Beitragvon Jingo » 5. Januar 2007, 19:00
peer schrieb:
>
> Hi,
> Jochen Schwinghammer schrieb:
> >
> > Nachtrag:
> >
> > Wenn der Autor gerne möchten, dass die Spieler sein Spiel auf
> > eine bestimmte Art spielen, sie es aber nicht tun, muss er
> > per Regel dafür sorgen, dass sie es nur noch so spielen
> > können, wie sie es sollen.
Ja, das wird immer so behauptet, aber warum denn überhaupt? Wenn jemand oder eine Gruppe nicht in der Lage oder sonstwie willens ist, auf Sieg zu spielen, dann sollen sie es und das Spiel doch einfach lassen. Warum den Autor zwingen, die Spieler zu zwingen? Find ich nicht gut.
>
> Das stimmt, im konkreten Fall ists aber wohl eher eine
> Philosophiefrage. Ich erinner mich dass "Terra" von Bruno
> Faidutti irgendwo einmal als "Lackmustest für Spielegruppen"
> beschrieben wurde - in einigen Runden scheitert es
> grundsätzlich, in anderen wird es grundsätzlich gewonnen. Ich
> persöhnlich finde das Dilemma "Den anderen helfen, aber nicht
> zu sehr" sehr reizvoll. Man sieht auch an den bisherigen
> Antworten (von Dirks "Wenn ich nicht gewinnen kann, dann
> sollen alle anderen scheitern!" bis Gustavs "Wenn icht nicht
> gewinnen kann, versuche ich die anderen nicht mit ins
> Verderben zu reißen") dass das Thema ziemlich kontorvers ist.
Ja, das ist wohl so. Darum spiele ich auch keine Spiele, die dieses Element enthalten. Für mich ist ein Spiel ein Wettbewerb, den ich gewinnen will. Wenn ich das nicht kann, würde ich natürlich in solchen Fällen dafür sorgen, daß keiner gewinnt, alle übrigen, mit denen ich spiele, übrigens auch. Allerdings ist keiner von uns, wenn er in einem 'normalen' Spiel nicht gewinnt, böse oder Schlimmeres.
Aber es ist gefährlich und kann die Freude am Spiel, auch allgemein, schon nachhaltig stören. Daher lasse ich meine Finger von solchen 'Spielen'. Zum Glück ist die 'Mode' der kooperativen Spiele längst vorbei.
Es gibt andererseits auch Spiele, bei denen das Spiel gewinnen kann, aber keine besonderre Zusammenarbeit der Spieler verlangt wird, sondern die Einzelergebnisse in Addition diese Möglichkeit verhindern. Das macht die Sache dann wieder interessant.