Beitragvon Berthold Heisterkamp » 11. Oktober 2007, 09:43
Hallo Spielegemeinde,
vielleicht wird der eine oder andere von Euch schon unsere Ankündigung in der Messevorschau gelesen haben: Der DDD Verlag präsentiert auf der Spiel 07 in Essen erstmalig ein Gesellschaftsspiel namens „Die Wiege der Renaissance“.
Im folgenden würde ich als Redaktionsmitglied gerne etwas über den Verlag und natürlich auch das Spiel erzählen.
Begonnen haben wir 1993 unsere Verlagstätigkeit für das Rollenspielsystem „Midgard“, für das wir bis zum heutigen Tage Abenteuer und Hintergrundmaterial veröffentlichen. Und da Midgard Spieler oftmals auch großen Gefallen an Brett- und Kartenspielen jeglicher Art haben, sehen wir an solchen Namen wie Berthold und Dorothea Heß, Heinrich Glumpler oder auch Lutz Stepponat, die alle schon einmal Autoren für „Midgard“ waren oder noch sind. Wir würden nun gerne in ihren Fußspuren wandeln.
So haben wir uns Anfang des Jahres dazu entschlossen, unsere Verlagstätigkeit auch auf den Bereich der Brett- und Kartenspiele auszuweiten. Im Oktober 2007 erscheint unser erstes Kartenspiel "Die Wiege der Renaissance" und diese Produktlinie soll in den nächsten Jahren erweitert werden. Für Sammler dürfte interessant sein, dass wir bei der Konzeption unserer Spiele größte Sorgfalt darauf verwenden, dass die Kontinuität in der Aufmachung gewährleistet ist. Schließlich sollen die Spiele nebeneinander im Regal ja auch optisch ein Schmuckstück sein. Obwohl die Spiele als Reihe angelegt sind, haben wir dabei bewusst auf eine Nummerierung verzichtet, so dass es nichts ausmacht, wenn auch einmal ein Spiel in der Serie ausgelassen wird, das schmälert den optischen Eindruck nicht. Da wir selbst auch begeisterte Spielesammler sind, wollten wir versuchen eine Reihe zu schaffen, wie wir sie auch selber gerne ins Regal stellen würden.
Als Autoren der „Wiege der Renaissance“ zeichnen die Brüder Hanno und Wilfried Kuhn verantwortlich, die schon solche Spiele wie "An den Ufern des Nils" (Abacus Spiele), "T-Rex" (Hans im Glück) oder "New York Central" (Winsom Games) - um nur einige zu nennen - veröffentlicht haben.
Wer sich vielleicht wundert, was sich hinter den 3D´s im Verlagsnamen verbirgt: Dausend Dode Drolle. Der Name entsprang einem weinseligen Spieleabend, als wir Franken aus Würzburg einen einprägsamen Verlagsnamen ersinnen wollten. Nun, das eine führte zum anderen und aus dem Umstand, dass der Franke ja gerne „frängeld“ und keine harten Konsonanten aussprechen kann, entstand der Name Dausend Dode Drolle. Ihr müsst zugeben, markant ist er, oder?
So, jetzt interessiert Euch aber sicherlich mehr, wie das Spiel abläuft: Hier also die Regeln in Stichpunkten:
Je nach Spieleranzahl liegen 3 bis 6 historische Ereignisse zwischen den Spielern. Jeder Spieler verfügt zu Beginn über 7 Einflusssteine. Wer am Zug ist, muss einen seiner Einflusssteine auf ein historisches Ereignis platzieren. Diese unterscheiden sich in Personenfelder oder Kulturfelder. Je nachdem, ob man die Kultur stärken will oder sich lieber auf bestimmte historische Persönlichkeiten verlässt, setzt man seinen Einflussstein.
Anschließend darf der Spieler zwei Kartenaktionen ausführen, d.h. er nimmt eine Kultur- oder Personenkarte von der Auslage in die Hand oder er spielt eine seiner Handkarten in seine persönliche Auslage.
Abhängig davon, ob auf einem historischen Ereignis zuerst alle Kulturfelder oder zuerst alle Personenfelder belegt wurden, kommt es entweder zu einer Kulturwertung oder zu einer Personenwertung.
Bei einer Kulturwertung kommt es darauf an, wer von den an der Wertung beteiligten Spielern in der jeweiligen vom historischen Ereignis abhängigen Kulturart die meisten Kultursymbole in seiner persönlichen Auslage liegen hat. Die Spieler vergleichen die Anzahl ihrer Kultursymbole, die Differenz davon muss der unterlegene Spieler dem siegreichen Spieler in Einflusssteinen übergeben.
Dementsprechend kommt es bei einer Personenwertung darauf an, welchen Einfluss die von den beteiligten Spielern ins Spiel gebrachten Personenkarten geltend machen können. Wer den größeren Wert bei seinen ausgespielten Personenkarten besitzt, gewinnt diese Wertungsart und erhält hier so viele Einflusssteine von seinem Gegner, wie auf dem historischen Ereignis abgebildet.
Wer keinen Einflussstein auf einem historischen Ereignis platzieren konnte/wollte, verliert automatisch eine Wertung, unabhängig von seinem Einfluss in seiner persönlichen Auslage.
Das Spiel endet, wenn nur noch zwei ungewertete historische Ereignisse im Spiel sind. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Einflusssteinen.
Soweit der grobe Ablauf des Spiels, natürlich existieren noch einige Regelfeinheiten wie z.B. die Genius-Figur, die besondere taktische Kniffe erlauben, für das Grobverständnis aber hier nicht erläutert werden müssen.
Es entwickelt sich im Verlaufe des Spiels ein zähes Ringen um jeden Einflussstein, in dem mal der eine oder andere Spieler die Nase vorn zu haben scheint, öfters brennt es an vielen Ecken, wenn die gegnerischen Spieler durch geschicktes Einsetzen ihrer Einflusssteine auf eine schnelle Wertung drängen und man selber auf diesem Ereignis noch keinen Einflussstein platziert hat. So bleibt es bis zur letzten Runde spannend...
Das Spiel ist für 2 bis 4 Spieler konzipiert und dauert ca. 45 - 60 Minuten. Im stilistischen Sinne handelt es sich um ein Kartenspiel mit Brettspielelementen.
Der einfache Rhythmus (Stein setzen, Kartenaktionen tätigen) erzeugt einen natürlichen Spielfluss. Das Setzen der Einflusssteine bietet Raum für taktische Entscheidungen. Das Sammeln und Auslegen der Kulturkarten sorgt für Spannung, die Personenkarten bringen Flair und Stimmung ins Spiel.
Die „Wiege der Renaissance“ spielt sich übrigens auch besonders gut zu zweit oder in der Teamvariante.
Wer mag, darf uns gerne in Essen am Stand besuchen (Halle 6 Stand 6-153) und das Spiel ausgiebig testen. Wir würden uns freuen. Da wir uns natürlich bewusst sind, dass viele Spieler einen neuen (Klein-)Verlag erst einmal kritisch unter die Lupe nehmen werden, haben wir in einer besonderen Messeaktion 300 Spiele an unserem Stand bereitgestellt, auf denen wir eine Geld-Zurück-Garantie bei Nichtgefallen gewähren. Wer das Spiel also erst einmal in aller Ruhe testen will und dann feststellt, es gefällt ihm doch nicht, der kann das Spiel wieder zurückgeben und erhält den Kaufpreis rückerstattet.
Wer Glück hat, entdeckt in seinem Spiel aber vielleicht auch eine Zettel mit einer kleinen Überraschung...
Alle weiteren Informationen zu Verlag und Spiel findet Ihr auf www.ddd-verlag.de
Ich hoffe, wir sehen uns in Essen
Carsten