Beitragvon Ingo Althöfer » 30. Dezember 2006, 15:14
Mo schrieb:
> Wir werden so 10 bis 12 Personen sein.
Hallo Mo,
hier kommt die Beschreibung eines neuen Spiels.
Es ist in der Sam-Lloyd-AG entstanden (Copyright Oktober
bis Dezember 2006) und war eigentlich nicht speziell für
Sylvester gedacht. Gestern ist es aber bei einer Probefeier
in mehreren Runden mit 7 Leuten gut eingeschlagen.
*********** Countdown & Finale ********************
Würfelei und Lausch-Raten für 4 bis 12 teamfähige Spieler ab 7 Jahren.
Spielmaterial: Für jeden Spieler 10 Steine (das können Nüsse oder
Knöpfe oder Centstücke sein oder ...), ein W-6, ein blickdichtes
stabiles schließbares Gefäß (z.B. eine Blech- oder Tupperdose).
Spielvorbereitung: Alle sitzen um einen Tisch. Jeder Spieler bekommt
zehn Steine vor sich. Es wird ausgewürfelt, wer beginnt. Es gibt einen
neutralen Haufen, der zu Spielbeginn leer ist.
Grob-Beschreibung: Das Spiel hat zwei Phasen, den Countdown und
das Finale. Im Countdown wird "nur" ermittelt, welche beiden Teams
im Finale gegeneinan-der antreten. Zu Beginn des Countdowns ist
jeder einzelne Spieler ein Team, bestehend nur aus ihm selbst. Nach
und nach werden aber Teams vereinigt. Sind schließlich nur noch zwei
Teams da, geht es in das Lausch-Rat-Finale. (Tipp: Im Prinzip ist es
von Vorteil, im Finale in einem kleineren Team zu sein.)
Der Countdown: Der Countdown besteht aus mehreren Runden, wobei
es nach manchen Runden zur Vereinigung von solchen Teams kommt,
die (zu) wenige Steine haben. Zu jeder Zeit hat jedes Team seinen
Steinhaufen offen vor sich liegen. Ist ein Team am Zug, dürfen sich
die Teammitglieder beraten, solange das Palaver in einem vernünftigen
zeitlichen Rahmen bleibt.
Eine Runde: Agiert wird reihum im Uhrzeigersinn. Das Team, daß am
Zug ist, würfelt eine Augenzahl und legt danach aus seinem Vorrat
genau so viele Steine oder wahlweise auch einen mehr vor sich in
die Tischmitte (Beispiel: 4 gewürfelt; dann darf das Team 4 oder 5
Steine legen). Sieger der Runde ist, wer von allen vorkommenden
Stein-Zahlen den zweitgrößten Wert vor sich hat. Dieses Team
bekommt alle Steine, die in der Tischmitte liegen und einen Bonusstein
aus dem neutralen Haufen, wenn dieser nicht leer ist. Gibt es mehrere
Co-Sieger, werden die Steine aus der Tischmitte gleichmäßig auf sie
verteilt. Verbleibende Steine kommen auf den neutralen Haufen.
Beispiel: Es seien noch sieben Teams dabei, und die gelegten
Steinzahlen seien 3, 6, 6, 4, 1, 4, 6. Es kommen also die Steinzahlen
1, 3, 4 und 6 vor. Damit sind die beiden 4er Co-Sieger und teilen sich
die 3+6+6+4+1+4+6 = 30 Steine; jeder von ihnen bekommt also 15
Steine (+ eventuell einen Bonus-Stein). Die nächste Runde wird vom
Sieger der aktuellen Runde begonnen. Bei mehreren Co-Siegern muß
das Team die nächste Runde eröffnen, das in der Vorrunde am spätesten
zu ziehen hatte.
Vereinigung: Nach einer Runde werden alle Teams zu einem neuen
Team vereinigt, die echt weniger als sechs Steine haben. All diese
Teams legen ihre Steine zu einem Haufen zusammen und setzen
sich (samt ihren Stühlen) auch so am Tisch um, daß sie nebeneinander
hocken. Dabei darf von den zu Vereinigenden das Team sitzenbleiben,
daß die meisten Steine zur Vereinigung beiträgt. Gibt es mehrere solche
"meistbeitragende" Teams, darf dasjenige sitzenbleiben, daß in der
Vorrunde als erstes würfeln mußte. Bei der Umrückaktion werden alle
nicht direkt betroffenen Spieler und Teams höflichst (!) gebeten, den
Umrückenden Platz zu machen. Hat nur ein einzelnes Team weniger
als sechs Steine, wird es dem Team mit den zweitwenigsten Steinen
angegliedert. Gibt es mehrere solche Teams mit den zweitwenigsten
Steinen, darf der Anzugliedernde frei wählen, welchem Team er sich
anschließt.
Das Ende des Countdowns: Irgendwann bleiben nach einer Vereinigung
nur zwei Teams A und B übrig. Dann ist der Countdown beendet, und es
kommt zum Finale.
Das Finale: Team A bestehe aus M Spielern, Team B habe N Spieler.
Dabei sei M echt kleiner als N. Dann füllt B insgeheim beliebig viele von
seinen Steinen in das Gefäß und schließt es. Die restlichen Steine werden
von B versteckt gehalten. Jeder Spieler aus A darf das geschlossene Gefäß
ein paar Mal hörbar schütteln. Dann darf sich Team A beraten und muß
dann raten, wieviele Steine wohl im Gefäß sind. Nach dem Raten wird
das Gefäß geöffnet und ausgezählt. Lag Team A um x Steine daneben,
bekommt es "M mal x" Minuspunkte. Danach werden die Rollen
vertauscht: A füllt beliebig viele von seinen Steinen in das leere Gefäß
und verschließt es. Die B-Spieler schütteln und das B-Team rät. Dann
wird wieder ausgezählt. Lag Team B um y Steine daneben, bekommt
es "N mal y" Minuspunkte. Ein Team hat weniger Minuspunkte. Alle
seine Mitglieder sind Sieger.
(Tipp: Man sollte gar nicht genau wissen, wieviele Steine man in das
Gefäß getan hat, da man sich sonst leicht durch Grimassen verrät,
während die Gegenpartei rät.)
Das Besondere an der Final-Wertung ist also, daß die Größe des
Teams als Straf-Faktor in sein Ergebnis eingeht. Als kleiner Ausgleich
muß das Team mit weniger Spielern zuerst raten.
Sonderfall: Ist M = N (die Teams also gleichgroß), so muß das Team
mit weniger Steinen zuerst raten. Ist außerdem die Steinzahl gleich,
muß das Team mit dem ältesten Spieler zuerst raten, bekommt aber
als Ausgleich von seinen Minuspunkten 10 Stück abgezogen.
************************* Ende der Beschreibung ************************
Beobachtung: Große Teams haben oft trotz des hohen Straffaktors
eine gute Sieg-Chancen, da aus irgendeinem Grund ihr Raten oft sehr
genau an der Wahrheit liegt.
Ingo Althöfer