Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 18. März 2007, 23:04
Hallo Matthias,
das ist ein Thema mit vielen Aspekten, die teilweise etwas ausführlicher behandelt werden müssten.
Deshalb erst einmal nur relativ kurz:
Wir probieren auch gerne Neues aus. Zum Glück gibt es immer wieder Spiele, die auch wirklich Spaß machen, aber auch so manche, die einfach nur frustrieren.
Zu letzteren gehören für mich z.B. Siena, Khronos und Herr der Ringe (Phalanx), weil sie grottenschlechte Regeln haben. Wenn vor dem Spielspaß erst einmal ein enormer Arbeitsaufwand angesagt ist, weil Autor und Verlag ihre "Hausaufgaben" nicht gemacht haben, bevor man überhaupt spielen kann, verleidet mir das die Lust auf das betroffene Spiel.
Zu den Spielen der letzten Zeit, die gleich Spaß gemacht haben, gehören z.B. Maestro Leonardo, Thurn&Taxis, Gheos, Wikinger (ProLudo, das von HiG gibt es noch nicht, soweit ich weiß), Venedig, Guatemala Café, aber auch Um Krone und Kragen, Risiko-Express und Catan-Würfelspiel, um nur einige zu nennen.
Auch "Altes" spielen wir immer wieder gerne, so z.B. die Siedler von Catan in allerlei Variationen.
Das Problem bei Leuten wie mir, die die Beschäftigung mit solchen Spielen als Hobby betreiben, besteht meist darin, zu wenig Zeit und Muße zu haben. Will man Neues ausprobieren, verkürzt das die verfügbare Zeit für altbewährte Spiele. Ist das Neue dann nicht gut genug, schaut man enttäuscht auf die Zeit, die man für ein besseres Spiel hätte verwenden können.
Auf Kritiken kann man zwar achten, um solches zu vermeiden. Diese helfen einem aber nur, wenn man den Standpunkt des Kritikers kennt. Wenn ein Vielspieler hier z.B. Wikinger von PL ablehnt, könnte einem ein aus meiner Sicht wirklich schönes Spiel entgehen. Weiß ich, dass dieser Vielspieler einen Schwerpunkt Strategie-Spiele hat und einen starken Einfluss von Würfeln und Karten auf das Spielgeschehen nicht mag, kann ich die Kritik, die ja völlig ok ist, einordnen: Für mich weiß ich dann, dass ich das Spiel mögen kann, weil mir das mich interessierende Thema wichtiger ist als reine Strategie. Passen Würfel- und Karteneinsatz zum Thema, trifft das alle Spieler im wesentlichen gleich und kann man spielerisch trotzdem deutlich Einfluss nehmen, ist das für mich in Ordnung.
So hängt, denke ich, die Frage, ob Neues enttäuschend ist, wesentlich davon ab, ob man beim Kauf genügend darauf geachtet hat, ob das Spiel die eigenen Kriterien für ein als gut empfundenes Spiel erfüllt.
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen
(Bei der Gelegenheit ist doch mal lobend zu erwähnen, dass die Grafik von Wikinger PL ohne die Hörner auf den Kampfhelmen auskommt)