Beitragvon Knut Happel » 26. Dezember 2006, 14:53
Lieber Gunther.
Schön, dass Euch "Die Säulen von Venedig" in Eurer Runde gut gefallen hat.
Deine Ideen für den Fall eines Gleichstandes sind sehr interessant, vor allem Vorschlag b) ist - glaube ich - eine gute Idee, die man mal probieren sollte.
Dein Vorschlag a)
"alle Karten der laufenden Runde werden ausgewertet, sobald ein Spieler die letzte(n) Säule(n) baut -- warum eigentlich ein "sudden-death"-Ende ??"
--> Die von Dir angedachte Version wurde bei den Tests heftig kritisiert, da es dazu führen kann, dass - in Eurer 4er Runde - der 2. Spieler das Spiel durch den Pechtunker beendet und dann noch Spieler 3 und 4 ihre Aktionen ausführen dürfen. Wenn in so einem Fall Spieler 3 und 4 weit zurückliegen, kann es passieren, dass diese beiden Spieler nochmals nach Gutdünken Punkte verteilen können - ein Königsmacher reinsten Wassers. Zwar ist bei Säulen von Venedig der Königsmacher durchaus Teil des Spielprinzips (und wie wir finden auch des Spielreizes), da man fast nie punkten kann, ohne auch anderen Spieler Punkten zu bescheren, aber die Testspieler lehnten es fast einhellig ab, dass dies auch möglich ist, wenn alle Pfähle verbaut sind.
Übrigens kann auch bei Deiner Lösung der Fall eintreten, dass - im vorgenannten Beispiel - Spieler 3 oder 4 noch punkten und gerade dadurch ein Gleichstand herbeigeführt wird.....
Dein Vorschlag b)
"die Säulen werden aus dem beiliegenden Stoffbeutel gezogen, so dass immer nur der aktuelle Pechtunker weiß, wie viele Säulen noch da sind -- wozu liegt eigentlich der Stoffbeutel bei ???"
--> Gefällt mir. Werde ich mal probieren. Der Stoffbeutel sollte eigentlich nur verhindern, dass die (vergleichsweise schweren) Holzteile in der Schachtel rumfliegen .... ;-)
Dein Vorschlag c)
"sobald nur noch 2 oder weniger Säulen im Vorrat sind, wird genau noch eine Runde gespielt, egal ob dann die letzten Säulen gebaut werden oder nicht"
--> Ginge auch. Aber auch nach dieser einen Runde kann es dann zu einem Gleichstand kommen ...... Und "Das Spiel ist sofort vorbei, wenn alle Säulen weg sind" ist als Regel griffiger.
Dein Vorschlag d)
"wer die letzte(n) Säule(n) baut, bekommt einen Punktebonus von 4 Punkten"
--> Mit so einem Punktebonus hatten wir auch mal hantiert. Hat es nicht ins Spiel geschafft, weil meist der Führende den letzten Pechtunker spielen wird. Wenn der auch noch 4 Punkte kriegt, gibt es für ihn fast kein Risiko mehr, die letzten Säulen zu setzen. Unsere Tester (und wir) fanden es aber spannender, dass der Führende Gefahr laufen kann, dass Spieler vor ihm in der Runde ihn punktemäßig überholen und er aber den Pechtunker gespielt hat ......
Wie Du es drehst und wendest:
Bei einem Spiel, bei dem die Anzahl von Siegpunkten über den Sieger entscheidet, das Spielende aber eintritt infolge eines anderen Faktors - bei Säulen von Venedig: das Verbauen aller Pfähle - kann es geschehen, dass dieser andere Faktor eintritt während es bei den Siegpunkten einen Gleichstand gibt.
In Eurer Runde hat "einer der beiden Führenden irgendwannn als erster in der Runde die letzten beiden Säulen genommen, nur damit nicht noch mehr Mitspieler punktemäßig an ihn ranrücken." Das ist vollkommen o.k., wenn dieser Spieler seinen Platz an der Sonne zu teilen bereit ist. B-]
Wer dies nicht will, kann einfach das Risiko eingehen und die letzten beiden Säulen nicht nehmen ....
Viel Spaß noch mit den "Säulen von Venedig" wünscht,
Knut Happel.
www.die-saeulen-von-venedig.de