Beitragvon peer » 5. Januar 2007, 11:52
Hallo,
JML | ludosophicus schrieb:
>
> Eben das ist es ja, was ich kritisiere. Es entsteht dabei
> zwangsläufig der Eindruck, Autor und Redaktion seien nicht in
> der Lage gewesen, sich für eine fertige Version des Spiels zu
> entscheiden.
>
> In diesem Fall wäre es doch sinnvoll, dem Verbraucher (und
> Spieler) eine Abfolge von aufeinander aufbauenden Regeln
> anzubieten. Es ist doch möglich, eine Regelpassage mit dem
> Kommentar "für Familien" oder "für Experten" zu versehen,
> falls erforderlich.
>
> Für mich sind Spiele wie "Torres", "Bison" oder "Australia"
> erst mit den "erweiterten" Regeln (bzw. "Profiregeln")
> tatsächlich fertig (und das nicht nur in spielerischer
> Hinsicht). Auch wenn sie in manchen Fällen - wie etwa bei
> "Australia" - das Spiel sogar verschlechtern.
Das - bei allem Respekt - verstehe ich nicht. Im Prinzip machen die doch genau was du forderst: Wir stellen ein funktionierendes Spiel vor "Die Grundregeln) wer das jetzt mag, aber ein komplexeres Spiel bevorzugt nimmt die Profiregeln hinzu.
Bei Kramer-Regeln wird das Spiel sogar noch besser auf die individuellen Wünsche des Spielers zugeschnitten: Will mans etweas weniger glücksabhängig nimmt man Variante a, will man den Aspekt XY stärker herausarbeiten nimmt man Variante B. Dieses "Custom made" sehe ich eher als Dienst am Kunden.
Außerdem sorgt es langfristig für Abwechslung, OHNE eine Erweiterung kaufen zu müssen was eher positiv ist.
Und der Verlag hat sich ja für ein fertiges Spiel entschieden: Die Grundregeln sind ja klar als solche gekennzeichnet.
> Ich finde es sehr bedauerlich, Verbrauchern eine solche
> Barriere aufzubauen, aus der Befürchtung heraus, es könnte
> den durchschnittlichen Spielekäufer überfordern. Krücken wie
> "Profiregeln" empfinde ich offengesagt als stilistisch sehr
> arm. Da erscheint es mir eher noch sinnvoll, in die
> Spielregel einen Hinweis zu drucken, der auf erweiterte oder
> anspruchsvollere Regelvarianten im Internet verweist. Damit
> erreicht man die anvisierte Zielgruppe für derlei Variationen
> doch auch.
Noch haben nicht alle einen Internetzugang. Zumal dadurch WIRKLICH eine Barriere aufgebaut wird. Ich sehe alles was zusätzlich zum fertigen Spiel im Internet angeboten wird erst einmal als "Patch" und nicht als Service. Der Service liegt dem Spiel gewissermassen bei. Und ein Verlag wie z.B. Ravensburger bedient nunmal sehr unterschiedliche Kunden. Das Wenig- und Vielspieler sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben, davor sollte man die Augen nicht verschließen - ich denke es ist in den meisten Fällen unrealistisch mit derselben Regel all diese Bedürfnisse zu erfüllen. Das es da Versuche gibt die Regel dem Spiel anzupassen finde ich eine Stärke, keine Schwäche. Besser jedenfalls als z.B. den Vielspielern zu sagen: "Naja, das Spiel so ists nichts für euch. Aber im Internet könnt ihr es dann upgraded". Mal ehrlich: Wer macht das?
ciao
peer