Beitragvon Niccolo » 7. Januar 2007, 12:35
Hallo Ralf,
Wie schrieb Peter Gustav Bartschat? :
> Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß, und nach meiner
> Einschätzung lohnt sich die Mühe, sich hier intensiver mit
> den Regeldetails zu beschäftigen, auf jeden Fall.
Ich konnte dieses Spiel in den Weihnachtstagen auch 1x zu zweit spielen und wir beendeten die Parstie mit schwerer Niederlage und genau ähnlichem Fazit.
Man "muss" sich mit diesem Spiel beschäftigen.
Und ich gehe davon aus, dass das Spiel richtig fein ist, wenn alle Mitspieler die Regeln können und mit Plan an eine Partie ran gehen.
Weil Plan hatten wir eben so gar keinen - und auch nach dieser ersten Partie ist ein solcher für eine folgende noch vage.
Also so als quasi-AAR:
Als Großen Alten hatten wir den Knilch, wo ein: Verloren in Raum und Zeit, gleich einem Ausscheiden gleich kommt.
Mit dem ersten Tor tauchte auch gleich ein Monster auf, wo ein Treffer als "Verloren in Raum und Zeit" gewertet wird - das haben wir mal in Ruh gelassen. Wir waren eh noch mit ganz anderen Sachen beschäftigt. Monsterbewegung zum Beispiel.
Ein wenig mühsam mit der Zeit, da die Monster sich auf dem großen Spielbrett doch flott verlieren - da alle zusammen suchen und das richtige zu bewegen, kann in einer Spielrunde leicht das zeitintensivste sein. Dabei blieben bis auf die Flugmonster die übrigen Monster eh meist stehen bei uns.
Was ich noch nachschlagen muß - wo es ein wenig Unsicherheit gab... was passiert wann. Z.B. bei der 'Expedition' in die Fremde Welt (hoffentlich erinner ich mich jetzt richtig im Ablauf):
Runde Eins...
Also Charakter zieht auf Torfeld.
In AH-Begegnungsphase wird er reingesogen.
In der Fremde Welt Begegnungsphase findet dann die 'echte' Begegnung statt.
Nächste Runde zieht der Charakter auf das 2. Feld 'da drüben'
Hat in der Fremde Welt Begegnungsphase eine neuerliche Begegnung.
Nächste Runde zieht der Charakter heraus.
In der AH-Begegnungsphase kann das Tor geschlossen werden.
Nach 3 Runden kommt man also zurück... inzwischen sind durchaus 2 neue Tore entstanden. Macht nachdenklich.
Das war eh auch so eine Sache. Da die meisten Runden ja wirklich flott abgehandelt werden, war der Große Alte sehr flott mit diesen Verderbenmarkern belegt, was den Eindruck machte, dass das Spiel zu schnell abläuft.
So kamen wir mit der Zeit auf die glorreiche Idee, die Tore einfach offen zu lassen, da ein neuerliches Tor nicht auf den selben Ort auftaucht - ergo auch kein Marker auf den Großen Alten gelegt wird.
Die Monster hatten derweilen ein bedrohliches Limit erreicht, wodurch stets ein netter Haufen vor die Stadt kam.
Das war eher mühsam dann. Diese Monsterjongliererei (Monsterbewegung; Neue raus aus dem Sack; Limits rein in den Sack) hatte inzwischen eindeutig den zeitaufwändigsten Part einer Spielrunde eingenommen.
Da hat man riesige Kartenstapel an feinen Dingen zu entdecken, kommt aber vor lauter Monsterjagd zu gar nix mehr. Selbst die Monsterjagd ist mit Vorsicht zu geniessen - vornehmlich wegen des Horrorchecks, den man beim Zusammentreffen von bestimmten Charakteren mit bestimmten Monstern nur durch Einwurf einiger Hinweismarker überstehen kann.
Dann tauchte endlich doch das auslösende Tor auf und der Endkampf sollte beginnen.
Also mal die Infos zum Alten durchgelesen... murmelmurmel - Oh, klingt ja gefährlich! War es dann auch.
Mein Mitspieler schied gleich in Runde 1 aus. Mir blieben noch 3 weitere. In denen hab ich dem Großen Alten ein paar süße Kratzer zugebracht, mehr nicht. Zur großen Freude wird dieser große Alte auch noch mit jeder Runde noch gefährlicher.
Ich hab mir dann die anderen Großen Alten angesehen.... die sind ja alle "Unbezwingbar"! Beschleicht mich der Eindruck, dass man das Spiel besser anders gewinnt, als durch einen Endkampf.
Was blieb als Gesamteindruck -
Dass AH wohl noch am ehesten, von allen mir nunmehr bekannten Brettrollenspielen, an das Spielgefühl vom lieben, alten Talisman ran kommt.
Dass es wohl einer intensiveren Beschäftigung mit diesem Spiel bedarf, um seinen vollen Reiz zu erkennen -- und das ist etwas, was mir heutzutage zunehmend schwer fällt (Zeitmangel und dazu auch noch Spieleflut)
Ich hab ja auf BGG so alles "überlesen", was es zu lesen gibt, da - wie Sven75 ja schrieb:
> Auch ist das Spiel durchaus zu zweit zu gewinnen. Vor allem
> das Grundspiel ist relativ einfach zu knacken, wenn man erst
> einmal gewisse Zusammenhänge erkannt hat
... und so etwas möchte man ja gerne selber austüfteln.
Auf jeden Fall... stand es am Anfang und nun auch am Ende: "sich intensiv damit zu beschäftigen"... ich weiß nicht, ob ich für die Heranführung von Selten/Gelegenheitsspielern wirklich einen guten Tipp habe.
Also ich tät mir das nicht an. Das Spiel ist durchaus kompliziert.
Wenn da nicht wo das Ziel ist, dass die Gruppe das Spiel öfters spielt, sondern das Spiel halt "mal am Tisch" sein soll - Arkham Horror besser übergehen.