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Alchemist (Amigo) - destruktive Taktik?

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Guido
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Alchemist (Amigo) - destruktive Taktik?

Beitragvon Guido » 15. August 2007, 00:33

Hallo alle zusammen,

ich überlege schon geraume Zeit, mir Alchemist zu besorgen. Nachdem ich mir recht sicher war, mein Budget dafür zu opfern, bin ich bei spieletest.at auf eine Kritik (von Christoph Ledinger) gestoßen, die sagt, dass (so verstehe ich es) das Spiel im Endeffekt zu einer destruktiven Spielweise neigt.
Es heißt dort: "Bislang hat sich eine destrukive Taktik ohne viel Fortschritt am besten bewährt. Das heisst dass man selbst wenig erfindet, dafür aber viele Würfel verwendet und einen niedrigen Wert vergibt. So kommen die Gegner nur an geringe Punkte, die noch dazu teuer erkauft sind".
So wäre eine Partie aber weniger spaßig. Darum meine Frage: Seht ihr das nun ähnlich? Oder ist das Spiel vom Kritiker nicht oft genug gespielt worden? Wie sind Eure Erfahrungen? Kann man solch einer Taktik wirkungsvoll begegnen, ohne dass sich das Spiel aufhängt?
Hoffe auf zahlreiche Antworten und Tipps, solch einer Taktik zu begegnen.

Gruß
Guido

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Gernspieler
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Re: Alchemist (Amigo) - destruktive Taktik?

Beitragvon Gernspieler » 15. August 2007, 08:03

Hallo Guido

Diese Taktik greift m.E. nur dann, wenn deine Mitspieler auch Tränke brauen, in denen viele Zutaten verbraucht werden.
Diese müssen dann auch mit hoher Punktzahl gewertet werden können.

Ich finde, es kommt zu einem hohen Teil darauf an, wie Deine Mitspieler so "drauf" sind.


Brauende Grüße
Der Gernspieler

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Björn-spielbox
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Re: Alchemist (Amigo) - destruktive Taktik?

Beitragvon Björn-spielbox » 15. August 2007, 08:15

Ganz ehrlich?
Ich kann mir nicht vorstellen, wie diese Taktik irgendwas bringen soll... Der Rezensent hat recht, wenn er sagt, dass sich das Spiel zieht wie Kaugummi, wenn alle so spielen. Aber Sinn machen würde es keinen - es hätte was von Puerto Rico, wo alle immer nur produzieren, aber nicht bauen oder verschiffen würden - macht genauso wenig Sinn, ginge aber.

Alchemist ist ein sehr besonderes Spiel - das den Spieler eine wirklich ungewohnte Freiheit gibt. Dadurch wirken sich die Spielweisen der Spieler direkt auf den Spielverlauf aus. Hier gilt es das Spiel zu "lesen" - wo steuert es hin? Gibt es Warenknappheiten oder -überschüsse? Sind Siegpunkte hart umkämpft oder gibt es massenweise davon? Wo entstehen Produktionsketten? Und die schwerste Entscheidung dabei bleibt immer die Preisbildung - also welche Siegpunkte biete ich für welche Waren an und welche Waren werden dabei noch produziert. Unterbiete ich einen Spieler, der gerade einen Preis gemacht hat, indem ich mehr Siegpunkte für die gleichen Waren anbiete? Eine einzelene Entscheidung kann den ganzen Ablauf verändern, so das der Eindruck entstehen kann, es sei dann doch nur beliebig was man auch macht. Ich glaube nicht an diese Beliebigkeit - dazu ist mein Einfluss bei der Preisgestaltung zu groß. Dabei sind die siegbringenden Entscheidungen dieser Partie auch schon wieder hinfällig bei der nächsten Partie, weil sich sehr wahrscheinlich ein ganz neues Muster ergibt, wie man an Siegpunkte und Waren kommt.
Meine Meinung: Alchemist ist eine Art Experiment im Versuchslabor als (funktinierendes) Spiel - die Spieler können sich "austoben" - das Spiel lässt es zu ... was rauskommen wird kann man am Anfang nicht abschätzen. Beobachten ist angesagt und da eingreifen, wo man sich am meisten verspricht.
Und noch was sehr wichtiges: Das Spiel dauert mit den meist 30 Spielminuten auch nicht so lange, dass man gleich für den Rest des Abends mit einer Fehlentscheidung die Siegpunktleiste nur noch von hinten angucken muss. Vielmehr ist es spannend, wie unterschiedlich sich die Partien jedes mal neu entwickeln.

Am Besten wäre es für Dich, Du hättest die Möglichkeit das Spiel ein paar Mal Probe zu spielen.

Liebe Grüße,
Björn.

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Bernd Eisen
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Re: Alchemist (Amigo) - destruktive Taktik?

Beitragvon Bernd Eisen » 15. August 2007, 18:31

Björn schrieb:
>...Unterbiete ich einen Spieler, der gerade einen
> Preis gemacht hat, indem ich mehr Siegpunkte für die gleichen
> Waren anbiete?...

Hi Björn!

Es ist nicht erlaubt einen exakt identischen Trank noch einmal zu brauen.
Ansonsten stimmt es: Alchemist gibt viele Freiheiten und damit sind einige Spieler überfordert. Bei denen fällt das Süiel womöglich durch.
Ich finde es recht gut, wobei es auch ein wenig anstrengend ist sinnvoll zu spielen und alles zu überblicken - kein Spiel für jeden Abend, aber interessant genug es wiederholt zu versuchen.

Übrigens hatte bei unseren 3 Partien nie ein Spieler eine Chance, der keine Tränke gebraut hat.
Dass ein gebrauter Trank auch Rohstoffe liefert sollte nicht außer acht gelassen werden.

Schöne Grüße
Bernd

www.irongames.de

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Golbin
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Re: Alchemist (Amigo) - destruktive Taktik?

Beitragvon Golbin » 16. August 2007, 17:59

Bernd Eisen schrieb:

> Übrigens hatte bei unseren 3 Partien nie ein Spieler eine
> Chance, der keine Tränke gebraut hat.
> Dass ein gebrauter Trank auch Rohstoffe liefert
> sollte nicht außer acht gelassen werden.

Ich kann dem voll und ganz zustimmen. In unseren Runden wurden beide Extremtaktiken (a) zu Beginn 5 teure, fast unbraubare Tränke anbietne und (b) keinen Trank anzubieten versucht. Beides scheiterte.

Ein wenig zur Taktik habe ich in meiner Rezension unter http://www.poeppelkiste.de/frame/frame.htm?/gutespiele/2007/alchemist/alchemist.htm geschrieben.

Guido, Alchemist spaltet die Spieler in klare Befürworter und klare Gegner. Am besten probierst du es aus. Gehört du bzw deine Spielgruppe zur ersten Gruppe bringt euch der Kauf über lange Zeit viel Spielpspaß

Golbin

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Guido
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Vielen Dank an alle

Beitragvon Guido » 16. August 2007, 22:32

Nun, gut, wenn hier dann doch wieder einige beschwören, dass das Spiel sich nicht aufhängt, dann werde ich es mir zu 98% beim nächsten Spielekauf (in naher Zukunft) besorgen (ach, es gibt viel zu viele neue gute Spiele). @Goblin: Gerade dieses relativ freie System reizt mich sehr. Ich könnte mir vorstellen, dass es mir Spaß macht. Ob es meiner Runde Spaß macht?---mh, ja und nein....Leider habe ich bisher keine großen Möglichkeiten irgendein Spiel vorher groß auszuprobieren. Daher muss ich immer ins kalte Wasser springen. Bisher ist es aber seltenst wirklich schief gegangen - u.a. wegen diesem Forum. Dank an alle!

Gruß
Guido


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