Beitragvon Roman Pelek » 25. August 2006, 00:22
Hi Gustav,
Peter Gustav Bartschat schrieb:
> Und dann soll man auch noch Charakteristiken dieser öden
> Schwätzer schreiben. Dabei hatten die alle denselben
> Charakter: Unentschlossene Schwafelköppe, die mich zu Tode
> langweilen wollten.
Jo, genau deswegen habe ich mich schon früh entschieden, lieber Shakespeare oder Poe zu lesen. Ich kann mit der klassischen deutschen Literatur einfach nix anfangen. Sie ist so langweilig, sie ist elendig bierernst, sie hat keinen Esprit. Die einzige Ausnahme, die ich machen würde, wäre für Brecht. Der war wenigstens frech.
> Hätte ich mich nicht nachmittags daheim mit Karl May und
> Alistair McLean wieder selbst aufpäppeln können, wäre mir in
> der Mittelstufe wahrscheinlich der Spaß am Lesen gründlich
> ausgetrieben worden.
Hm, ich habe mich poetischen Texten von einigen halbwegs intelligenten Musikern wie Cave, Cohen, Waits, Hammill oder Eldritch über Wasser gehalten. Und nebenbei noch die "Titanic" gelesen. Dabei Max Goldt lieben gelernt. Etwas später unabhängig von der Titanic dann Sven Regener und Robert Gernhardt. Letzterer ist nun leider tot, ersterer schreibt dafür immer noch Bücher, die lebensnahen Humor wider die deutsche Kleingeistigkeit bieten. Das hat sogar schon Elke Heidenreich festgestellt, was natürlich Punktabzüge in der Kür bringt. Naja, immerhin nicht ganz so schlimm, als wenn Reich-Ranicki das gut fände. Oder gar Günter Grass.
Ciao,
Roman (...und morgen geh ich in den nächsten Mediamarkt, hau mit der Faust auf'n Tisch und sag: "Eure bitterliche, bierernste Existenz hier vor Ort interessiert micht jetzt mal gar nicht nicht, ich will nur den neuesten Dylan". Bin mal gespannt, wen sie rufen: den Pfleger, den Sicherheitsdienst? Vielleicht bringen sie mir auch einfach nur den Tonträger, den ich haben möchte?)