Anzeige

Neuspielergewinnung

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Michael Andersch

RE: Neuspielergewinnung

Beitragvon Michael Andersch » 1. Februar 2007, 16:15

"Matthias" hat am 01.02.2007 geschrieben:
>
> Da muss ich ja schon wieder erst eine Entscheidung treffen:
> Vor WELCHEN der Schränke?? ;)

Natürlich vor den, in den Du zuvor die Spiele einsortiert hast, die Dir am geeignetsten erscheinen ;-) !

manipulative Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Matthias

RE: Neuspielergewinnung

Beitragvon Matthias » 1. Februar 2007, 16:19

Ich weiss nicht, ob Dich das aufbauen wird, aber wir stapeln die Dinger sogar schon in beiden Schlafzimmerschränken - von klassischen Orten wie meinem Arbeitszimmer und dem Wohnzimmer ganz zu schweigen...
ABER ich habe das Glück, dass wir (meine Frau und ich) gleichermaßen fanatisch sind. Sie mag´s nur nicht, dass sich mittlerweile auch noch überall die Belegexemplare türmen...

Benutzeravatar
Jingo

Re: Neuspielergewinnung

Beitragvon Jingo » 1. Februar 2007, 17:45

Wenn man alle Beiträge durchließt, stellt man fest, daß zwar schon alles wesentliche drinsteht, aber auch eine Menge gesagt wird, das sogar mich vom Spieltisch vertreiben würde, geschweige denn neue Spieler. Ich raffe das Wesentliche nochmals aus meiner Sicht zusammen.

Was sind eigentlich neue Spieler? Meine Erfahrung ist, daß man Leute, die über ca. 20 sind und bisher mit Spielen gar nichts am Hut hatten, auch nicht gewinnen kann. Sie spielen vielleicht mal aus Neugier mit, aber langfristige Begeisterung ist hier die Ausnahme. Also junge Leute (wie schon gesagt wurde: 'züchten') oder solche, die schon mal (damals mit der Oma...) das ein oder andere gespielt haben, und wenns Monopoly war (das soooo schlecht auch nicht ist).

Die Vorschläge 'nicht zuviel Neues auf einmal' und 'bereits Gespieltes (auf Wunsch!) wiederholen', hätte ich auch gemacht. Wenn jemand aber schreit 'und was haste noch!!!!', dann nicht (zu sehr) bremsen.

Auch der Hinweis, man sollte Spiele nehmen, die man selbst leicht und schnell erklären kann, ist richtig. Ansonsten gilt m.E. aber, Spiele nach dem Mitspieler aussuchen. Hierzu einige Beispiele:

Aquire ist ein Traumspiel und auch für 'Anfänger' geeignet. ABER: wenn derjenige keine Affinität zu Geld und Handel hat, sollte man es nicht auf den Tisch bringen.

Atlantis ist auch gut, aber nur etwas für Leute, die auch Gemeinheiten und das Thema ertragen können. Die werden aber sofort zum Fan.

Showmanager geht eigentlich immer.

Generell pflichte ich aber denen bei, die darauf hinweisen, man sollte Spiele nehmen, die man selbst mag. Nix ist schlimmer als ein Instruktor, der nicht hinter der angebotenen Ware steht. In dem Sinne, such dir selbst was aus.

Benutzeravatar
Helmut R.

RE: Neuspielergewinnung

Beitragvon Helmut R. » 1. Februar 2007, 17:55

Hallo Michael,

Michael Andersch schrieb:

>
> > Attika
> > Hase und Igel
> > Scotland Yard
> > Verrückte Labyrinth
> 3x Jou!
>

Welches von denen hat denn ein "Jou" nicht verdient ?? ;-) :-)

Nachzählender Gruß aus Frankfurt, Helmut

Benutzeravatar
Christian Schnabel
Kennerspieler
Beiträge: 642

Re: Neuspielergewinnung

Beitragvon Christian Schnabel » 1. Februar 2007, 18:17

Hallo Matthias,

zunächst bleibt eine nicht unwesentliche Frage offen, nämlich "Wie gut kannst Du Spiele erklären?" Da gibt leider es gravierende Unterschiede. Ich kenne Menschen, die Dir
- ein Merchant of Venus in 10 Minuten so erklären, daß sich keine Fragen mehr stellen; ebenso kenne ich Leute
- die ein "Einfach Genial so erklären, daß Du am Spielende Dir selber die Regel kurz durchliest, um zu verstehen was Du da gerade so gespielt hast und wie genau nun welche Regel lautet.
Diese Beispiele (für Nicht-Eingeweihte "ohne Namen") geben das "Erklär-Now-How" real existierender Viel- bis Freakspieler wieder.
Also; zu welcher Gruppe gehörst Du?

Ich nehme mal an, Du kannst gut erklären. Dann kommen für deine neue Gruppe zunächst eigentlich nur Spiele in Frage, bei denen jeder Mitspieler "einen kleinen Sieg" für sich einfahren kann. Also, besser ist es, Du gewinnst weil Du mehr Punkte erzielt hast als deine Mitspieler. Schlecht sind Spiele die Du gewinnst, weil deine Mitspieler weniger Punkte machten als Du selbst.
abstraktes Beispeil: besser der Sieger gewinnt mit 100: 95:91:90 als mit 10:5:1:0

Welche Spiele kämen da zunächst u.a. in Frage (?), z.B.:

Alhambra (Grundspiel)
Ave Cäsar
Cafe International
Die Säulen der Erde
Die Siedler von Catan (Basis)
Elfenland
Einfach Genial
Herr der Ringe (Grundspiel, kooperativ von Kosmos)
Thurn & Taxis
Zug um Zug (Orginal)

oder eher einfache Spiele, wie

Formel Fun
Cartagena
Seeräuber
Transamerika
Um Krone und Kragen

Jeden Spielabend nur "Neues" zu präsentieren, halte ich übrigens auch für einen Fehler.

Sollten Spiele (wie die obigen) kein Problem mehr sein. dann kannst Du ggf. nach 1 Jahr:

- El Grande
- Puerto Rico
- Funkenschlag
- Rückkehr der Helden...

auf den Tisch bringen.

Bis Twighlight Imperium dauert es dann evt. noch weitere 1 bis 5 Jahre bis "Niemals in dieser Spielrunde".

Viele Grüße

Christian Schnabel

Benutzeravatar
Herbert

Re: Neuspielergewinnung

Beitragvon Herbert » 1. Februar 2007, 21:20

Hallo Matthias,

das kommt auf Deine "Neuspieler" an!

Wir sind einmal mit "Neuspielern" direkt auf Civilisation gegangen - und es hat wunderbar geklappt und wurde auch mehrfach wiederholt - dauert halt einen vollen Tag.

Für einen Abend gibt es ein Spiele-Menue. Unsere Standard-Vorspeise ist Billabong. Für die Hauptspeise gibt es dann ca. 3 Spiele zur Auswahl (was aktuelles, häufig Spiele des Jahres, was man regelmäßig auch gut drauf hat, wird grob beschrieben und dann vom Gast gewälhlt). Nachspeise ist bei uns fast immer Igel ärgern.

Aber groß anfüttern und immer komplexer werden finde ich bei Erwachsenen überdreht. Entweder die Leute taugen zum Zocken oder nicht!

Verspielter Gruß aus dem Münsterland
Herbert (der auf neue Hauptspeisen aus dem Math Trade hofft)

Benutzeravatar
Andreas Keirat

Re: Neuspielergewinnung

Beitragvon Andreas Keirat » 1. Februar 2007, 21:45

Matthias schrieb:
>
> :-D
>
> Herrlich! Wirklich herrlich - danke euch beiden schon mal.
> Aber neben vielem Grinsen kommt mir grad: Einen konkreten Tip
> hat mir ja nun noch keiner gegeben...

Das hängt ja davon ab, wie viele Leute ihr seid und an den vielen subtilen Nuancen, die ich ja schlecht als Ferndiagnose stellen kann.

Aber nun gut:

Pow Wow von Ravensburger
Cant Stop von Franjos
Ubongo von Kosmos
24/7 von Sunriver
Zug um Zug von Days of Wonder
Talking Stones von Goldsieber (4+ Spieler)
Rosenkönig von Kosmos (2 Personen)
Looping Louie von MB
Cash n Guns von Repos Production
Ausgerechnet Buxtehude von Huch & Friends.


Ciao,

Andreas Keirat

Benutzeravatar
Fabian P.

Re: Neuspielergewinnung

Beitragvon Fabian P. » 2. Februar 2007, 08:53

noch vergessen:

Trans America

Benutzeravatar
Thomas O.

Re: Neuspielergewinnung

Beitragvon Thomas O. » 2. Februar 2007, 08:59

Matthias schrieb:
>
> Du lieber Himmel, hast Du aber ein hartes Fell, es nochmal
> mit denselben Leuten zu probieren.

Och, ist ein bisschen eine Frage der Toleranz. Sind ja an sich ganz nette Leute, und über die beschriebenen Macken beim Spielen muss man halt hinwegsehen. Wenn ich mit einem Freund, der Golfer ist, Golf spielen will, dann erwarte ich auch, dass er es mir verzeiht, wenn ich den Ausschwung nicht perfekt vollführe und das Bällchen im Nirwana landet... ;-)

Zum Glück hat man ja noch seine *richtigen* Spielegruppen :-)

Benutzeravatar
torben

Re: Neuspielergewinnung

Beitragvon torben » 2. Februar 2007, 10:30

Hi.

Also, mein Standardeinführungsspiel ist Puerto Rico. Anfangs dachte ich, das Spiel wäre ein bisschen zu heftig zum Einstieg. Aber interessanterweise ist dem überhaupt nicht so. Ich habe das Spiel mit Leuten gespielt, deren letztes Brettspiel vor 20 Jahren stattgefunden hat, und es war überhaupt kein Problem. In einer Runde letzten Sommer habe ich das Spiel sogar mit 3 Nichtspieler-Bekannten gespielt, nachdem wir schon eine Kiste Astra geleert hatten.

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass PR aus folgenden Gründen hervorragend als Einsteigerspiel geeignet ist (aber nur dann, wenn man jemanden dabei hat, der das Spiel kennt und erklären kann!):

- Der Spielablauf ist sehr einfach: Rolle auswählen und Aktion durchführen
- Das Spiel dreht sich anfangs weniger ums Gewinnen, weil man den Fortschritt der Mitspieler ohnehin als Anfänger schlecht einschätzen kann. Sondern es geht vielmehr darum, etwas aufzubauen. Das scheint mir ein Grundbedürfnis zu sein, welches attraktiver ist als zu gewinnen.
- Man kann das Spiel beim Spielen entdecken. Ich erinnere mich an meine ersten PR-Spiele, bei denen ich halt einfach mal eine Rolle gewählt hab, um sie auszuprobieren. Und das Entdecken macht vielen Leuten Spass. Zumal die zur Verfügung stehenden Aktionen ja recht intuitiv wählbar sind: "Ich hab nun viele Plantagen, da soll doch mal was angebaut werden..."
- Man kann bei PR so viel oder so wenig Hirnschmalz reinstecken wie man möchte. Ich glaube, das ist einer der Hauptgründe für den Erfolg von PR: Wer Lust hat, alles mögliche durchzurechnen, den Fortschritt der Mitspieler zu bewerten und Überlegung darüber anzustellen, wer wann welche Rolle wählt, kann das tun. Wer aber lieber einfach aus dem Bauch heraus eine Rolle wählen möchte, die ihm zusagt, kann das ebenfalls tun. Das macht das Spiel für verschiedene Spielertypen gleichzeitig interessant.
- Viele Nichtspieler haben meiner Meinung nach eine Abneigung gegen Spiele, weil sie das Gefühl haben, sie würden damit Kinderkram betreiben oder auch unterfordert sein. Bei PR kann man ohne viel komplizierten Schnickschnack erleben, dass Spielen mehr sein kann als Malefiz. Ich finde, "Vielspieler" sollten "Nicht- und Wenigspieler" nicht unterschätzen oder gar für dumm verkaufen.

PR funktioniert auf jeden Fall prächtig als Einsteigerspiel, soweit der Erklärer das Spiel gut kennt.

Torben

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Neuspielergewinnung

Beitragvon Roman Pelek » 3. Februar 2007, 12:23

Hallo Matthias,

Matthias schrieb:

> Herrlich! Wirklich herrlich - danke euch beiden schon mal.
> Aber neben vielem Grinsen kommt mir grad: Einen konkreten Tip
> hat mir ja nun noch keiner gegeben...

Naja, allen Tipps zum Trotz braucht es sehr viel Einfühlungsvermögen und situationsabhängiges Fingerspitzengefühl, und da gibt es halt keine Patentrezepte. Du musst schon individuell auf die Menschen eingehen, die Dir begegnen. Ich nehme diese Sozpädbegrifflichkeit zwar sehr ungerne in die Hand, aber, ja: "Menscheln" musst Du auch können.

Andererseits hat Dir Andreas doch konkrete Tipps gegeben: überfordere Deine "Zielgruppe" nicht und reiteriere erfolgreiche Spiele. Gib ihnen beiläufige Tipps und gib ihnen das Gefühl, dass sie Dir stante pede Paroli bieten können. Und lass sie über Dich und Deine Niederlagen lachen und lach mit. Dann kommen sie wieder.

Ciao,
Roman (Wäre eine spielerische Metadiskussion so konkret wie eine Kretadiskussion würde ich hier gerne gutes Olivenöl bestellen und meine Hände darin baden, um sie vom "Menscheln" reinzuwaschen ;-) )


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 36 Gäste