Beitragvon Alex Forsbach » 5. November 2007, 12:43
Hallo,
letztes Wochenende fiel unsere Runde einer grassierenden Grippe zum Opfer, dafür haben wir gestern Abend die angekündigte Circle-Partie nachgeholt.
Für die ganz Eiligen: Es war eine ziemlich spannende Partie, bei dem ein Spieler gewann, der zunächst auf die gelbe INT-Reihe setzte und dann auf neutrale Spione umschwenkte. Mit meiner "Infiltrations-Strategie" wurde ich dritter.
Nun die längere Fassung :)
Ich habe wie im Thread angekündigt, den "Infiltrator" gemimt und mich dabei an folgende Strategie gehalten:
Alle 4 Start-Geheimnisse ausschließlich in die Abteilungen investieren, d.h.
- niemals einen farbigen Spion ins Spiel bringen
- niemals einen neutralen Spion ins Spiel bringen
Jeden erhaltenen Spion ohne Nutzung seiner Fähigkeit sofort in den Circle infiltrieren.
Als ich diese Strategie begann, fragte ich mich, wie ich überhaupt an Spione gelangen sollte, denn ohne Spione gibt es schließlich auch keine Infiltration.
Das kann ausschließlich dadurch geschehen, daß die Mitspieler "Fehler" machen und mir die farbigen Spione frei Haus liefern, oder ich um neutrale biete, was mich aber Geheimnisse kostet, wodurch ich meine führende Position verliere oder gefährde und ich "Fehler" der Mitspieler anschließend nicht mehr ausnutzen kann.
Ein Mal im Spiel bin ich tatsächich an einen farbigen Spion gelangt, als ich mir den Umstand zu nutze machte, daß ein Mitspieler, der in zwei Farben führte, in beiden gleichzeitig angegriffen wurde. Er mußte sich entscheiden, wo er kontert. Er wählte nicht mich und ich gewann einen 2-SP-Spion in orange. Durch Versteigerungen gewann ich 6 weitere Spione. Darunter auch einen der beiden 3-SP-Spione, aber auch zwei 1er. Einer wurde "dauerhaft aus dem Dienst entfernt", denn durch meine deutliche Führungsposition von Spielbeginn an war ich auch der gejagte Spieler am Tisch. Oft wurde ich durch klug eingesetzte "Geheimnis-Spione" in entscheidenden Verteil-Momenten zurückgesetzt. Mehr Spione waren nicht zu ersteigern, da kaum neutrale Spione zusätzlich ins Spiel gebracht wurden. Und es ist ja nicht so, daß ich grundsätzlich alle immer ersteigern kann, schließlich gibt es auch Mitspieler, die über Geheimnisse verfügen und diese nutzen ... Insgesamt sammelte ich so 12 Siegpunkte durch Infiltration. Da wir zu fünft spielten, startete jeder bei 3 SP. Zum Schluß hätte ich noch 2 Siegpunkte durch Verhaftung erlangen können, aber die 17 SP hätten weder meinen dritten Rang verändert, noch dem Circle zum Sieg verholfen.
Fazit: Die reine Infiltrations-Strategie ist für mich nur gewinnbar, wenn die Mitspieler sich eklatante Fehler erlauben und mir in die Karten spielen.
Die Kernfrage, die sich in dieser Diskussion stellt, ist aber ja weniger die einer bestimmten Strategie, als jene, ob es sinnvoll ist, die Fähigkeiten der Spione überhaupt zu nutzen oder kategorisch darauf zu verzichten, und sofort zu infiltrieren.
Einige Male, als ich den Spion in den Circle schickte, blutete mir das Spielerherz. Ich hätte den Spion insbesondere in der Anfangsphase, wenn noch genügend Zeit ist, lieber noch ein- oder mehrmals eingesetzt. Das Risiko, den Spion zu verlieren, ist ja eigentlich relativ gering. Lediglich der Killer, der Doppelagent-Enttarner und der Marker-Entferner können ihn mir abnehmen. Das sind allesamt aber auch Spione mit hohen SP-Werten, die ihre Besitzer selber gerne zum Infiltrieren nutzen. Meine 1er- und 2er-Spione sind zudem weit weniger das Ziel solcher Attacken. Zugleich gab es Situationen, in denen ich, da komfortabel in lila oder orange Führung liegend, durchaus einen Spion dieser Farbe ins Spiel hätte bringen können. Aber ich wollte mich konsequent an die Vorgabe halten und verzichtete, wenngleich dies bedeutete, Möglichkeiten ungenutzt zu lassen.
In der nächsten Partie werde nach diesen Erfahrungen die Fähiglkeiten meiner Spione wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Was nicht heißt, daß man manchmal und besonders zum Ende des Spieles hin, nicht auch sofort infiltriert, aber mit genau dieser steten Abwägung, was ich in welcher Situation mit jedem Spion treibe, liegt ja der Spielreiz. Zumindest in dieser Partie und in dieser Spielkonstellation hätte ich meine Chancen auf den Sieg deutlich verbessert, wenn ich den einen oder anderen Spion auch mal genutzt hätte und hier und da auch mal einen farbigen Spion aktiviert hätte. Die instant-Infiltrations-Strategie ist also keine Sieg-Garantie und kein Spiel-Zerstörer.
Grüße ... Alex