Beitragvon Hendrik » 16. Dezember 2006, 17:48
Danke Volker,
Die Beschreibung des Testprozederes führte zu unfreiwilliger Erheiterung meinerseits :smile:
Da ist mal folgende Aussage der Stiftung Wartentest:
"die Spiele werden unter Aufsicht von Spielpädagogen gespielt, und zwar so, wie das die Altersangabe auf den Spielen vorsieht."
Ich stelle mir da also eine Gruppe 8 /10 /12jähriger Kinder vor und ein paar unrasierte in ungefärbten Baumwollpullover und Cordhose auftretende "Spielpädagogen".
Kann man überhaupt diesen Beruf gezielt erlernen, "Spielpädagoge"? Was zeichnet einen solchen aus? Hilft es, wenn man Päderast ist? :oops:
Ich stelle also fest: Die Stiftung WT erachtet Brettspiele als Kinderspielzeug, denn es gibt keine Erwachsenen, die diese testen würden. Das erklärt auch, warum beispielsweise kein Imperial oder Perikles getestet wird, da sind Kinder einfach keine Zielgruppe 'für.
Die Altersangaben sind dann auch das grosse Problem, es gibt irgendwie nur 4/6/8/10/12 Jahre als Mindestalter. In selten Fällen 14 und noch seltener 18, aber diese "Spiele" findet man dann eh nur im Erotik-Store :wink:
Während es bei Familienspielen, bzw. Spiel des Jahres sicher OK ist, zu überprüfen ob auch Kinder im Mindestalter das Spiel begreifen und spielen können, fehlt mir der Aspekt der spielenden Erwachsenen.
Und dies obwohl die Stifung weiter aussagt: "Die Beschreibung - welches Spiel für wen und unter welchen Umständen - ist für uns auch das wichtigste."
Gerade anspruchsvolle Spiele wie Age of Steam, Antike/Imperial, Die Fürsten von Florenz, Der eiserne Thron, Power Struggle usw. werden trotz jugendlicher Mindestalterangaben meistens von und für Erwachsene gekauft. Dieser Punkt wird von den Testern offensichtlich nicht berücksichtigt.
Aber dies betrifft nicht nur die anspruchsvollen, es gibt bei den Gelegenheitsspielern auch reine Erwachsenenrunden, welche Carcassonne und Zug um Zug spielen. Deshalb sollte die Stiftung ebenfalls auch den Erwachsenen-Standpunkt miteinbeziehen.
So seriös sich die Stiftung auch gibt, sitzt sie doch demselben alten Kliche auf, dass Brettspiele Kinderspielzeug darstellen. Schade.
Cheers Hendrik
(der in den Testergebnissen nur beschränkte Aussagekraft sieht)