauf einigen,
> dass beides irgendwie korrekt ist. ;-)
OK :-)
> > Da der Kubus der mit großem Abstand am weitesten Verbreitete
> > Würfel ist, hat sich in der deutschen Sprache dieser Begriff
> > auch als
> > umgangssprachliche Bezeichnung für die geometrische Figur des
> > Kubus durchgesetzt, was aber gewissermaßen ein Manko in
> unserer
> > Sprache darstellt. ;-)
>
> Ich denke das Ganze ist auch ein historisches
> Übersetzungsproblem. Im englischen wird ja zwischen dice
> (Spiel-Würfel) und cube (geom. Würfel) unterschieden.
Genau.
Im Deutschen haben wir für beides dasselbe Wort, deswegen sind
natürlich auch lexikalische Übersetzungen mit Vorsicht zu genießen.
> Früher
> war die Sache recht einfach, weil alle Spielwürfel 6 Seiten
> hatten und somit auch cubes waren.
Nicht alle, sie waren nur in Mittelalter und Neuzeit bis irgendwann 20. Jhd.
mit Abstand die verbreitetsten. Im Altertum gab es auch andere, und für
damals würde ich nichtmal darauf wetten, dass W6 die häufigsten waren.
Mein Latein-Lexikon nennt mir als lateinische Übersetzung für "Würfel"
die Begriffe "Talus" für W4 und "Tessera" für W6.
"Würfelspiel" ist mit Ludus Talarius (alternativ alea) übersetzt, was
man als Hinweis interpretieren könnte, dass der Talus gebräuchlicher
als der Tessera war.
Im Lateinisch-Deutschen Teil steht dann auch "cubus" mit der Übersetzung
"Würfel" (ohne explizite Angabe, ob Spielwürfel oder geom. Figur) und dem
Hinweis, dass es ein griechisches Fremdwort sei.
lexikalische Grüße, Volker